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marxistische Betreuung?

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Zitat: Zitat von heiner Hallo M., es tut mir Leid, wenn Du damit nicht klar kommst. Aber es gibt Dinge, ...


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Alt 10.07.2009, 20:08   #11
Forums-Geselle
 
Registriert seit: 12.05.2009
Beiträge: 200
Standard

Zitat:
Zitat von heiner Beitrag anzeigen
Hallo M.,

es tut mir Leid, wenn Du damit nicht klar kommst.

Aber es gibt Dinge, die sind halt so, ob wir es wollen oder nicht.

Mein Rezept:

Ich habe meinen inneren Frieden gefunden und wirke halt im kleinen.
Familie, Freunde oder hier im Forum.

Ich wünsch Dir einen schönen Tag
Heiner
Hallo Heiner,
ansich schätze ich ja deine Beiträge - aber so? Ich wüsste nicht, wer hier bemitleidet werden muss, sorry. Vieleicht führen wir dies mal per PN aus.

Zitat:
Zitat von Heinz Beitrag anzeigen
Hallo M.Günter,

ich meine, ich hätte indirekt darauf geantwortet, nämlich, dass die Situtation heute (scheinbar) eine andere ist.

Jedenfalls haben wir doch heute überwiegend Genügsamkeit. Selbst die HzL EmpfängerInnen kommen über die Runden, mehr schlecht als recht, aber immerhin. Die soziale Fürsorge wird stetig abgebaut. Die staatliche Gemeinschaft zieht sich aus der Wohlfahrt zurück, oder?

Ich gebs zu, mir fällt es schwer. Doch die Frage ist doch, wollen wir eine sich selbst erfüllende Prophetie? Wollen wir an etwas glauben, was wir nicht sehen uns aber sehnlich wünschen?

Ob Marx oder Jesus oder Nelson Mandela oder Desmond Tutu oder Martin Luther King oder Ernesto Cardinal oder oder oder

Es gab sie und wird sie immer geben. Daran glaube ich. Und ich wünsche jedem eben diese Zuversicht auch im Umgang mit den Betreuten, die mich gelegentlich schwer in Verlegenheit gebracht haben, als ähnlich 'Unvorstellbares' geschah, an das ich schon nicht mehr geglaubt hatte.

Heinz
Hallo Heinz,

ich kann mich nicht erinnern hier jemals die Einführung des Kommunismus gepredigt zu haben. Auch betrachte ich Marx nicht als Propheten und díe Geschichte mit der Geschichte ist ja auch nur ne Replik auf Hegel und co., ebenso das Geschwafel von der permanten Revoltution (empfehle da immer Merleau-Ponty: "Die Abenteuer der Dialektik" - sehr lesenswert!) Ansonsten stimme ich dir weitgehend zu.
Mal andersherum, meinst du nicht auch, dass die allendhalben zu findende Genügsamkeit mit unserem Dasein nicht auch ein Zeichen von etwas Ähnlichem als Erniedrigung / Knechtschaft sein könnte? M.E. hat dies nämlich nichts mehr mit der Aufklärung eines Kant und Konsorten zu tun. Mal neuere Stichworte Foucaults Begriff der "Gouvermentalität", Bourdieu "Felder der Macht", resp. "Habitus" oder Marcuses "Eindimensionaler Mensch"

Gruß
M.
__________________
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Alt 11.07.2009, 15:34   #12
Heinz
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard

Hallo M.

nochmals sorry, wegen des mir nicht erklärlichen Missgeschicks. Ich werde deine Texte zukünftig anders bearbeiten, sprich die Passagen, auf die ich antworte, nicht mehr mit der Funktion 'zitieren', sondern auf klassische Art über die Zwischenablage kopieren und einfügen. Dann dürfte dergleichen Risiko nicht bestehen. Ich weiß, wie ärgerlich es ist, wenn ein durchdachter und ausformulierter Text plötzlich verschwindet.

du schriebst
Zitat:
Mal andersherum, meinst du nicht auch, dass die allendhalben zu findende Genügsamkeit mit unserem Dasein nicht auch ein Zeichen von etwas Ähnlichem als Erniedrigung / Knechtschaft sein könnte?
Wäre es noch mehr Erniedrigung/Knechtschaft, wenn die gebratenen Tauben geflogen kämen und man sich nur auszustrecken hätte und pflücke sich die Weintrauben? Dazu noch ein überdimensionaler Bildschirm und doubly surround und dgl?
Ich denke immer wieder über die schöne neue Welt von Aldous Huxley nach: was ist daran so verkehrt, dass Babys entkorkt werden, Menschenmaterial aussortiert wird, von den Arbeiter nicht mehr als nötig produziert wird, die unwissend gehalten werden und mit 60 werden sie 'erlöst'? Ein Leben voller Freude und ohne Krankheiten? Aldous Huxley - Schöne neue Welt

