Dies ist ein Beitrag zum Thema Psychopharmaka im Unterforum Forum für Angehörige und betreute Menschen , Teil der Offenes Forum gesetzliche Betreuung
Hallo,
Ich bin Betreuer meines Schwiegervaters in den Bereichen Gesundheit und Aufenthaltsbestimmung.
Mein Sv, Alzheimer-Demenz, wurde im Kh medikamentös eingestellt ...
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#1 |
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Einsteiger
Registriert seit: 24.03.2011
Beiträge: 11
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Hallo,
Ich bin Betreuer meines Schwiegervaters in den Bereichen Gesundheit und Aufenthaltsbestimmung. Mein Sv, Alzheimer-Demenz, wurde im Kh medikamentös eingestellt und kam danach ins Pflegeheim. wenn ich das was bis jetzt gelesen habe richtig verstanden habe ist eine Sedierung mit Psychopharmaka, und er bekommt 3 verschiedene, eine freiheitsbeschränkende Massnahme und muss von Betreuungsgericht genehmigt werden. diese Genehmigung liegt dem Heim aber weder von uns und meines Wissens auch vom Gericht nicht vor. Darf das Heim diese Medikamente eigentlich geben oder müssen wir gefragt werden ? Wenn ich auf dem Weg vom Kh zum Heim den Brief nicht geöffnet hätten wüssten wir gar nicht welche Medikamente er bekommt. auch im Kh wurde uns nur gesagt er bekomme " ein Mittel gegen die Demenz und was zum schlafen" . Ich weiß jetzt nicht so recht wie ich mich verhalten soll. zu viel möchte ich im Heim im Moment auch nicht sagen, wir sind auf diesen Platz angewiesen. zumal mir die PDL schon angekündigt hat wenn es mit Vater so weitergehe, er läuft nachts rum, koennen sie ihn nicht länger behalten. Kann mir jemand einen Rat geben. wie gehe ich am Besten vor ? Ich möchte auf keinen Fall, dass er noch mehr seddiert wird. danke! Geändert von Edelweiss (25.03.2011 um 13:08 Uhr) |
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#2 |
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Einsteiger
Registriert seit: 24.03.2011
Beiträge: 11
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Hallo, ich noch mal,
bekommt denn keiner eurer Betreuten Psychopharmaka / Neuroleptika ? |
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#3 |
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Admin
Registriert seit: 16.03.2004
Ort: Betreuungsbüro Herrlichkeit 6 in 28857 Syke
Beiträge: 1,585
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Moin Edelweiß
Psychopharmaka sind leider in Heimen gern gesehene Weichspüler, mit denen die Bewohner handzahm gemacht werden sollen. ![]() Es gibt aber auch Heime, in denen Psychopharmaka oder Neueroleptika nach Möglichkeit so flott wie es geht abgesetzt werden. Als Betreuer ist es Deine Aufgabe bei dem Arzt nachzuhaken, warum welche Medikamente gegeben werden. Besteht eine medizinische Indikation, dann ist es ja in Ordnung, wenn aber der Verdacht besteht, dass Dein Schwiegervater nur ruhig gestellt werden soll, damit der Heimalltag ruhiger abläuft, solltest Du auf die Sahne hauen. - und dafür sorgen, dass die Medikamente ausgeschlichen werden und/oder das Heim gewechselt wird. MfG & viel Glück wünscht Imre
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Fehler sind dazu da, um sie zu machen und daraus zu lernen. Fehler sind nicht dazu da, sie dauernd zu wiederholen. |
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#4 | |
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Admin
Registriert seit: 22.08.2005
Ort: Darmstadt
Beiträge: 3,904
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Hallo Edelweiss,
Zitat:
Du solltest Imres Rat folgen und mit dem Arzt auf der Grundlage der Gesundheitssorge ein Gespräch suchen. Gruss Michaela
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diese kommunikation wurde im rahmen der überwachungsgesetze auf ihre kosten dauerhaft gespeichert und wird jederzeit weltweit gegen sie verwendet werden. |
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#5 |
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Forums-Geselle
Registriert seit: 27.05.2009
Ort: Ludwigsburg
Beiträge: 64
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hallo,
