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Moral

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ja ich wäre gern ein Apostel: always hoped that i`d be an apostel knew that I would make it if ...


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Alt 15.07.2009, 10:40   #1
Heinz
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard Moral

ja ich wäre gern ein Apostel:

always hoped that i`d be an apostel
knew that I would make it if I tried,
then when we retire
we can write the gospels
so they`ll still about us when we`ve died.
(A.L Webber Jesus Christ Superstar)

Ich will mal ein paar Themen hier zusammenführen:
- christlich und/oder ethisch christlich oder ethisch
- die vermaledeite Diskussion über den Verdienst von BetreuerInnen Studiengang "Betreuungsrecht"
- und die Ergebnisse der ISG und bitte sich diese mal anzuschauen.
http://www.forum-betreuung.de/situat...html#post24697 #22 von Kohlenklau

Es geht also um Moral. Soweit so gut. Es geht um das erträgliche Einkommen von BetreuerInnen bei einem durchschnittlichen Stundensatz von 3 Stunden pro Monat und 44 Euro pro Stunde und es geht um die steigenden Kosten des Betreuungswesen.

Der Kabarettist Volker Pispers hat es mal am Beispiel der Ärzte vorgerechnet, wie sehr die Zahl der Patienten gestiegen ist mit der Zahl der Ärzte. Das bedeutet, je mehr Ärzte, die von ihrer Arbeit leben wollen, schaffen sich die Patienten, die sie behandeln. Wie das Gesundheitswesen 'floriert', ist ja hinreichend bekannt.

Im Betreuungswesen kann man das ebenso feststellen: die Zahl der BetreuerInnen steigt und entsprechend die Zahl der Betreuer und die Kosten im Betreuungswesen. Nichts gegen ein erträgliches Einkommen. Ich will auch den Aspekt des Neides oder auch nur das Geschmäckle einer Neiddebatte vermeiden.

Es geht wie gesagt vorrangig um Moral. Und ich finde, die Moral hört dort auf, wo Betreute verwaltet werden oder für sie was getan wird, um sie weiterhin zu verwalten, obwohl die Betreuung längst aufgehoben werden könnte. Nur weil jemand sich selbst nicht versorgen kann, verschuldet ist, als Person schwierig und/oder auffällig, besteht meines Erachtens nicht der Grund, diese Betreuung künstlich am Weiterbestehen zu erhalten, damit das Einkommen der BetreuerInnen stimmt. So war das mit dem BetreuungsrechtsänderungsG auch nicht gedacht, wie die Stufung des Stundenkontingents im ersten Jahr belegt. Es soll eine Fluktuation entstehen: den Hilfebedürftigen soll im ersten Jahr möglichst derart geholfen werden, dass die Betreuung alsbald wieder aufgehoben werden kann. Was aber nicht geschieht, da die BetreuerInnen ein starkes Eigeninteresse haben, die Betreuungen als regelmäßige Einnahmequelle zu behalten.

Und die Moral der Geschicht: das Anliegen des Gesetzgebers wurde mal wieder grandios verfehlt. Statt das die Kostenspirale gestoppt und die Kosten verringert wurden, stiegen sie schneller, als vor der Gesetzesreform.

Jetzt kann man anführen, dass keine Betreuung ohne ärztliches Attest oder Gutachten angeordnet oder verlängert wird, wobei 7 Jahre schon ein überschaubarer Zeitraum ist. Und wer hat nicht mal eine depressive Lebensphase oder Anzeichen von Burn out oder wünscht sich auf eine Insel und hört schon das Rauschen des Meeres? Ein paar 'falsche' Antworten oder Reaktionen und jeder Betreuer könnte zum Betreuten werden. Wie unabhängig sind GutachterInnen beim Verneinen der Erforderlichkeit? Wird nicht vielmehr erwartet, die Erforderlichkeit festzustellen? Ist es nicht ein Mix aus vorauseilendem Gehorsam und selbst erfülldender Prophetie?

