Dies ist ein Beitrag zum Thema Vorgeschichte im Unterforum Off Topic Bereich , Teil der Offenes Forum gesetzliche Betreuung
Hallo,
ich stelle bei mir immer wieder fest, dass es mich ärgert, wenn jemand hier eine ellenlange Vorgeschichte schreibt, warum ...
|
|||||||
| Registrieren | Hilfe | Benutzerliste | Kalender | Suchen | Heutige Beiträge | Alle Foren als gelesen markieren |
|
|
#1 |
|
Ehrenamtlicher Betreuer
Registriert seit: 23.02.2004
Ort: im Norden
Beiträge: 1,219
|
Hallo,
ich stelle bei mir immer wieder fest, dass es mich ärgert, wenn jemand hier eine ellenlange Vorgeschichte schreibt, warum es zu einer Betreuung gekommen ist oder kommen soll, warum alle böse sind, die Verwandten klauen und die Behörden wegsehen. Das interessiert mich zu 99 Prozent überhaupt nicht, da ich an den geschilderten Situationen weder etwas ändern kann, noch die Meinung aller Beteiligten kenne. Jeder Beitrag ist subjektiv, und oft sieht sich jemand als Opfer, den andere als Täter betrachten. Mein Wunsch ist es, dass die Probleme kurz und knapp formuliert werden, mit eine konkreten Frage am Ende. Dazu einige Fragen: - seht ihr das auch so ? Oder soll es doch lieber ausführlich sein ? - sollten die Administratoren regelnd eingreifen, auch wenn das ggfls. eine Art Zensur bedeutet ? In einem kleinen PC-Forum wird das z. B. so gehandhabt: jeder, der sich neu anmeldet, muss zwingend Angaben zur Hardware machen, da dies hilft, Rückfragen zu vermeiden. Wer dies nicht macht, fliegt sofort wieder raus. Hier sollte bei einer Anmeldung ein entsprechender Hinweis erfolgen. Und bei Verstoß gegen die Regeln wird der Beitrag gelöscht. Wie sehen die anderen Forumsmitglieder das ? Gruss Andreas |
|
|
|
|
|
#2 |
|
Berufsbetreuerin / Rechtsanwältin
Registriert seit: 01.04.2009
Beiträge: 529
|
Also mich ärgert es nicht, wenn jemand die Lebenssituation, die ihm zu schaffen macht, ausführlich und aus seiner Sicht schildert.
Meiner Meinung nach sollte ein Forum-Betreuung sich nicht darauf beschränken, jedem seine Rolle zuzuweisen (bzw. ihn nur in seiner Rolle wahrzunehmen, deren Rollenbeschreibung häufig Gerichte und Gutachter geliefert haben, die auch nicht unfehlbar sind) und praktikable Tips zur Lösung konkreter Probleme zu geben, sondern es ist zum einen wichtig, zu erfahren, wie Betreute, Angehörige, Betreuer, Rechtspfleger usw. ihre Situation sehen, und zum anderen sollte auch für die, die sich ungerecht behandelt sehen, die Möglichkeit bestehen, Dinge aus ihrer Sicht darzustellen - mit dem Gefühl, wenigstens mal zur Kenntnis genommen zu werden. Es steht jedem frei, Texte zu lesen oder es sein zu lassen. Das, was Menschen, die hier schreiben wollen, zu sagen haben, sollte - solange es nicht rassistisch oder sonstwie menschenverachtend ist, nicht weiter reglementiert oder eingeschränkt werden.
