Dies ist ein Beitrag zum Thema Berufsbetreuer ./. Mutter im Unterforum Forum für Angehörige und betreute Menschen , Teil der Offenes Forum gesetzliche Betreuung
Halllo Ralf,
nix dagegen wenn jemand wirklich Schwierigkeiten im kommunikativen Bereich hat - da würde ich auch zu allem möglichen ...
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Admin
Registriert seit: 22.08.2005
Ort: Darmstadt
Beiträge: 3,905
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Halllo Ralf,
nix dagegen wenn jemand wirklich Schwierigkeiten im kommunikativen Bereich hat - da würde ich auch zu allem möglichen greifen um in Verbindung treten zu können. Aber die vorherige Aufzählung bezog sich auf den "gemeinen und idealen Berufsbetreuer"- zumindest habe ich das so verstanden. Wer seinen Job auf die Art betreiben würde hätte :...deutlich das Ziel verfehlt. Meiner Meinung nach. Zitat:
Gruss Michaela
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#12 |
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Einsteiger
Registriert seit: 27.04.2011
Beiträge: 19
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Hallo Michaela,
aus welcher Berufsrichtung kommst Du ursprünglich ? Vielleicht ist das ja der Schlüssel zum Berufsverständnis. (meine ich nicht negativ, jeder Berufsstand hat sicher seine eigenen Prioritätetn und diese sicher auch ihre Berechtigung) Ich komme aus der sozialen Ecke. Für mich gehört es einfach dazu, dass ich auch "sozialpädagogische" Gespräche führe, da manche Betreuten einfach sonst niemanden haben, dem sie sich anvertrauen können. Außerdem resultieren häufig aus solchen Gesprächen auch Maßnahmen, die einzuleiten sind. Natürlich versuche ich, mich nicht zu sehr einnehmen und vor allem nicht emotional einbínden zu lassen, stehe auch nicht immer und jederzeit zur Verfügung, aber bisher haben das die Betreuten so auch respektiert. Aber was spricht dagegen, wenn man an den Geburtstag der Betreuten denkt ? Manche würden von keiner anderen Seite Glückwünsche erhalten (außer vielleicht von den anderen Heimbewohnern). Ich schreibe denen, die Familie und Freunde haben, eine Karte oder rufe an (oder ich nutze diesen Tag, wenn ohnehin mal wieder ein Besuch anstehen würde). Die "Einsamen" versuche ich, auf jeden Fall an diesem oder einem der darauffolgenden Tage zu besuchen. Für den härtesten Fall unter meinen Betreuten (geschlossene Psychiatrie,gehörlos, suizidal )habe ich mal gebacken (war an diesem Tag ohnehin etwas für unsere Familie im Ofen). Das hat sie sehr berührt und war neben dem Geschenk der Gruppe das einzige persönliche Geschenk an diesem Tag. Das Personal fand es auch klasse und hat sich für sie mitgefreut. Das sind ja nur sehr kleine Aufmerksamkeiten, die mein restliches Umfeld von mir auch immer wieder erfährt. Für unsere Betreuten, die sich oft so wenig wertgeschätzt fühlen müssen, sind das aber vermutlich richtige Lichtblicke und dem Betreuer macht es nicht viel Mühe. |
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#13 |
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Forums-Geselle
Registriert seit: 08.06.2009
Ort: Berlin
Beiträge: 144
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[QUOTE=Ralf-J;53797]
In Rüdigers ersten Beitrag meine ich ein bisschen Ironie mitzulesen. Hallo Ralf, Nein, es ist keine Ironie sondern reale Arbeitsweise des BB. Vielleicht erklären sich nun die Loyalitätskonflikte, die Betreuter hat. Und weil wir, die Familie, den Betreuten nicht in weitere Loyalitätskonflikte bringen wollen, ziehen wir uns zurück, üben ja keine Kritik an BB und Wohnheim und der Betreute hat ab sofort ein erfülltes Leben im Wohnheim. Was braucht er Urlaub mit Familie, wir sind die Fachkräfte, die den Überblick haben und wissen, was für den Betreuten gut ist und tun alles zum Wohle des Betreuten, z. B. Urlaub mit Familie verhindern, keine Fördermaßnahmen, etc. (Das war jetzt ironisch gemeint ! ) Michaela, "Dieser Teil der Beschreibung stellt den blanken Horror dar" ... Kannst Du uns als Familie jetzt etwas besser verstehen ? Eine BB, die zusätzlich gegen die Familie arbeitet ....Es gibt wirklich nur einige wenige BB, die ihre Arbeit anders machen und deswegen schreibe und frage ich hier in diesem Forum. Freue mich auf konstruktive Beiträge Gruß Ruediger |
