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marxistische Betreuung?

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hallo M.Günter du erwähntest mehrfach die Ma(r)xime. Ich habe mich mit seinen Schriften und Thesen (Religion ist Opium des Volkes) ...


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Alt 08.07.2009, 14:01   #1
Heinz
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Beiträge: n/a
Standard marxistische Betreuung?

hallo M.Günter

du erwähntest mehrfach die Ma(r)xime. Ich habe mich mit seinen Schriften und Thesen (Religion ist Opium des Volkes) in Verbindung mit Lenin (Religion ist Opium für das Volk) und der Befreiungstheologie Südamerikas auseinander gesetzt. Gestern hörte ich folgenden Beitrag. Ich wusste gar nicht, wie rassistisch und antisemitisch Marx war. Pfui deuvel. Du schriebst, du würdest dich auch an solchen Männern und deren Handeln orientieren?
Kann nicht sein, oder?

://www.wdr5.de/sendungen/scala/sendungsdetailseite.html?tx_wdr5ppfe_pi1[showUid]=4367501&tx_wdr5ppfe_pi1[beitragsUid]=22916&cHash=e174ec3ff7

Marx und Engels intim
Unveröffentlichter Briefwechsel als Hörbuch

Die Akstinat Brüder (Hg.): Marx & Engels intim
Live-Mitschnitt
Gesprochen von Harry Rowohlt, Dr. Gregor Gysi, Anna Thalbach
1 Audio-CD, Laufzeit: ca. 70 Min.
Random House Audio, Mai 2009
ISBN: 978-3-8371-0006-8, Euro 14,95

Harry Rowohlt, Gregor Gysi und Anna Thalbach lesen unzensiert aus dem privaten Briefwechsel von Karl Marx und Friedrich Engels. Diese Briefe der beiden Männer, die seit mehreren Generationen teilweise zu gottähnlichen Ikonen erhoben wurden, sind so deftig, dass man ihre Echtheit anzweifelt.

Scala stellt zwei hochbegabte und geniale (Selbst-) Darsteller vor, die auch grandiose Lästermäuler waren.
 
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Alt 08.07.2009, 16:13   #2
Berufsbetreuer
 
Benutzerbild von heiner
 
Registriert seit: 11.05.2009
Beiträge: 564
Standard

Zitat:
Zitat von Heinz Beitrag anzeigen
hallo M.Günter





Scala stellt zwei hochbegabte und geniale (Selbst-) Darsteller vor, die auch grandiose Lästermäuler waren.
Wen meinst Du damit?

Marx und Engels oder Gysi und Thalbach?

Gruß
Heiner
heiner ist offline  
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Alt 08.07.2009, 16:24   #3
Heinz
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard

Hallo Heiner, wen würdest du denn lieber haben wollen?

gruß Heinz
 
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Alt 08.07.2009, 17:49   #4
Berufsbetreuer
 
Benutzerbild von heiner
 
Registriert seit: 11.05.2009
Beiträge: 564
Standard

Hallo Heinz,

ist doch egal.

Wie bei dem Sack. Sack zu und einfach draufhauen.

Nein das war Spass!

Aber es lässt sich alt immer gut Geld machen mit den Ängsten der "Kleinen".

Schlimm ist es nur, dass es Menschen gibt, die diesen Scharlatanen (Rattenfängern) noch Glauben schenken.
Die Aussagen treffen ja auch größtenteils zu, nur Lösungen haben "die" auch keine.

Gruß
Heiner
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Alt 08.07.2009, 22:14   #5
Forums-Geselle
 
Registriert seit: 12.05.2009
Beiträge: 156
Blinzeln

Hallo Heinz,

dann verteufel mich dir, wenn's dir weiterhilft. Ich finde halt die Forderung ist gut, was ich persönlich von einem heutigen Hartz4-Empfänger (Marx) erwarten würde als Verhalten, ist ein anderes Blatt:
"(...) alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist". (MEW Bd. 1, S. 385)
Marx verbale Eskapaden sind mir schon bekannt, deshalb auch mein Hinweis auf Marc Aurel....

Gruß
M.
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Alt 09.07.2009, 17:10   #6
Heinz
Gast
 
Beiträge: n/a
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Hallo M. Günter,

den Marx scheinst du ja präsent zu haben. Hab mich mit solchen 'Besserwissern' schon zur Schulzeit schwer getan. Nun gut. In seiner Zeit war seine Sozialkritik und der Kampf gegen die Unterdrückung und industrielle Ausbeutung zweifelsfrei angebracht. Aber heute? Selbst die Situation der Arbeitslosen ist heute eine ganz andere, als vor 150 Jahren zur Zeit Bismarcks und der Nationalversammlung in der Paulskirche. Zudem war die Kirche und viele Bevölkerungsschichten im Herzen monarchistisch, weil die Regierung Gott gegeben war und nicht angezweifelt werden durfte.