ja das ist echt ein thema. ich habe auch den eindruck, dass im pflegeheim ganz pauschal immer gleich haldol oder eine anderes neuroleptikum oder ein tranquilizer verschrieben wird. das darf nicht sein. erstens liegt bei demenz nicht wirklich eine indikation vor und zweitens sind die mittel echt gefährlich und drittens wurden die bei meinen betreuten nur zum ruhigstellen verschrieben. ich schau da immer genau nach und rede dann mit den ärzten. bis jetzt ging es immer, die medis auch wieder abzusetzen. viele grüße sonnenandrea |
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#6 | |
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Einsteiger
Registriert seit: 24.03.2011
Beiträge: 11
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Zitat:
Durch die monatliche Rechnung der Apotheke ist mit aufgefallen, daß Medikamente in Mengen verordnet wurden die unmöglich gebraucht werden können, wenn die Dosierung vom KH eingehalten wird. Ich habe mich also auf die Suche nach diesen Medikamenten gemacht und dabei herausgefunden, daß sie von der Hausärztin nach einem Anruf der PDL um das Doppelte erhöht wurden, ohne das die Hausärztin meinen Schwiegervater gesehen hat. Ein anderes Medikament wurde zusätzlich noch als Bedarfsmedikament angeordnet. Ich bin also zur Hausärztin gegangen um mich mit ihr zu unterhalten warum sie 1. die Medikamente erhöht hat und 2. warum das ohne unsere Zustimmung passiert. Zu Frage 1 meinte sie "Wir müssen doch den Leuten was geben damit sie auf ihrem Stuhl sitzen bleiben." Für mich eine eindeutige Maßnahme zur Beschränkung der Freiheit. Zur 2. Frage wollte sie nichts sagen, nur soviel, das reiche ihr jetzt und ich solle ihr Praxis verlassen. Sie hat dann noch bestritten meinem Schwiegervater überhaupt jemals Medikamente verordnet zu haben. Das lässt sich aber durch die Rezepte in der Apotheke widerlegen. Zum Glück hat der Neurologe die Medikamente jetzt deutlich reduziert. Auch er war der Meinung, daß diese Höhe auf keinen Fall gut ist. Was ich trotzdem noch nicht verstehen, wieso halten so viele Angehörige still, sehen die nicht was ihren Angehörigen da gegeben wird ? Oder interessiert es sie nicht ? LG |
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#7 | |
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Held der Arbeit
Registriert seit: 25.08.2010
Ort: Düsseldorf
Beiträge: 420
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Moin Edelweiss!
Zitat:
um Wirkung & Nebenwirkung vieler Medis einfach fehlt! Dazu kommt dann häufig noch die "alte" Einstellung, wenn der große Doktore die Pillen verschreibt, dann wird es schon richtig sein!..."der wird das schließlich wissen!" U.a. aus diesem Grund wurden Reduzierungen oder das Absetzen von fraglichen Medikationen häufig von den Mitarbeitern der Heime bei begleiteten Arztbesuchen angesprochen und in die Wege geleitet. Die Erfahrung, dass Bewohner / Klienten nur um der besseren Händelbarkeit sediert werden, konnte ich bisher in der Praxis nicht machen! Sicher wird es diese Fälle auch geben...ebenso wie es den "bösen Betreuer gibt, der regelmäßig die arme Heim-Omi abzockt"!...und da - wie uns allen bekannt ist - (fast) ausschließlich über diese Fälle berichtet wird, behalte ich mir vor, beides weiterhin als Ausnahmen (die es abzuschaffen gilt) zu betrachten! Psychopharmaka und ihre teils äußerst dämpfende Wirkung grundsätzlich zu verfluchen finde ich gänzlich falsch!...auch hier zeigte mir die Erfahrung, dass das Einsetzen dieser Medis das Leben für viele Menschen erst wieder lebenswert machte!...der Punkt hierbei ist aber immer wieder die Überprüfung der Medikation und der Notwendigkeit grundsätzlich!...keinesfalls sollte auf eine solche Überprüfung verzichtet werden, weil "es dem Menschen doch gut geht"! Um noch kurz auf Deinen Besuch bei der Hausärztin zu kommen...vielleicht solltest Du bei Gelegenheit mal bei der Ärztekammer nachfragen, ob das Verhalten, welches diese Dame an den Tag legt, wirklich so in Ordnung ist! ![]() Ich wünsche Dir weiter viel Erfolg bei Deinen Bemühungen! Lieben Gruß, Thorsten
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#8 |
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Gesperrt
Registriert seit: 18.08.2005
Ort: im Baumhaus
Beiträge: 624
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Personal will seine Ruhe haben, weil unterbesetzt.
