Dies ist ein Beitrag zum Thema Die Geister, die ich rief - wie wird man sie wieder los? im Unterforum Forum für Angehörige und betreute Menschen , Teil der Offenes Forum gesetzliche Betreuung
Zitat:
Zitat von Janina
Das empfinde mittlerweile sogar ich ganz anders... Also Menschen sind es schon, aber welche, die praktizieren, ...
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#31 | |
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Forums-Azubi
Registriert seit: 12.09.2010
Beiträge: 44
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Zitat:
die umständlich wurstelnde Behörde und dass ihr euch zu zweit unter erschwerten Bedingungen (Zwangserkrankung, du nicht vor Ort) damit auseinandersetzen müsst. Dazu noch die mangelnden Kommunikationsmittel der Betreuerin. Was ist das denn für eine Kanzlei!? Da ist mein Betreuer ja ein leuchtendes Vorbild - er fand es gleich toll, dass ich mit Telefon, internet und Fax ausgerüstet bin. Da ich eine Weile die Post zur Betreuerin umleiten ließ, weiß ich, dass dann trotzdem noch alle möglichen (und oft die blödesten) Briefe bei mir landeten wegen der Postdienste. Du wolltest im Grunde genau das gleiche von der Betreuung wie ich. Dass die Betreuung die Aufgaben so übernimmt, wie du es bis dahin erledigt hattest. ich wollte so einbezogen werden, wie ich es vom Helfer vor der Betreuung kannte. Das war blauäugig. Gäbe es die Möglichkeit, dass dein Freund in deine Nähe zieht? Dann bliebe aber noch das Problem, dass du eigentlich nicht mehr die ganze Verantwortung mit diesem Behördenkram tragen möchtest. Eine ambulante Betreuung wie ich sie zusätzlich habe, bringt ja in der Postsache auch nicht viel, wenn die Wohnung tabu ist. Vielleicht gäbe es eine Möglichkeit, irgendwo einen Raum zu finden, wo einfach die Post hingebracht und gesichtet wird. Von deinem Freund. Die müsste dann natürlich auch dort bleiben und bearbeitet werden können. Am besten wäre, er hätte außerhalb seiner Wohnung ein kleines "Büro". Ist schon klar, dass das finanziell kritisch wird. Aber wenn ansonsten auf Ansprüche verzichtet wird? Wie regelt dein Freund eigentlich Einkäufe, die müssen doch auch in die Wohnung? Kühlschrank? |
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#32 | ||
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Forums-Geselle
Registriert seit: 01.12.2011
Beiträge: 100
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![]() Ich denke, wir hatten - ohne es zu wissen - die bestmögliche Regelung. Und da übernehme ich den Behördenkram gerne wieder, denn die Betreuung verursacht auch mir mehr Stress und Aufwand. Ich kriege die psychische Belastung ab, mache mir selbst Vorwürfe, meinem Freund zur Betreuung geraten zu haben, und recherchiere, was die Betreuerin kann/darf/soll und wie man die Betreuung einschränkt oder ganz los wird. Dagegen haben wir der GruSi gegenüber schon so ziemlich alles durch, darauf kann ich aufbauen. Um es vorwegzunehmen: Als die Betreuung beantragt wurde, waren weder mein Erfahrungsschatz, noch mein diesbezügliches Selbstvertrauen so ausgeprägt, wie sie es heute sind. Zitat:
Es gibt viele Menschen, die zwanghafte Marotten haben, das macht noch keine Zwangsstörung - bei dir auch nicht. Für die Diagnose braucht's erhebliches subjektives Leiden und mindestens eine Stunde, die man pro Tag mit Zwängen beschäftigt ist. Aber du hast Recht, der Anfang ist schleichend. Wenn du also solche Ansätze bei dir feststellst, solltest du sie mit Nachdruck bekämpfen. Zwangsstörungen sind extrem hartnäckig, daher wehre den Anfängen. Lieben Gruß, Janina |
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#33 |
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Forums-Azubi
