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Was darf ein/e Betreute/r ?

Dies ist ein Beitrag zum Thema Was darf ein/e Betreute/r ? im Unterforum Rechtsfragen im Rahmen des Betreuungsrechts , Teil der Offenes Forum gesetzliche Betreuung
Guten Tag, ich bin das erste Mal hier. Ich betreue (Gerichtsbetreuung) eine 90-Jährige im Pflegeheim. Sie ist dement und sitzt ...


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Alt 19.03.2009, 08:04   #1
Gesperrt
 
Registriert seit: 18.03.2009
Ort: NRW
Beiträge: 7
Frage Was darf ein/e Betreute/r ?

Guten Tag,
ich bin das erste Mal hier. Ich betreue (Gerichtsbetreuung) eine 90-Jährige im Pflegeheim. Sie ist dement und sitzt im Rollstuhl.
Nun zu meiner Frage:
Das Pflegepersonal hat die Frau zum Einkaufen (im Haus) gefahren. Dort hat man ihr für 39,90 € einen wirklichen Fummel (etwas ähnliches wie eine Bluse) verkauft. Auf der Quittung steht Pullover.
Das Pflegepersonal hat dieses Teil auch sofort zeichnen (patchen) lassen. Eine Rückgabe ist also nicht mehr möglich.
Ich bekam vom Heim Post, dass das Verwahrgeldkonto leer ist, ich dringend erneut einzahlen soll.
Muss ich als Betreuerin dulden, dass man die alte Frau einkaufen lässt?
Danke im Voraus.
lesru
lesru ist offline  
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Alt 19.03.2009, 08:14   #2
Berufsbetreuerin
 
Registriert seit: 16.12.2008
Ort: Berlin
Beiträge: 383
Standard

Ich denke, wir können den Betreuten kaum vorschreiben, wie sie mit dem bißchen Taschengeld, was sie erhalten, kaufen dürfen. Wenn sie sich wirklich selbst für das "gute Stück" entschieden hat.
Wenn es wirklich sehr knapp mit dem Geld ist, treffe ich eine Vereinbarung mit dem Heim u. dem Betreuten, wieviel vom Taschengeld zur freien Verfügung steht und welcher Anteil für Zuzahlung f. Medikamente, Fusspflege, Friseur etc. verwendet werden soll.
BetrKl ist offline  
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Alt 19.03.2009, 16:40   #3
Gesperrt
 
Registriert seit: 18.03.2009
Ort: NRW
Beiträge: 7
Standard

Erst einmal danke für den netten Tipp!
Mein weiteres Anliegen hierzu:
Die alte Dame war vorher kaufsüchtig. Da ich als Betreuerin ihr Geld zusammmenhalten sollte, befürchte ich, dass die Kauferei nun wieder anfängt. Zudem, die Frau ist dment. Ich fürchte auch, dass die Textilfirma, die extra ins Pflegeheim kommt, die alten Leute, die Dementen mit teurem Schund übertölpelt.
Gern höre ich Deine Meinung hierzu noch einmal.
Danke
Liebe Grüße
lesru
lesru ist offline  
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Alt 19.03.2009, 17:09   #4
Berufsbetreuerin
 
Benutzerbild von dora88
 
Registriert seit: 10.08.2008
Ort: Schleswig Holstein
Beiträge: 136
Standard

auch ich vereinbare mit den Heimen, welche Summe den Betreuten im Monat bar ausgezahlt wird.
Viele Grüße Dora
dora88 ist offline  
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Alt 19.03.2009, 19:19   #5
ehrenamtliche Betreuerin
 
Registriert seit: 06.04.2008
Beiträge: 98
Standard

Ich habe mit dem Heim einen festen Betrag vereinbart, der wöchentlich zur freien Verfügung steht.

Ich habe es evtl. etwas einfacher, da die Betreute meine Großmutter ist und ich alles besorge, was sie braucht. (Kleidung, Pflegeartikel) ist auch mit dem Heim abgesprochen. Ich bezahle keine Pflegeprodukte, die das Heim besorgt. Sollte ich am Taschengeldkonto eine Buchung entdecken, lasse ich das zurückbuchen.

Gruß

Draconis
Draconis ist offline  
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Alt 20.03.2009, 07:33   #6
Gesperrt
 
Registriert seit: 18.03.2009
Ort: NRW
Beiträge: 7
Standard

Zitat:
Zitat von Draconis Beitrag anzeigen
Ich habe mit dem Heim einen festen Betrag vereinbart, der wöchentlich zur freien Verfügung steht.

Ich habe es evtl. etwas einfacher, da die Betreute meine Großmutter ist und ich alles besorge, was sie braucht. (Kleidung, Pflegeartikel) ist auch mit dem Heim abgesprochen. Ich bezahle keine Pflegeprodukte, die das Heim besorgt. Sollte ich am Taschengeldkonto eine Buchung entdecken, lasse ich das zurückbuchen.

