Dies ist ein Beitrag zum Thema Betreuung beenden ohne den Betreuer zu verletzen im Unterforum Forum für Angehörige und betreute Menschen , Teil der Offenes Forum gesetzliche Betreuung
Bei aller positiver (Selbst)darstellung von Dir Naschkatze:
Zitat:
Es gibt auch mit korrekt handelnden Betreuern zwangsläufig immer mal Konflikte und ...
|
|||||||
| Registrieren | Hilfe | Benutzerliste | Kalender | Suchen | Heutige Beiträge | Alle Foren als gelesen markieren |
|
|
#41 | ||||
|
Admin
Registriert seit: 22.08.2005
Ort: Darmstadt
Beiträge: 3,913
|
Bei aller positiver (Selbst)darstellung von Dir Naschkatze:
Zitat:
Zitat:
Zitat:
Zitat:
Das sind alleine deine Erfahrungen die Du hier lustig verallgemeinerst. Besser wäre es vielleicht etwas selbstkritischer zu sein und nicht alles dem Betreuer anzulasten was man nicht auf die Reihe kriegt- wenn man denn wirklich die Betreuung nicht braucht. Gruss Michaela
__________________
diese kommunikation wurde im rahmen der überwachungsgesetze auf ihre kosten dauerhaft gespeichert und wird jederzeit weltweit gegen sie verwendet werden. |
||||
|
|
|
|
#42 |
|
Forums-Azubi
Registriert seit: 12.09.2010
Beiträge: 44
|
Was genau bekomme ich nicht auf die Reihe, michaela?
Die Betreuung aufzuheben? Ich kenne das Betreuungsrecht inzwischen (ich muss ja den Betreuer kontrollieren) und sehe nirgendwo die Aufgabe für die Betreuten, ihre Betreuung aufheben zu lassen, wenn sie überflüssig geworden ist. Da steht aber klar und deutlich, dass Betreuer dies zu tun haben! Natürlich wäre es sinnvoll, das ganze mal mit dem Betreuten durchzusprechen und vor allem einen Betreuungsplan! zu erstellen. Nichts dergleichen tut mein Betreuer. Ich bat mehrmals um mehr Eigenverantwortlichkeit, auch um Aufhebung der Aufgabenkreise, die ich einfach seit zwei Jahren selbständig mache (Verwaltung meines Girokontos), darauf wird nicht einmal reagiert. Als ich ihn nach einem Zeitplan fragte, weil wir nur die lockere Abmachung haben, ich solle alles selbst machen, weil ich ja wieder selbständig werden möchte (er wirft mir Postsachen, die an ihn gehen in den Briefkasten - ich kümmere mich dann entsprechend darum) gab er mir Auskunft, wann die Betreuung offiziell endet/erneut überprüft wird. Kein Hinweis darauf, dass sie dann beendet wird, wenn ich alles selbständig erledige bzw mir dazu selbständig Hilfe organisiere. Genau das tue ich seit einer ganzen Weile! Er macht nichts mehr, außer meine Post zu kontrollieren und sie irgendwann in meinen Kasten zur weiteren Bearbeitung zu werfen. Ich mache fast alles - er behält aber dennoch weiterhin sämtliche Kompetenzen. Auch solche, die mich ganz klar in meiner Eigenverantwortlichkeit behindern. Ich kann ohne Kontoauszüge mein Konto schlecht verwalten, ich kann ohne Telefonrechnung meine Telefonrechnung schlecht prüfen - beides gibt es von ihm irgendwann in Kopie. Will ich Geld abheben, muss ich jedesmal an der Kasse nach meinem Kontostand fragen. Ich habe ihn mehrfach darauf hingewiesen, dass ich so nicht effizient arbeiten und reagieren kann und mich das auch in einer künstlichen Abhängigkeit