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Alt 24.12.2007, 11:48   #1
Heinz
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Hier wird nun der Dialog von Ursula und mir zum Thema von Mary: 6 Tage Fixierung aus dem Bereich der Rechtsfragen fortgesetzt, wozu auch andere sich gerne beteiligen mögen.

Zuletzt wurde die Sinnfrage des Lebens aufgeworfen. Woher kommt der Sinn des Lebens und wie kann dieser einer suizidalen suchtkranken Frau vermittelt werden. Darauf stellte ich einige Fragen mit therapeutischen Charakter, die zur Selbstreflexion anregen sollten.

Ursula erkennt in der Situation von Mary und ihrer Tochter den Kampf der Mutter wie eine Löwin um ihre Tochter und gegen die Sucht. Ich antwortete indem ich sie eingangs zitiere,

* * * * * *
Hallo Ursula,

>> ich sehe hier eine Mutter...<< genauso ist es: du siehst. Aber ob es sich auch so verhält, weißt du nicht.

Ich schrieb
>> Es sind Fragen über Fragen und du brauchst sie nicht hier zu beantworten....Doch frag dich selbst oder besprich sie mit jemandem,...<<

Sicherlich sehe ich die Situation anders als du, vielleicht auch, weil ich keine Mutter bin und werden kann. Mitunter fühlen und denken Frauen und Männer einfach anders. Ich habe mich nicht erdreistet, zu beurteilen, sondern wie du auch geschrieben, wie die Situation auf mich wirkt und habe gefragt. Meine Fragen lassen auch die Möglichkeit zu, dass es sich ganz anders verhält, vielleicht sogar, dass du Recht hast, was ich aber bezweifle.

Über die Jahre der therapeutischen Arbeit habe ich gelernt, dass es nie die eine Sicht der Dinge gibt. Ja dass man selbst seine Situation heute so und morgen anders sieht und sehen kann.

Ob es dienlich ist, mit Gott zu hadern, weiß ich nicht. Ich will jedenfalls kein Freund Hiobs sein. Und denke, dass die Situation nicht Gott gegeben oder gewollt ist. Ich frage mich nur, wo so viel schon geleistet und vergeblich versucht wurde, soll es so bleiben oder soll es sich ändern und wenn ja, wie? Ich glaube, die Antwort finden nur die Beteilten selbst, wobei auch das Tabu gedacht werden darf. Und ich glaube, Gott hat da auch nichts gegen. Manches Leid machen wir uns selbst. Was ich mit meine Fragen bezweckte, war nichts anderes als die Antwort Gottes an Hiob.

Heinz

* * * * * * *

Ursula antwortete darauf,

Hallo Heinz,

wie kannst du wissen, was Gott zu Hiob sagen würde. So wie du geschrieben und geantwortet hast, ist es im Moment deine Sichtweise. Wenn du etwas tiefer gingest, würdest du vielleicht andere Antworten finden. Ich empfand deinen Beitrag nicht sehr förderlich für Mary, er erregte meinen Unmut. Mit Schuldsuche und Schuldzuweisungen, mit Hinweisen darauf, dass evtl etwas versäumt wurde oder die ganz konkrete Frage:"Was habt ihr eurer Tochter vorgelebt? Welchen Sinn des Lebens wolltet ihr eurer Tochter mitgeben? Gab es diesen Sinn? " in dieser schwierigen Phase, empfinde ich als destruktiv.
Stellt man diese Fragen in den Zusammenhang dessen, was die Eltern Gutes für ihr Kind wollten und wie dann das Leben verlief und wie dieses gute bestehen blieb in der Kraft, die sie in sich trugen und dann mit dem umzugehen, was da Schweres auf sie zukam, wäre es etwas anderes. Denn dann würde es Mut machen und aufbauen. Und es würde der Wahrheit sehr viel näher kommen.

