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Alt 29.12.2007, 21:56   #31
Ursula
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Hallo,

hat jemand von euch schon mal an einer christlichen Meditation teilgenommen? Ich überlege es für dieses kommende Jahr. Unter dem Thema "ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir" Galater2,20 wird vier Tage geschwiegen und meditiert. Aber nicht nur das Schweigen in der Gruppe sondern auch die spirituelle Leiberfahrung stehen auf dem Programm. Zweimal war ich schon dabei und es hat mir jedes mal sehr gut getan. Es ist, wie Bonhoeffer schreibt: "Es liegt im Stillesein eine wunderbare Macht der Klärung, der Reinigung, der Sammlung auf das Wesentliche". Auf jeden Fall eine wirklich wunderbare Erfahrung, aus der man geistig gestärkt und ausgeglichen wieder heimkehrt.
 
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Alt 30.12.2007, 19:19   #32
Heinz
Gast
 
Beiträge: n/a
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Hallo Tina,

deine Ausführungen zum Glauben gefallen mir sehr. Im Rahmen meiner Yogaschulung wurde ich mal in einer Herz-Chakra Meditation geführt. Ansonsten habe ich vor Jahren in Zen meditiert. Jetzt meditiere ich überwiegend in den Elementen, den Himmelsrichtungen und Lebensphasen. Gelegentlich baue ich beim Yoga auch Übungen von Chigong ein wie den Kranich oder die Ernte einholen. Doch letztlich habe ich erfahren, dass Yoga (Variationen des Sonnengrußes) für mich das Richtige ist.

Hallo Ursula,

christliche Meditationen habe ich in verschiedener Form gemacht. Da war eine Nacht-Meditation nach Taize-Art oder ein Bibliodrama im Rahmen der Trauerarbeit oder aber auch den Menschenkreuzweg.

Ist dir aufgefallen, dass dein Meditationsthema >Christus in dir< artverwandt ist mit den Gedanken die Buddha Natur in sich werden zu lassen? Was hälst du von dem Gedanken, dass Jesus in der Zeit zwischen seinem Auftritt im Tempel als 12 jähriger und seinem Wirken zum Lebensende sich einer Klostergemeinschaft in Cumran (Essener) angeschlossen hat oder aber sich mit den buddhistischen Lehren befasst haben könnte? Vieles, was von ihm geschrieben steht, legt die Vermutung nahe.

Eine christliche Meditation würde ich kontemplativ angehen, wobei ich mir vorher klar machen würde, welches Bild von Jesus ich näher betrachte, das des Gipfelkreuzes in Rio, alles überragend, majestätisch oder eher den Leidenden, Gottverlassenen wie im Isenheimer Altar. Mit dem Ziel >Jesus in mir< wäre dann auch die Frage, welcher Jesus in mir. Gleichwohl bin ich davon überzeugt, dass du viele wunderbare Erfahrungen machen wirst.

Heinz
 
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Alt 30.12.2007, 22:46   #33
Ursula
Gast
 
Beiträge: n/a
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Hallo Heinz,

Ja, falls ich an den Meditationstagen teilnehme, wird es wohl so sein.
Mir ist bekannt, dass es die Hinweise darauf gibt, dass Jesus im Einklang mit der östlichen Spiritualität steht. Ich habe darüber gelesen und halte es auch für wahrscheinlich.

Ein frohes Neues Jahr! Ursula
 
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Alt 31.12.2007, 14:29   #34
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Registriert seit: 04.04.2004
Ort: NRW
Beiträge: 2,302
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Hallo,

stimmt, sogar der Rosenkarnz soll ja ursürunglich aus dem Buddhismus kommen. Christentum und Buddhismus sind sich in den Grundsätzen sehr ähnlich, aber unterscheiden sich dann doch wieder gewaltig. Z.B. die Fremd und Selbsterlösung, z.B. der Glaubenszwang und Abhängigkeit gegenüber innerer Freiheit usw.

Das Leid ist naturgegeben, es ist ein selbstverständlicher Teil unseres Lebens. Keiner bleibt davor verschont, auch wenn es so scheint. Wir empfinden das Leid als Unglück bzw. persönliche Tragödie? Warum? Weil uns unser ICH so untastbar erscheint und es wie eine persönliche Kränkung enpfinden.Wenn wir es akzeptieren und es als natürlich gegeben ansehen, den Widerstand dagegen aufhören, dann hört der Stachel auf zu stechen. Vorallem könnten wir aufhören davor zu fliehen, in dem wir uns ablenken oder uns selbst zu bemitleiden.

Es gibt für die Wahrheit keinen Ersatz, jeder Fluchtversuch und Widerständen zum Trotz wird sie sich am Ende doch durchsetzen. Sie ist nur die Botschaft an uns aufzuwachen. Man sollte Loslassen von dem Begehren der Sinne, die von außen auf uns treffen, denn die Reaktion darauf liegt ausschließlich bei uns. Damit ist auch das Loslassen von Wünschen, Hoffnungen, Erwartungen, Gedanken gemeint. Unsere Sinne können uns kein Glück bringen, sie betrügen uns pausenlos. Sie müssen schnell vorbeigehen, wie z.B. eine warme Dusche, die einen Augenblick schön ist, aber irgendwann zur Qual werden würde. Wir sehen die Wahrheit des ewigen Wechsels nicht, wir begreifen nicht, dass sich ständig alles ändert und lehnen uns gegen jeden Verlust auf, sei es an Menschen, Dingen, Gefühlen, alles was uns lieb und teuer ist. Das Auflehnen bzw. der Widerstand bringt das Leid. Anhaften an Ideen, Vorurteilen, Gewohnheiten, an Dingen und Menschen ist unser Leid.

