Dies ist ein Beitrag zum Thema Entscheidungshilfe im Unterforum Forum für Angehörige und betreute Menschen , Teil der Offenes Forum gesetzliche Betreuung
Hallo,
Ich beschaeftige mich mit dem Thema Betreuung seitdem meine Mutter oft Opfer von Betruegern wird. Um ihre finanzielle Unabaengigkeit ...
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#1 |
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Gesperrt
Registriert seit: 27.01.2011
Beiträge: 2
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Hallo,
Ich beschaeftige mich mit dem Thema Betreuung seitdem meine Mutter oft Opfer von Betruegern wird. Um ihre finanzielle Unabaengigkeit zu sichern, denken wir, ein Betreuer waere eine gute Moeglichkeit. Bis jetzt hat sich meine Mutter aber gegen jede "Einmischung" in ihre Finanzen gewaehrt. Mein Bruder und ich haben Vollmacht ueber ihr Konto, sie moechte aber nichts darueber wissen und auch nimmt sie keine Hilfe von uns an. Ich waere dankbar fuer Kommentare/Erfahrungen von anderen. |
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#2 |
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Angehörige mit Vorsorgevollmacht
Registriert seit: 12.11.2008
Beiträge: 285
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Hallo Stefanie,
welche Gründe sprechen für die Einrichtung einer Betreuung? Und was bedeutet das "Von Betrügern ..." So ganz kann ich die Frage nicht verstehen? Liebe Grüße Lisa |
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#3 |
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Berufsbetreuer / Verfahrenspfleger
Registriert seit: 16.03.2010
Beiträge: 948
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Hallo
Eine Betreuung macht nur dann einen Sinn, wenn sie erforderlich ist, dass heisst hier z.B., wenn sie ihre Vermögensangelegenheiten nicht mehr alleine erledigen kann, auch dadurch nicht, dass laufend auf Betrüger hereinfällt. Voraussetzung ist eine (in diesem Fall) psychische oder geistige Einschränkung. Allerdings ist eine Betreuung gg. den Willen der Betroffenen nur dann möglich, wenn sie krankhaft über keinen eigenen FREIEN Willen mehr verfügt. Gr. R.
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"Wenn jeder akzeptiert, was ich tue, mache ich irgendwas falsch!" Geändert von Rudi (01.02.2011 um 16:38 Uhr) |
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#4 |
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Gesperrt
Registriert seit: 27.01.2011
Beiträge: 2
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Hallo Rudi,
Ich werde mich mit meiner Mutter morgen zusammensetzen und mit ihr besprechen, wie es weitergehen kann. Ich entnehme von Dir, dass gegen ihren Willen nicht viel zu erreichen ist, also muss irgendwo ein Kompromiss her mit dem Sie und wir leben koennen. Ein psychologisches Gutachten waere sicher sinnvoll, da ich auch nicht beurteilen kann, warum meine Mutter auf (fast) immer die gleiche Masche von Betrug reinfaellt. |
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#5 |
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Admin
Registriert seit: 16.03.2004
Ort: Betreuungsbüro Herrlichkeit 6 in 28857 Syke
Beiträge: 1,585
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Moin Stefanie
"Gegen ihren Willen" ist nicht gleichzusetzen mit "gegen ihren FREIEN Willen". Für die Einrichtung einer Betreuung ist tatsächlich ein fachärztliches Gutachten nötig bzw. sogar Voraussetzung. Allerdings wird das Gericht auch sagen: Es gibt doch eine Kontovollmacht - und möglicherweise die Vermögensbetreuung deshalb ablehnen oder zumindest hinterfragen. Hier solltet ihr ganz deutlich auf das Problem mit den Betrügern hinweisen. Falls Deine Mutter von Betrügern schon mal über den Tisch gezogen wurde (in letzter Zeit), dann ist das zwar traurig, aber wenigstens ein gutes Argument. Die Vermögensbetreuung wird nämlich ohne einen Einwilligungsvorbehalt nichts bringen. Deine Mutter wäre sonst durchaus noch befugt, Vertäge abzuschließen. viel Glück wünscht Imre
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Fehler sind dazu da, um sie zu machen und daraus zu lernen. Fehler sind nicht dazu da, sie dauernd zu wiederholen. |
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#6 |
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Einsteiger
Registriert seit: 24.12.2010
Beiträge: 18
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Liebe Stefanie, als Angehörige einer mittelmäßig dementen inzwischen gesetzlich betreuten alten Dame kann ich dir ncoh folgende Denkanstösse geben: 1. bei uns ging es ebenfalls über diese "Betrugssituationen los - telefonisch und persönlich. Wie wir gelernt haben, kann man da auch ohne Betreuung einschreiten durch neue Tel.-Nr., vorrübergehende "Sitzwache" zu den beliebten Zeiten in Absprache mit Nachbarn, durch Simulation von kameras auf der Einfahrt o.ä., bei uns war der Spuk nach einer Übergangszeit vorbei. 2. eine gesetzliche Betreuung ist ein sehr einschneidender Schritt, auch für das Vertrauensverhältnis zwischen euch und eurer Mutter, vor allem wenn ein EV nötig ist, sonst bringt es ja gegen die Betrüger nichts. Meine Schwiegermutter hätte zeitweise lieber die Betrüger akzeptiert als ihre empfundene "unmündigkeit" 3. wenn ihr es für unumgägnlich haltet, wäre mein Rat, gut zu prüfen und zu überlegen, ob einer von euch beiden GEschwistern geeignet und bereit wäre, das zu übernehmen. Wir sind sehr gutwillig und naiv und erwartungsfroh an die externe Beratung herangegangen und sind sehr ernüchtert und bestürzt über die Abhängigkeit und das völlige Ausgeliefertsein, wenn es nicht gut harmoniert. Ich glaube, eine Zusammenarbeit, wenn es noch engagierte und nahe Angehörige gitb ist schon naturgemäß immer eine große menschliche Herausforderung und ich habe bisher noch keine wirklich erfreulichen Beispiele gefunden..... LG Klara
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#7 |
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Berufsbetreuer / Verfahrenspfleger
Registriert seit: 16.03.2010
Beiträge: 948
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Hallo Klara
das ist ein sehr ansprechender Beitrag und ich reflektiere da insbesondere auf Punkt 3. Kein Betreuer (oder sonstiger Helfer) kann die Geborgenheit einer Familie ersetzen - und oft wird es von ihnen verlangt, was sie garnicht leisten können. Ich komme aus den östlichen Landesteilen. Hier sehen die demografischen Verhältnisse leider ein bisschen anders aus. Ich bin gestern in die Betreuung einer alten Frau bestellt worden. Diese Betreuung ist auf ein halbes Jahr ausgerichtet. Die alte Dame hat sich n Beckenbruch zugezogen und hat leichte paranaoide, bis querulante Tendenzen ohne dass dies auffällig krankheitswertig wäre. Es geht nur darum, den Umzug zu organisieren, was ohne weiteres die Kinder hätten bewerkstelligen können. Nur die, leben und arbeiten im Westen. ... und so sieht es hier leider in allen Familien oderhalb der - sorry - Unterschicht aus - einschließlich meiner Eignen. Wir machen schon ne Weile lang Witze drüber, Meckpomm würde in ein paar Jahren nur noch aus Helfern und Geholfenen bestehen. Das scheint langsam Realität zu werden. So sehen auch die Verteilungen der Betreuungen aus. Entgegen dem Bundestrend, werden hier jetzt Betreuungen zu über 50 % durch BB´s sichergestellt. R
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"Wenn jeder akzeptiert, was ich tue, mache ich irgendwas falsch!" |
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