Registriert seit: 12.09.2010
Beiträge: 44
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Einen ähnlichen Gedanken hatte ich auch
![]() Ist ja nicht schlimm, wenn sich ein Weg beim Gehen mal als unbrauchbar oder Sackgasse erweist. Leider scheint es ein längeres und schwieriges Unterfangen, die Falschentscheidung zu korrigieren, sitzt man erst mal in der Sackgasse. Aber jetzt wird mal positiv gedacht! Wir beide haben gute Voraussetzungen, mit unserer Intelligenz und Fähigkeiten und auch der gewonnenen Selbstsicherheit unser Ziel zu erreichen. Ich schreibe das jetzt nicht zur Selbstberieselung; ich sehe einfach, wie gut wir erkennen, was uns ausbremst und wie eine bessere Strategie für uns aussehen könnte. Nun muss nur noch das Betreuungsgericht davon überzeugt werden. Die Frage ist, inwieweit man verlauten lassen sollte, dass man ein bereits bewährtes "Eigenmanangement" wieder herstellen möchte, weil bei dir ja die Aussage, die Kriterien für eine Betreuung würden nicht mehr zutreffen, nicht so recht greift. Weshalb schlägst du dich nicht einfach gleich selbst als geeigneten Betreuer vor? Soweit ich das Betreuungsrecht verstanden habe, geht Ehrenamt vor Berufsbetreuer. Ich fand beim Recherchieren Musterbriefe, dort gab es auch einen für genau so einen Fall. Kurz und knackig formuliert. Wenn du möchtest, schicke ich dir den link per PN. --- Nein, für Pillepalle halte ich die Krankheit deines Freundes in keinem Moment! Schon beim ersten Lesen wurde mir mulmig. Als ich schrieb, dass ja viele solche "vom-Draußen-säubern"-Marotten haben, dachte ich überhaupt nicht an deinen Freund (bei ihm sind es ja auch längst keine "Marotten" mehr) sondern wollte eher eine Rückversicherung für mich, dass bei mir noch alles im grünen Bereich ist. Neulich ertappte ich mich dabei, dass ich (beim Putzen!) keine Lust auf den Besuch einer Freundin habe und ihr am liebsten absagen würde. Da sie mir eigentlich gut tut und wir zusammen auch was erledigen wollten, habe ich mal hinterfragt, ob ich keine Lust auf den Besuch habe, weil mir das nicht guttun würde (das wäre ein Grund abzusagen) oder weil sie meine Ordnung durcheinanderbringt. Solche Gedanken haben sicher viele mal.... *g* aber ich dachte da nicht allgemein an die Ordnung, sondern ans Putzen, dass ich dadurch wieder zusätzlich hätte. Vorher und nachher. Da muss man glaube ich schon aufpassen. Ich hatte mich neulich (bevor ich dich hier kannte) auch mal plötzlich bei der Recherche zu Zwangshandlungen wiedergefunden.... dort wurde eben auch gesagt, sobald man anfängt, Besuch zu vermeiden, geht es langsam in den gelbgrünen Bereich. Ich vermeide ihn zwar noch nicht, denke aber schon mal drüber nach (allerdings waren es vorerst nur kurze Gedanken, die wieder verschwanden). Ich sehe auch, wie sich das in den letzten Jahren, eigentlich eher erst seit ca zwei Jahren (seit ich mein Leben wieder in den Griff kriege und auch die Wohnung) schon verstärkt hat. Jetzt habe ich eben auch die Kraft und Energie, diese Dinge auch auszuleben... früher brach ja eh nach zwei Tagen wieder das Chaos aus, wenn ich antriebslos wurde. Ich weiß auch nicht, ob es eher was mit Perfektionismus zu tun hat, Leute und Dinge von draußen stören ja nun mal auch den Perfektionismus der Wohnung. An Viren und Bakterien denke ich jedenfalls dabei nicht (hab aber auch keine Ahnung, ob Betroffene das bewusst tun). Kennst du den Bloch-Film zu diesem Thema? Habe den schon mehrmals gesehen, und nach der Recherche versteh ich jetzt auch, weshalb die Frau im fremden Büro gar nicht mal so ein Riesenproblem hatte... naja, verstehen ist zu viel gesagt, aber ich fand das immer unrealistisch. |
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