__________________
Die gefährlichsten Unwahrheiten sind die Wahrheiten, mäßig entstellt. (Georg Christoph Lichtenberg) |
|
|
|
|
|
#3 |
|
Ehrenamtlicher Betreuer
Registriert seit: 23.02.2004
Ort: im Norden
Beiträge: 1,219
|
Hallo,
das ist grundsätzlich richtig, allerdings habe ich in den letzten Monaten das Gefühl, es artet aus. Ich erinnere mich an ein Posting, wo auch jemand in aller Ausführlichkeit die Lebensgeschichte und die Befindlichkeiten schildert, und es endete mit Beschimpfungen der Betreuer und der Unterstellung, wir würden alle unter einer Decke stecken und betrügen. Gruß Andreas |
|
|
|
|
|
#4 |
|
Berufsbetreuerin / Rechtsanwältin
Registriert seit: 01.04.2009
Beiträge: 529
|
Ich finde es trotzdem wichtig, solche Gedankengänge kennen zu lernen, jetzt mal unabhängig davon, ob Beschimpfungen und Unterstellungen zum Krankheitsbild gehören oder ob hier jemand verzweifelt ist, weil er gegen Windmühlenflügel läuft und keine Chance sieht.
Dass ich mich dagegen verwahre, mit den zweifellos vorhandenen schwarzen Schafen oder denen, die zum vermeintlichen Wohle des Betroffenen Sachverhalte manipulieren, in einen Topf geworfen zu werden, steht dann auf einem anderen Blatt. Dann geht es aber um die Abwehr der Beschimpfungen, nicht um die umfangreiche Darstellung an sich. Es scheint mir eine gewisse Neigung zu bestehen, die Vielzahl von Problemen, die Personen haben und die ihnen über den Kopf wachsen auf persönliche Unzulänglichkeiten zurückzuführen, die einen betreuungsbedürftig machen, aber auch jemand, der gegen tatsächliches Unrecht kämpft, wird irgendwann verzweifeln, wenn ihm keiner zuhört.
__________________
Die gefährlichsten Unwahrheiten sind die Wahrheiten, mäßig entstellt. (Georg Christoph Lichtenberg) |
|
|
|
|
|
#5 |
|
Dipl.-Gerontologin/ Berufsbetreuerin
Registriert seit: 28.04.2010
Ort: NRW
Beiträge: 94
|
Hallo zusammen,
ich finde es auch völlig in Ordnung, wenn hier jeder in Art und Weise seine Sichtweisen und Geschichten schildert, die er für richtig hält, und wenn etwas völlig ausartet, greifen die Administratoren und Moderatoren ja auch ein. Das heißt natürlich nicht, dass ich alles gerne lese, was hier so geschrieben wird. Aber das ist auch nicht Sinn der Sache und wenn man erst einmal so weit in diesen Überlegungen ist: Wer soll denn bitte beurteilen was wie geschrieben werden darf? Das ist doch völlig subjektiv. Ich erkenne inzwischen recht schnell, welche Beiträge mich überhaupt interessieren und zu welchen Themen ich etwas sagen kann oder will. Diese Beiträge lese ich - die anderen eben nicht.
__________________
Viele Grüße Kathrin |
|
|
|
|
|
#6 | |
|
Gesperrt
Registriert seit: 30.05.2010
Ort: NRW
Beiträge: 9
|
Zitat:
ich würde sagen, egal wieviel Text und Einleitung, solange die Überschrift/das Thema stimmt und der Text übersichtlich gestaltet ist, evtl. die Frage abschließend und abgesetzt gestellt wird, kann sich das doch Jeder raussuchen. Oft bedarf es ja auch einer kurzen "Umschreibung" der Situation, besonders hier stelle ich fest, dass es sehr viele unterschiedliche "Fälle" und zu jedem auch wieder unterschiedliche Anforderungen bezgl. der Frage-Antwort ausarbeitung. Grüße |
|
|
|
|
|
|
#7 |
|
Berufsbetreuerin / Rechtsanwältin
Registriert seit: 01.04.2009
Beiträge: 529
|
Ich denke auch, man kann nicht grundsätzlich sagen, dass etwas zu lang oder zu kurz ist.
