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Guten Tag, mein Betreuer hat Anfang März mein Girokonto für seine eigenen Forderungen gepfändet. Auf diesem Konto geht meine Erwerbsunfähigkeitsrente ...


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Alt 13.05.2008, 21:31   #1
Forums-Geselle
 
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Registriert seit: 20.04.2008
Beiträge: 133
Standard Termine

Guten Tag,

mein Betreuer hat Anfang März mein Girokonto für seine eigenen Forderungen gepfändet. Auf diesem Konto geht meine Erwerbsunfähigkeitsrente ein, von dem ich auch die laufenden Zahlungen bestreite.
Meine Anwältin war zwar auch in Urlaub, wird aber mit der Akteneinsicht bis Ende Mai hinhefahlten, weil sich diese Unterlagen beim Gutachter befinden.
Mitte April haben meine Anwältin und ich herausgefunden, dass mein Betreuer unbeschränkte Girokontovollmacht hat, so dass eine Pfändung überflüssig ist und sie hat bereits Schadensersatzforderungen angekündigt.
Meinen Betreuer für Vermögenssorge (!) habe ich bereits Mitte März gefragt, wie ich denn die noch offenstehenden Rechnungen erledigen solle. Ich erhielt keine Antwort, wie gewöhnlich. Einer dieser Gläubiger, dem ich auch die Adresse meines Betreuers gab, hat jetzt einen Mahnbescheid erwirkt, dem ich zwar widersprechen werde, aber trotzdem bin ich langsam mit meiner Geduld am Ende. Ich kann mir zwar meinen Lebensunterhalt vom Konto holen, aber mich nerven diese Einschränkungen und dass ich mit 2 Rechnungen und den Umlagen an die Wohnungseigentumsgesellschaft im Rückstand bin sowie einen Kurs an der VHS nicht belegen, weil nicht bezahlen kann und wieder anfange, an den falschen Ecken und Enden zu sparen. Vorgespräche für eine Therapie schiebe ich heraus, weil ich nicht weiss, wovon ich die Katzenbetreuung und Eigenleistung hernehmen soll, aber für Second-Hand-Läden habe ich Geld ...

Mein Betreuer sollte zumindest einmal gemerkt haben, dass ich bei seiner Forderung mit den übrigen Schadensersatzforderungen aufrechne.

Wie lange soll ich dem Gericht noch Zeit lassen oder was kann ich sinnvoll noch machen?

Liebe Grüsse
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Alt 15.05.2008, 13:11   #2
Forums-Geselle
 
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Beiträge: 133
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Liebe Forumsmitglieder,

ich habe mich durch diverse Fragen - z.B. was sieht ein Betreuer als Wille des Betreuten an - und durch Preisgabe meiner eigenen Probleme versucht, bei Euch Hilfe zu finden, damit ich mich so verhalten kann, dass ein Gespräch zwischen meinem Betreuer und mir wieder möglich ist.

Ich bin sehr enttäuscht und traurig, wenn ich keinerlei Reaktionen bekomme - also werde ich leider so weitermachen müssen wie bisher.

Trotzdem Grüsse an alle und tschüs
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Alt 16.05.2008, 08:59   #3
Heinz
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard

Hallo Hundeline,

es ist schade, dass deine Frage nicht beantwortet wurde, obwohl sie 57 mal angeschaut wurde. Doch manche Fragen lassen sich schwer beantworten. Ich denke, dass ist auch bei dir und deiner Frage der Fall. Was erwartest du? Eine bloße Rückmeldung, ja ist kompliziert? Weiß auch nicht weiter? Ich denke, deine Angelegenheit lässt sich nicht mal mit zwei Sätzen beantworten. Deine Beschreibung deiner Situation ließ bereits vermuten, dass die Angelegenheit komplexer ist. Im Grunde hast du dir die Antwort selbst gegeben: versuchen, mit dem Betreuer deine Angelegenheit zu besprechen und hoffen, dass er sie zur Kenntnis nimmt und berücksichtigt. Doch wenn nicht, wer will was daran ändern, als du selbst. Und viele Möglichkeiten hast du nicht. Ich denke, die deinen Beitrag gelesen haben, habe innerlich nur die Schultern gezuckt, weil sie auch nicht weiter wussten, weder objektiv noch an deiner Stelle. Ist vermutlich so. Wahrlich schade.

