Dies ist ein Beitrag zum Thema Bedrohung im Unterforum Rechtsfragen im Rahmen des Betreuungsrechts , Teil der Offenes Forum gesetzliche Betreuung
was macht ihr eigentlich wenn euch ein betreuter rausschmeisst, euch massiv bedroht und euch schläge androht?
muss man sich das ...
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#1 |
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Forums-Gesellen-Anwärter
Registriert seit: 29.03.2011
Beiträge: 58
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was macht ihr eigentlich wenn euch ein betreuter rausschmeisst, euch massiv bedroht und euch schläge androht?
muss man sich das gefallen lassen? bin als ehrenamtliche betreuerin tätig.... meine idee ist, den vorfall dem gericht zu melden und mich von dem fall entbinden zu lassen... hab ne vertretung die es auch ehrenamtlich macht. möchte nicht, dass sie ihn dann komplett übernehmen muss.... habt ihr ideen? ich danke euch schon mal für eure antworten... lg |
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Berufsbetreuer
Registriert seit: 30.07.2007
Beiträge: 1,090
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Hallo,
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mfg |
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Stammgast
Registriert seit: 29.12.2010
Ort: OWL
Beiträge: 512
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Moin,
in welcher Situation kam es dazu, wie war sonst die Euer Verhältnis und was für "Beeinträchtigungen" hat Dein Betreuter? Aber wenn Du Dich dort nicht mehr sicher fühlst dann siehe Carlos. Viele Grüße! |
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#4 |
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Forums-Gesellen-Anwärter
Registriert seit: 29.03.2011
Beiträge: 58
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sie hat eine gutschrift für nebenkosten bekommen und wollte das nicht dem sozialamt melden. da sie aber leistungen dort bezieht ist sie ja verpflichtet dieses zu melden. dann drehte sie halt völlig durch. sie lasse sich es nicht wegnehmen. hat mich aufs übelste beschimpft mir schläge angedroht...im letzten moment konnte ich die wohnung verlassen...hat mir mit konsequenzen gedroht, will dem gericht sachen erzählen die nicht stimmen...und das nächste mal würde ich schon sehen...
von meiner seite ist es auf jeden fall gestört.... am besten ich schildere den ganzen fall dem gericht und bitte darum zeitnah von dem amt entbunden zu werden... was mache ich bis das passiert ist? ich muss es doch dem sozialamt melden, aber habe das schreiben nicht. muss ich sie bis zu entbindung noch aufsuchen? lg |
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#5 | |
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Admin/Dipl. Sozialarbeiter / Berufsbetreuer
Registriert seit: 15.01.2009
Ort: Hessen
Beiträge: 1,157
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Zitat:
dann fordere halt beim Vermieter eine Kopie der Abrechnung an. Du wirst ja wohl wissen wer das ist. Bis zu einer evtl. Entpflichtung bist du die verantwortliche Betreuerin, ob du unbedingt persönliche Termine in der Wohnung der Betreuten wahrnehmen musst kannst nur du einschätzen. Gruß, Andreas
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Die Nutzung der Suchfunktion verursacht weder kurz- noch langfristige Schäden , führt aber oft zu Erhöhung des Wissensstandes.
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#6 |
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Forums-Gesellen-Anwärter
Registriert seit: 29.03.2011
Beiträge: 58
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ich fordere die unterlagen beim versorger an und sende sie dem sozialamt. stelle noch nötige anträge für sie...habe zwar die vermögenssorge, aber sie hat sich um ihr konto und ihr geld selbst gekümmert. das klappte auch....es besteht kein einwilligungsvorbehalt...
