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Haftpflichtversicherung bei 90-jaehriger abschliessen?

Dies ist ein Beitrag zum Thema Haftpflichtversicherung bei 90-jaehriger abschliessen? im Unterforum Rechtsfragen im Rahmen des Betreuungsrechts , Teil der Offenes Forum gesetzliche Betreuung
Ein Hallo an Alle! Ich bitte um eure Beurteilung / Erfahrungen zu folgender Frage: Ich habe ein Betreute, 90 Jahre, ...


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Alt 02.12.2017, 17:27   #1
Einsteiger
 
Benutzerbild von MaBe
 
Registriert seit: 21.09.2011
Ort: Berlin
Beiträge: 20
Standard Haftpflichtversicherung bei 90-jaehriger abschliessen?

Ein Hallo an Alle!

Ich bitte um eure Beurteilung / Erfahrungen zu folgender Frage:

Ich habe ein Betreute, 90 Jahre, Pflegestufe 3, geht nicht mehr aus dem Pflegeheim raus, ist aber noch mobil innerhalb, bewegt sich auf ihrer Station mit dem Rollator.

Es besteht keine Hapftpflichtversicherung.

Sie ist vor acht Jahren ohne Versicherung ins Heim gekommen, die VOR-Betreuerin hatte keine Versicherung aufgrund des geringen Aktivitaetsradius abgeschlossen. Meine Ruecksprache im Heim bei einer Sozialarbeiterin zur Notwendigkeit einer Versicherung wurde als unnoetig eingeschaetzt.
Zur Person laesst sich noch sagen, sie ist sehr ruhig, eher Einzelgaengerin und von den Bewegungen und (gedanklichen) Abläufen eher langsam.
Gutachtenmaessig wird sie " bezueglich komplexer Abläufe und Sachverhalte in der freien Willensbildung und der Geschaeftsfaehigkeit beeintraechtigt " beurteilt.

Vom Gefuehl her wuerde ich auch sagen, keine grosse Haftungsgefahr. Aber ich moechte nicht selbst in Haftung genommen werden koennen, sollte unwahrscheinlicherweise etwas passieren und ich weiss nicht, ob meine Ehrenamts-Haftfplichtversicherung vom Gericht aus mich in solchen Faellen schuetzen wuerde...

Was wuerdet ihr mir empfehlen?

Bin ich da zu aengstlich?

Gruesse von MaBe

P.S.: wie kriegt man denn die verdammten Umlaute hin?!
MaBe ist offline  
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Alt 02.12.2017, 18:33   #2
agw
Admin/ Berufsbetreuer
 
Benutzerbild von agw
 
Registriert seit: 15.01.2009
Ort: Hessen
Beiträge: 3,845
Standard

Zitat:
Aber ich moechte nicht selbst in Haftung genommen werden koennen, sollte unwahrscheinlicherweise etwas passieren
Hallo,
Wegen deiner Haftung brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Eine Haftpflichtversicherung ist nicht vorgeschrieben von daher kann dich auch keine Haftung wegen Versäumnissen treffen.
__________________
Zwei Dinge sind zu unserer Arbeit nötig: Unermüdliche Ausdauer und die Bereitschaft, etwas, in das man viel Zeit und Arbeit gesteckt hat, wieder wegzuwerfen.
(Albert Einstein)


agw ist offline  
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Alt 02.12.2017, 20:33   #3
Einsteiger
 
Benutzerbild von MaBe
 
Registriert seit: 21.09.2011
Ort: Berlin
Beiträge: 20
Standard

Hallo agw,

Danke, da fällt mir doch ein Stein vom Herzen....

ich möchte ihr die Kosten nicht unnötigerweise 'aufhalsen' war aber doch beunruhigt ... was ist wenn sie einen Rappel kriegt und jemanden mit dem Rollator umschubst oder einen Pfleger haut -beißt- kratzt, eben verletzt...

Falls du Zeit hast: wie ist das mit der Versicherungspflicht? Besteht gar keine Pflicht zur Haftpflicht? auch nicht für Betreute außerhalb von Wohn- oder Pflegeheimen? Und was ist dann im Schadensfall?

Meine Güte, Fragen über Fragen!

Viele Grüße
MaBe
MaBe ist offline  
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Alt 03.12.2017, 10:34   #4
Admin/ Berufsbetreuerin
 
Benutzerbild von michaela mohr
 
Registriert seit: 22.08.2005
Ort: Darmstadt
Beiträge: 8,613
Standard

Zitat:
wie ist das mit der Versicherungspflicht? Besteht gar keine Pflicht zur Haftpflicht? auch nicht für Betreute außerhalb von Wohn- oder Pflegeheimen?
agw sagte es doch bereits:
Zitat:
Eine Haftpflichtversicherung ist nicht vorgeschrieben von daher kann dich auch keine Haftung wegen Versäumnissen treffen.
Es kann ja auch kein "Normal"Bürger zu einer Versicherung gezwungen werden.

Zitat:
Und was ist dann im Schadensfall?
Dann muss der Schadensverursacher zahlen. Ob betreut oder nicht. Ist kein Geld da, hat er Schulden aufgebaut.