Herzlichen Gruß! Ursula


* * * * * * *
Diese unterschiedliche Betrachtung einer fremdem Lebenssituation zeigt wieder beispielhaft, wie eine Übertragung und Interpretation aufgrund eigener Lebenswirklichkeit entsteht insbesondere geprägt durch ein individuell religiöses Weltbild.

Doch zunächst zur Erklärung meiner Anspielung von Hiob. Jeder kennt die Hiobsbotschaften. Diese gehen zurück auf eine romanhafte Erzählung in der Bibel, wo durch einen Dialog von Gott und dem Verführer (Teufel) Hiob versucht wird. Er war ein angesehener und mächtiger Stammesführer. Zunächst verlor er alle seine Güter und dann seine Kinder und schließlich wurde er aussätzig. Auf die Frage nach dem Sinn und wie Gott dergleichen zulassen kann, kamen seine Freunde. Zunächst zeigten sie sehr viel Verständnis und schwiegen mit ihm und lebten in seiner Situation. Doch dann versuchten sie, die Situation zu analysieren und machten ihm schließlich Vorwürfe nach dem Motto, wir verstehen es zwar nicht, aber es wird schon einen Grund haben, dass Gott dich straft. Du warst sicherlich nicht gottesfürchtig genug. Denn wer wahrlich gottesfürchig wäre, würde von Gott nicht so geprüft.

Diese Gottessicht gibt es auch heute noch und verursacht eher erneute Wunden, als dass es hilft, auch wenn es gut gemeint ist.

Hiob fing an mit Gott zu hadern, ja ihn herauszufordern, ihm doch die Erkenntnis zu schenken, welchen Sinn das alles habe. Der Autor dieses Buches beließ es dabei, Hiob und ihn stellvertretend für den Menschen schlechthin auf seine Unfähigkeit zu verweisen, die Wege Gottes zu erkennen. Gott fragt Hiob, wo warst du, als ich die Weisheit schuf.

Diese Antwort führt in den Fatalismus. Dem Gläubigen wird nahegelegt, alles, was ist, als Gott geben hinzunehmen.

Eine solche Haltung erkenne ich auch in der Ansicht von Ursula. Es kann durchaus sein, dass diese Ansicht Kraft schenkt nach dem Motto, Gott hat sich gewiss was dabei gedacht und er wird mir die Kraft schenken, das durchzustehen. Paulus hat Ähnliches geschrieben.

Doch leider zeigt uns die Geschichte und auch andere Schicksale, dass diese Ansicht sich ebenso oft nicht bewahrheitet. Dass nämlich Menschen an ihrem Los auch zerbrechen können. Vielleicht nicht Mary, weil sie vermutlich wirklich eine starke Frau ist. Gleichwohl gibt diese Haltung m.E. wenig Hilfe für den Lebenssinn.

Den Sinn in Gott zu suchen oder in der Tochter sind weitere Möglichkeiten, doch auch diese können trügerisch sein. Sollte sich die Tochter wirklich das Leben nehmen, welchen Sinn hat dann das Leben von Mary? Oft fangen dann die verwaisten Eltern an, mit Gott zu hadern. Der Sinn des Lebens sollte nicht in einer einer anderen Person liegen, da der Mensch vergänglich ist und schwach. Ebenso wenig ist der Sinn des Lebens in einer Ideologie oder Religion zu finden, denn auch diese sind unvollkommen. Sie können nur Hilfestellung bieten. Den Sinn des Lebens findet jeder Mensch nur für sich und sein Leben alleine, so wie das Leben an sich individuell ist, wenngleich die Religionen uns es anderes zu erklären versuchen.

Meine Fragen zielten genau darauf hin, nämlich, dass sich Mary Gedanken macht über ihr Leben, über die Zusammenhänge, weshalb es so kam. Der Fatalismus, dass es Gott gegeben sei, hilft da nicht weiter, sondern blockiert den Weg der Lösung und beendet jede weitere Analyse. Die Fragen beinhalteten und beabsichtigen auch keine Schuldzuweisung. Schuld ist, da hat Ulrike völlig Recht, immer destruktiv. Gleichwohl sind solche Fragen notwendig. Jedoch nicht im Sinne von, was Falsch gemacht zu haben, wobei noch zu klären wäre, ob überhaupt die Möglichkeit bestand, es anders zu machen.

