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Als Angehöriger eines Betreuten der im Wohnheim lebt

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Hallo, mein zu Betreuender ist gleichzeitig mein Sohn. Habe den Eindruck, daß ich in der Einrichtung wo mein Sohn wohnt ...


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Alt 03.09.2010, 11:01   #1
ehrenamtliche Betreuerin
 
Registriert seit: 01.09.2010
Ort: Münsterland
Beiträge: 85
Standard Als Angehöriger eines Betreuten der im Wohnheim lebt

Hallo,
mein zu Betreuender ist gleichzeitig mein Sohn. Habe den Eindruck, daß ich in der Einrichtung wo mein Sohn wohnt nicht sehr willkommen bin, am liebsten nur einmal im Jahr zum Geburtstag, ansonsten eher nicht. Sind Angehörige eher "als unerwünschte Personen" zu bezeichnen, vor allem wenn sie mal auf Mißstände aufmerksam machen??? Wer hat hier ähnliche Erfahrungen?

Doro
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Alt 03.09.2010, 11:07   #2
"Räuberbraut"
 
Registriert seit: 17.07.2009
Beiträge: 779
Standard

Zitat:
Zitat von doro
Habe den Eindruck, daß ich in der Einrichtung wo mein Sohn wohnt nicht sehr willkommen bin...
hi doro,
hab keine erfahrungen. aber es spricht entweder nicht für die einrichtung oder nicht für die familienangehörige...
gruß, zeiten
__________________
10.11.2010: meiner bitte auf löschung meines accounts wurde leider nicht entsprochen.

zeiten ist offline  
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Alt 03.09.2010, 21:42   #3
Gesperrt
 
Registriert seit: 11.04.2009
Beiträge: 4
Standard

Hallo Doro !

Meine Erfahrungen in Punkto Pflegeheim sind auch nicht berauschend.Weil ich selbst sehr krank war,mußte mein Mann notgedrungen ins Heim,da er selbst auch schwerbeschädigt ist und leider nicht allein leben kann.Ich hatte nicht den Eindruck,das es dort jemanden interessiert hat was mein Mann mag und was nicht,wichtig ist das man dort funktioniert.Sich einordnet und bloß keine Extrawünsche hat.Für uns war diese Zeit jedenfalls grausam.Und als Angehörige kam man sich immer wie ein Störfaktor vor.Es muß ebend alles nach Plan gehen und da stören wir "Fremden" ebend.
Denke ebend wer niemanden hat und allein nicht zurecht kommt,da mag ein Heim ja gut sein,aber solange man kann und noch klar mitbekommt was um einen herum passiert bloß weit weg davon bleiben.Unter dem Strich zählt dort doch auch nur das Geld und alles andere sehr wenig.
XElse ist offline  
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Alt 04.09.2010, 20:40   #4
ehrenamtliche Betreuerin
 
Registriert seit: 01.09.2010
Ort: Münsterland
Beiträge: 85
Standard Danke Else,

du sprichst mir echt aus der Seele, aber mein Sohn ist geistig behindert und hat eine psychische Erkrankung, wir sind schon älter und was ist mit ihm wenn wir nicht mehr da sind. Er hat diese Woche abends angerufen und gesagt, hol mich hier raus. Das ist das erste Mal, daß er so etwas gesagt hat. Hab dann beruhigend auf ihn eingeredet und am nächsten Tag war es auch gut.
Aber als Mutter macht man sich schon seine Gedanken. Bin ja als gesetzliche Betreuerin für ihn eingesetzt für alle Bereiche. Hab jetzt mit dem zuständigen Rechtspfleger gesprochen und ein Schriftstück aufgesetzt. Wenn man mit denen was bespricht, weiß es am nächsten Tag eh keiner mehr. Du hast Recht, der Mensch zählt nicht nur das Geld, und so ein Heimplatz ist nicht billig, außerdem bezahlen wir auch dazu an den Kostenträger.
Hab denen geschrieben "jede Gesellschaft wird daran gemessen wie sie mit ihren Schwächsten umgeht". Auf jeden Fall laß ich nicht locker und kämpfe für mein Kind.
Solche Dinge passieren immer dann meine die Leitung der Einrichtung in Urlaub ist und ungelernte Kräfte die Betreuung dort übernehmen.

Lieben Gruß

Doro
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Alt 05.09.2010, 12:42   #5
Annatevka67
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard

