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gemeinnnützigen Betreuungsverein gründen

Dies ist ein Beitrag zum Thema gemeinnnützigen Betreuungsverein gründen im Unterforum Rechtsfragen im Rahmen des Betreuungsrechts , Teil der Offenes Forum gesetzliche Betreuung
Hallo, der Titel mag jetzt missverständlich sein. Der Grund, warum ich schreibe: Nach meiner Erfahrung als ehrenamtlicher Betreuer dauert es ...


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Alt 19.10.2004, 18:39   #1
AndreasHL
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard gemeinnnützigen Betreuungsverein gründen

Hallo,

der Titel mag jetzt missverständlich sein. Der Grund, warum ich schreibe:

Nach meiner Erfahrung als ehrenamtlicher Betreuer dauert es teilweise Monate, bis eine Betreuung eingerichtet ist. Das ist besonders dann sehr negativ, wenn höhere Kosten entstehen. Nehmen wir den Fall einer Dame, die nach einem Schlaganfall in ein Seniorenheim kam und wegen der Länge des Antragsverfahrens für die gesamte Dauer sowohl Miete als auch Heimkosten bezahlen musste (und dann noch die Kündigsfrist als "Bonus" dazu, nachdem endlich die Genehmigung zur Wohnungsauflösung vorlag).

Dies geht ja letztendlich auch auf Kosten des Steuerzahlers, denn je früher das Kapital der/des Betreuten verbraucht ist, desto eher muss Sozialhilfe gezahlt werden.

Mein Gedanke ist, einen gemeinnützigen Verein "vorzuschalten", der schon im Krankenhaus oder bei Heimunterbringung aktiv wird und eine Betreuung immer nur kurzfristig führt, z. B. bis ein Betreuer gefunden wurde oder die Heimunterbringung incl. der Kostenfrage geklärt ist.

Natürlich müsste dieser Verein anerkannt werden vom Gericht, integer, und genause geprüft werden wie ein Betreuer.

Hier am Wohnort gibt es zwar seit Jahren einen Betreuungsverein, aber was der genau macht hat sich mir noch nicht erschlossen, ich weiss nur von Verfahrenspflegschaften und einigen Betreuungen.

Wer weiss denn, wie die rechtliche Seite ist, besonders im Hinblick auf die Einrichtung kurzfristiger Betreuungen, da dies ja Mehrarbeit für die Gerichte bedeuten würde, wenn die Betreuung nicht endgültig bei diesem Verein bleibt.

Vielen Dank im voraus für die Antworten,

Gruss

Andreas
 
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Alt 19.10.2004, 19:04   #2
Gesperrt
 
Registriert seit: 23.02.2004
Ort: Schleswig-Holstein
Beiträge: 1
Standard

Hallo!

Nette Idee - funktioniert aber nicht. Im Grunde wäre ein solcher Verein genau wie ein Betreuungsverein anzusehen. Im Grunde kann das Amtsgericht schon jetzt einen Betreuer/in zum vorläufigen Betreuer bestellen, wenn Gefahr im Verzug ist. Das eigentliche Verfahren kann dann nachgeholt werden. In einem Fall bin ich z.B. sofort bestellt worden, nachdem der Vollmachtnehmer verstorben war und dringender Handlungsbedarf bestand. Vielleicht sollte dem Amtsgericht die Dringlichkeit der Betreuung deutlicher gemacht werden.


Gruß
Lothar
Lothar Wolters ist offline  
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Alt 26.10.2004, 10:24   #3
Heinz
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard Betreuungshilfe

Hallo Andreas,

die Idee ist nicht schlecht, zumal sich im Betreuungswesen immer mehr Dienstleister anbieten, die eher kritisch zu beäugen sind, so z.B. das betreute Wohnen von Senioren im Rahmen der Hausverwaltung, dasmit dem Mietvertrag zwangsweise abzuschließen ist mit mon. Gebühren bis zu 150 Euro. Dieser m.E. Knebelungsvertrag wurde sogar zuletzt vom Gericht abgesegnet. Und das Ganze auch unter dem Begriff Betreuung. Dann entstehen zunehmend sog. Hausmeisterfirmen und auch die Versicherungen, wie Allianz bieten ähnliche "Betreuungsleistungen" an, natürlich gegen Entgelt.

Also, schon marktwirtschaftlich wird es schwer sein, sich zu positionieren und Marktanteile zu sichern. Hört sich betriebswirtschaftlich an, aber auch ein gemeinnütziger Verein muss sich rechnen. Wobei für Gerichte und Kommunen die finanzielle Seite von wegen Kostenersparnis durch frühzeitiges Verhindern von Problemen offensichtlich so was von egal ist, dass, wenn es weh täte, die Verantwortlichen allesamt Palliativpatienten wären. Man denke nur an die bürokratischen Voraussetzungen für betreutes Wohnen und Heimunterbringung. Oder an Leistungen der Grundsicherung und Erwerbsunfähigkeit und ALH II. Ob die für den Aufwand berechneten Kosten sich jemals amortisieren werden, bezweifle ich zutiefst. Von wegen die Kassen sind leer, es muss gespart werden. Zur Zeit wird nur ein enormer und auch unsinniger Aufwand betrieben.