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#14 | ||||
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Admin
Registriert seit: 22.08.2005
Ort: Darmstadt
Beiträge: 3,905
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Hallo Hirni,
Du schreibst: Zitat:
Freunde sind Freunde und Kunden sind Kunden. Was nicht heisst, dass ich deswegen eine Beißzange bin, ich bin grundsätzlich höflich- zu allen- und freundlich. Zitat:
Wenn meine Kunden wenig Wertschätzung erfahren würden, dann halte ich es für meinen Job dafür zu sorgen dass genau das sich ändert. Aber nicht indem ich persönlich dieses Defizit versuche "aufzufüllen" sondern indem ich z.B. bei Kunden die geringschätziges Verhalten erfahren den Verursacher dafür wieder in die richtige Richtung stelle- mit Nachdruck. Zitat:
Zitat:
Meine Berufsherkunft liegt im sozialen sowie im pädagogischen Bereich und genau deswegen nehme ich es mit der Distanz und Abgrenzung wichtig. Ich möchte nicht das meine Kunden mich für ihren "besten Freund" halten. Das bin ich nicht. Wir mögen uns, abgesehen von wenigen Ausnahmen, es ist Vertrauen da aber ich bin nicht verantwortlich für ihr bisheriges Leben bzw. die bisherige Lebenform. Das war die eigene Entscheidung meiner Kunden die zu respektieren ist und: jede Entscheidung birgt ihre eigenen Konsequenzen in sich. Ich halte es wirklich nicht für nutzbringend diese Tatsache durch " Bespaßung" zu verschleiern oder zu ignorieren. Eine Anmerkung noch: vielleicht liegen die unterschiedlichen Sichtweisen nicht in der Berufsherkunft sondern in der Kundenzuordnung begründet. (Ich habe nur drei im Altenheim und der Rest ist Alk und Droge.) Ausserdem hat ein Jahr nur 52 Wochen, schon daran würde die Sache mit den Geburtstagsbesuchen scheitern. ich muss nämlich zusehen, dass jeder bekommt was ihm zusteht. Gruss Michaela
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#15 |
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Forums-Geselle
Registriert seit: 08.06.2009
Ort: Berlin
Beiträge: 144
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Zitat Michaela: " ...Wenn dies so ist dann ist es meine Aufgaben dafür zu sorgen dass sie zukünftig eine Vertrauensperson haben- aber nicht diese Vertrauensperson zu sein...."
Hallo Michaela, Eine solche Vertrauensperson zu organisieren, bzw. zu veranlassen, darüber denken wir Eltern schon lange nach. Eine VP, die wirklich keine Interessen hat, außer das Wohl des Betreuten mit aller Diskretion über die geführten Gespräche. Konkret gefragt: wie kann m a n eine solche VP organsieren ? Familie darf nicht, Betreuter kann nicht, BB + Wohnheim wollen nicht ... fragt Ruediger |
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#16 |
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Forums-Geselle
Registriert seit: 14.08.2011
Beiträge: 87
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Ist dem ein oder anderen hier der Name Carola von Looz ein Begriff?
Sie ist Betreuungsrichterin beim Amtsgericht Kerpen und hat schon mehrere hervorragende Beiträge zum Thema veröffentlicht. Ein schon älteres Thema von ihr war: „Ich wollte mein Recht und bekam ein Verfahren – Die angemessene Durchführung des Betreuungsverfahrens für Menschen mit geistiger Behinderung“ (Verbandsdienst der Lebenshilfe 4/04) Grüße Ralf-J |
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#17 |
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Stammgast
Registriert seit: 10.09.2010
Ort: Hamburg
Beiträge: 522
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Ich denke, irgendwo dazwischen liegt das Ei des Kolumbus.
