Dies ist ein Beitrag zum Thema Ich kann nicht mehr! im Unterforum Forum für Angehörige und betreute Menschen , Teil der Offenes Forum gesetzliche Betreuung
Hallo,liebes Forum,
Seit Oktober 2010 bin ich Betreuer meiner 39-jährigen Schwester Ivette.
Sie hatte im Juni 2009 einen schwerden Hirnschlag.
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#1 |
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Gesperrt
Registriert seit: 30.08.2010
Beiträge: 3
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Hallo,liebes Forum,
Seit Oktober 2010 bin ich Betreuer meiner 39-jährigen Schwester Ivette. Sie hatte im Juni 2009 einen schwerden Hirnschlag. Letztes Jahr trennte sich Ivettes Ehemann von ihr und ich besorgte Ivette hier bei mir im Ort eine Wohnung in einer betreuten Wohnanlage.Ivette macht mit allem gute Fortschritte,kann wieder kurze Strecken laufen,lernt wieder reden,alles in allem gute Fortschritte. Da ich selbst43 Jahre alt,schwer chronisch krank bin sowohl körperlich als auch psychisch,bin ich total überfordert. Es gab gerade wieder einen mächtigen Krach mit meiner Schwester und unseren Eltern(wohnen 400KM von uns entfernt)......nachdem Ivette sich letzte Woche heimlich eine Schachtel Marlboro gekauft hatte....der erste Schock.Ich habe so eine Angst,das Ivette noch einen Schlaganfall bekommt.....meine Eltern erlaubten nun,das sie 2Stück pro Tag rauchen darf,mehr nicht.Letzten Samstag gab ich Ivette Geld für eine Schachtel Zigaretten.....und Heute!!!!!!verlangte Sie schonwieder Neue!!!! Nun gab es gerade wieder so ein Theater(ich leide auch immer mehr an Angstzuständen),weder meine Schwester noch meine Eltern verstehen mich,mein Vater meinte,ich solle doch nicht immer alles durcheinander bringen und meine Mutter verbreitet jedesmal erst die Panik,wenn Sie bei mir anruft. Ich kann es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren,wenn meiner Schwester was zustößt und ich bin dann an allem Schuld,weil ich sie qualmen lassen habe!!! Ich bin doch ihr Betreuer,bin für alles verantwortlich....und dabei merke ich,wie ich immer mehr daran kaputt gehe,bin ohnehin schon krank genug. Außerdem macht es mir auch keinen Spaß,meiner Schwester das Geld zuteilen zu müssen,sie kann aber noch nicht wieder mit Geld umgehen,schreiben und rechnen. Es ist nicht die erste Aufregung.....wir hatte auch schon erlebt kurz vor Weihnachten,das sich Ivette am Wochenende betrunken hatte(man muß auch dies zuteilen,wissen wir mittlerweile),die ganze Wohnung vollgebrochen hatte und was das schlimmste war,sie war gestürzt,hatte ein rießengroßes blaues Auge,es war zu.....so mußten wir Sonntags morgens in Ihrer Wohnung über erbrochenes steigen und sie zum Arzt bringen,zum Glück hatte sie keine inneren Blutungen im Auge.Dies alles haben ich den Eltern nicht erzählt,damit sie keine Aufregung haben. So,nun kann ich nichtmehr weiterschreiben,ich weiß nicht,wie es weitergehen soll. Soll ich mein Betreungsamt abgeben???Ich kann nicht mehr! Achso,Ivette sagte schon paarmal....sie fühle sich wie im Gefängnis.....(was aber sicher von meiner anderen Schwester kommt,sie bringt nämlich immer alles durcheinander). Ich tue doch wirklich alles,obwohl es dafür mit meiner Gesundheit immermehr bergab geht und auch oft meine Ehe darunter leidet. Gebt mir bitte einen Rat! LG Silke |
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#2 |
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Forums-Azubi
Registriert seit: 22.06.2009
Ort: Berlin
Beiträge: 43
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ich würde Dir raten,das Du die Betreuung abgibst ,an einen Berufsbetreuer.
