Dies ist ein Beitrag zum Thema Betreuung verheimlicht im Unterforum Forum für Angehörige und betreute Menschen , Teil der Offenes Forum gesetzliche Betreuung
Hallo zusammen.
Ich bin neu hier und habe mich angemeldet, weil ich ratlos bin...
Es geht um einen Menschen, den ...
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#1 |
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Ich bin neu hier
Registriert seit: 03.06.2011
Beiträge: 6
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Hallo zusammen.
Ich bin neu hier und habe mich angemeldet, weil ich ratlos bin... ![]() Es geht um einen Menschen, den ich sehr liebe... bereits am Anfang unsere Bekanntschaft hatte ich das Gefühl, dass dort etwas ist, was mir verschwiegen wird. Mit der Zeit häuften sich die Widersprüche und meine Zweifel an der Ehrlichkeit wurden immer größer... Nun musste ich leider herausfinden, dass mein Gefühl nicht trügt... Ich habe herausgefunden, dass die Person aufgrund einer schweren psychischen Störung unter Betreuung steht... und alles ist erfunden und "erlogen". ich weiß nicht, wie er es geschafft hat, das so lange zu verheimlichen bzw. es noch immer zu verheimlichen... Mir tut es so weh und gleichzeitig habe ich solch ein großes Mitleid! Ich weiß einfach nicht, wie ich weiter vorgehen soll. Ich kann ihn nicht einfach darauf ansprechen! Ich weiß nicht, welche Krankheit dahinter steckt... ich habe Angst, dass er sich etwas antun könnte... Ich liebe diese Person wirklich sehr (und auch andersherum), und ich verurteile ihn kein bisschen, zumindest solange nicht, wie ich nicht die Hintergründe kenne. Aber irgendetwas muss ich doch jetzt tun! Nur ich kann ihn nicht direkt ansprechen, weil ich eben zu große Angst habe, dass er sicht ggf. aufgrund der Krankheit gar nicht bewusst über seine Situation ist (Wahn?!?). Ich habe beides: den Namen des Betreuers und auch den Namen des behandelnden Arztes. Ich weiß einfach nicht, ob ich einen der beiden kontaktiere... nur habe ich große Angst, dass diese überreagieren und ihn bestrafen o.ä. Mir ist es nämlich wichtig, dass es zu keinem Eklat kommt. Wenn alles auf dem Tisch liegt, hoffe ich mit der Situation zurecht zu kommen. Ich liebe diesen Menschen. Dass etwas mit ihm nicht stimmt, habe ich schon lange geahnt, deshalb würde ich ihn nicht verurteilen... Habt Ihr einen Ratschlag? Vielleicht eigene Erfahrungen? Ich bin wirklich verzweifelt! Es macht mich so traurig, wenn ich daran denke, wie anstrengend es sein muss, das zu verheimlichen... jetzt wird so vieles klar... das ist so traurig! Vielen lieben Dank im voraus
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#2 |
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Forums-Azubi
Registriert seit: 03.06.2011
Beiträge: 49
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Hallo Bryvo,
ich bin zwar ganz neu im Forum, möchte dir aber trotzdem antworten. Dass du jetzt weißt, dass er unter Betreuung steht zeigt, dass du schon viele Hebel in Bewegung gesetzt hast um herauszufinden was mit dem Menschen los ist. Eine Vertrauensbasis, die ja in einer Liebesbeziehung wichtig ist, existiert demnach nicht. Es ist sinnlos, den Arzt oder Betreuer zu kontaktieren, da sie dir keine Informationen geben dürfen. Das einzige, was du tun kannst, ist mit dem Betroffenen selbst zu sprechen. Es ist durchaus nicht sicher, dass er sich seiner Situation nicht bewußt ist, und dass mit dem Wahn weißt du ja auch erstmal nur aus zweiter Hand. Suche das Gespräch mit ihm und dann erst könnt ihr beide entscheiden, wie es mit euch weitergeht. Alles Gute Hanne Geändert von Hanne (05.06.2011 um 23:15 Uhr) |
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#3 |
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Forums-Azubi
Registriert seit: 31.05.2011
Ort: Niederrhein
Beiträge: 49
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Auch ioch bin neu hier, kann Hanne eigentlich nur ein sehr altes Sprichwort hinzufügen:
Eine Liebe die auf Lügen basiert, wird an der ersten Wahrheit scheitern. Wünsche trotzdem viel Glück.... Andi |
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#4 |
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Forums-Geselle
Registriert seit: 26.09.2009
Ort: NRW
Beiträge: 167
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Hallo Bryvo,
kann mich meinen Vorrednern nur anschchließen. Möchte aber auch noch zu bedenken geben, dass die Einrichtung der Betreuung aus den verschiedensten Gründen stattgefunden haben kann. Zudem kann ich mir durchaus auch vorstellen, dass dies für die Person, die du liebst auch etwas sein kann, dass ihr unangenehm oder peinlich ist - auch wenn Betreuung keine Sache ist, die jemandem peinlich sein müsste, denn schließlich bedeutet dies letztlich, dass jemand Neutrales jemandem als eine Art Berater zur Seite steht. Letztlich müsst ihr beide die Sache besprechen und entscheiden, ob eine ausreichende Vertrauensbasis besteht - deine Anfrage hier lese ich jedoch vielversprechend ![]() Gruß Andreas |
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#5 |
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Ich bin neu hier
Registriert seit: 03.06.2011
Beiträge: 6
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Lieben Dank für die Antworten...