Insofern war Karl Marx ein politischer Luther. Und das war sicherlich gut so. Die soziale Marktwirtschaft, die jetzt wieder reaktiviert werden soll und proklamiert wird, geht letztlich auf ihn zurück.

Aber gut - was hat Marx uns BetreuerInnen zu sagen? Klassenkampf? Gegen das Establishment? Man schaue sich doch nur mal die Reaktion auf den Bildungsstreik an. Zu Bismarcks Zeiten undenkbar, aber halt auch zu Zeiten von Ulbricht oder Lenin oder heute im Reich der Mitte oder Kuba.

Die Frage ist dann noch: was wollen die Betreuten? Welchen Kampf wollen sie? Im Grunde doch nur für eine höhere HzL. Oder?

Gruß Heinz
 
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Alt 09.07.2009, 20:24   #7
Berufsbetreuer
 
Benutzerbild von heiner
 
Registriert seit: 11.05.2009
Beiträge: 564
Standard

Hallo ihr Beiden,

ich finde es öde, heute noch über Marx zu disskutiern. Das habe ich vor 35 Jahren hinter mich gebracht. Man kann doch nichts verändern, mit solchen Theorien.

2000 Jahre vor Marx war Jesus Christus. Nehme seine Theorie, übertrage sie auf die Arbeiter im Klassenkampf und du hast viel bessere Lösungen.

Aber beide Theorien oder Lehren scheidern.

Warum?

Weil der Mensch dafür nicht geschaffen ist. Du müsstes einen Menschen schaffen, weg vom Egoismus, weg von Machtgier und Erfolgsstreben.
Bei einzelnen mag dies ja noch gelingen, aber nicht in der Masse.

In diesem Sinne Genossen bis bald
Heiner
heiner ist offline  
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Alt 09.07.2009, 22:27   #8
Forums-Geselle
 
Registriert seit: 12.05.2009
Beiträge: 156
Beitrag

Zitat:
Zitat von Heinz Beitrag anzeigen
Hallo M. Günter,

den Marx scheinst du ja präsent zu haben.
Insofern war Karl Marx ein politischer Luther. Und das war sicherlich gut so. Die soziale Marktwirtschaft, die jetzt wieder reaktiviert werden soll und proklamiert wird, geht letztlich auf ihn zurück.

Aber gut - was hat Marx uns BetreuerInnen zu sagen? Klassenkampf? Gegen das Establishment? Man schaue sich doch nur mal die Reaktion auf den Bildungsstreik an. Zu Bismarcks Zeiten undenkbar, aber halt auch zu Zeiten von Ulbricht oder Lenin oder heute im Reich der Mitte oder Kuba.

Die Frage ist dann noch: was wollen die Betreuten? Welchen Kampf wollen sie? Im Grunde doch nur für eine höhere HzL. Oder?

Gruß Heinz
Hallo Heinz,

zunächst erstmal ein Hinweis - im Ursprungsthread gibts neues von mir ;-)
Mir ging es vorrangig um die Marxsche Maxime, dazu sagst du nichts. Bei mir jedenfalls findest du keine MEW.Gesamtausgabe...
Was hat die Marxsche Maxime uns zu sagen? Hmm, schau dir doch mal deine eigenen Fragen an! Sind Zwangsunterbrinugungen aufgrund fehlender Alternativen menschlich? Ist ein persönlicher Kontakt, der aufgrund fehlender Ausführungsbestimmungen nicht leistbar ist für Betreuer gerecht? Ähmm, richtig, was wollen die Betreuten? Und was erwarten sie - wenn ich hier fast 80% der Beiträge lese, gibt es doch eine deutliche Differenz zwischen Anspruch und Wirklichkeit im Betreuungsgesetz, oder worum gehts hier? Der Betreute will ggf. die Befriedungung seiner Bedürfnisse, das Gesetz regelt lediglich die Abarbeitung des vermeintlichen Aufwandes - wenn auch recht selten, so hier oft zu lesen - es fehlt etwas, nämlich die Balance zwischen beidem, nennen wir es mal Bedarf. Darüber kann man hier kaum streiten, weil eine Reflexion darüber nicht stattfindet, oder wenn nur in Ansätzen. Ich bestreite mal keck, dass eine höhere HzL die Empfänger wirklich glücklicher macht und selbst wenn, bedeutet bdies doch wieder Belastungen für Niedriglöhner, die dann ihrerseits geknechtet werden...

Zitat:
Zitat von heiner Beitrag anzeigen
Aber beide Theorien oder Lehren scheidern.

Warum?

Weil der Mensch dafür nicht geschaffen ist. Du müsstes einen Menschen schaffen, weg vom Egoismus, weg von Machtgier und Erfolgsstreben.
Bei einzelnen mag dies ja noch gelingen, aber nicht in der Masse.