Heinz
 
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Alt 16.05.2008, 12:08   #4
Ehrenamtlicher Betreuer
 
Registriert seit: 23.02.2004
Ort: im Norden
Beiträge: 1,191
Standard ohne

Hallo,

mitunter möchte ich auch gerne helfen, dann aber mehr durch Tat als durch Rat. Einfach die Leute bei der Hand nehmen und zeigen, was zu tun ist und was nicht. Und das geht eben kaum.

Es graust mir manchmal, wenn ich die Storys über den einen oder anderen Betreuer lese. Wenn ein Betreuer plötzlich die Auszahlung des Taschengeldes regelmentieren will, oder ähnliches. Nur - ich höre immer nur eine Seite. Und dadurch ist jeder Rat subjektiv.

Ich wurde auch schon ganz empört von einer Schwester im Seniorenheim gefragt, warum ich dem armen Herrn X. kein Taschengeld gebe. In der Zeitung würde dann stehen: Betreuer gibt Betreutem seit zwei Jahren kein Geld.
Und die Überschrift würde stimmen. Bloß, warum bekam der Betreute nichts ? Weil er daraus Papierschnitzel machte, es versteckte und nicht wiederfand (und dann das Personal beschuldigte, gestohlen zu haben) oder in die Toilette warf.
Die Schwester war neu und wusste nichts von der Vereinbarung mit dem Heim, dass der Betreute kein Geld bekommt. Er hatte auch alles, was er brauchte. Und so sieht die Sache schon ganz anders aus.

Man muss auch einen Betreuer verstehen, der eine Betreuung neu übernimmt und den Betreuten damit kaum kennt. Der macht sich dann Gedanken, ob der Betreute das Konto abräumt, Schulden macht usw.

Es ist eben alles nicht so einfach, und nur Schwarz oder Weiß gibt es fast nie.

Gruss

Andreas
AndreasLübeck ist offline  
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Alt 17.05.2008, 19:14   #5
Forums-Geselle
 
Benutzerbild von hundeline
 
Registriert seit: 20.04.2008
Beiträge: 133
Standard

Danke, Heinz (dir ganz besonders, dass Du nicht auf mich gehört hast!) und AndreasLübeck,

die ganze Sache ist wirklich vertrackt und offenbar völlig verfahren.
Mittlerweile hat meine Anwältin herausbekommen, dass meinem Betreuer vom Gericht aus keine Kontovollmacht mehr zugebilligt wird. Die Bank weiss davon aber noch nichts, ich erst jetzt, weil meine Anwältin mich informiert.
Das ist einmal etwas Neues, und sie macht es so nett, dass ich das akzeptieren und verstehen kann, ohne mich selber zu verabscheuen. Sie tritt auch nicht als Autoritätsperson auf, die keinerlei Widerspruch duldet, sondern ist angenehm menschlich.


Da kenne ich ganz andere Szenen: Meine erste Betreuerin tauchte nur einmal im Monat auf, händigte mir mal 250 Euro, manchmal weniger, aus, zeigte mir ihre neueste Liste, wieviel meine Mieterinnen mir jetzt schuldeten - über 100000 DM - und wieviel sie mein Konto überziehen musste, damit ich in dieser vergammelten Wohnung bleiben "durfte". Damals lag die alleinige Kontoführung bei meiner Betreuerin. Ich bin heute noch schockiert, verzweifelt und wütend, wenn man mir bis zum heutigen Tage trotz Selbstmordversuchen weismachen will, wie toll und wie nett doch meine Betreuer sind.
Geld und Haus sind selbstredend weg, Haus übrigens an meine Mieterinnen.
Die Einwilligung dafür gab eine Psychologin im LKH, und informierte mich erst am nächsten Tag. Und wunderte sich, dass ich schockiert und wütend wurde.


Meine Therapieversuche, fit, selbstbewusst und durchsetzungsfähig für ein Gespräch mit meinem Betreuer zu werden, endeten in den schon erwähnten Diagnosen. Ach ja, trotz allem bin ich voll und ganz geschäftsfähig geblieben - aber so, dass man mein Wort "nein" geflissentlich überhören kann ...
Vielleicht habe ich aber jetzt einmal Glück und komme dank meinem Arzt in eine Klinik, die die double-bind-Situation verstehen können und mir helfen können, aus dieser übermächtigen Autorität herauszukommen und wieder meine eigenen Wünsche kennenzulernen.

