Dies ist ein Beitrag zum Thema Berufsbetreuer ./. Mutter im Unterforum Forum für Angehörige und betreute Menschen , Teil der Offenes Forum gesetzliche Betreuung
Zitat:
Zitat von londonia
Ich würde gerne wissen, welche Erfahrungen Sie mit einer professionellen Betreuung gemacht haben. Ich freue mich ...
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Einsteiger
Registriert seit: 05.06.2011
Ort: Hoch droben im Norden Deutschlands
Beiträge: 18
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Zitat:
es gibt in allen Bereichen "gute" und weniger gute Fachleute. Ein Schubladendenken ist nie so recht angebracht . . . Meine sehr persönliche Erfahrung mit nur einem einzigen Berufsbetreuer, dem ich Auge-in-Auge begegnet bin, ist so enttäuschend, daß ich jetzt die Initiative ergriffen habe und einen Wechsel zu einem Betreuungsverein angeschoben habe. Der nächste Berufsbetreuer hätte aber auch Spitze sein können . . . Die eigenen Anverwandten, und da besonders die Mutter, sind oft das, was man mit "betriebsblind" bezeichnet und klammern oder bemuttern ihren Schützling so stark, daß dieser, einmal diesen Klammern entfleucht, nicht mehr mit dem Leben klar kommt. Da kann ein fremder Betreuer meist mit mehr Offenheit und Objektivität an die Probleme herangehen. Es wäre im Einzelnen zu prüfen, was die Zielrichtung der derzeitigen Betreuerin ist und ob sie ihren Betreuungsauftrag ernst nimmt oder nur Geld verdienen möchte und zu stark auf sein Stundenkontingent schaut. In dem von mir begleiteten Fall ist es vermutlich so, daß der Betreuer mengenmäßig mit der Anzahl der Betreuten oder mit dem Umfang der zu leisteten Betreuungsaufgaben überfordert ist. Er hat einfach nicht die erforderliche Zeit, um sich ausreichend zu kümmern. Dabei darf man nicht verwechseln, was die Aufgaben eines Betreuers und die Aufgaben der Angehörigen sind, sonst werden die Angehörigen schnell als Sand im Getriebe wahrgenommen. Ein Betreuer ist kein Sozialarbeiter, sondern eher ein Manager, der die verwaltungsseitige Kontrolle hat und mit seinen Entscheidungen auch den Einsatz von zusätzlichen Hilfsmöglichkeiten steuert. Das verpflichtet ihn allerdings auch, den persönlichen Kontakt mit seinem Schützling zu pflegen. Ich wünsche dir, daß Du die Antworten, die Du suchst und brauchst, hier in diesem Forum findest. In diesem Sinne, Anton
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"Wir haben alles richtig gemacht . . . und aus unseren Fehlern lernen wir." Geändert von Anton (26.07.2011 um 09:30 Uhr) |
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Forums-Geselle
Registriert seit: 08.06.2009
Ort: Berlin
Beiträge: 144
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Hallo Anton,Dein Thread hier paßt Super zum Thema "Rolle des BB zwischen Institutionen und Familien. Deshalb möchte ich diesen Thread auch nach vorne bringen, damit er nocheinmal wahrgenommen wird. Gruß Ruediger |
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#3 |
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Forums-Geselle
Registriert seit: 14.08.2011
Beiträge: 87
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Im großen und Ganzen kann ich Anton nur zustimmen.