hält. Das stört ihn nicht. Er hatte nie vor, die Betreuung dann aufzuheben, wenn ich meine Dinge erledige (das tue ich ja bereits seit einem Jahr!), sondern sie bis zum Ende laufen zu lassen. Du willst nicht einsehen, dass Betreuer Missbrauch mit ihren Kompetenzen betreiben, ihnen nur sehr schwer beizukommen ist - wenn man nicht sofort den Beschwerdeweg übers Gericht gehen möchte sondern erstmal versucht, sich gegenüber dem Betreuer durchzusetzen. Inzwischen weiß ich, dass das MEIN grundlegender Fehler war. Aber es ist auch nicht Aufgabe eines Betreuten, mit dem Gericht über die Kompetenzen und Aufgaben des Betreuers zu verhandeln, sondern mit dem Betreuer. Eigentlich sollte er das von selbst sehen... und entsprechend handeln, ohne dass die Betreuten ihn auf seine Pflichten hinweisen müssen. Ich habe oft mehr Eigenständigkeit gefordert, die er mir auch teilweise zugestand, allerdings behielt er gleichzeitig sämtliche Kompetenzen (meine Post geht weiterhin an ihn - wie soll ich so zeitnah reagieren, Telefonrechnungen prüfen etc und überhaupt verantwortungsvoll mit meiner Post umgehen, wenn ich sie gar nicht erst erhalte!?) Er hält mich klein, so empfinde ich das. Mein einziger Fehler war, dies viel zu lange durchgehen zu lassen und nicht längst selbständig um Aufhebung bestimmter Arbeitskreise bzw der ganzen Betreuung zu bitten. Und dem Gericht/Rechtspfleger Meldung zu machen, wie der Betreuer arbeitet. DAS wäre aber Aufgabe des Betreuers! Diskussionen mit dir machen wenig Sinn. Und ehrlich gesagt erinnert mich diese Uneinsicht und Sturheit ein wenig an meinen Betreuer. Ich sehe auch, wie du versuchst, mich abzuwerten ("Selbstdarstellung"), das zeigt mir schon wieder das übliche Machtgehabe. Mit Betreuten, die selbstbewusste Persönlichkeiten sind, wissen was sie wollen und euch Grenzen setzen, könnt ihr wohl nicht so viel anfangen. ![]() Habt ihr es doch sonst auch nur mit kranken und schwachen Menschen zu tun, die sich leicht händeln lassen. Geändert von Naschkatze (06.02.2012 um 06:50 Uhr) |
|
|
|
|
#43 | ||||||
|
Admin
Registriert seit: 22.08.2005
Ort: Darmstadt
Beiträge: 3,913
|
Guten morgen Naschkatze,
Du schreibst: Zitat:
Zitat:
Der/die Betreuerin äussert sich hier nicht über seine Gründe etwas zu lassen oder zu tun kann also nur spekuliert werden. Ich wüsste nun auch wirklich keinen Grund warum sich ein einzelner Betreuer an einem Fall festklammern sollte. (Abgesehen von dem hier geschilderten Fall aus den genannten persönlich- dubiosen Gründen.) Wenn Du mehrere Beiträge lesen würdest dann hättest Du schon gelesen dass nicht nur ich sondern andere Kollegen zwar keinen Betreuungsplan, aber eine regelmässige Zielplanung mit ihren Kunden festlegen. Passt das nicht ins Schema? Betreuung funktioniert nicht von unten nach oben sondern nur auf einer gemeinsamen Ebene. Welche das ist und wie sich das gestaltet können nur die beiden Beteiligten miteinander klären. Da ist es wahrlich nicht hilfreich wenn sich einer auf Positionen zurückzieht sich via dem Amt des Gegenüber als der von "unten" darzustellen. Zitat:
Es fällt aber auf, dass Du schon mehrfach, auch von anderen gebeten wurdest nicht ständig deine Erfahrung zu verallgemeinern. Geändert hat sich daran nichts.Zitat:
Du stellst Dich hier als selbstständige, selbstbewusste Frau dar die weiss was sie will und die eine Betreuung nicht (mehr) braucht, bzw. nie gebraucht hätte. Dann beendige diese und hör auf zu verallgemeinern und per se "Betreuern" Vorwürfe zu machen sie würden dies und das nicht erledigen, sie hätten kein Einfühlungsvermögen, kein Verständnis für die Nöte der Klienten, keine Ahnung vom Job und seien zudem noch machtbesessen. Hier lese ich erhebliche Widersprüche. Zitat:
Zitat:
Gruss Michaela
__________________
diese kommunikation wurde im rahmen der überwachungsgesetze auf ihre kosten dauerhaft gespeichert und wird jederzeit weltweit gegen sie verwendet werden. |
||||||
|
|
|
|
#44 | |
|
Admin/Dipl. Sozialarbeiter / Berufsbetreuer
Registriert seit: 15.01.2009
Ort: Hessen
Beiträge: 1,157
|
Zitat:
das ganze ist doch recht einfach. Wenn du der Meinung bist das die Betreuung nichtmehr im bisherigen Umfang notwendig ist dann stellst du einen entsprechenden Antrag an das Betreuungsgericht. Der Richter wird hierzu den Betreuer zu einer Stellungnahme auffordern und daraufhin eine Entscheidung treffen. Das wäre allemal besser als ein sinnloses Rumgezackere mit dem Betreuer, welcher die Aufgabenkreise eben nicht selber einschränken kann. Gruß, Andreas
__________________
Die Nutzung der Suchfunktion verursacht weder kurz- noch langfristige Schäden , führt aber oft zu Erhöhung des Wissensstandes.
|
|
|
|
|
|
#45 |
|
Forums-Azubi
Registriert seit: 12.09.2010
Beiträge: 44
|
Es zieht sich aber, und solange habe ich diesen Berufsbetreuer noch an der Backe!
Er erhält weiterhin meine Post (kotz), meine Kontoauszüge und ist für mich ein Daueraufreger. Rumgezacke mit dem Beteuer gibts nicht, da ich mit ihm jeglichen persönlichen Kontakt ablehne. Ich gehe geradlinig meinen Weg und der Betreuer stört. Weg damit. *Geduldsfadenverstärker* |
|
|
|
|
#46 |
|
Ich bin neu hier
Registriert seit: 16.02.2012
Ort: Wolfratshausen
Beiträge: 8
|
Hallo zusammen.
Ich bin neu in diesem Forum, aber seit 12 Jahren Berufsbetreuer. Offenbar jedoch ein trotz Berufserfahrung recht naives Exemplar - Zustände wie in diesem Thread beschrieben kenne ich nur aus der Boulevard-Presse. Klar erlebe ich Situationen massiver Differenzen mit dem Betreuten, aber es ist doch der explizite Job des Betreuers, dem Willen des Betreuten möglichst weit zu entsprechen, solange dieser sich oder andere nicht schädigt. Was mich richtig ängstigt, ist die offenkundige kafkaeske Angst der hier postenden Betroffenen wie Michelle, ihre Betreuung nicht wieder loszuwerden und einem "Monster von Betreuer" hilflos ausgeliefert zu sein. Macht ihr wirklich die Erfahrungen, daß man aufgrund des Stigmas Betreuung weder von Richtern noch von Sachverständigen ernst genommen wird? Dann lebe ich hier, südlich von München, auf einer Insel der Seligen! Ich kenne keinen Fall, in dem ein Betreuer sich wie von Michelle geschildert verhalten würde. Käme es zu einem solchen, würden ich