Solche Fragen zielen auf eine Bewusstwerdung. So schrieb ich, dass Mary sich gewiss schon oft solche oder ähnliche Fragen gestellt haben mag. Ihre Ratlosigkeit zeigt mir jedoch, das sie nach Antworten sucht, die sie noch nicht gefunden oder erhalten hat, oder die sie erhalten hat, ihr nicht wirklich geholfen haben. Wer kann in solcher Situation helfen? Doch nur die Eltern, die ihre Kinder bereits an die Sucht verloren haben oder ebenfalls die Angst haben, dass die Sucht obsiegt. Niemand anderes, kein Arzt, kein Betreuer, kein Richter, nicht einmal Gott kann es verstehen (Anm. s.u.) , was diese Eltern durchgemacht haben oder durchmachen. Und nur sie können den Sinn in all dem Leid für sich erkennen und festmachen.

Der Sinn und Zweck von Supervision ist, wie der Name sagt, die Angelegenheit von außen zu betrachten, so als würde man von Oben auf das Geschehen schauen und sich und alle Beteiligten zu sehen und zu erkennen, weshalb sie so und nicht anders handeln. Meine Fragen zielten genau darauf ab, dass Mary diese Sicht ihrer persönlichen Geschichte, die der Familie und ihrer Tochter, aber auch des Gesamtgeschehens aus der inneren Distanz einzunehmen, ohne Suche nach Schuld, sondern lediglich um zu verstehen.

Wie ich eingangs erwähnte, mögen diese Ausführungen dazu dienen, die unterschiedlichen Betrachtungsweisen von Schicksal, von Aufgaben und Berufung näher zu betrachten. Dir, Ursula, danke ich für den Anstoß dazu und würde mich über weiteren Austausch der unterschiedlichen Betrachtung und Bewertung freuen.

Heinz

(Anm. zu Verständnis Gottes: wer über Gott und den eigenen Glauben diskutieren möchte, möge ein eigenes Thema hier im Bereich Small-Talk aufmachen oder ins Forum ekir.de/ekir/messageboard/phpbb2/index.php, wo dergleichen Themen besprochen werden)
 
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Alt 24.12.2007, 19:46   #2
"Betreuerschreck"
 
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Hi heinz Hi ursula

Dies hier sind alles ehr schwierige Fragen bzw Situationen.
ich habe mal gehört das Sucht von "suchen " kommt. aber das ol wohl so auch nicht stimmen. egal, Ich finde schon das eine sucht dazu dient was zu finden wa sman in sich selber vermisst. Nun am Anfagng ist es noch keine sucht sondern ein Hilfsmittel das ertsmal hilft was unerträgliches auszuhalten. kenne ich auch von mir. Und ich dneke wenn mann das ab und zu dazu benutzt ist es auhc nicht weiter tragisch.

schlim wird es wen mann keine anderen Lösungswege mehr findet ausser das Suchtmittel.

keine rhat Schuld weder MAry noch ihre Tochter!! es gibt zusmamenhänge das stimmt. Und ursachen. Aber shculd hat wohl niemand denn wir sind Menschen und können ime rnur so handeln wie wir es gerade für richtig halten.ich habe auch lange gehadert mit meinem schiksal. hab emich gefragt warum dies so und das so gelaufen ist. ich glaube es gibt da keine antwort drauf. Ausser das ganze im grossen Zusammenhang zu sehen.
menschliches miteinander ist so komplex da gibt es keine graden wege. Leider...

Nur was tun? Es stimmt wohl das mann machmal ehct aufhören muss zu "retten" aber wer kann das schon? vor alem wen es um das eigenen Kind geht?
Und wa sist dann mit dem eigneen Gewissen.