Ich weiss sonst wirklich nicht, was ich machen soll:
Die Betreuung beenden, ab mit Schaden und nie mehr Vertrauen in Gerechtigkeit und Gerichte und Hilfe zu haben, bzw. diese Begriffe mit etwas total Negativem zu verknüpfen ????

Ich habe Angst, auch mit dieser Klinik zu scheitern,
Angst davor, mich belatschern zu lassen, alles gut zu finden, was bislang passiert ist, und Angst, dass ich mich für den Rest meines Lebens nüchtern besoffen fühlen muss.

Vielleicht hat aber auch jemand ähnliche Erfahrungen gemacht, und kann mir Mut machen, wie man diesen lähmenden Zustand überwinden kann.

Liebe Grüsse
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Alt 20.05.2008, 13:33   #6
Stracciatellamaus
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard

Guten Tag,
ich schließe mich zunächst einmal der Meinung von Heinz an. Der Sachvortrag von hundeline erscheint mir nicht schlüssig.

Der Betreuer kann nicht mal eben so das Konto pfänden, ohne das man davon etwas weiß.

Fakt ist, der Betreuer hatte zum Zeitpunkt der Vergütungsfestsetzung keine Zugriffsmöglichkeit auf das Konto und ich denke mir, sie haben dem Betreuer die Zahlung verweigert bzw. abgelehnt. Da bleibt dem Betreuer einzig und allein nur die Möglichkeit der Pfändung um an sein Geld zu kommen.

Vielleicht nochmal überlegen, ob Post gekommen ist, denn verschiedene Post und Zustellungen vom Amtsgericht müssen in dieser Angelegenheit an Sie definitiv erfolgt sein. Immerhin benötigt man verschiedene Zustellungsnachweise um eine Kontenpfändung zu bewirken.

Mit freundlichen Grüßen
Stracciatellamaus
 
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Alt 22.05.2008, 14:16   #7
Forums-Geselle
 
Benutzerbild von hundeline
 
Registriert seit: 20.04.2008
Beiträge: 133
Standard

Hallo stracciatellamaus,

zuerst einmal danke dafür, dass Sie sich mit dem Thema beschäftigt haben.

Ich möchte keine Kopien hier einstellen müssen, damit Sie über die Sachlage informiert sind.

Fakt von meiner Seite aus ist, dass ich seit Jahren auch nur hinter meinem Geld herrennen muss, dass ich zur Erfüllung der Ansprüche, die an mich gestellt werden, benötige.
Die Zeit, in der ich max. 512,-- DM erhalten habe, war die Zeit nach einer Reha-Umschulung, in der sehr unfreiwillig arbeitslos war, da ich mich in meinem Beruf als Kunstglaserin bundesweit hätte bewerben müssen. Ausserdem verdient man dort in der Anfangszeit nicht genügend, um für eigene Miete und dem Unterhalt meiner Mieterinnen aufkommen kann, zumal sie sich mit den Mietzahlungen erheblich in Rückstand befanden.
Ich wollte sowohl die Depressionsgründe von Arbeitslosigkeit und Verlust meines Elternhauses vermeiden, deswegen versuche ich vergeblich mit meinen Verlusten aufzurechnen. Da bin ich nur leider total emotional und in Verbindung mit der Vorstellung, man würde mir doch mit den aufgehäuften Verlusten so einen grossen Gefallen tun, geht diese Absicht leider immer wieder schief.
Aber ich kann es doch nicht dauernd so hinnehmen müssen, die Blockaden einer Depression ertragen müssen und och einen Betreuer bezahlen, der in dieser Hinsicht absolut untätig bleibt.
Irgendein Druckmittel muss ich doch anwenden können, dass ich damit nicht einverstanden bin und erheblich darunter leide.


Ich finde es ohnehin schon jammerschade um all die Zeit, die ich mit so einem saudämlichen Hickhack verbringen muss, anstatt mich neu orientieren zu können. Ohne Therapie werde ich aber mit den Affektstaus, die die Betreuung immer noch bei mir hervorruft, nicht fertig. Am meisten ärgert mich der Zwang zum Nicken via Bezahlung des Betreuers, dass alles in bester brauner Butter ist. Das ist es aber nicht.

Wer klügere Ratschläge hat als ich sie im Moment anwende, möge bitte posten.

Liebe Grüsse
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