oder jeder Kollege, der davon erfährt, den entsprechenden Betreuer melden oder anzeigen - das, was Michelle geschildert hat, stellt eine Straftat dar. Kein Richter, den ich kenne, würde über eine solche Schilderung einfach hinweggehen, kein Betreuer, der sich so aufführt, im Amt bleiben. Insel der Seligen, offenbar... Ich führe derzeit 25 Betreuungen, meine persönliche Obergrenze. Und ich freue mich tatsächlich über jeden, der letztlich meine Hilfe nicht mehr braucht. Vielleicht, werte Naschkatze, stimmt Dich das milder in Deinem harschen Urteil über unsere Zunft. Aber nachdem Du ja ganz konkrete Anliegen an Deinen Betreuer hast, fordere ihn doch auf, bei der Bank Auszugsduplikate und bei der Telekom Rechnungsduplikate an Dich schicken zu lassen. Beide Institutionen machen das. Oder veranlasse das selber: solange kein Einwilligungsvorbehalt vorliegt, ist der Betreuer eh nur Co-Moderator bei Deinen Finanzgeschäften. Gruß Mousen |
|
|
|
|
#47 | |
|
Forums-Geselle
Registriert seit: 01.12.2011
Beiträge: 100
|
Zitat:
) kann ich bestätigen, dass zumindest mein Freund nicht ernst genommen wurde, dass seine klar geäußerten Wünsche nicht respektiert wurden und dass er nicht mal annähernd zufriedenstellend informiert wurde (klick). Und das ganz ohne "Monster von Betreuer", sondern mit einer formal korrekt arbeitenden Betreuerin, der es "nur" an Empathie und vermutlich auch Zeit mangelte. Gerade das "Normale" (= nicht offensichtlich Unethische oder Rechtswidrige) an unserer Situation fand ich persönlich schockierend, weil ohne krasses Fehlverhalten der Betreuerin anscheinend niemand nachvollziehen konnte, wieso mein Freund sich nicht unterstützt, sondern entmündigt und letzten Endes in seinen Selbstbestimmungsrechten bedroht sah - zumal der Eindruck, dass er selbst als Allerletzter über ein Ende der Betreuung zu befinden hätte, durchaus von der Betreuerin unterstützt wurde. Es war eine subtile, vielleicht unbeabsichtigte und z.T. systemimmanente Unterdrückung, gegen die man sich sehr schwer zur Wehr setzen kann.Der "Vorteil" bei Michelles Betreuer ist immerhin, dass jeder Außenstehende, der von dem Verhalten Wind bekommt, es sofort und unzweifelhaft als indiskutabel einschätzt und Michelle damit den Rücken stärkt. Lieben Gruß, Janina Geändert von Janina (17.02.2012 um 13:51 Uhr) |
|
|
|
|
|
#48 | |
|
Forums-Azubi
Registriert seit: 12.09.2010
Beiträge: 44
|
@ Mousen
danke für deine Tipps bezüglich Duplikate. Sollte natürlich keine zusätzlichen Kosten verursachen - da bin ich mir bei der Bank nicht sicher? Die behaupten, sie geben Kontoauszüge nur an eine Seite heraus; wir sollen uns einigen, wer sie bekommt, Betreuer oder ich. Von der Duplikatmöglichkeit war da leider keine Rede. Ich verstehe ohnehin nicht, weshalb der Betreuer sich nicht einfach online-Umsatzauszüge druckt und mir die Originale überlässt. Was ich in Kopie bekomme, ist keine Kopie eines regulären Kontoauszuges sondern eben so ein Umsatzausdruck. Ja, ich habe etliche Forderungen gestellt: leider auf das meiste nicht einmal eine Reaktion erhalten. Aus mehreren Gründen habe ich das