Ich habe auch als Anwältin gelernt, dass man Gerichte mit überlangen Schriftsätzen eher verärgert und dass es positiv gesehen wird, wenn man mit angenehmem Zeilenabstand nicht allzu viel schreibt. Trotzdem hat man manchmal nur eine Chance, wenn man vom Regelfall abweicht. Vor einigen Jahren wurde einer meiner Betreuten von seiner satt-sauber pflegenden Umweld quasi als Geisel genommen, weil die an ihm monatlich über 3000 € verdienten, und bei ihm wirkte eine Art Stockholm-Syndrom, so dass er auf Befragen äußerte, nicht weg zu wollen und meine Besuche nicht zu wollen. Da mir der Zugang zum Betreuten verweigert wurde und weder Betreuungsstelle noch Betreuungsgericht helfen konnten, habe ich beim normalen Amtsgericht für Zivilsachen einen auf 15 Seiten begründeten Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung eingereicht, um Besuche von mir und Freunden von früher zu erzwingen. Nachdem die Richter sich bei den Kollegen vom Betreuungsgericht vergewissert hatten, dass man dort machtlos ist, rief mich eine Richterin der Mietabteilung an, die mich auf ein paar Aspekte zur besseren Formulierung des Antrags hinwies, aber auch sagte, wenn ich den Sachverhalt nicht so ausführlich geschildert hätte, hätte der Antrag kaum eine Chance gehabt. So gab es aber ungläubiges Staunen - wie kann so etwas nur möglich sein? -, und da sich in der kurzfristig angesetzten mündlichen Verhandlung alles,was ich gesagt hatte, verifizierte, erging dann auch die einstweilige Anordnung. Also - normal bin ich immer für kurz, aber in dem speziellen Fall musste es eben mal lang sein.
__________________
Die gefährlichsten Unwahrheiten sind die Wahrheiten, mäßig entstellt. (Georg Christoph Lichtenberg) |
|
|
|
|
|
#8 |
|
Gast
Beiträge: n/a
|
Kann mich den vorigen Beiträgen nur anschließen: Für manch einen Betroffenen mag es evtl. sowieso schon eine Hürde sein hier über persönliche Probleme zu berichten. Wenn er dann noch umgehend reglementiert würde, hat er wahrscheinlich grad den letzten Beitrag geschrieben...wäre schade!
Und: Nicht immer geht es nur um klare Fakten, die sich dann auch noch kurz schildern lassen. Häufig sind die Rahmenbedingungen ja erforderlich, um sich den Sachverhalt wirklich vorstellen zu können, bzw. einige Lösungen / Herangehensweisen schon mal auschließen zu können. Ich finde, jeder schreibt so, wie er es am besten kann. Die Hemmschwelle sollte hier in keinem Fall zu hoch sein. Grüße! |
|
|
|
#9 |
|
"Nervensäge" vom Dienst
Registriert seit: 08.12.2008
Beiträge: 441
|
Hallo Andreas,
ich habe diesen Thread erst heute entdeckt, schon käme mein Senf schon früher ;-) Ich bin etwas erschüttert darüber, wie du anregst, das Ganze hier zu technisieren! Wir reden hier über MENSCHEN, nicht über Maschinen! ![]() Jeder sollte hier die Möglichkeit haben, seine Geschichte auch ruhig in epischer Breite zu erzählen. Die Mods haben bislang, für mein Empfinden, mit gutem Gespür dezent und mehr aus dem Hintergrund moderiert und so sollte es auch weiterhin sein. Klar kanns nervig sein, wenn man zum 999sten Mal liest, wie scheisse Betreuer sind (geht mir als Betreute genauso ), aber Leute die zum ersten Mal hier sind und sich trauen zu schreiben, wissen nix von den x-Threads, die wir schon kennen. Jeder von uns hat sicherlich Vorlieben, ich steh z.B. auch auf Sätze in deutscher Sprache und mit Punkt und Komma. Ist aber nicht immer der Fall, so what? Denjenigen zusammenstauchen? Nach Mods schreien? Lächerlich! Wenn dir ein Beitrag zu lang ist, dann hör auf zu lesen und ignoriere den. Empfehle ich mal so direkt. ![]() Gruss, MurphysLaw |
|
|
|
![]() |
| Lesezeichen |
| Themen-Optionen | |
| Ansicht | |
|
|