Mein Sohn hatte neben mir als Betreuer ein paar Jahre einen Rechtsanwalt als Zusatzbetreuer. Da mein Sohn als vermögend gilt, sollte der Zusatzbetreuer mit mir einen Pflege/Betreuungsvertrag aushandeln. Irgendwann bekam ich Post vom damals zuständigen Rechtspfleger, der mir nahelegte die Betreuung (gegen den Willen des Betreuten) in professionelle Hände (die des Zusatzbetreuers) zu geben. Es folgte ein 2 Jahre andauernder „Krieg“ zwischen mir auf der einen, und dem Zusatzbetreuer sowie dem Rechtspfleger auf der anderen Seite. Mit den Nachfolgern der beiden komme ich schon seit Jahren blenden klar. Nun zum Unterschied zwischen Berufs- und ehrenamtlichen Betreuern. Das Angehörige von Betreuten (ohne es zu merken) klammern steht wohl außer Frage, und ehrlich gesagt bin ich mir nicht sicher, alles richtig zu machen. Ich mache bestimmt nicht alles richtig! Die Alternative Berufsbetreuer ist aber auch nicht immer zum Wohle des Betreuten. Wenn ich an die Zeit denke, die ich mit - meinen Sohn betreffenden - Schreibkram verbringe, kann ich mir nicht vorstellen, dass ein Berufsbetreuer darüber hinaus noch Zeit und Muße hat, für den Betreuten da zu sein. In nicht wenigen Fällen würde er X Stunden/Monat umsonst arbeiten, weshalb es wohl nicht selten vorkommt, dass Betreute mangels Zeit im Pflegeheim landen. Viele Grüße Ralf-J |
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#4 |
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Stammgast
Registriert seit: 07.03.2011
Beiträge: 560
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sorry Ralf,
aber als Betreuer im Sinne des § 1986 BGB bin ich nicht dazu da, für den Betreuten "Zeit zu haben ", sondern die rechtlichen Angelegenheiten zu regeln, die er nicht mehr auf die Reihe bekommt. Und dieser Grundsatz gilt nunmal auch für Berufsbetreuer. Und die Betreuungsgericht bestellen auch keine Berufsbetreuer, damit diese nicht verhungern und zu über 80 % auf Staatskosten vergütet werden müssen, sondern deswegen, weil sich keine ehrenamtlichen Beteuer finden, oder in seltenen Fällen Inetressenkonflikte auftreten. schöne Grüße fwu |
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#5 | ||
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Einsteiger
Registriert seit: 05.06.2011
Ort: Hoch droben im Norden Deutschlands
Beiträge: 18
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Zitat:
Wenn im Umfang der Betreuung auch der Bereich "Gesundheitssorge" mit eingeschlossen ist, so dürfte die oben genannte Art der Betreuung ein wenig zu kurz greifen. Deshalb rät hier die Hamburger Sozialbehörde in ihrem "Wegweiser Betreuungsrecht": Zitat:
dürfte da kaum akzeptabel sein. Anton
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"Wir haben alles richtig gemacht . . . und aus unseren Fehlern lernen wir." Geändert von Anton (17.08.2011 um 00:09 Uhr) |
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Admin
Registriert seit: 22.08.2005
Ort: Darmstadt
Beiträge: 3,905
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Zitat:
Bei einer Person die sich nicht mehr verständigen kann, kann ich durch Besuche über die Lebensumstände überhaupt nichts erfahren. Dass der Pflegedienst kommt weiss ich weil ich das kontrolliere, dass geputzt und evtl. eingekauft wird ebenso. Ich kann im Abständen vielleicht sehen wie meine Betreute "wirkt" aber tatsächlich etwas erfahren geht nun mal nicht. Ausser über die Doku. Zitat:
Und da gilt dann auch wieder der Satz oben: Ich kann im Abständen vielleicht sehen wie meine Betreute "wirkt" aber tatsächlich etwas erfahren geht nun mal nicht. Ausser über die Infos von Dritten. Gruss Michaela
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diese kommunikation wurde im rahmen der überwachungsgesetze auf ihre kosten dauerhaft gespeichert und wird jederzeit weltweit gegen sie verwendet werden. |