Es wäre für Euch alle eine Entlastung,die Verantwortung abzugeben. |
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#3 |
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Admin
Registriert seit: 22.08.2005
Ort: Darmstadt
Beiträge: 3,904
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Hallo Silke,
es ist ganz schrecklich zu lesen wie Du Dich quälst. Du bist zwar die Betreuerin deiner Schwester aber deswegen kannst Du weder ihr Leben leben, noch ihre Fehler letztendlich verhindern. Es ist z.B. ganz natürlich dass deine Schwester weitere Zigaretten verlangt und es ist ebenso natürlich dass Du in einem Konflikt stehst. Für diesen bist aber nicht Du verantwortlich zu machen. Der Rat von Mirasada ist das Beste was man Dir raten kann, gib die Betreuung ganz schnell an einen professionellen Berufsbetreuer ab ![]() Viel Glück bzw. viel Einsicht bei dieser Entscheidung, Grüsse . Michaela
__________________
diese kommunikation wurde im rahmen der überwachungsgesetze auf ihre kosten dauerhaft gespeichert und wird jederzeit weltweit gegen sie verwendet werden. |
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#4 |
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Berufsbetreuer / Verfahrenspfleger
Registriert seit: 16.03.2010
Beiträge: 948
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... ich denke auch. Die Betreuung abgeben, sonst bleibt von dir nix übrig.
Gr. R
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"Wenn jeder akzeptiert, was ich tue, mache ich irgendwas falsch!" |
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#5 |
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Gesperrt
Registriert seit: 04.04.2004
Ort: NRW
Beiträge: 2,302
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Hallo Silke,
da ich mich mich meinen Vorrednern nur anschließen. Einen Angehörigen zu betreuen ist nicht einfach. Es gibt eine gemeinsame Vergangenheit, deshalb gelingt es oft nicht objektiv zu bleiben. Ich kenne den Unterschied nur zu gut, weil ich außerhalb meiner Berufsbetreuertätigkeit auch eine Angehörige betreue. Ich bringe das ganze "Rüstzeug" mit, trotzdem ist es gefühlmäßig etwas völlig anderes, es geht viel schneller unter die Haut. Gut, ich habe ein vielleicht ein paar mehr Fachkenntnisse als andere Angehörigenbetreuer, aber es schlagen 2 Seelen in meiner Brust. Die eine ist die professionelle Berufsbetreuerin und die andere ist die Tochter, die ihrer Mutter liebt, deshalb manchmal viel emotionaler und sensibeler reagiert. Das kann man auch nicht abstellen und Feierabend machen... Ich möchte Dir mit meinen Beitrag einfach Mut machen, dass es nicht so leicht ist wie sich das Außenstehende manchmal vorstellen. Du solltest es mit einer Betreuung von außerhalb in Angriff zu nehmen. Damit wärst Du auch gegenüber Deiner restlichen Familie aus dem Schussfeld, trägst nicht diese Verantwortung und könntest trotzdem für Deine Schwester da sein. Du scheinst jetzt schon am Ende Deiner Kräfte zu sein und das solltest Du nicht weiter auf die Spitze treiben. |
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#6 |
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Angehörige mit Vorsorgevollmacht
Registriert seit: 12.11.2008
Beiträge: 285
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Hallo Silke,