Gruß

Draconis
Die Betreute ist meine Tante. Auch ich kaufe alles, aber auch alles für die Tante auch Kleidung und selbst die benötigten Inkontinenzartikel besorge ich, da die vorgesehenen zu dünn sind und die Frau immer im Nassen schwamm.
Im Heim gibt es kaum bzw. für meine Tante keine Beschäftigung. Sie sitzt den ganzen Tag im Rollstuhl in ihrem Zimmer (ausser zu Essenszeiten) :-) Nun kommen die Pflegekräfte auf die Idee als Beschäftigung das Einkaufen..
Nun, danke für alle Beispiele
Gruß
lesru
lesru ist offline  
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Alt 20.03.2009, 12:01   #7
ehrenamtliche Betreuerin
 
Registriert seit: 06.04.2008
Beiträge: 98
Standard

Hallo Lesru,

hast Du die Pflegekräfte darauf angesprochen? Es kann doch nicht sein, dass sinnloses Einkaufen eine sinnvolle Beschäftigung ersetzen kann. Wenn das nicht hilft mit der Pflegedienstleitung sprechen. Denen klar machen, das dafür kein Geld da ist.

Was macht die Ergotherpie mit den alten Leuten? Auch wenn die Leute dement sind, kann man verschiedene Angebote machen.

z.B. Koffer packen - Die alten Leute amüsieren sich köstlich wenn die Betreuer falsch wiederholen.
(Die Betreuer verändern die Spiele, damit es für die alten Leute interessant bleibt. Wer kann wiederholt selbst, ansonsten macht es der Betreuer)

oder Mensch ärger dich nicht - etwas größer, damit die Figuren besser gegriffen werden können, die Leute, die selbst nicht zugreifen können, da hilft der Betreuer.

Die haben so viele Beschäftigungen, am Anfang habe ich meine Oma auch immer etwas überreden müssen, aber dann machte ihr es Spass.

Ich weis aber auch, wie es ist, wenn die Alterssturheit durchkommt. Da steh ich auch manchmal da und weis nicht wie ich antworten oder reagieren soll.

Ich wünsche viel Kraft und berichte bitte wie´s weiterging.

Gruß

Darconis

Draconis ist offline  
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Alt 21.03.2009, 08:12   #8
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Registriert seit: 18.03.2009
Ort: NRW
Beiträge: 7
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Hallo Darconis,
Ja, ich weiß wohl, dass es auch für Demente genug Beschäftigungsmöglichkeiten gibt. Nur, ja, die Alterssturheit.. Sie wird im Alter noch verstärkt wenn, wie hier, sie vorher schon da war.
Meine Tante möchte an nichts teilnehmen. Sie streitet sich auch mit den Mitbewohnern.
Nein, mit den Pflegekräften habe ich noch nicht gesprochen. Ich wollte mich erst einmal kundig machen, was überhaupt zu tun ist/wäre. Mir wäre es nie eingefallen ohne Erlaubnis der Betreuer auch nur irgendetwas zu kaufen. Dieses Thema ist also absolut neu für mich.
Für heute werde ich ein paar Sachen mit ins Heim nehmen, die ich vorher aus den vollen Schränken mitgenommen hatte. Mal sehen, ob die Tante sich über all die "neuen Sachen" freut.
Sollte noch einmal son Fummel mit den Pflegerinnen gekauft werden, dann ergreife ich Maßnahmen.
Danke und liebe Grüße
lesru
lesru ist offline  
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Alt 07.04.2009, 09:03   #9
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Ort: NRW
Beiträge: 7
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Hallo Darconis,
Du wolltest doch wissen wie es bei mir weitergeht?
Also, ich habe mit der Stationsleitung gesprochen und erklärt, dass mit und für meine Tante nicht eingekauft werden darf. Eine Begründung habe ich nicht abgegeben. Dafür aber habe ich mir einen Schriftsatz unterschreiben lassen, dass das Taschengeldkonto für Fußpflege und 2x monatlicher Frisörbesuch eingerichtet ist.
Dass meine Tante ganztägig in ihrem Zimmer sitzt wurde mir erklärt, dass sie sich wohl mit den Mitbewohnern nicht verträgt und von selbst lieber in ihrem Zimmer sitzt. Diese Aussage muss ich wohl so hinnehmen zumal meine Tante selbst erklärt im Zimmer bleiben zu wollen.
Tatsächlich bringe ich ihr bei meinen Besuchen unter anderem auch die vorher mitgenommene Kleidung mit und sie freut sich jedes Mal.
Tja, sie ist dement und 90 Jahre alt. Wer weis, wie wir einmal sind?
Liebe Grüße
Lesru
lesru ist offline  
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barbetrag, einkauf, heim, stationäre einrichtung, taschengeld

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