Und wenn das aufhören zu retten dann vieleicht sogar den tod bedeutet?Warum kann marys tochter nicht einen anderen sinn finden in ihrem Leben? Ich weis es nicht!!!!

diese fragen machen mich gang einfach sprachlos.
auch die Frage wene s einen gott gibt warum lässt er soviel elend zu überall?


GUt wir feiern ja jetzt gerade weihnachten.. ich habe heute imFernsheen kein einziges mal im Zusamenhang mit weihnachten von Jesu geburt gehört. Was ja der sinn des festes ist.

Aber vileeicht müssen wir dies auch verdrängen oder vergessen angesichts des ganzen elends auf der welt. wie kann mann den einen gott feiern der dies alles zulässt???
Vieleicht werden wir dies alles irgendwann mal verstehen?

wen man bis dahin nichts chon verückt geworden ist:O((((((

lg MOMO
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Alt 26.12.2007, 12:05   #3
Ursula
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Hallo Heinz,

wie ich schon erwähnte, empfinde ich es als unglücklich diese wesentlichen Themen in den small talk zu verschieben und werde mich darum hier auch nicht weiter dazu äußern.
Allerdings möchte ich auch nicht unwiedersprochen lassen, was du über das, was du aus meinen Beiträgen herausgelesen hast, schreibst - ich bin nicht der Ansicht, dass alles was ist, als Gott gegeben hingenommen werden muß!
Vor Weihnachten las ich :

»Das Vergessen der Vernichtung ist Teil der Vernichtung selbst«.

Lebensgeschichten von Opfern der nationalsozialistischen »Euthanasie«. Herausgegeben von Petra Fuchs, Maike Rotzoll, Ulrich Müller, Paul Richter und Gerrit Hohendorf. Mit 47 Abb., Göttingen: Wallstein Verlag 2007, 387 Seiten, ISBN 978-3-8353-0146-7, 29,90 €

Dieses Buch gibt es bei uns in der Bibliothek. Ich kann es nur allen empfehlen, die in der Betreuungsarbeit tätig sind.

Herzlichen Gruß! Ursula
 
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Alt 26.12.2007, 19:37   #4
Heinz
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Hallo Ursula,

wie du dich an der Bezeichnung Small Talk festhalten kannst, ist mir nicht begreiflich. Die Bezeichnung dieses Bereichs hat auch noch einen Untertitel, nämlich alles was sonst nicht passt. Wir hätten den Bereich auch dingsbums nennen können, es ist halt nur ein Platzhalter und sagt über den Inhalt der Themen und schon gar nicht über die Qualität der Beiträge etwas aus. Es ist schade, dass du dich daran störst.

Ich finde es auch schade, dass du aus meinen Beiträge einen Schuldvorwurf liest. Ich war der Ansicht, ich habe deutlich gemacht, dass es nicht um Schuld geht, sondern um Ursachenforschung. Und dazu muss Mary Fragen stellen, sich und anderen. Wir haben weder das Problem von Mary zu lösen noch zu mutmaßen, was sie mit den Fragen macht und wie sie sie beantwortet.

Es ist aber durchaus erlaubt, die Problematik zu verallgemeinern und zu schauen, welche Umstände für den Sachverhalt ursächlich sein können. Ich habe es für unangemessen erachtet, statt der persönlichen Antwort, es zu verallgemeinern. Dergleichen habe ich jedoch erhofft.

Es mag dein Glaube sein oder auch nicht, jedenfalls sicherlich verallgemeinerbar, dass des Schicksal von Mary oder ihrer Tochter oder unserer Betreuten oder wem auch immer Gott gegeben ist. Es gibt diese Ansicht, dass Gott uns prüft und uns auch die Kraft dazu schenkt. Ich habe diese Ansicht in sehr evangelikalen Kreisen, sprich freievangelische Gemeinde kennen gelernt. Ich halte sie für äußerst fatal. Übrigens stehen sie in guter protestantischer Tradition. Selbst Luther war der Ansicht, dass eine Regierung, und sei sie noch so ungerecht, von Gott gegeben sei.