Der andere Aspekt, wie von mir angesprochen, ist das Stundenkontingent. Ich erachte es als in hohem Maße unmoralisch, Menschen unter Betreuung zu belassen, die zwar mal ein Zeitfenster von 10 oder 20 Stunden im Monat im Rahmen der Mischkalkulation zur akuten Krisenintervention zugebilligt bekommen und dann monatelang den Betreuer nicht mehr zu sehen kriegen. Oder aber die Betreuung wird praktisch nur noch pro forma geführt, aber da kein echter Betreuerbedarf besteht, abkassiert.

Das ist die Amoralität im Betreuungswesen. Und ich finde recht wenig Stimmen, die sich dazu positionieren. Vielleicht ja hier. Freu mich drauf.

Heinz
 
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Alt 15.07.2009, 11:06   #2
Berufsbetreuer
 
Benutzerbild von heiner
 
Registriert seit: 11.05.2009
Beiträge: 564
Standard

Hallo Heinz,

was soll man denn dazu sagen?

Ich bin nachweislich der einzige Berufsbetreuer, in den Landkreisen in denen ich arbeite,der in den letzten Jahren Betreuungen, auf eigenen Antrag, aufheben ließ, da sie meiner Auffassung nicht mehr notwendig waren.

Ich kann mir das aber auch finanziell erlauben. (siehe andere Beiträge)

Wenn Berufsbetreuer davon leben müssen und ihre Familie ernähren, habe ich Verständnis, wenn sie Betreuungen, im Rahmen der Mischkalkulation, behalten.
Dies ist ja auch ausdrücklich vom Gesetzgeber gewollt.

Die Frage stellt sich bei mir nur bei allen "Nebenerwerbkern". Man sollte auch bedenken, dass im Endeffekt, wir, die Steuerzahler, die Zeche bezahlen.

Ich würde dies auch nicht so Hoch aufhängen, mit Moral und so.

Sachzwänge zwingen manchen zu einem Handeln, das für den einen verwerflich und für den anderen legitim ist.

In der Hauptsache sehe ich doch, dass den zu Betreuenden geholfen wird. Wer wieviel bezahlt ist doch dann egal.

Hauptsache Betreuung und keine Abzocke und Verwaltung.

Grüße
Heiner
heiner ist offline  
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Alt 15.07.2009, 13:20   #3
Stracciatellamaus
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard

Super Beitrag Heinz!
Bin ebenfalls auf Antworten der Berufsbetreuer gespannt.
 
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Alt 15.07.2009, 13:37   #4
Heinz
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard

Hallo Heiner,

Zitat:
Zitat von heiner Beitrag anzeigen
Wenn Berufsbetreuer davon leben müssen und ihre Familie ernähren, habe ich Verständnis, wenn sie Betreuungen, im Rahmen der Mischkalkulation, behalten.
Dies ist ja auch ausdrücklich vom Gesetzgeber gewollt.
das sehe ich anders: der Gesetzgeber wollte die Kosten senken, die Betreuungen senken und die Zahl der BetreuerInnen senken. Er wollte 'ausdrücklich' !!!!, dass die Kommunen die Betreuungen führen sollen und keine freiberuflichen Betreuer mehr. Aber leider gibt es da Art. 12 GG und die Berufsgarantie, die in der Entwicklung schädlich für den Haushalt und somit für das Gemeinwesen ist.

Zitat:
Zitat von heiner Beitrag anzeigen
Die Frage stellt sich bei mir nur bei allen "Nebenerwerbkern". Man sollte auch bedenken, dass im Endeffekt, wir, die Steuerzahler, die Zeche bezahlen.
das sehe ich auch so und nicht nur wir, sondern auch die nach uns kommen.

Zitat:
Zitat von heiner Beitrag anzeigen
Ich würde dies auch nicht so Hoch aufhängen, mit Moral und so.
Sachzwänge zwingen manchen zu einem Handeln, das für den einen verwerflich und für den anderen legitim ist.
legal, illegal, sch..... egal?