Ich habe schon so oft versucht, mit ihm zu sprechen. Ich habe ihm versichert, dass es für mich kein Problem wäre, wenn er tatsächlich gar kein so tollen Job hat etc. Habe ihm lange Briefe geschrieben, ihn romantisch ausgeführt u.ä. Leider hat er nichts gesagt... sich "nur" bedankt, dass ich für ihn da bin... Es ist halt so, dass er sein Leben, d.h. Bildung, Job, Herkunft sehr detailliert beschreibt und auch lebt. Nur aufgrund meines Berufes bin ich bereits am Anfang skeptisch geworden, weil ich mich in der Branche sehr gut auskenne... ich weiß, es war sehr unmoralisch, meine beruflichen Kompetenzen auszunutzen, um seine Meldedaten zu erfahren, aber mit Gesprächen kam ich nicht weiter... ich hasse mich auch dafür, dass ich das getan habe... Es ist alles viel komplexer als ich hier schreiben möchte. Ich vermute jedoch wirklich, dass er in dieser Welt lebt, da sie zu detailliert ist. Ich weiß auch, dass er sehr starke Phychopharmaka nimmt. Das hatte er mir am Anfang der Beziehung gesagt, denn er Anfälle, die ich auch schon mitbekommen habe... ich kann mit psychischen Krankheiten umgehen. Das weiß er. Er weiß auch, dass ich nicht oberflächlich bin... ich denke daher wirklich, dass er es mir sagen würde, wenn er es könnte... klar, ist es ihm peinlich... aber auch ich sage, dass muss ihm nicht peinlich sein, nicht vor mir! Ich kann mir seine Reaktion ausmalen, wenn ich ihn darauf anspreche... Ich meine, es ist ja nicht nur die Betreuung, sondern auch, dass er den Job nicht hat, von dem er mir jeden Tag detailliert berichtet... Er hat schon einen Suizidversuch hinter sich (vor meiner Zeit). Daher habe ich Angst, dass er sich etwas antun könnte... Es ist so schwer!!! Aber natürlich habt Ihr Recht. Wir müssten das unter uns ausmachen... aber könnte ich nicht wenigstens meine Sorgen seinem Psychiater mitteilen und ihn fragen, für wie stabil er ihn hält? Er ist ja an seine Schweigepflicht gebunden... ich möchte auch nicht, dass er mir etwas erzählt, sondern nur Ratschläge, wie ich damit umgehen kann... Vielen Dank für Eure Antworten! |
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#6 |
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Forums-Azubi
Registriert seit: 31.05.2011
Ort: Niederrhein
Beiträge: 49
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Habe nochmals über das, was Du geschrieben hast, nachgedacht.