Oft genug wird es auf den Kopf gestellt und keiner merkt es. Es ist halt wie mit Flugzeugen, die ankommen - über die redet keiner. Aber wehe, eins (von zigtausenden) fällt runter; dann sind alle Flugzeuge schrecklich gefährlich. Ich sehe dieses Dilemma auch jeden Tag und muß es aushalten. Erst dann, wenn man es aushält, akzeptiert man. Akzeptanz ist die Voraussetzung für Urteile. Und die sind wieder Handlungsmaxime für angestrebte Veränderungen. Manchmal bin ich von einer "Vertrauenswelle" völlig überfordert (meistens merkt es keiner), und dann finde ich oft einen Weg, dem Klienten zu zeigen, daß es seine Herangehensweise ist, die nicht bloß in ihm Vertrauen wachsen läßt, sondern eben auch angemessene Reaktionen erzeugt. Ja, ich weiß, das geht schon in pädagogische Arbeit. Und es macht mir Spaß, und wenn ich meine Zeit mit sowas sinnvoll verbringe, brauche ich auch nicht so oft immer dasselbe nutzlose Zeug zu sagen. Insofern kann ich damit leben, vorübergehend "die" Vertrauensperson zu sein. Dann nämlich, wenn ich dem Vertrauen eines anderen Menschen zeigen kann, wo Raum zum Wachsen ist. Tun muß er das alles dann noch selber, das kann ich ihm nicht abnehmen. Und beim Nichtstun braucht er auch keine Hilfe, das kann er schon alleine.
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Es ist kein Ding an sich weder gut noch schlecht. Unser Denken macht es erst dazu. Theophrastus Bombastus von Hohenheim
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#18 |
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Einsteiger
Registriert seit: 27.04.2011
Beiträge: 19
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Wie man Vertrauenspersonen außerhalb des Heimes "organisiert", das würde mich auch interessieren. Gut, da gibt es Caritas, Diakonie, Beratungsstellen, Heimpersonal etc.
Aber für die ist das eben auch Job und die sind nur begrenzt verfügbar. Außerdem ziehe ich zu Anfang einer Betreuung gerne selbst die Fäden, sonst läuft alles durcheinander, jeder arbeitet an einem anderen Ecke und in der Mitte steht der Betreute, der immer konfuser wird. Also: zu Beginn einer Betreuung Vertrauen schaffen, ist wichtig. Wenn alles läuft und ich sehe, dass es meinem Betreuten gut geht, dann kann und tu ich mich weiter zurückziehen. Aber auch da spricht ja nichts dagegen, einen anfallenden Besuch auf den Geburtstag zu legen und eine Kleinigkeit mitzubringen. Und es gibt einfach Menschen, mit denen gibt sich freiwillig privat keiner gern ab. Da jemanden zu finden, der Besuche macht, sich Zeit nimmt für Gespräche - wie findet man solche Menschen unentgeltlich auf Dauer ? Michaela: kleine Aufmerksamkeiten erfahren bei mir nicht nur Freund und Familie. Mit Umfeld meine ich wirklich alle Menschen, denen ich begegne. Wenig Wertschätzung: auch wie man das und die Ursachen ändern kann, ist mir ein Rätsel. Das geringe Selbstbewusstsein ist ja in der Regel in den Menschen, beruht auf ihrem Selbstverständnis, ist das Produkt vieler Jahre ist (oft ja schon in der Kindheit begründet). Wenn man sich selbst anschaut und sagen muss: ich bin süchtig, ich lebe vom Staat, ich kann mir nichts leisten, ich bin dement und vergesse alles, ich muss mich ritzen, ich steh keinen halben Arbeitstag durch....usw. dann frage ich mich, wie man da ein gutes Selbstwertgefühl entwickeln kann. Ja, Heimbewohner sind auch soziale Gemeinschaften. Aber sie sind nicht selbst gewählt. Zufall.... Da hat Besuch von außerhalb, wie der eines Betreuers, der einfach nur mal so vorbeischaut oder eben an den Geburtstag denkt, eine andere Wertigkeit. Vielleicht sind die verschiedenen Sichtweisen wirklich im Klientel begründet. Ich habe viele psychisch Kranke, einen Ex-ALKi, einen recht fitten Geistig-Behinderten, eine demente Dame, eine völig Überschuldete... |
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