Zitat:
Zitat von heiner Beitrag anzeigen
In der Hauptsache sehe ich doch, dass den zu Betreuenden geholfen wird. Wer wieviel bezahlt ist doch dann egal.
Wie gesagt, die Gesellschaft macht sich erst ihre Betreuten.

Zitat:
Zitat von heiner Beitrag anzeigen
Hauptsache Betreuung und keine Abzocke und Verwaltung.
grundsätzlich einverstanden. Ich vermute nur, dass ich dort Abzocke und Verwaltung sehe, wo du (noch) keine erkennst.


Gruß Heinz
 
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Alt 15.07.2009, 14:16   #5
Berufsbetreuer
 
Registriert seit: 30.07.2007
Beiträge: 1,050
Standard

Zitat:
Zitat von Stracciatellamaus Beitrag anzeigen
Super Beitrag Heinz!
Bin ebenfalls auf Antworten der Berufsbetreuer gespannt.

Heinz schreibt nur super Beiträge

U.a. schrieb er:
Zitat:
Der andere Aspekt, wie von mir angesprochen, ist das Stundenkontingent. Ich erachte es als in hohem Maße unmoralisch, Menschen unter Betreuung zu belassen, die zwar mal ein Zeitfenster von 10 oder 20 Stunden im Monat im Rahmen der Mischkalkulation zur akuten Krisenintervention zugebilligt bekommen und dann monatelang den Betreuer nicht mehr zu sehen kriegen. Oder aber die Betreuung wird praktisch nur noch pro forma geführt, aber da kein echter Betreuerbedarf besteht, abkassiert.
.....unmoralisch, Menschen unter Betreuung zu belassen?

Warum den Begriff Betreuung so negativ umrahmen?

Eine Betreuung dient - zumindest sollte es so sein - dem Wohle des Betreuten.

Dass diesbezüglich die Meinungen auseinander gehen, ist offenkundig.

Ich habe einen Betreuten mit dem Aufgabenbereich "Behördenangelegenheiten".

Zu Betreuungsbeginn musste ich ganz schön Gas geben, wobei der genannte Aufgabenbereich natürlich immer mit Vermögensangelegenheiten verquickt ist.

im Laufe der Zeit nahm der Arbeitsanfall natürlich ab, wobei ich - unterm Pauschalierungsstrich - wohl immer noch zeitlich etwas mehr investiert habe.

Aber: Selbst wenn ich nicht mehr auf die vorgegebenen 3,5 Stunden im Monat käme, so scheint der Betroffene dennoch nicht in der Lage, seine Dinge selbst sachgemäß zu erledigen oder besser gesagt: Er braucht eine Unterstützung (auch Kontrolle) an seiner Seite - wofür er auch (wie er mir sagte) dankbar ist.

Eine Alternative zur Betreuung besteht offenbar nicht (keine Angehörigen etc.).

Daher sehe ich - bezogen auf die o.g. Aussage von Heinz - auch grundsätzlich nichts Unmoralisches - gerade weil eine Betreuung nicht unmoralisch zu sein hat.

mfg

Geändert von carlos (15.07.2009 um 14:24 Uhr)
carlos ist offline  
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Alt 15.07.2009, 14:22   #6
Admin
 
Benutzerbild von michaela mohr
 
Registriert seit: 22.08.2005
Ort: Darmstadt
Beiträge: 3,574
Standard

Hallo heinz,

Du schreibst:
das sehe ich anders: der Gesetzgeber wollte die Kosten senken, die Betreuungen senken und die Zahl der BetreuerInnen senken. Er wollte 'ausdrücklich' !!!!, dass die Kommunen die Betreuungen führen sollen und keine freiberuflichen Betreuer mehr.

Dann soll er das doch bitte tun!
Der Art. 12 und die Berufsgarantie sind sicherlich nicht die Hinderungsgründe.
Auch den neusten BLAG Berichten findet sich leider kein Wort von der Zunahme der psychischen Erkrankungen auf Grund der "ungesunden" gesellschaftlichen Lebensverhältnisse. Man könnte meinen, diese Veröffentlicher leben auf einem anderen Stern. Es wäre ja auch "ungesund" sich darüber Gedanken machen zu müssen was im Staat nicht stimmt.