Es ist- je nach Krankheitsbild u. U. Alter- nicht immer einfach eine Versicherung die im Schadensfall eintritt zu bekommen.
__________________
diese kommunikation wurde im rahmen der überwachungsgesetze auf ihre kosten dauerhaft gespeichert und wird jederzeit weltweit gegen sie verwendet werden. danke für ihre kooperation.
michaela mohr ist offline  
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Alt 03.12.2017, 16:46   #5
Admin/Berufsbetreuer
 
Benutzerbild von Imre Holocher
 
Registriert seit: 16.03.2004
Ort: Betreuungsbüro Herrlichkeit 6 in 28857 Syke
Beiträge: 5,568
Standard

Moin moin

Eine Haftpflichtversicherung ist zwar eine schöne Sache, aber sie kostet Geld. Hat jemand genug davon, ist es sinnvoll eine abzuschließen. Bei alten Menschen im Pflegeheim und schwer psychisch krankenn Menschen sollte man überlegen, ob die Versicherung im Schadensfall auch zahlt.
Das tut sie nämlich nicht immer und begründet das damit , dass der oder die Versicherte ja gar nicht mehr zurechnungsfähig ist. Dann hat man die Versicherung gefüttert und helfen tut sie nicht, wenn' brennt.

MfG

Imre
__________________
Fehler sind dazu da, um sie zu machen
und daraus zu lernen.
Fehler sind nicht dazu da, sie dauernd zu wiederholen.
Imre Holocher ist offline  
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Alt 05.12.2017, 00:22   #6
Einsteiger
 
Benutzerbild von MaBe
 
Registriert seit: 21.09.2011
Ort: Berlin
Beiträge: 20
Standard

Danke für die Antworten!
Ich habe verstanden, dass es keine Pflicht zum Abschluss einer Versicherung gibt, dementsprechend keine Haftung für mich im Schadensfall, das ist entlastend.
In diesem Fall hat die Betreute kein Geld, nur ihren Barbetrag vom Bezirksamt.
Es gibt ja neuerdings auch Möglichkeiten von Haftpflichtversicherungen für (beschränkt) geschäftsunfähige Personen, aber in diesem Fall? Da würde ich ihr bestimmt keinen guten Dienst erweisen...

Grüße
MaBe
MaBe ist offline  
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Alt 05.12.2017, 14:45   #7
Forums-Geselle
 
Registriert seit: 03.07.2013
Ort: Oldenburg
Beiträge: 136
Standard

Frage den Heimbetreiber. Ggf. gibt es eine Versicherung für die im Pflegealltag vorkommenden Schäden
(Hörgerät der Nachbarin gegessen oder so )

Frage die Betreute, ob sie das Haftpflichtrisiko absichern will. Kostet realistisch 5€ im Monat, ist also grundsätzlich leistbar. Dazu raten würden ich ihr aber nicht.
__________________
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K.Wagner ist offline  
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Alt 06.12.2017, 20:00   #8
Stammgast
 
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Ort: Nordost-Thüringen
Beiträge: 809
Standard

Im übrigen ist zu beachten, dass verschiedene Versicherungen für Sozialhilfeempfänger (SGB II und XII) bedarfserhöhend sind. Hierzu gehört u.a. auch eine private Haftpflichtversicherung. Das Argument, es ist kein Geld für sowas da, zählt im Grunde genommen nicht.

Ob es im speziellen Fall hier sinnhaftig ist, eine Versicherung abzuschließen, ist bereits ausführlich besprochen worden. Da ist, soweit ich sehe, nichts hinzuzufügen.
__________________
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Betreuerwichtel ist offline  
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Alt 06.12.2017, 20:14   #9
Admin/ Berufsbetreuerin
 
Benutzerbild von michaela mohr
 
Registriert seit: 22.08.2005
Ort: Darmstadt
Beiträge: 8,613
Standard

Zitat:
Im übrigen ist zu beachten, dass verschiedene Versicherungen für Sozialhilfeempfänger (SGB II und XII) bedarfserhöhend sind.
Das ist nicht ganz richtig.
Die Beträge für diese Versicherungen sind lediglich vom Einkommen abzuziehen. Wer also kein Einkommen, z.Rente zusätzlich oder, oder, hat muss die Kosten der Versicherungen selbst tragen.
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michaela mohr ist offline  
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Alt 08.12.2017, 10:29   #10
Forums-Azubi
 
Registriert seit: 31.03.2016
Ort: Würzburg
Beiträge: 44
Standard

Die Frage ist ja auch, was denn im Ernstfall passieren soll, wenn die Betreute wirklich einen Schaden verursacht?

Sie ist 90 und offenbar mittellos. Selbst wenn ein Geschädigter irgendwann mal ein Urteil gegen sie erstreitet, das einen Schadensersatzanspruch zuspricht, wird man das Geld doch nie von ihr holen können. Der Barbetrag ist nicht pfändbar.

Ich sehe sowas gelassen.

Bei vermögenden Betreuten ist es natürlich etwas anderes.
Silke77 ist offline  
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