Ich persönliche liebe die Abwechslung, aber ich weiß auch, dass sie nur kurzfristiges Vergnügen ist. Ich werde mich deshalb bestimmt nicht still in eine Ecke setzen und nur noch vor mich hinmeditieren. Ich war und bin ein Anhänger des westlichen Buddhismus und hatte das Glück, dass es einen Orden in unmittelbarer Nähe gibt, zu dem ich früher regelmäßig gegangen bin, mittlerweile hin und wieder. Ich würde mich als mittelmäßige Buddhistin bezeichnen, aber ich gebe mir Mühe es immer etwas besser zu machen. :wink:

Heinz, die Liebe/Güte Metta ist für die Herzensbildung. Du musst in Gedanken, in einer Art Meditation Dir selber, einer Freundin, einem entfernten Bekannten und einem Feind alles Gute und nur das Beste wünschen. Man merkt nach einer Weile wie sich das ausprägt, es z.B. wie ein Muskel wächst und man auch gegenüber nicht so liebsamen Menschen anders reagiert. Yoga habe ich auch bei den Buddisten gemacht, es war einfach nur gut. Oh weh, hatte ich am Anfang einen Muskelkater... :wink:

Die christliche Meditationen kenne ich leider nicht, wie kann man sich die denn vorstellen?

Alles Liebe

Tina
Tina L. ist offline  
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Alt 02.01.2008, 09:32   #35
Heinz
Gast
 
Beiträge: n/a
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Hallo Tina,


kennst du das Yoga Haus in Bad Meinberg? Nähere Infos erhälst du über die Newsletter. Sie sind sehr informativ
www.yoga-vidya.de/cgi-bin/newsletter.cgi

Ich finde es bewundernswert, sich einer buddhistischen Gemeinschaft anzuschließen. Wir haben in unserer Stadt auch eine recht große und präsente buddhistische Gemeinschaft. Ich habe mich mit dem Buddhistischen beschäftigt und finde manche Aspekte auch sehr interessant. So erinnert mich das Liebe/Güte Metta stark an Reiki.

Doch mein Interesse geht wieder mehr zu meinen christlichen Wurzeln. Und wenn sich die Gelegenheit bietet, würde ich mich gerne auch mit dem Schamanismus befassen. Eine Kollegin aus dem Chor hat schon einige Lehrgänge besucht und praktiziert immer wieder diese mentalen Reisen.

Das, was dich am Christentum hindert, erkenne ich im Buddhismus gleichermaßen. Es hat für mich nur ein anderes Mäntelchen. Inhaltlich gibt es gravierende Unterschiede, doch auch da kann ich vielen Grundsätzen nicht folgen, wie z.B. die Vorstellung der Reinkarnation.

Ich halte es da doch eher mit dem Energieerhaltungssatz. Und das Leben nach dem Tod ist zum einen in den Herzen der Verbliebenen und zum andern im Materiellen des Lebens, heißt, aus dem Verwesenden fängt es irgendwann wieder an zu krabbeln.

Doch die Wiedergeburt abhängig von der Lebensführung erinnert mich doch gewaltig an den Calvenismus und an den Leistungsgedanken des Katholizismus. Und wie ich schon schrieb, im Buddhismus wird das Anbeten von Buddha entgegen seiner Lehre praktiziert.

Eine wunderschöne christliche Meditation kann so ähnlich sein wie das Mantra singen, halt nur mit christlichen Inhalten. Die Obertonmusik der Gregorianik kann ebenso entrücken, wie der Gesang von Taize. Und auch eine Lichtmeditation zu Ostern mit der Besinnung über das Leben und Weiterleben und das Verhältnis von Leben und Tod und Licht und Dunkel ist sehr erbaulich.

Letztlich ist es m.E. entscheidend, dass man geistig ein Zuhause hat. Und Irrwege gibt es hier wie dort, praktisch allerwegen, egal welcher Gemeinschaft man angehört. Und zu wechseln ist vom Katholizismus zum Protestantismus mitunter genauso schwer wie vom Christentum zum Buddhismus oder umgekehrt, manchmal fast so, als würde man auswandern und seine Heimat woanders suchen.

So wie ich den Makrokosmos im Mikrokosmos erkenne, so ähnlich im Glauben. Ich muss nicht die Welt gesehen haben, um sie zu verstehen. Aber ich kann die Welt besser verstehen, wenn ich gelernt habe mich zu verstehen und meine Welt um mich herum zu erkennen. So faszinieren mich andere Religionen, doch suche ich bei dem was ich habe und im Christentum kenne, was ich bei anderen bewundere und beneide. Und oft habe ich festgestellt, das was ich meine mir fehle, ein Gewinn ist.

Und so verstehe ich die buddhistische Lehre wie der Dalai Lama sie verkündet. Er missioniert nicht (was mich am Christentum sehr stört) sondern hilft, sich auf sich selbst zu besinnen.

Und gerade bei christlichen Meditationen habe ich gefunden, was mir vertraut war. Mit dem Mantra Singen konnte ich mich nie richtig anfreunden, da ich nicht verstand, was ich sang.

Dir für das neue Jahr viele wunderbare Erfahrungen auf deinem Weg.
Heinz
 
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Alt 06.01.2008, 23:38   #36
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Registriert seit: 18.08.2005
Ort: im Baumhaus
Beiträge: 624
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Hallo, hier bin ich.

Wusste gar nicht, dass mein Beitrag so viel aufwirbeln kann. War schon lange nicht mehr hier. Aber jetzt lese ich mich erst mal durch, Grüsse von mary
mary ist offline  
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