alles schriftlich gemacht. Gespräche verlaufen erfahrungsgemäß nicht lösungsorientiert - ich habe außerdem nichts in der Hand, worüber gesprochen und was evtl versprochen wird. Nebenbei formuliere ich für mich Aufgaben und Ziele und habe diese schwarz auf weiß vor mir, was nach der ganzen Ziellosigkeit und Planlosigkeit der Betreuung wichtig für mich ist. Meine ambulante Hilfe setzte mich unter Druck, mit dem Betreuer zu reden, ich möchte das nicht und auch nicht darüber diskutieren. War für mich eine gute Übung, meine Interessen gegen äußere Widerstände durchzusetzen ![]() So langsam raubt mir der Kampf gegen die Betreuung aber ziemlich viel Energie. Da muss ein Ende her. Zitat:
Nein, es ist kein Gefühl, es ist ein Fakt. Michelle wird unterstützt (was auch richtig ist!), Janina und ich werden angegriffen und quasi als Lügner und paranoid hingestellt. Begründet man seine Meinung dann, kommt von den Betreuern hier nix mehr. Das macht einen so verdammt ohnmächtig und hilfslos, da man nichts konkretes an der Hand hat. Ich kann es auch absolut nicht begreifen, wenn der Betreuer sieht, die Betreuung endet eh bald offiziell, der Betreute macht inzwischen alles selbst und möchte die Betreuung nicht mehr - weshalb schlägt der Betreuer an diesem Punkt nicht von sich aus vor, die Betreuung aufzuheben? Ja, und auch ich habe das Gefühl, der Betreuer hatte von Anfang an vor, die vollen zwei Jahre durchzuziehen, unabhängig von meiner Entwicklung. Es sind die Kleinigkeiten, die mich inzwischen regelrecht zur Weißglut bringen... wie meine Post öffnen, Originale von Formularen zu behalten und mir eine Kopie zu schicken, die ich dann selbständig ausfüllen und abgeben soll. Welcher normale Mensch fühlt sich bei sowas nicht bevormundet und respektlos behandelt? Inzwischen artet das ganze zu einem Machtkampf aus. Wenn der Betreuer mich doch mal erwischen sollte und meine Bargeldabhebungen quittiert haben möchte um sie dem Rechtspfleger vorzulegen, werde ich ihn genauso auflaufen lassen wie er mich. Ich verabscheue das, so sollte eine Betreuung einfach nicht aussehen. Auf keine meiner mails hat er reagiert - allein dadurch hat er sich vollkommen als Berufsbetreuer disqualifiziert. Mit solchen Konflikten sollte er umgehen können. Das Verhältnis zu meinen Eltern hat sich durch die Betreuung verschlechtert, weil ich jede Woche mindestens einmal das leidige Thema Betreuung auf dem Speiseplan habe und mich jedesmal tierisch über was neues aufrege (oder was altes). Gerade meine Eltern sollten sich aus meinen Problemen rausziehen, deshalb habe ich mich ja auch nicht von ihnen betreuen lassen. Zum Glück habe ich eine supertolle Freundin, die mich sehr unterstützt und mir Rückmeldungen gibt, wenn ich mal ins Zweifeln komme. Super, Janina, dass ihr das durch habt! Ich freu mich für euch... und das macht mir Mut durchzuhalten
Geändert von Naschkatze (17.02.2012 um 23:00 Uhr) |
|
|
|
|
|
#49 |
|
Forums-Azubi
Registriert seit: 12.09.2010
Beiträge: 44
|
Ich möchte mich übrigens bei Michelle und Janina entschuldigen, ihre Themen für meine Anliegen benutzt zu haben.....