Die Sache mit dem ersten Krisenzeitfenster und der danach vernachlässigten Betreuungssituation ist mir zu überspitzt und auch zu platt. Aus meiner/der Praxis weiss ich/wissen wir alle, das eingerichtete Betreuungen (für Berufsbetreuer) meist nur die Spitze des Eisbergs an Problemen sind.

Welche Gründe dafür sprechen auch Betreuungen weiterzuführen wo das Gröbste erst mal erledigt wurde möchte ich persönlich auch nicht unter hämischen Augen diskutieren.

Gruss
Michaela
michaela mohr ist offline  
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Alt 15.07.2009, 14:49   #7
Heinz
Gast
 
Beiträge: n/a
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Hallo Michaela,

Art. 12 GG und die Berufsgarantie ist für mich einleuchtend, weshalb der Gesetzgeber nicht sein Ziel realisieren konnte, den Berufsstand wieder abzuschaffen, wie er es gerne gehabt hätte.
Die Versorgungsämter wurde auch aufgelöst und den Kommunen zugeschoben. Jegliche Logik der Kosten und der Versorgung der Behinderten war dem Gesetzgeber egal.

Wie sehr gerade die Justizminister der Länder das Ziel verfolgten, davon zeugen die Veröffentlichungen und Protokolle. Wie sehr die Berufsverbände auf die fatale Entwicklung der Kostensteigerung und der Folgen für die Betreuten hingewiesen haben, lässt sich ebenfalls gut nachlesen. Beide Berufsverbände (BdB und VfB) und der VGT (Vormundschaftsgerichtstag) sind Sturm gelaufen gegen diese Gesetzesänderung. Zum Teil wollten sie, insb. der BdB noch mehr Qualitätssicherung hineingenommen sehen, dann aber auch ein Ausgleich der Mehrwertsteuer und eine Verschärfung der Zulassung von BetreuerInnen mit ausschließlich einem Abschluss eines entsprechenden (Fach-) Hochschulstudiums. All dieses Forderungen waren dem Gesetzgeber deshalb egal, weil die Arbeit eh vorrangig Ehrenamtliche und Angehörige leisten sollen.

Du schlägst vor, dass er das doch bitte tun soll. Er kann es schlicht und ergreifend nicht. Wenn du den Prozess bishin zur Verabschiedung dir vor Augen führst, ich habe es aus 3 Verbänden erlebt (VfB, RdB (Ring deutscher Betreuer) und VGT), dann konnte man jeglichen Verstand verlieren und schreiend durch die Straßen laufen.

Du fragst nach einen Zusammenhang von Zunahme psychischer Erkrankungen aufgrund von ungesunden gesellschaftlichen Lebensverhältnisse. Gibt es eine solche Stastik über einen solchen Zusammenhang? Wir haben den Armutsbericht, wie haben die Stastik über steigende Zahlen von Suizid im Alter, aber nirgends habe ich gelesen, dass da irgendwelche Zusammenhänge geknüpft werden. Ich denke, eine Ursächlichkeit im Sinne einer kausalen Verknüpfung wird auch schwer nachzuweisen sein.

Du schreibst, dass die eingerichteten Betreuungen nur die Spitze des Eisbergs an Problemen sind. Wie meinst du das?

Gruß Heinz
 
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Alt 15.07.2009, 15:51   #8
Berufsbetreuer
 
Benutzerbild von heiner
 
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Beiträge: 564
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Hallo,

Betreuungen sind für unsere Gesellschaft notwendig und in Grunde eine sinnvolle Sache.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass immer mehr Fälle von Betreuungen eingerichtet werden, um den Haushalt für Soziales zu schonen.

Unter dem Motto:

Wir brauchen dann nicht zu Zahlen, das geht ja auf Kosten der Justizkasse.

Ich weiß ja nicht wie es in anderen Bezirken, Landkreisen oder Ländern ist.
Ich wurde vor Jahren von der Betreuungsbehörde gebeten, als Berufsbetreuer zu arbeiten, da zu wenig Betreuer vorhanden waren. Vorallem unter 65 Jahren.

