Dies ist ein Beitrag zum Thema Hausverbot im Unterforum Rechtsfragen im Rahmen des Betreuungsrechts , Teil der Offenes Forum gesetzliche Betreuung
Ich habe glaube ich ein gängiges Problem.
Betreuter hat Freund, der ihn ausnutzt und sich häufig bei ihm aufhält. Betreuter ...
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#1 |
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Berufsbetreuerin
Registriert seit: 10.08.2008
Ort: Schleswig Holstein
Beiträge: 136
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Ich habe glaube ich ein gängiges Problem.
Betreuter hat Freund, der ihn ausnutzt und sich häufig bei ihm aufhält. Betreuter sagt mir, er will den Freund loswerden, traut sich aber nicht, weil der Freund auch gewalttätig wird. Anzeigen will er ihn nicht. Ich habe überlegt das Wohnungsschloß auszuwechslen, aber was nützt es, wenn der Betreute seinem Freund anschließend den Schlüssel gibt. der Pflegedienst droht die Pflege einzustellen, wenn der Freund nicht verschwindet. Meiner Meinung nach kann ich lediglich abwarten, bis der Betreute selbst stabil genug ist, den Fraund vor die Tür zu setzten und seine Einwilligung gibt zu einem Hausverbot, wobei zu befürchten ist, dass der Freund dann ihm ausserhalb auflauert. Ich müßte ein Hausverbot mit seiner Einwilligung aussprechen können, dass dann auch amtlich , sprich polizeilich durchgestzt werden könnte. Reicht dafür die Gesundheitssorge/ Wohnungsangelegeneheiten aus ? Hat jemand Erfahrungen damit ? Dora88 Geändert von dora88 (19.05.2009 um 20:59 Uhr) |
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Gesperrt
Registriert seit: 04.04.2004
Ort: NRW
Beiträge: 2,302
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Hallo Dora,
Zitat:
Zitat:
Ich habe ein paar Fälle davon gehabt, alle unterschiedlich gelagert. Mal war es ein Saufkumpane, der sogar nachts die Tür eingetreten hatte, um meiner bettlägerigen Betreuten weiter "Gesellschaft" leisten zu können, nachdem der Türzylinder ausgetauscht war. Oder so ein ähnlicher Fall wie Deiner, wo ein gewaltätige Bekannter nach Öffnen der Tür einfach in die Wohnung spazierte, um mit Verstärkung seine Leihgabe, eine uralte Couch ( 5 Jahre alt und nochmals 5 Jahre in Gebrauch = 10 Jahre ) aus der Wohnung zu holen. In diesem Fall hatte mein Betreuter Angst vor einer Strafanzeige, ich habe ihm Mut gemacht und ihn begleitet. Die hatte dann gesessen, nachdem dieser Bekannte zur Polizeiwache eingeladen wurde, gab es keine Pöbeleien mehr und die Couch wurde auch umgehend zurückgebracht. Das hätte sonst nie aufgehört.. Der letzte Fall war ein drogenabhängiger Sohn, gegen den sich meine Klientin nicht durchsetzen konnte. Zum Schluss zog er einfach mit Sack und Pack in ihre neue Wohnung ein, konsumierte dort seine Drogen und richtete ein Chaos an. Ich habe ihn, in Begeitung von Polizeibeamten, aus der Wohnung entfernt und ihm eine sogenanntes Platzvervot aussprechen lassen. Die Beamten redeten mit meiner Klientin und meinten, dass ihr der Sohn ganz offensichtlich nicht gut täte, es deshalb richtig wäre, dass ihr jemand hilft. Er wurde mit ein paar warnenden Worten hinausbegleitet, die Wohnung sollte er nicht mehr betreten. Er kann meine Klientin jederzeit außerhalb treffen. Seitdem geht es ihr westentlich besser, es ist gar kein Vergleich zu vorher, auch wenn sie zunächst total verdattert war. Sie hätte es niemals geschafft ihm etwas entgegenzusetzen, bzw. liegt das in ganz weiter Ferne. Sie wird nun ambulant von einem psychiatrischen Dienst angefahren, mit dem Ziel u.a. ihr Selbstbewußtsein zu stärken. Mit ihrem Sohn zusammen, der am Ende machte was er wollte, sie behandelte wie den letzten Dreck, kamen wir ganze 7 Jahre zu gar nichts. Wenn Dein Betreuter aus Angst nichts gegen diesen Menschen unternimmt, dann würde ich an seiner Stelle handeln und ihm Sicherheit vermitteln. Die meisten solcher Bekanntschaften sieht man irgendwann nie wieder, wenn man ihnen etwas Dampf macht. Ich würde den Zylinder austauschen lassen, ihm ein paar Takte, vielleicht zusammen mit Deinem Betreuten und dem Pflegedienst, dazu sagen und ihm deutlich zu verstehen geben, dass er mit Dir zu rechnen hat. So würde ich es jedenfalls machen... Ich wünsche Dir viel Glück und vielleicht kannst Du ja mal berichten wie das weitergegangen ist. |
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#3 |
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Berufsbetreuerin
Registriert seit: 16.12.2008
Ort: Berlin
Beiträge: 383
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Ich denke auch, dass Du hier für Deinen Betreuten handeln musst und ihn somit stärkst. Was ich auch gemacht habe, wenn sie sich ständig in den Wohnungen der Betreuten aufhalten: Finanzielle Forderungen stellen. Das kann man sogar nett begründen, wenn man die Vermögenssorge hat. Sie müssten sich eben an den Unkosten wie Strom, Telefon etc. beteiligen, wenn sie dort sind. Das hat zweimal auch schon Ungebetene verschreckt.
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