In diesem Sinne Genossen bis bald
Heiner
Hmm,

mit dem Menschen, resp. Weltbild kommt ich dann wieder nicht klar, sorry. Da schau ich mir mal meine 4jährige Tochter an, die ähnliche Tendenzen zeitigt - scheiß Gene, oder? Und dann der arme Herr Ackermann, nur noch 1,4 Millionen € Gehalt, statt 14 Millionen - also nur noch gut 333 Hartz4-Jahresregelsätze. Und wofür? Wenn ich mein Auto an den Baum setze,löhn ich mehr Versicherung, wenn Herr Ackermann dies tut, löhn ich mehr Steuern...naja...

Gruß
M.
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Alt 10.07.2009, 07:51   #9
Berufsbetreuer
 
Benutzerbild von heiner
 
Registriert seit: 11.05.2009
Beiträge: 564
Standard

Hallo M.,

es tut mir Leid, wenn Du damit nicht klar kommst.

Aber es gibt Dinge, die sind halt so, ob wir es wollen oder nicht.

Mein Rezept:

Ich habe meinen inneren Frieden gefunden und wirke halt im kleinen.
Familie, Freunde oder hier im Forum.

Ich wünsch Dir einen schönen Tag
Heiner
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Alt 10.07.2009, 08:43   #10
Heinz
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard

Hallo M.Günter,

Zitat:
Zitat von M.Günter Beitrag anzeigen
Mir ging es vorrangig um die Marxsche Maxime, dazu sagst du nichts.
ich meine, ich hätte indirekt darauf geantwortet, nämlich, dass die Situtation heute (scheinbar) eine andere ist.

Zu meinen Fragen und der marxistischen Maxime - überfliegst du mal ein paar meiner Beiträge, dann wirst du feststellen, dass ich idr im Grunde zustimme und gerade das BetrRÄG massiv kritisiere, aber auch dir Haltung der Politiker bzw. des Gesetzgebers.
Als der deutsche Sozialismus in Form des unmenschlichen Kommunismus gescheitert war und alle drüber herfielen, dachte ich bei mir, wartet es ab: der ausbeuterische Kapitialismus wird sich auch noch ad absurdum führen. Und so war es auch.

Als der Neue Markt zusammenbrach dachte ich an die Geschichte der niederländischen Tulpenspekulationen. Und wer denkt, dass die jüngsten Börsenspekulationen eine Wandel auch nur im Denken herbeigeführt haben, hat was nicht mitbekommen: ich war selbst mal im Terminwarenhandel tätig - Abzocke. Und das Geschäft blüht erneut. Und was sagt uns Marx? Hat er sich nicht als Prophet versucht und meinte, es käme zu stetigen Revolutionen bis schließlich zur Befreiung? Wo stehen wir in der Geschichte nach der Vorstellung von Marx? Ich kann kein Aufbäumen gegen das Establishment erkennen? Vielleicht müssen dafür die Arbeitslosenzahlen noch steigen?

Jedenfalls haben wir doch heute überwiegend Genügsamkeit. Selbst die HzL EmpfängerInnen kommen über die Runden, mehr schlecht als recht, aber immerhin. Die soziale Fürsorge wird stetig abgebaut. Die staatliche Gemeinschaft zieht sich aus der Wohlfahrt zurück, oder?

Anlässlich des Bombodroms wollte ich heute eigentlich einen Beitrag schreiben über das halbvolle Glas. Wer hat noch vor 30 Jahren sich die Wiedervereinigung überhaupt vorstellen können? Wer hat sich vor nicht mal 3 Jahren einen schwarzen Präsidenten vorstellen können? Kann man sich heute vorstellen, dass den Entwicklungsländern effektiver geholfen wird und weniger Menschen verrecken? Kann man sich vorstellen, dass die Erderwärmung gestoppt wird? Kann man sich vorstellen, dass das Miteinander in diesem unserem Ländle gerechter gestaltet werden wird?

Ich gebs zu, mir fällt es schwer. Doch die Frage ist doch, wollen wir eine sich selbst erfüllende Prophetie? Wollen wir an etwas glauben, was wir nicht sehen uns aber sehnlich wünschen?

Ob Marx oder Jesus oder Nelson Mandela oder Desmond Tutu oder Martin Luther King oder Ernesto Cardinal oder oder oder

Es gab sie und wird sie immer geben. Daran glaube ich. Und ich wünsche jedem eben diese Zuversicht auch im Umgang mit den Betreuten, die mich gelegentlich schwer in Verlegenheit gebracht haben, als ähnlich 'Unvorstellbares' geschah, an das ich schon nicht mehr geglaubt hatte.

Heinz
 
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