Es scheint doch enorm große, reginale Unterschiede zu geben.

Gruß
Heiner
heiner ist offline  
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Alt 15.07.2009, 18:59   #9
Admin
 
Benutzerbild von michaela mohr
 
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Ort: Darmstadt
Beiträge: 3,574
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Hallo heinz,

Betreuung ist immer noch kein "Beruf" sondern eine Tätigkeit- sehr zum Leidwesen der Verbände.

Statistiken bzw. Zahlen und Überlegungen zu meiner These kannst Du in allen Berichten der Wohlfahrtsverbände, in allen Psychiatrieberichten (Jahres wie Monatsberichte) und nicht zuletzt in Stellungnahmen von Frau Ackermann zum Betreuungsrechtänderungsgesetz nachlesen.

Zu der letzten Frage: ich habe kürzlich drei neue Betreuungen übernommen. Es sollte "nur" um Wohnungsprobleme und eine kleine Demenz, eine psychische Störung gehen. Diese Betreuungen sind ein Fass ohne Boden. Der städtische Sozialdienst wusste seit einem geschlagenen Jahr um die absolut desolate Situation- passiert ist nichts. (Heiner hat das schon goldrichtig richtig erkannt.
Zitat: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass immer mehr Fälle von Betreuungen eingerichtet werden, um den Haushalt für Soziales zu schonen.)

Ausgewachsen sind diese Fälle zu Fällen mit Doppeldiagnosen, mit totaler medizinischer Unterversorgung, Kontovollmachtsmissbrauch, Krankenversicherungs bzw. allg. Leistungsprobleme, Obdachlosigkeit, Versorgungsproblemen, Renovierungsproblemen, Schulden und diverses "Kleinzeug" .
Mit meinem Satz und obigem Beispiel meinte ich, dass die Spitze in der augenscheinlichsten Auffälligkeit besteht und dass erst mit der Zeit das gesamte Ausmass der Misere - und damit dem Handlunsgbedarf- klar wird.
Klar, lässt sich alles in einem halben Jahr und mit den angesetzten Stunden regeln. danach kassiere ich nur noch.

Im Übrigen- was die "Moral" betrifft schliesse ich mich mal einfach und gerne und begeistert Carlos an.

Grüsse
Michaela

Geändert von michaela mohr (15.07.2009 um 19:07 Uhr)
michaela mohr ist offline  
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Alt 15.07.2009, 22:32   #10
Berufsbetreuerin / Diplom-Sozialpädagogin
 
Registriert seit: 02.06.2008
Beiträge: 149
Standard

Hallo Heinz, Mods, Forum,

uups, Superbeitrag über all die bösen Berufsbetreuer, die die Kosten des Betreuungswesen in die Höhe treiben, weil sie die Personen nicht abgeben, die nicht mehr betreuungsbedürftig sind. Witz, Provokation oder wie oder was?

Ich wäre froh, wenn ich mal eine Betreuung hätte, die ihre Angelegenheiten wieder selbst regeln könnte und ich dem Gericht schreiben könnte, Betreuung kann aufgehoben werden, Notwendigkeit besteht nicht mehr.

Naja, ich wüßte einige Faktoren, die für steigende Betreuungskosten mitverantwortlich sind so z.B. unser Sozialsystem, das sich seit Hartz 4 so verändert hat, dass man weder psychisch krank noch sonstwie ernsthaft beeinträchtigt sein darf, um Leistungen kürzungsfrei zu erhalten. Krankenhaussozialdienste, die nicht tätig werden, sondern sofort sagen, Mensch braucht Betreuung. Pflegeheime, die allenfalls Grundversorgung leisten und denen man sich ohne Angehörige und Betreuung nicht aussetzen sollte, Angehörige, die nicht bereit sind Verantwortung zu übernehmen....

Wie heißt es bei Woyzeck: "Moral ist, wenn man moralisch ist."

Karla
Karla ist offline  
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