Es mag auch sein, dass du nicht dieser Ansicht bist. Um so eher ist die Frage erlaubt, weshalb die Tochter suchtkrank und suizidal geworden ist und was die Eltern dazu beigetragen haben oder auch nicht, wo sie etwas hätten beitragen können. Ob wir es wollen oder nicht, die sog. Theodizee-Fragen von wegen, wie kann Gott das zulassen, treiben alle Menschen irgendwie um. Es gibt nur wenige, die wirklichen Frieden mit dieser Problematik gefunden haben.

Hallo Momo, auch du wirfst diese Frage auf. Letztlich entscheidet sich die Frage an unserem Gottesbild. Es ist weise gedacht, sich kein Bild von Gott zu machen. Doch nur die wenigsten schaffen es. Die meisten machen sich irgendein Bild von Gott. Und da wir das Vater Unser beten, haben die meisten mehr oder weniger auch ein Vaterbild von Gott.

Jetzt erlebt jedoch jeder seinen irdischen Vater anders und unweigerlich haben wir auch ganz individuelle Vorstellungen von dem himmlischen Vater. Und auch der oder die, die keinen Vater erlebten (vaterlose Generation sowohl nach dem Krieg oder auch jetzt durch Patchwork-Familien) hat einen Vorstellung von Gott oft in Form des Schöpfers, der sich angeblich was gedacht hat oder des Uhrmachers, der alles in Gang gesetzt hat und mitunter jetzt entsetzt ist, wie es sich entwickelt. Manchen meinen sogar, mit dem Menschen sei ihm sein Versuch missglückt.

Schaut man sich die Erdgeschichte an, so macht sich der Mensch überflüssig. Dann wars das mit der Krönung der Schöpfung.

Hilfreich finde ich hingegen die Vorstellung, dass Gott alles in allem ist. Für Gott gibt es nicht das Gute oder Böse. Diese Unterscheidung trifft der Mensch nach seinen Wertmaßstäben und vor allem Nützlichkeitsdenken.
So gibt es Bauern, die im trockenen Sommer um Regen für die Saat bitten und zeitgleich eine Gottesdienstgemeinde Gott für das herrliche Wetter dankt. Es gibt ja so viele religiöse Absurditäten.

Doch wie mit dem eigenen Schicksal oder unserer Hilflosigkeit angesichts des Schicksals anderer umgehen? Im Wege der Erderwärmung werden die Katastrophen zunehmen. Die Frage nach Gottes Willen wird sich immer wieder stellen angesichts hundert Tausender Toten und Obdachlosen.

Die Monotheisten werden sich fragen, wie das angebliche Gelöbnis Gottes zu verstehen ist, dass er die Menschen nicht noch einmal ersaufen lassen will. Ob es nochmal einen Noah gibt?

Es gibt eine interessante Geschichte aus dem Judentum. Da wird ein gläubiger Jude samt seiner Familie schiffbrüchig. Im Sturm geht seine Frau über Bord und ertrinkt. In der Hitze der Sonne verdursten seine Kinder. Nach Wochen der Entbehrung rettet er sich alleine auf eine Insel und schleudert seinen ganzen Groll gegen Gott: Du schaffst es nicht, dass ich von dir ablasse.

Diese Geschichte erinnert an die von Hiob. Doch dort wie auch bei Goethes Faust gibt es einen Widersacher, der die Menschen mit dem Willen Gottes versucht. Der Unterschied ist, dass in der obigen Geschichte Gott selbst uns das Leid schickt, also in unseren Augen böse ist.

Über viele Jahrhunderte wurden auch Krankheiten ja sogar Aids als Gottes Strafe oder Prüfung erachtet. So beten wir fataler Weise: und führe uns nicht in Versuchung.