auch bin die Vollmachtsnehmerin meines Vaters. Oft muss ich mich zurücknehmen und mir klar machen, dass meine Betreuung vor allem rechtlicher Natur ist. Dabei hat mir das Forum übrigends sehr geholfen. Du musst in Dich gehen und eine Bestandsaufnahme machen. Wie wäre es, wenn Du es aufschreibst? Eine Zeile "psyschologiche Betreuung" und eine Zeile "Rechtliche Betreuung". Darin listest Du mal auf was Du alles machst. Und dann denke darüber nach, ob Du die rechtliche Betreuung ohne Einmischung und Vorwürfe der restlichen Familie weiter machen kannst. Denn in der rechtlichen Zeile bist Du nicht für ihr Rauchen und ihr Trinken verantwortlich. Du kannst nicht einfach kein Geld mehr rausgeben, denn es könnte ja sein ... Die fürsorgliche Schwester kannst/sollst Du ja bleiben. Aber wenn Du zu dem Ergebnis kommst, die Betreuung abzugeben, kann sich Eurer Verhalten wieder entspannen. Und wenn Dich Deine Familie auch da unter Druck setzt, sie können ja gerne mal die Betreuung machen. Also ich will Dich nicht davon überzeugen die Betreuung abzugeben. Aber Du solltest wirklich mal alles aufschreiben, möglichst objektiv beurteilen und dann überlegen, ob Du das leisten kannst/willst. Die Fürsorge mit allen Belangen für einen Angehörigen zu haben ist emotional sehr anstrengend. Und wenn man selber nicht 100% gesund ist, muss man lernen auch an sich zu denken. Ich wünsche Dir alles Gute für Deine Entscheidung. Denn nur Du kannst diese treffen. Ganz liebe Grüße Lisa |
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#7 |
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Gesperrt
Registriert seit: 30.08.2010
Beiträge: 3
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Hallo,
und vielen lieben Dank,Ihr Lieben !!! Mir geht es heute nach einer Nacht wieder begleitet von Angstzuständen,besser. Ich versuche mich abzulenken...ich freue mich so darauf,am 21.Februar in die Rheumaklinik zu gehn,das wird für mich wie Urlaub....ja,ich werde mal nur an mich denken! Und vorher reiche ich noch Ivettes Unterlagen für ihre Reha ein und wenn ich Glück habe,dann kommt Sie zur Reha,wenn ich wieder heimkomme,da habe ich einen doppelten Erholungseffekt. Und dann werd ich weitersehen,wenn es dann nicht besser wird,dann gebe ich mein Amt ab! Werde mich aber auch dann weiterhin verpflichtet fühlen,für sie verantwortlich zu sein....ach man,wäre ich doch wenigstens gesund und nicht so empfindlich und könnte ich doch mal egoistisch sein.Ich sag zwar immer zu anderen,laßt Euch ein dickes Fell wachsen......da müßte ich zuerst bei mir anfangen! Ich hab da noch eine Frage....was hat ein Berufsbetreuer alles für Aufgaben,muß Der sich um alles kümmern oder nur um das finanzielle,Arztbesuche,Bürokratisches usw,oder muß Der sich auch kümmern um Essen,putzen,Einkäufe ,spazierengehn,Freizeit usw.? Vielen lieben Dank nochmal für Eure aufbauenden Zeilen! LG Silke |
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#8 |
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Rechtsanwältin/Berufsbetreuerin
Registriert seit: 25.07.2008
Beiträge: 153
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Hallo SilkeundBill,
auch für mich klingt das alles so, als wäre es für alle Beteiligten das beste, wenn ein unbeteiligter Dritter die Betreuung übernimmt. Ich glaube, das könnte auch für Ivette besser sein, da Du dann einfach nur noch als Schwester für sie da sein könntest, unbelastet von dem ganzen Papierkram und der vielen Verantwortung. Nimm Dir in Deiner Kur einfach die Zeit, nochmals darüber nachzudenken. Die Aufgaben, die der Betreuer innehat, ergeben sich aus den ihm zugewiesenen Aufgabenkreisen, die stehen im Betreuerausweis. Im Rahmen dieses Aufgabenkreises sind die Anforderungen größtenteils organisatorisch, d.h. der Betreuer muss nicht Essen kochen, putzen etc, er hat aber gegebenenfalls dafür zu sorgen, dass all diese Sachen erledigt werden. Familienangehörige machen diese Dinge natürlich schon mal selbst, außenstehende Betreuer nehmen in der Regel die Hilfe Dritter in Anspruch, organisieren also zB eine Haushaltshilfe etc. Viele Grüße rorikae |
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