Dies ist ein Beitrag zum Thema Betreuungsmüde? im Unterforum Off Topic Bereich , Teil der Offenes Forum gesetzliche Betreuung
Hallo!
Ich bin seit ein paar Jahren ein ehrenamtlicher Betreuer und befinde mich in Erwerbsunfähigkeitsrente. Somit habe ich die Zeit, ...
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#1 |
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Einsteiger
Registriert seit: 25.11.2008
Ort: Bodenseeregion
Beiträge: 19
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Hallo!
Ich bin seit ein paar Jahren ein ehrenamtlicher Betreuer und befinde mich in Erwerbsunfähigkeitsrente. Somit habe ich die Zeit, mich um die mir anvertraute Betreuung zu kümmern. Dies habe ich bisher sehr gerne gemacht. Andererseits stelle bei mir seit einiger Zeit auch eine Betreuermüdigkeit fest. Sehr wohl weiß ich, dass diese Betreuer-Tätigkeit schöne wie auch nicht so schöne Zeiten bzw. Momente hat. Durch die komplexen gesetzlichen Rahmenbedingungen und die dadurch auch manchmal eingeschränkten Arbeitsbedingungen, denke ich manchmal, gebe Deine Betreuung ab. Andererseits sehe ich beispielsweise Betreuer die ihre Betreuung im großen Stil neben ihrer Rechtsanwalttätigkeit betreiben. Oftmals Betreute die in Pflegeheimen wohnen. Da meine Partnerin als examinierte Altenpflegerin arbeitet, habe ich einen kleinen Einblick. Wie ergeht es Euch? Wie fühlt ihr Euch nach Jahren der Betreuertätigkeit, bzw. ehrenamtlichen Betreuertätigkeit? Viele Grüße Franz-Joseph
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Zur Werdung des Mensche sind die bitteren Stunden unerlässlich! (Konrad Adenauer) |
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#2 |
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Berufsbetreuerin
Registriert seit: 16.12.2008
Ort: Berlin
Beiträge: 376
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Hallo fjw,
also ich führe jetzt Betreuungen seit ca. 11 Jahren berufsmässig. Ich liebe meine Arbeit noch immer, dabei ich gestehen muss, dass es eben auch andere Tage gibt, wo man am liebsten alles hinschmeißen möchte. Aber gibt es das nicht in jedem Job? ![]() An den Tagen, wo man wirklich Krake spielen muss, um allen Ansprüchen zu genügen und einem die Behörden immer wieder Steine in den Weg legen ist eben manchmal die Grenze erreicht. Aber mittlweile weiss ich, dass sich die Stimmung bald wieder ändern kann und ich versuche einfach in solchen Momenten mich mit anderen schönen Dingen im privaten Bereich zu belohnen! |
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#3 |
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Ehrenamtlicher Betreuer
Registriert seit: 23.02.2004
Ort: im Norden
Beiträge: 1,191
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Hallo,
ich führe seit 1996 Betreuungen, und wenn ich noch einmal die Wahl hätte, würde ich es mir sehr überlegen. Man ist dann für wildfremde Menschen zuständig, was sehr schwierig sein kann. Dankbarkeit gibt es kaum. Es ist nicht durchgehend negativ, als Betreuer zu arbeiten. Ich kann aber auch nicht sagen, dass ich eine Betreuung mit Freude oder Spaß führe. Was schade ist. Gruß Andreas |
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#4 |
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Gesperrt
Registriert seit: 04.04.2004
Ort: NRW
Beiträge: 2,302
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Hallo,
mir geht es ganz genauso wie BetrKl. Mittlerweile bin ich jetzt fast 9 Jahre dabei und kenne diese Höhen und Tiefen gut. Man vergisst schnell mal warum man diese Arbeit eigentlich macht. Mir hilft dann, dass mir den Sinn des Ganzen in Erinnerung rufe und warum ich genau in diesem Beruf tätig geworden bin. Der alltägliche Wahnsinn überschattet an manchen Tagen alles andere. Ich liebe meine Arbeit immer noch sehr, ich bin mit Leib und Seele Betreuerin und auch wenn ich manchmal fluche und jeden um seinen ordentlichen Feierabend beneide, so weiß ich doch, dass sie einen Sinn hat und auf fruchtbaren Boden wächst und gedeiht. Als für die Berufsbetreuer die Pauschalisierung kam, hatte ich kurz überlegt alles hinzuwerfen, weil ich wusste, dass ich die Menschen nicht mehr in dem bisherigen Umfang betreuen kann. Ich habe es nicht übers Herz gebracht und mich irgendwie damit arrangiert. Es ist nicht leichter geworden, ständig gibt es neue Gesetze, die einem die Arbeit erschweren, aber auch gerade deshalb brauchen die Betroffenen unsere Hilfe. Was wäre auch manchen geworden, wenn wir nicht zur Stelle gewesen wären? Was wäre, wenn es uns gar nicht geben würde? |
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#5 | |
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Ehrenamtlicher Betreuer
Registriert seit: 23.02.2004
Ort: im Norden
Beiträge: 1,191
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Zitat:
da sieht man ganz deutlich den Unterschied zwischen Berufsbetreuer und ehrenamtlichen Betreuern. Konnte ich als Ehrenamtler etwas bewegen ? Ja, in einem Fall habe ich vor Gericht einen Erfolg erzielt, die raffgierige Tochter musste veruntreute Gelder zurückzahlen. Einigen fiesen Verwandten von Betreuten bin ich gehörig auf die Füße gestiegen. Aber sonst muss ich passen. Ich denke, Tina und die anderen Berufsbetreuter haben viel mehr Erfolge vorzuweisen, aber es ist ja auch ein ganz anderes Klientel. Gruß Andreas |
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#6 | |
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Gesperrt
Registriert seit: 04.04.2004
Ort: NRW
Beiträge: 2,302
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Hallo?
Zitat:
![]() Ich glaube schon, wenn Du genauer hinschaust Andreas, dann wirst Du noch mehr entdecken.
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#7 |
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Gesperrt
Registriert seit: 04.11.2009
Beiträge: 5
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Hallo, bin zwar nur eine Betreuerassistentin, die alles mitkriegt und alles um jede Betreuung herum weiß und könnte mir absolut vorstellen, selbst ehrenamtl. oder Berufsbetreuerin zu sein, doch oft bin ich froh, wenn ich das Büro verlassen kann, ohne noch weitere Verantwortung zu tragen. Meinen Chefs bin ich oft nicht neidisch um ihre Stellung. Manche Betreuungen lassen selbst mich zu Hause nicht los. Aber solche Situationen denke ich, gibts in jedem Job. Es gibt Höhen und Tiefen und manchmal machts doch dann nach vielen Mühen doch wieder Spaß, wenn die Karre aus dem Dreck gezogen werden konnte. In diesem Sinne würde ich sagen: weiter machen! Es würde Dir was abgehen.
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