Ich bin der Ansicht, dass diejenigen mit solchen Fragen leichter tun, die es hinnehmen was und wie es ist. Manche schaffen es sogar, in all dem Leid Liebe zu erkennen. Aber dazu gehört viel Entsagung. Ich befürchte, ohne ein klösterliches Leben, egal ob christlich oder buddhistisch, ist es nicht zu schaffen. Zu sehr sind und bleiben wir in den alltäglichen Verstrickungen verhaftet.

Es gibt ein Gebet um Kraft, das zu ändern, was änderbar ist, um Gleichmut für das, was nicht änderbar ist und um Weisheit, das eine vom andern zu unterscheiden. Das ist die Aufgabe für Mary und für viele BetreuerInnen, nicht zuletzt für eine/n jede/n für uns.

herzlich
Heinz
 
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Alt 26.12.2007, 22:11   #5
"Betreuerschreck"
 
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Hi heimnz

Vieleicht störrt sich ursula an dem Begrif smal talk weil mann darunte rim allgemeinen etwas mehr Belabgloses reden versteht. Also etwas merh roberflächliches.

Ob Leiden gottgewolt ist, weis ich nicht oder beser gesagt das wäre schon der Oberhammer.

Mann sagt aber auhc das der Menshc nur durch Krisen reifen kann. Er lernt nicht wnen alles nur völlig glatt läuft.

Nur sehr viele zerbrechen auch an krisen. irgendwo in der bIbel hab ich mal gelesen das der Mensch nur soviel auferlegt bekomt was er tragen kann..

hm..auch das ist schwer zu akzeptieren. den mancher kann es eben nicht tragen...

Ich glaub über die Themen können wir uns hier die Köpfe heiss reden. es wird keine allgemeingültige Antwort geben...

Ich kan nur von meiner eigenen erfahrung reden das mir in meinen Krisen die Menschen am meisten geholfen haben die ehrlich waren zu mir standen aber auch gesagt haben das und das können wir leisten das andere musst du dazu tun....

Mann gerät sehr leicht in einer Krise in die erwartungshaltung rein der andere oder vileicht auch Gott sol das doch alles regeln. der sol mich wieder gesund machen.....

Da sgeht nicht auch ich mus meinen teil dazu tun..

HAb ich lange gebraucht um das zu kapieren:O)))))

Es mus sirgendwie ein vertrauen aufgebaut werden zwischne dem Helfer und dem Hilfesucheneden.

Und das sit dan auch widerum der schwierigste teil des GAnzen..

Oder ist es auch manchmal die FRage wen ich mich aufgebe gibt es da denn noch einen der das nicht tut? ein Mensch oder vileeicht sogar Gott sofern es ihn gibt? bin ich das wirklich wert das mann mich auch dann noch wahrnimmt wen ich mich selbst shcon aufgegegeb habe?

Alles sehr schwierig

lg MOMO
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Alt 26.12.2007, 23:36   #6
Ursula
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Hallo,

ich melde mich nun doch noch einmal. Kann man das forum nicht um eine Rubrik erweitern, die man beispielsweise als "Wertediskussion" betitelt? Vielleicht ist das ja machbar.

Eher als nach Schuld und Gründen zu suchen für diese leidvollen Geschehnisse und Erfahrungen, die im nachhinein eh nicht mehr änderbar sind, ist es meiner Meinung nach wesentlicher nach dem Sinn zu suchen. Welchen Sinn kann ich erkennen, wie und wo finde ich Sinn für das mir zugefügte Leid, für das Leid der anderen.

Gruß Ursula
 
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Alt 27.12.2007, 08:41   #7
Heinz
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Hallo Momo,

du schreibst,

> Oder ist es auch manchmal die Frage, wenn ich mich aufgebe, gibt es da denn noch einen, der das nicht tut? Ein Mensch oder vileeicht sogar Gott sofern es ihn gibt? Bin ich das wirklich wert, dass man mich auch dann noch wahrnimmt, wenn ich mich selbst schon aufgegeben habe?<

Genau das ist die christliche Botschaft. Im Blick auf den Gekreuzigten soll jedem, jeder die Kraft zukommen, auch das schlimmste Leid durchzustehen, da dort jemand war, der nahezu ohne Verschulden verraten, verlacht und verleumdet wurde und für alle gestorben ist, die den himmlischen Vater suchen. Im Blick auf ihn, kann der Mensch Kraft und Zuversicht gewinnen, sein Leid auch durch zu stehen. Und da Gott sehr persönlich und individuell gedacht wird, so erfährt man auch den persönlichen Zuspruch, wie Jesus gesagt haben soll, ER hat dich bei deinem Namen gerufen, du bist sein. ER weiß um dich und liebt dich, auch wenn wir es manchmal nicht spüren.