Der Dialog mit dem Generalsekretär legt den Widerspruch auf, was gewünscht wird: alles. Ich sehe deutliche Anzeichen, dass wir uns auf dem 'besten' Weg dahin befinden. Aber vielleicht sehe ich ja das halb leere Glas.

Zitat:
Zitat von M.Günter
M.E. hat dies nämlich nichts mehr mit der Aufklärung eines Kant und Konsorten zu tun. Mal neuere Stichworte Foucaults Begriff der "Gouvermentalität", Bourdieu "Felder der Macht", resp. "Habitus" oder Marcuses "Eindimensionaler Mensch"
Na sowas, Kant und Konsorten? Ich kenn dich nicht und deine 'Professur', aber ich erachte mich nicht für so kompetent, ihn oder seinesgleichen als Konsorten abzutun. Das will erst einmal gedacht sein, was er und seines Gleichen gedacht hat. Und selbst denken und erarbeiten ist immer noch mehr, als etwas nur nach-denken.

Und zum andern sind auch die Umstände der jeweiligen Zeit zu berücksichtigen, wie ich es bezüglich Marx andeutete. Ich glaube nicht, dass ich zu seiner Zeit und den damaligen Umständen in der Lage gewesen wäre, dergleichen zu denken und zu proklamieren und sich mit der übermächtigen Kirche und der Regierung anzulegen. Wäre dann eh als Staatsfeind und Verräter inhaftiert worden.

Wie schwer es selbst heutzutage ist, erkennt man ja an Beispielen wie der verlorenen Ehre der Katarina Blum, Günter Wallraff oder auch die Sympathien von Böll und Albers für die Outlaws.

Du erwähntest das Stichwort des Gouvernements. Paradoxerweise assoziiere ich damit nicht nur Bevormundung und Entrechtung, sondern auch Fürsorge, ähnlich dem Fron im ursprünglichen Sinn. Und wenn ich die Gesetzesreform im Sozialrecht unter Schröder (Zusammenlegen von kommunaler Aufgaben und BA zur ARGE unter dem Motto 'fordern und fördern') recht bedenken, dann haben wir die Ambivalenz von Fürsorge und Vernachlässigung unter dem Deckmantel der Hilfe zur Selbsthilfe ohne besonderen Beihilfen mehr für Kleidung und Neuanschaffung von Haushaltsgeräten. Der Staat zieht sich stetig mehr aus der Verantwortung für seine Bürger und Bürgerinnen und wirft noch das Scheitern seiner Arbeit den Vernachlässigten noch vor, als sei es ihre Schuld.

Die Frage ist dann aber, wie ich schon an anderer Stelle schrieb, die Glaubwürdigkeit und die Loyalität bishin zur corporate identity: wer will sich mit dem 'Staat' identifizieren, dessen Teil man ja ist, von dem man sich ausgebeutet fühlt? Der Rückgang der Wahlbeteiligung ist beredetes Zeugnis.

Was hat das nun mit Betreuung zu tun? Es geht weiterhin um die Frage der Korrektheit in der Arbeit für den Betreuten wohlmöglich gegen die Behörden, von denen man sich oder den Betreuten über den Tisch gezogen fühlt oder gegen den Betreuten, der 'sozialisiert' werden sollen?

Es geht um die Selbstbestimmung der Betreuer und um Loyalität nach dem Motto: wessen Brot du ißt, dessen Lied du singst. Wer bestellt die Musik? Doch überwiegend das Land, nicht zuletzt die Gerichte. Also haben die BetreuerInnen das Lied des Gesetzgebers zu singen. Was dabei hinten herauskommt (Zitat: Altkanzler Kohl), darf dann dem Betreuer ebenso egal sein, wie es dem Gesetzgeber ist. Oder nicht? Oder darf oder muss erwartet werden, dass die BetreuerInnen die Don Quichoten der Gesellschaft sein sollen im Kampf gegen die Windmühlenflügel der Bürokratie? Schizophren, nicht?

Gruß Heinz
 
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