Hallo Doro!
Meiner Erfahrung nach werden Kontakte zu den Angehörigen grundsätzlich gern gesehen und eigentlich auch unterstützt (sollte so sein). Schließlich profitiert dein Sohn vermutlich davon und das kann also nur gut sein.
Auf der anderen Seite kannst du dir sicherlich -obgleich auch selbst betroffen - vorstellen, dass es häufig auch zu Reibereien zwischen Personal und Angehörigen kommt.
Häufiger Knackpunkt dabei ist, dass unterschiedliche Vorstellungen darüber bestehen, was "das Beste" für den Bewohner ist.
Genaueres lässt sich vermutlich erst sagen, wenn du berichtest, worauf sich deine Kritik richtet.
Tatsächlich sind die Rahmenbedingungen in den Wohnheimen in den letzten Jahren natürlich auch nicht besser geworden (weniger Zeit, weniger Personal, schlechterer Ausbildungsstand).
Dafür können die einzelnen Mitarbeiter natürlich auch nichts.
Berechtigte Kritik sollte man dennoch anbringen, am besten immer bei den jeweiligen Vorgesetzten, möglichst sachlich und stichhaltig, sofern möglich.
Ich les aber auch heraus, dass dein Sohn noch bis vor kurzem noch bei euch gewohnt hat?? Dann wird es in jedem Fall eine erhebliche Umstellung sein, sowohl für deinen Sohn, als auch für euch.
Das er in diesem Alter ausgezogen ist, finde ich erstmal gut (für Eltern ja eine erhebliche Überwindung). Oftmals finden solche Auszüge (und damit auch Abnabelungen vom Elternhaus) erst statt, wenn die Eltern wirklich schon sehr alt + total überlastet sind + der Betroffene sich oftmals noch viel schwerer auf den neuen Lebensrahmen einstellen kann.
Sicherlich braucht auch dein Sohn noch Zeit, um sich an die neue Situation zu gewöhnen. In der Regel wird dort von ihm vermutlich mehr abverlangt, als noch im Elternhaus.
Na gut, aber ich kenne nicht die Einzelheiten, bevor ich hier Seiten schreibe, die gar nicht zutreffen, erstmal soweit...

Grüße!!!
 
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Alt 05.09.2010, 19:00   #6
ehrenamtliche Betreuerin
 
Registriert seit: 01.09.2010
Ort: Münsterland
Beiträge: 85
Lächeln Hallo annatevka,

mein sohn ist jetzt schon im 21ten Jahr dort in dem Heim aber in diesem Jahr ist es ganz besonders gravierend was dort abgeht.
Sowas wie dieses Jahr, daß er anruft und möchte sofort abgeholt werden, hat es noch nie gegeben. Er ist dort beschuldigt worden etwas gemacht zu haben, sogar zwei verschiedene Dinge, was er gar nicht war. Und ich werde dann angerufen und soll, ohne daß dort einer mit ihm über den Vorfall gesprochen hat, mit ihm darüber reden und er sagt mir sehr überzeugend, daß er es gar nicht war.
Habe dann schriftlich eine höhere Instanz eingeschaltet und siehe da, es ist geklärt worden, er war es gar nicht. Leider ist die Person die das behauptet hat jetzt drei Wochen im Urlaub, aber es findet danach ein Gespräch statt. Diese Mitarbeiterin ist leider selber auch psychisch erkrankt, hat aber ihre Medikation abgesetzt (sowas erzählt sie mir dann auch noch) und m.E. tut sie auch nichts dafür um sich helfen zu lassen, leider unter Zwängen, Putzzwang, und wenn Urlaubszeit ist und sie mehr als sonst arbeiten muß, sehnen sich die Bewohner immer danach wenn die Hauptleitung wieder da ist, sie überträgt einiges auch auf meinen Sohn. Aber auch das werde ich in dem Gespräch, mein Mann begleitet mich, ganz offen auf den Tisch legen. Meiner Meinung ist sie nicht geeignet mit behinderten Menschen zu arbeiten, aber sie ist schon lange im Unternehmen und du weißt sicher wie das ist. Nur denke ich sollte sie lernen sich besser abzugrenzen, was ihr auch schon mehrfach rückgemeldet wurde.

Auch gibt es Probleme im Vermögensfürsorgebereich. Bei Heimaufnahme mußte ich allen Betreuern eine Vollmacht für sein Konto erteilen, das hat die Sparkasse jetzt für ungültig erklärt, in Zusammenarbeit mit dem Gericht. Jetzt können nur noch mein Sohn und ich an sein Girokonto. Ich soll denen einen Barbetrag von 200 Euro hinterlegen damit sie das umgehen können, ich hab dagegen mit der Bank eine Vereinbarung daß mein Sohn bis zu einer bestimmten Summe selbst Geld abholen kann, auch zur Verselbstständigung für ihn. Hab jetzt mit dem zuständigen RP gesprochen und alles denen schriftlich mitgeteilt.
Sein Taschengeld holt er auch selber ab. Aber soll ja alles einheitlich sein, ist doch im Leben auch nicht so. Ich habe meinem Sohn erlaubt wenn das Taschengeld nicht reicht, kann er nach Rücksprache mit mir sich selbst Geld abholen, er arbeitet ja auch ganztägig in einer Behindertenwerkstatt und hat als Hobbys Musik, CDs undd DVDs, raucht nicht mehr und ich möchte, daß er seinem einzigsten Hobby auch nachgehen kann.

