Dies ist ein Beitrag zum Thema Persönlichkeitsveränderung im Unterforum Forum für Angehörige und betreute Menschen , Teil der Offenes Forum gesetzliche Betreuung
hallo allseits,
ich finde, dieses Thema sollte differenziert werden, auch wenn schnell sogenannte Übertragungen stattfinden:
- es ist eine andere ...
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#11 |
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Gast
Beiträge: n/a
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hallo allseits,
ich finde, dieses Thema sollte differenziert werden, auch wenn schnell sogenannte Übertragungen stattfinden: - es ist eine andere Situation als Betreuer denn als Sohn - und als Sohn eine andere - denn für mich selbst - und schließlich im Hinblick auf den Partner und/oder die eigenen Kinder. Als familienfremder Betreuer ist natürlich der Wunsch und Wille des oder der Betreuten zu berücksichtigen. Aber es gibt halt auch Grenzen im Rahmen des Auftrags und offizieller Fürsorge. Wenn ein Betreuter par tout in der eigenen Wohnung leben und sterben will, geht es vielleicht gar nicht, sondern eine Heimeinweisung unvermeidbar. Als Sohn oder Tochter für die eigenen Eltern zu entscheiden ist oft sehr schwer, weil die sachliche Distanz fehlt und stattdessen eine persönliche Nähe und Betroffenheit besteht, den Vater oder die Mutter doch nicht ins Heim 'abschieben' zu können oder auch nur durch anderes Pflegepersonal versorgen zu lassen, erst Recht dann, wenn die alternden Eltern sich in ihrem Wesen erheblich verändern und mitunter 'unleidlich' werden. Für sich selbst ist es meinstens klar: keine Pflege, kein Heim, niemandem zur Last fallen wollen. Aber das Alter und die Behinderung kommt oft schleichend so wie die Vergesslichkeit. Und auf dem Weg gibt es keine Notbremse. Fast sagenhaft klingt es zu lesen, dass sich Menschen früher zum Sterben gelegt haben. Wer hat die Kraft und den Willen, ab einem bestimmten Alter oder ab einer Behinderung die Nahrung zu verweigern oder sich anders den Tod zu holen? Und dann gibt es den Aspekt, dass da ja noch Angehörige sind, die die Situation mitbestimmen, der Partner, die Partnerin oder die Kinder. Und ehe man es sich versieht, ist man selbst 'entmündigt' und es geschieht, was andere für einen selbst für richtig erachten. Und über allem stehen die philosphischen Fragen, Was ist Leben, wann hat man/frau einen Anspruch auf einen würdevollen Tod, wer darf über sein Lebensende wann selbst bestimmen? Und so unterschiedlich die Antworten sind, so wirkt es sich auf die einzelen Bereiche aus, auf den Umgang mit den Eltern, mit sich selbst und letztlich, welche Möglichkeiten und schließlich Pflichten die Angehörigen haben, mit einem selbst umzugehen, wenn ich vergessen oder versäumt habe, nach eigenen Vorstellungen vorzusorgen. In diesem Sinn Heinz |
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#12 |
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Forums-Geselle
Registriert seit: 05.01.2009
Beiträge: 72
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Hallo,
ich kenne die Problematik von meinem Vater. Er war nicht "durchgehend" dement, sondern hatte "demente Phasen", vor allem nach seinen Schlaganfällen. Dazwischen war er oft relativ klar und an seinem Lebensende war er sehr klar. Ich erinnere mich an eine Situation während einer seiner ersten dementen Phasen, die mich bis ins Mark erschütterte. Auch weil ich sowas noch nie erlebt hatte. Ich war alleine mit ihm im Haus und hörte wie er nachts aufstand. Es sah durch mich hindurch und sagte, er wolle zu meiner Mutter (die tot war). Alle Erkärungen, dass es jetzt Nacht sei und wir morgen zum Friedhof gehen werden halfen nichts. Er war für mich nicht erreichbar. Ich konnte es nicht verhindern, dass er weg wollte, weil er körperlich noch recht kräftig war. Ich konnte gerade noch die Haustüre absperren. Er wurde sehr böse (was sonst nicht seine Art war) und es dauerte noch lange, bis er wieder im Bett war. Nächsten Morgen war er wieder relativ normal und ich dachte, ich hätte geträumt. Er wurde ja, wie ich an anderer Stelle beschrieb, zuhause, von verschiedenen Menschen betreut, die abwechselnd für wenige Tage dort wohnten. Das machte es leichter, mit der zeitweiligen Demenz umzugehen. Die Leute kannten ihn nicht anders, nahmen ihn wie er war und wussten ja, in 1, 2, oder 3 Tagen sind sie wieder zuhause in ihrem Alltag. Dazu kam, dass er die meiste Zeit sehr liebenswert war. Vielleicht dadurch dass er so viel Ansprache und Beschäftigung hatte, so viel gefordert wurde, gabe es auch viele relativ klare Phasen. Ich denke jede Demenz verläuft anders. Für eine Einzelperson ist es sehr schwer, mit dieser Situation umzugehen. Das hätte ich auch nicht geschafft. Mit einem Netzwerk geht es besser. Evi |
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