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#7 |
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Forums-Geselle
Registriert seit: 08.06.2009
Ort: Berlin
Beiträge: 144
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Hallo,
ich möchte hier mal eine Lanze für die Erfahrung mit einem BB brechen: Er nimmt sich viel Zeit für seine Betreuten. Er hört seinen Betreuten gut zu Er arbeitet mit dem Wohnheim eng zusammen Gratuliert zum Geburtstag und bringt kleines Geschenk mit Geht mehrmals im Jahr mit mehreren Betreuten Essen (vom Geld der Betreuten); hat sogar einen Kosenamen für ihn. Ist auf jeder großen Festveranstaltung dabei. Das alles ist doch fast ideal, oder ? Wo liegt das Manko ? Immer dann, wenn der Betreuer sich mit Wohnheim verbündet - gegen das Elternhaus. Dem Betreuten gegenüber das Elternhaus negativ darstellt. Daraus entwickeln sich Loyalitätskonflikte beim Betreuten. Der Ehrenkodex und Art 6 GG verbieten es, dass Profis das Elternhaus negativ darstellen. Hier wäre Zurückhaltung seitens der Profis geboten, meine ich. Betreuter liebt sein Zuhause - bei den Eltern und will eigentlich nur 1-2 Mal im Monat WochenEnde verbringen und etwas Ferien. Sonst gliedert sich Betreuter gut im Wohnheim und Werkstatt ein und Elternhaus hält sich aus dem Tagesgeschäft weitestgehend raus. Wäre doch alles in Butter, oder ? Ruediger |
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#8 |
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Forums-Geselle
Registriert seit: 08.06.2009
Ort: Berlin
Beiträge: 144
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Nachtrag:
Die Betreuten, die im Wohnheim leben, gliedern sich u. a. auf in Betreute mit Elternhaus (das sich kümmert) Betreute ohne Elternhaus (das sich nicht oder selten meldet). Betreute mit Elternhaus - Wohnheim - BB ist ein klassischer Konflikt ! ... der sich nicht nur dadurch lösen läßt, in dem man das Elternhaus an die Seite drängt und ... das Elternhaus dauernd gegen das Wohnheim/BB schimpft. Junge Erwachsene im Wohnheim sollen ihren Weg gehen, keine Frage. Eltern spielen dabei immer ein Rolle, denn das ist der Lauf der Welt .... Familie ist und bleibt die Keimzelle. Wenn alle zusammenarbeiten, das wäre doch ideal, oder ? Gruß Ruediger |
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#9 | |
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Admin
Registriert seit: 22.08.2005
Ort: Darmstadt
Beiträge: 3,905
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Zitat:
Wo bleibt die hier? Gruss Michaela
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#10 |
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Forums-Geselle
Registriert seit: 14.08.2011
Beiträge: 87
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Sollte man sich nicht gerade für die mehr Zeit nehmen, die sich nicht mitteilen können Michaela?
Zum Glück kann sich mein Sohn noch sehr gut unterhalten, weshalb …… aber das ist ja ein anderes Thema. In Rüdigers ersten Beitrag meine ich ein bisschen Ironie mitzulesen. Aber wie schon in meinem ersten Beitrag erwähnt sind berufliche Fachkräfte (ob nun Ärzte, Pfleger, Betreuer, Anwälte, Rechtspfleger, Berater für Heimunterbringung etc.) nicht selten der Meinung, das pflegende/betreuende Angehörige von nichts wirklich eine Ahnung haben. Da unterhält man sich doch lieber von Fachkraft zu Fachkraft. In Wirklichkeit sind pflegende Angehörige Manager, Pfleger, Gesundheitsberater und Anwalt in einer Person … quasi die einzigen mit Überblick. Wenn Berufsbetreuer nur für rechtliche Angelegenheiten zuständig sind, das oft ständig wechselnde Pflegepersonal für die Pflege und die Putzfrau für die Sauberkeit, frag ich mich wer das alles managt. Wer trifft zeitnahe Entscheidungen … wer darf es überhaupt? |
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