Du schreibst, Du liebst den Menschen. Die Frage ist....was liebst Du denn da eigentlich ? Denn das, was Du liebst, ist doch alles ein Konstrukt. Er hat Dir doch nie die Warheit erzählt. Möglicherweise findest Du heraus, dass der Mensch der er eigentlich ist, für Dich gar nicht liebenswert ist. Dass DU nun Angst hast, das alles heraus kommt finde ich umso mehr merkwürdig. Vor allem, dass Du Angst vor einem Eklat hast......er sollte bei so einer Aussprache froh sein, dass Du überhaupt noch da bist.... Die Fakten sind: Du hast Dich in einen Menschen verliebt, den es nicht gibt Der Mensch den es gibt hat mehr Probleme als Dir lieb sein könnte Mitleid ist keine Basis für eine Beziehung Das nur nochmal als Gedanke.... Liebe Grüße Andi |
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#7 |
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Stammgast
Registriert seit: 07.03.2011
Beiträge: 560
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hallo Bryvo,
ich verstehe Deine Angst vor der Kontaktaufnahme zum Betreuer nicht. Wieso soll er seinen Betreuten bestrafen, weil er Dich nicht sofort über ide Existenz der Betreuung aufgeklärt hat . Von der Existenz der Betreuung muß erstmals der wissen, mit dem der Betreuer zu tun hat. Sofern ein/e Betreute/r nicht mit seinem Partner in einer Wohnung zusammenlebt, weiss ich in einigen"Fällen" von der Beziehung, in manchen Personen gibt es auch Kontakt zum anderen Partner. In manchen "Fällen" bin ich froh, daß es jetzt eine nahe Bezugsperson gibt, eher in Ausnahmen finde ich es gerade bei Co-Abhängigen nicht so toll. Und gelegentlich bin ich dann - nach Absprache mit dem/r Klienten /in nur mal der Anwalt für ne bestimmte Angelegenheit. Der Betreuer unterliegt im Gegensatz zum Arzt keiner strafrechtlich unter Strafe gestellten Schweigepflicht. Er kann also durchaus abwägen , welche Informationen er Dir geben kann, darf, soll. Vielleicht besteht das Problem ja auch weniger in der Verheimlichung der Betreuung , als im Umgang des Betreuten mit seiner Erkrankung , die zur Betreuung geführt hat. schöne Grüße fwu |
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#8 |
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Forums-Azubi
Registriert seit: 03.06.2011
Beiträge: 49
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Hallo Bryvo,
nichts ersetzt das persönliche Gespräch zwischen euch. Es ist eine existenzielle Situation für einen Menschen unter Betreuung zu stehen. Wenn also ein solch wichtiges Thema tabuisiert wird, ist an eurer Beziehung nichts dran. Ich finde es nicht in Ordnung ,hinter seinem Rücken alle möglichen Erkundigungen über ihn einzuholen ohne ihm die Gelegenheit zu geben, sich selbst zu erklären. Du entmündigst ihn so und behandelst ihn als jemanden der völlig hilflos ist. Ich habe den Eindruck du hast Angst, dich der Tatsache zu stellen, dass du es mit einem psychisch kranken Menschen zu tun zu habe. Auch mit kranken Menschen kann man eine Liebesbeziehung haben, aber nicht unter diesen Vorzeichen. Grüße Hanne |
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#9 | |
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Stammgast
Registriert seit: 29.12.2010
Ort: OWL
Beiträge: 512
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Zitat:
Für mich macht der Hintergund seiner Lügen den Unterschied - böswillig manipulierende Lügen mir Ziel X, oder auf Grund einer psychischen Erkrankung und somit festen Überzeugung gelebte Lügen und somit doch irgendwie existent ist. Der Spagat im Kopf ist die schwere Kunst dabei, damit aus Liebe nicht Mitleid und Verpflichtung wird. Die beste Lösung ist aber in der Tat die Klärung. Was die verborgenen Probleme und die Komplexität angeht kann ich Dir nur Zustimmen - eine große Herausforderung nicht nur für einen Partner. @ Bryvo Aber was tun - da die Geschichte sehr komplex ist würde ich Dir eine fachliche Beratung empfehlen. Ich finde dies bei solch einer komplexen Problemlage, insbesondere in Beziehungen wichtig. Dort wirst Du Antworten auf Deine Fragen und vermutlich Wege aufzeigt und/oder bestätigt bekommen, um besser mit Deinen Sorgen und Ängsten klar zu kommen. Ansonsten schließe ich mich den Vorednern an. Viele Grüße! Geändert von gonzo (06.06.2011 um 20:55 Uhr) |
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#10 | |
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Ich bin neu hier
Registriert seit: 03.06.2011
Beiträge: 6
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Zitat:
Daher ist es nicht fair zu sagen, dass ich Angst hätte, mich der Tatsache zu stellen. Denn das mache ich gerade. Ansonsten hätte ich gefühllos Schluss gemacht ohne mich nach den Hintergründen der Lebenslüge zu fragen... Die eigenen Ermittlungen waren für mich wirklich die letzte Möglichkeit, da Gespräche mit ihm zu nichts führten... Es hat wirklich große Überwindung gekostet. Ich selbst finde es höchst unmoralisch. Aber was hättest Du getan? Ihn einfach so verlassen? Die Lügen einfach hingenommen? Es ist wirklich komplex und keine oberflächliche Angelegenheit. Ich möchte mich der Tatsache stellen. Daher habe ich hier versucht Hilfe zu finden... @gonzo: vielen, vielen, vielen herzlichen Dank! Genauso wie Du es verstanden hast, ist die Situation...Ich werde den Ratschlag wahrnehmen und professionelle Hilfe suchen. Hast Du eine Idee, an welche Stelle ich mich wenden kann? Viele Grüße! |
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