Schließlich gibt der Gesetzgeber vor, weniger Betreuungen und wenn es denn sein muss durch Ehrenamtliche insb. Familienangehörige. Schon allein die Beiträge hier im Forum spiegeln die innerfamiliären Probleme wieder. Die Härtefälle, (Suchtkranke, Psychotiker) sollen dann Profis erledigen mit einer Pauschale von im Schnitt 5 Stunden pro Monat pro Betreuten. Was soll denn da noch passieren?

So viel zu den Rahmenbedingungen. Soll heißen, ob Kosten gespart werden, wenn zügig agiert wird oder nicht, ist so vielen völlig egal.

Ich erwähnte wohl schon mal die Bemerkung eines Mitarbeiters einer Krankenkasse, als ich die Krankenfahrt genehmigen lassen wollte, nachdem die 84 j wiederholt aus dem Bett gefallen und sich nach einer Lendenwirbelfraktur noch einen Muskelabriss zu zog, auf meinen Hinweis, dass ich hier nicht stundenlang rumsitzen können: "Manche Dinge erledigen sich auch durch Liegenlassen". So zynisch es auch war, das wird die Realität, mit der wir zunehmend zu tun haben. Wer sich engagiert, gerne, aber bitte auf eigene Kappe.

Und somit komme ich zum Eigentlichen: Wenn du meinst, hier muss ganz fix was passieren, sonst passiert noch was, dann vielleicht doch mit privater Vollmacht der/des Patienten oder der Angehörigen. Wenn keine vorhanden, dann durch den Sozialdienst des Krankenhauses oder der Kommune oder durch die Tafel oder caritative Einrichtungen, soweit wie rechtlich möglich. Und dort, wo eine dringend Operation ansteht, kann das Krankenhaus eine Notoperation durchführen und auch das Gericht reagiert zur Not recht schnell.

Ich will dir die Idee eines solchen Vereins nicht madig machen, doch wäre ein Gespräch mit solchen Einrichtungen wie dem Sozialdienst katholischer Männer und Frauen oder sonstigen Betreuungsvereinen gewiss nicht verkehrt und würde dir auch einen Einblick in die Organisation und Planung verschaffen.

Viel Erfolg
Heinz
 
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Alt 27.10.2004, 18:12   #4
AndreasHL
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard Betreuungsverein gründen

Hallo,

mit dem Sozialdienst der zweitgrössten Klinik hier am Ort hatte ich schon gesprochen, die waren ganz angetan.

Sie tun auch ihr möglichstes, z. B. bei der Formulierung der Begründung des Antrages auf Einrichtung einer Betreuung, aber leider reicht es eben nicht. Ich weiss auch nicht, wie die Rückmeldungen aussehen.

Dass ein Richter kommt, um die Betreuung zu genehmigen, dass bekommen sie vielleicht noch mit. Aber wenn danach keine Rückmeldungen von den Betreuern kommen, woher sollen sie dann wissen, wie lange es dauert, bis eine Wohung (unter Beachtung der Kündiogungsfristen) geräumt ist. Dies nur als ein Beispiel.

Es soll den Sozialdiensten kein Vorwurf gemacht werden. Woher sollen sie wissen, was der Betreuer alles macht und wie lange die Bearbeitungszeiten bei Gericht sind ?

Also, bei uns hier kann ich sagen: bei normalen schriftlichen Anfragen an das Gericht dauert die Beantwortung ca. 4 Wochen, komplizierte Sachen entsprechend länger.

Ob da keine Änderung möglich ist ?

Gruss

Andreas
 
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Alt 28.10.2004, 13:53   #5
Heinz
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard Transparenz

Hallo Andreas,

wo ist es nur eine hilfreiche Information für die Beteiligten, um die Transparenz zu verbessern und wann fängt es an, die Verantwortlichen beim Sozialamt und Gericht zu nerven? Wenn du meinst, die zuständigen Entscheidungsträger sind über die aktuelle oder veränderte Sachlage zu informieren, tue es. Doch rechne auch damit, dass deine Anfragen, schriftlich oder telefonisch irgendwo stecken bleiben.

Ende vergangenen Jahres wurde eine Betreuung im Eilverfahren beantragt. Die Renten gingen infolge eines Umzugs zurück, das Konto war leer, mehrere Mieten und Nebenkosten nicht gezahlt und die mehrfach behinderte Frau hatte definitiv kein Geld, sich Essen zu kaufen und ging im Kaufpark stehlen. Hätte nicht sein müssen, wegen der Tafel vor Ort, aber egal. Jedenfalls fragte die Sozialarbeiterin immer wieder bei Gericht nach; kontaktierte den Psychologen, ob denn und wann denn das Gutachten erstellt und versandt sei, und und und. Nach über 3 Monaten hatte ich dann die Betreuung; konnte aber vorher weder mit Vermieter, Verwalter noch der Bank irgendetwas regeln. Dafür hatte ich dann über das Jahr genug zu tun. Musste zwischenzeitlich auch mal bei der Kirchengemeinde um eine Unterstützung nachfragen, da die Betreute wieder für zwei Wochen keinen Cent mehr hatte.

Ich tue mich immer noch schwer, solche Situationen bei Betreuten hinzunehmen. Befürchte zudem, das häuft sich zukünftig.

Dennoch wohlgemut
Heinz
 
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Stichworte
betreuungsverein, ehrenamt

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