Angehörige beschäftigen sich zu wenig mit Krankheiten und Medikamenten. Sind arzthörig. Die beliebteste Diagnose, wozu Ärzte in der Psychiatrie tendieren sind, Psychose aus dem schizophrenen Formenkreis und dafür gibts genug Medikamente. Die Pharmaindustrie freut sich, weil dort erst mal angefüttert wird. Eingenwillige Absetzversuche des Patienten wegen starker Nebenwirkungen, werden nicht mit Absetzerscheinungen in Verbindung gebracht, wonach es dann wieder in der Psychiatrie heißt, die Krankheit des Patienten schreitet fort. Jegliches Absetzen von Psychopharmaka hat Nebenwirkungen, wie die einer Psychose oder führen zu einem Suizid. Fehldiagnosen sind in der Psychiatrie an der Tagesordnung. Die Lebenserwartung von Patienten mit ständigen Psychopharmaka verkürzt sich um 15 Jahre. Ausschleichen heißt das Stichwort. Die Psychiatrie ist aber daran nicht interessiert. Es ist ihr Geschäft, ihr Job. Der einzig positive Trend sind die offenen Stationen u.a. mit Beschäftigungstherapien, Kunst, Gesprächstherapie oder Tageskliniken und später Betreutes Wohnen. All das zieht einen Rattenschwanz an Behörden, sozialpsychiatrischen Diensten, Sozialarbeitern, Richtern, Gutachtern, Betreuern, Rechtsanwälten, nach sich. Das Spiel geht von vorne los und nicht umsonst heißt es Drehtürpatienten. m. |
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#9 |
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Gibt einen aus
Registriert seit: 07.06.2010
Ort: Bamberg
Beiträge: 111
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Wenn der Verdacht im Raum steht, dass ein Betreuter falsch diagnostiziert ist, dann sollte man spätestens beim nächsten KKH-Aufenthalt dafür sorgen, dass er in ein anderes KKH kommt, damit die sich die Diagnose nochmals anschauen. Gerade bei solchen Behandlungen halte ich eine zweite Meinung für absolut vertretbar, sicherlich dann, wenn es Zweifel gibt.
Was das Personal angeht - nach meinen Erfahrungen ist das sehr unterschiedlich drauf: Es gibt Häuser, da kommt sofort der Unterbringungsantrag (also Bettgitter, Gurt etc.), weil es die Arbeit erleichtert - und da schauen Gericht und Verfahrenspfleger hoffentlich dann auch genauer hin, und es gibt Einrichtungen, da kommen die Anträge erst dann, wenn es gar nicht anders geht - die sind verantwortlichen Richtern dann auch bekannt. |
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#10 |
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Gesperrt
Registriert seit: 18.08.2005
Ort: im Baumhaus
Beiträge: 624
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Und genau das haben wir nach Jahren erst gemacht. Es wurde eine ganz andere Diagnose festgestellt und die bisherigen Psychopharmaka hätten nicht in dieser Dosis, Zwangsbehandlungen mit Gurt, nicht sein müssen. Eine Klinik, sehr gut auch personell ausgestattet, alles sauber, freundlich, sedierte auf Teufel komm raus.
Ein nicht ganz so ansehnliches Krankenhaus, alter Kasten, dafür supergute Ärzte und Personal, haben die ganze Problematik völlig anders gehandhabt und eine andere Diagnose gestellt. Im Grunde genommen wurde jahrelang ein Leben durch Fehldiagnosen- und Behandlung sowie Gutachten versaut. Die Folgen sind nicht absehbar. Der Patient kam aus der Psychiatrie schlimmer raus, wie rein. Traumatisiert und durch Medikamente, Einfluß auf chemische Vorgänge im Gehirn, mehr gehandicapt. Betreuer sollten sich auch mit einzelnen Krankheitsbildern vertraut machen und zu Differentialdiagnoseuntersuchungen und entsprechenden Therapien raten. Wie eine Zweitmeinung. Einmal für Depp erklärt, dann immer so. m. |
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