Heinz

Hallo Ursula,

mir scheint, für dich gibt es nur die Frage nach Schuld, die du so wie ich ablehnst, und die Frage nach dem Sinn, die von Mary gestellt wurde. In meinem ersten Brief schrieb ich noch von der dritten Alternative, nämlich der Ursache. In dieser Betrachtung mischt sich natürlich auch die Frage nach dem Sinn, aber nicht als etwas außerhalb von uns oder Mary, sondern nach dem was Mary oder der Vater ihrer Tochter oder beide für sich bzw. für ihre Tochter als Sinn des Lebens erkennen oder erkannt haben. Die Frage nach dem Sinn des Lebens ist eine der schwierigsten überhaupt. Und es gibt wenige Menschen, und mögen sie noch so ausgebildet und professionell sein, die eine denkbare und hilfreiche Antwort darauf haben. Deshalb ist es am Besten, man/frau beantwortet sich die Frage selbst.

Wegen der Bezeichnung dieses Bereichs wird sich wohl in der neuen Forensoftware eine Alternative finden.

Heinz
 
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Alt 27.12.2007, 10:46   #8
Ursula
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Hallo Heinz,

wenn du aber nach den Ursachen forschst, nimmst du den Bereich der Vergebung mit hinein in diese Diskussion. Das ist wichtiger Bestandteil, damit eine Aussöhnung stattfinden kann ohne die kein Friede gefunden wird.

Gruß! Ursula
 
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Alt 27.12.2007, 14:19   #9
Heinz
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Hallo Ursula,

in wie weit Mary sich mit ihrer Tochter, die ihr viel Leid angetan hat, versöhnen kann, ist schwer zu vermuten. Die Frage ist nur, wer kann und soll wem vergeben? Mary ihrer Tochter oder die Tochter ihrer Mutter?

Du hast Recht, Vergebung ist ein wichtiger Aspekt. Nur kann ich es Mary nicht sagen, was sie zu tun hat. Frag sie selbst. Ob die Tochter ihrer Mutter vergeben will und kann, ist ebenso fraglich. Menschen in Sucht sind nicht sie selbst und oft unzurechnungsfähig. Die Tochter wird wohl kaum erkennen, was sie ihrer Mutter über all die Jahre zugemutet hat. Und was die Tochter von ihrer Mutter erfahren hat, was sie ihr vergeben kann und sollte, das kann auch nur Mary sich fragen und für sich beantworten.

Heinz
 
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Alt 28.12.2007, 10:51   #10
"Betreuerschreck"
 
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Registriert seit: 24.09.2004
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Hallo ihr beiden

NUn wend an müsen shcon beide dazu bereit sein herauszufinden was da abläuft. solange ihr e tochte rlalerdings in der sucht steckt wird das sehr schwierig werden dnek ich.

Vielcuihgt meldet sich MArxy aber auhc mals elber hier in unserer Diskussion. Ist irgendwie komisch wir diskutieren hier über MAry und wissen im grund ega rnicht wie sie fühlt und denkt...

Ich habe damals in meine rFAmilie versucht eine art versöhnung herbeizuführen, abe rleide rist das von seiten meiner eltern abgelehnt worden. sie meinten sie könnten nicht darüber reden es tät zu weh!!!

Ja das stimmt es tut sdiche rauf allen seiten sehr weh aber eine annäherung gibt es sonst nicht:O((((

lg MOMO
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