Ich möchte abschließend noch was zum "Stigma Betreuung" sagen. Man wird grundsätzlich nicht ernstgenommen, weder vom Vermieter noch vom Stromanbieter, sobald diese etwas von der Betreuung erfahren. Teilweise reden die noch nicht mal mit einem, sondern verweisen gleich darauf, dass der Betreuer ihr Ansprechpartner ist. Inzwischen habe ich mir ein sehr dickes Fell und einen scharfen Ton zugelegt. Meist kommt dann die Reaktion, dass das Gegenüber sich fragt, wozu man überhaupt einen Betreuer braucht, wenn man sich offenbar auszudrücken und durchzusetzen weiß. Das passierte mir letzte Woche bei einem Telefonat, als ich das Original (das mein Betreuer einbehielt) nochmals anfordern wollte, diesmal direkt an meine Adresse. Spätestens an diesem Punkt wird für mich klar, dass die Kosten/Nutzen-Analyse längst eindeutig ausfällt. Wenn ich mal durch den Betreuer schneller einen Termin bekomme, wiegt es nicht ansatzweise die Nachteile auf, die ich als Mensch durch die Betreuung erleide. Ich bezahle in einer harten Währung - mit meinem Selbstwertgefühl. Im übrigen hat auch ein Betreuter das Recht, sich selbstschädigend zu verhalten, so wie jeder andere Mensch auch. Sonst müsste man ja 95% der Bevölkerung unter Betreuung stellen. Ich betreibe sehr intensiv Aufklärungsarbeit in meinem Bekanntenkreis, sich unbedingt um Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten zu kümmern. Das ist harte Arbeit - nicht mal meine Eltern, die ja hautnah miterleben, was die Betreuung durch eine fremde Person konkret im Alltag bedeutet, nehmen das Thema genügend ernst. Das kann man wohl nur ermessen, wenn man das selbst "durchmacht". Es gibt in meinem weitläufigeren Bekanntenkreis zwei Leute, die ebenfalls berufsbetreut werden. Die meckern überhaupt nicht, sind allerdings dauerdepressiv und haben ein sehr gering ausgeprägtes Selbstbewusstsein. Was die jeweiligen Betreuer alles machen, wissen sie gar nicht genau und wollen es auch nicht wissen. Die gehören im Grunde in medizinische Behandlung. Die Betreuer sorgen dafür, dass das dysfunktionale System erhalten bleibt. Leidensdruck entsteht nur sehr gering, entsprechend sind die beiden Leute auch nicht in Therapie oder überhaupt in irgend einer Behandlung. Sie wurschteln sich so halbwegs durchs Leben, ohne wirklich zu leben. Ganz traurig finde ich das, ist aber andererseits nicht mein Problem. Sind ja erwachsene Menschen, die Verantwortung für ihr Leben tragen. Ich habe bisher noch keinen Fall kennengelernt, in dem mir eine Betreuung wirklich sinnvoll erschien, weil alle anderen Möglichkeiten das Leben wieder lebenswert zu machen gescheitert sind. Sicher gibt es die häufiger bei Heim"insassen", die dement sind oder ähnliches... bei jungen Menschen sollte diese gesetzliche Betreuung immer das allerletzte Mittel sein. Ich konnte damals gar nicht so schnell gucken wie die Betreuung eingerichtet wurde - über andere Möglichkeiten mir zu helfen wurde nicht mal vom Sozialarbeiter des Krankenhauses gesprochen. Ist man einmal in dem Trott drin und verfügt über keinen ausgeprägten Hang zur Selbstbestimmung, stehen die Chancen gut, dass man aus dem Trott allein nie wieder heraus findet. Und Betreuer sind erfahrungsgemäß keine Hilfe, andere Hilfen zu suchen oder sein selbstbestimmtes Leben zurückzuerobern. Mag es Zeitmangel sein oder finanzielle Interessen oder Bequemlichkeit: es kann Menschen in eine beschissene Lage der Abhängigkeit bringen und sie darin halten. Geändert von Naschkatze (18.02.2012 um 00:34 Uhr) |
|
|
|
|
#50 |
|
Admin
Registriert seit: 22.08.2005
Ort: Darmstadt
Beiträge: 3,913
|
So, nachdem sich Naschkatze nochmals den Frust von der Seele geschrieben hat, natürlich ohne auf die Beiträge von andern einzugehen, machen wir das Ding hier jetzt mal zu.
Das wirkt ja schon wie das Hamsterrad des Forums....und ist vom Ursprungsthread meilenweit entfernt. Gruss Michaela
__________________
diese kommunikation wurde im rahmen der überwachungsgesetze auf ihre kosten dauerhaft gespeichert und wird jederzeit weltweit gegen sie verwendet werden. |
|
|
![]() |
| Lesezeichen |
| Themen-Optionen | |
| Ansicht | |
|
|