Lieben Gruß Doro
Doro ist offline  
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Alt 05.09.2010, 20:26   #7
agw
Admin/Dipl. Sozialarbeiter / Berufsbetreuer
 
Benutzerbild von agw
 
Registriert seit: 15.01.2009
Ort: Hessen
Beiträge: 1,152
Standard

Zitat:
Bei Heimaufnahme mußte ich allen Betreuern eine Vollmacht für sein Konto erteilen, das hat die Sparkasse jetzt für ungültig erklärt, in Zusammenarbeit mit dem Gericht.
Hallo Doro,
das ist ja schon witzig was manche Einrichtungen sich so einfallen lassen.
Falls eine Einteilung des Geldes notwendig sein sollte kannst du ja Geld auf ein Taschengeldkonto im Heim überweisen. Die Verwendung müsste das Heim dir dann nachweisen.
Wenn dein Sohn selber Geld von seinem Konto abholen kann ist das doch ideal.

Dein Problem mit Mitarbeitern der Einrichtung solltest du mit der Einrichtungsleitung klären.

Gruß,
Andreas
agw ist offline  
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Alt 06.09.2010, 17:52   #8
Annatevka67
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard

Hi Doro!

Zitat:
mein sohn ist jetzt schon im 21ten Jahr dort in dem Heim
Na, das ich ja mal wieder auf dem komplett falschen Dampfer

Das klingt alles gar nicht gut, was du da schreibst! Grad mit der Vollmacht ist ja wirklich unglaublich!
Leider ja auch kein Einzelfall, dass im sozialen Bereich selbst Menschen mit psychischen Problemen arbeiten...Du hast aber recht, es ist tatsächlich schwierig, wenn diese Kollegen schon lange einen unbefristeten Vertrag haben. An deiner Stelle würde ich da auch genau schauen + immer wieder schriftlich oder mündlich an die Vorgesetzen rückmelden, wenn sich daraus Nachteile für deinen Sohn ergeben.

Klar, dann machst du Stress, aber so wie du es beschreibst, klingt es sehr schlüssig + dann müssen sie damit auch umgehen!
Nerv weiter! Es dann auch egal, ob du dann noch freundlich begrüßt wirst oder nicht Vermutlich gibt es da ja auch interne Probleme (mit der von dir beschriebenen Mitarbeiterin, u.U. auch mit den Vorgehensweisen einzelner), so dass den "fitten" Mitarbeiter (evtl. auch den Vorgesetzten) deine Rückmeldungen auch hilfreich sein können.

( Sicher haben die da auch eine Konzeption + sehr häufig stehen da auch so schöne Wörter drin, wie z.B. "Individualisierung" oder "bestehende Fähigkeiten fördern + ausbauen" o.ä.. So eine Konzeption kann bei der Argumentation schon mal ganz hilfreich sein )

Wenn dein Sohn nun 21 Jahre alt ist und relativ selbständig, vielleicht ist er dann ja auch mittelfristig für WG oder BEW geeignet?!?
(Das ist jetzt natürlich eher mein Ding, weil ich kein großer Fan von Wohnheimen bin, aber vermutlich wird es ebenso schlechte WGs, wie super-gute Heime geben) Ausschlaggeben sollte da ja wirklich sein, was dein Sohn sich für die Zukunft vorstellt + natürlich wie sein Entwicklungsstand ist)

Viel Glück!!!
 
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Alt 06.09.2010, 18:38   #9
ehrenamtliche Betreuerin
 
Registriert seit: 01.09.2010
Ort: Münsterland
Beiträge: 85
Standard Hallo annatevka,

Mein Sohn ist inzwischen 44 Jahre alt und in der Einrichtung schon 21 Jahre. Heute hab ich ihn von der Werkstatt abgeholt und zu einem Gesprächstermin beim Psychologen gebracht. Seine Angststörungen haben wieder zugenommen, ich weiß warum, es hängt damit zusammen.
Dort wo er ist, das ist eine ausgelagerte Wohngruppe. Mein Einschaltung der obersten Heimleitung hat Erfolg gehabt, 2 positive Rückmeldungen. Leider hat er eine heute mitbekommen und er sagt "an dem Gespräch das stattfinden wird möchte er nicht teilnehmen". Er sagt, daß er das nicht aushält. Das macht mich echt betroffen aber ich respektiere das. Hoffe er hat das auch heute mit der Psychologin besprochen. Habe durch eine zentrale Stelle in seinem Ort zwei Psychologinnen gefunden die auch Therapie mit geistig behinderten Menschen machen, dies war jetzt die 4. Stunde. Habe den Eindruck, daß es ihm gut tut und er sich dadurch auch aufgewertet fühlt.

Lieben Gruß Doro
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Alt 07.09.2010, 19:54   #10
Annatevka67
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard

Hallo nochmal Doro,
ach schön, klingt doch so, als wenn eure Interventionen doch ernst genommen werden!
Und wirklich Glückwunsch im Hinblick auf die Therapie! Selbst in einer Stadt wie Berlin ist es sehr schwer Psychotherapeuten zu finden, die mit Menschen m. geist. Behinderung arbeiten. Gibts schon, aber wirklich nur sehr vereinzelt.

Bleibt nur zu wünschen, dass es deinem Sohn vielleicht bald etwas besser geht!!
Grüße!!!
 
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