ihr konto wurde in ein pkonto umgewandelt, sodass da nichts schief gehen dürfte... danke für die antworten... lg |
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#7 |
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Admin
Registriert seit: 16.03.2004
Ort: Betreuungsbüro Herrlichkeit 6 in 28857 Syke
Beiträge: 1,590
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Moin Blacky
Noch mal zurück zu den Gewaltandrohungen: Es kommt schon vor, dass man als Betreuer/In bedroht wird. Wenn Du das Amt ehrenamtlich ausübst, mußt Du Dir das nicht bieten lassen. Blaue Augen für einen Heiligenschein sind falsch verstandener Ehrgeiz. Das mußt Du Dir nicht bieten lassen für die wenigen Euronen, die Dir zustehen. Als BerufsbetreuerIn ist es schon etwas anderes, obwohl auch da Grenzen der Zumutbarkeit bestehen. Die muss aber jeder für sich selber ziehen - und gegenüber dem Gericht durchsetzen. Ich bin von Betreuten auch schon mehrfach bedroht, rausgeschmissen und sogar auch angegriffen worden, aber nicht ganz unfitte 90 Kilo Lebendgewicht sind etwas anderes als ein Strich in der Landschaft. Der MA von der Betreuungsstelle sagt ganz gerne mal, ich soll meine Motorradkluft anziehen und einen breiten Hintern machen, wenn es heiklere Betreuungen gibt. Aber ich habe auch Grenzen, die Betreute nicht überschreiten dürfen. Insgesamt finde ich, ist Deine Frage nach den Grenzen der Zumutbarkeit höchst interessant und sollte gerne breiter diskutiert werden. Von Ehrenamtlichen wie Berufsbetreuern gleichermaßen. Also nur Mut MfG Imre
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Fehler sind dazu da, um sie zu machen und daraus zu lernen. Fehler sind nicht dazu da, sie dauernd zu wiederholen. |
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Stammgast
Registriert seit: 29.12.2010
Ort: OWL
Beiträge: 512
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Zitat:
Ein Mensch möchte halt meist nicht gesagt bekommt was er nicht richtig gemacht hat, oder nun machen, oder nicht mehr machen sollte. Dass es dabei zu mehr, oder weniger angespannten, oder gar handfesten Situationen kommen kann, lesen wir hier. Klar Betreuer und Sozis sind auch nur Menschen, aber Menschen die bis zu einem gewissen Punkt professionell mit nicht sozialkonformen Verhalten und Reaktionen umgehen können sollten und entsprechend anders reagieren und dann auch verarbeiten, als der "normale" Mensch. Somit sehe ich es als kalkulierbares Risiko, dass diese Tätigkeit mitsich bringt, was dann letztendlich jeder vorher für sich klar machen muss, ob er dies möchte oder nicht. Was die Aggression die man sich zumuten kann angeht, denke ich dass wenn ein Mensch so in die Enge getrieben und hilflos ist, dass er nur noch mit Drohung und Wut reagieren kann, es immer einen besonderen Grund geben muss und der Mensch - solang nicht psychisch Krank, oder dauerhaft nicht Herr seiner Selbst - sich wieder beruhigt und danach wieder "normal" ist, oder es wirklich "ernst" meint. Bei solchen Fällen denke ich, dass dann der Sozi dem Menschen sagen muss "das war krass und absolut nicht ok, aber der meinte das nicht ernst und machte das nicht immer sondern weil .... und der hat nicht Dich als Mensch gemeint, sondern Dich als Sozi. Deshalb wirst Du ihm weiter helfen, ihm deutlich machen das sowas nicht geht, aber nicht nachtragend sein und Dir für die Zukunft merken was bei dem passieren kann wenn...." Ich wurde im Büro von einem stark alkoholisierten AGH Teinmehmer - bestimmt auch ein 90kg Brocken - erst verbal attakiert und als er dann auf mich losging konnte ich mich aus meinem Büro retten. Klar war das absolut nicht schön und nach dieser Hilflosigkeit kam die Wut, so dass ich den rausschmeißen wollte. Jedoch hab ich mich nach Reflexion mit Kollegen und mir dann sortiert und es für mich geklärt und den nur zwei Wochen suspendiert. Als der dann zwei Woche später wieder kam und sehr beschämt, "normal" alkoholisiert und wieder wie die Monate davor war, war es dann ok für mich und ich habe die Entschuldigung und Erklärung angenommen. Der Klient ist Alki und in dem Moment war er voller als sonst, hatte an dem Tag schon Probleme mit seinem Fallmanager gehabt - was ich beides aber nicht bemerkt hatte - so dass seine Abmahung das Fass zum überlaufen gebracht hatte, obwohl er bei vorherigen Problemen nie so abgedreht war. Nun bin ich noch aufmerksamer bei "besonderen" Klienten und schau dass ich rechtzeitig bremse, wenn es in Richtung Attacke gehen könnte ![]() Kurz um, wenn mich wer verprügelt, oder mich bei klarem Verstand ernsthaft bedroht bin ich Mensch und der Sozi bleibt zu Haus und der Klient kann mir weg bleiben, da ich dann auch keine Basis mehr schaffen kann. Wenn es im Ausnahmezustand eng, laut und unhöflich wird und sich das Unwetter verzieht, darf der Sozi wieder ran, jedoch mit obacht ob dieses Verhalten wirklich nur eine Ausnahem war. Dauerhaft unfreundlich, aber nicht aggressiv dabei, finde ich in Anbetracht der Situation noch ok, solang es nicht mehr wird. Viele Grüße! |
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#9 |
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Berufsbetreuer
Registriert seit: 30.07.2007
Beiträge: 1,090
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Hallo,
es muss wohl jeder für sich entscheiden, was für ihn bzw. sie zumutbar ist. (Ständige) Bedrohungen, Beschimpfungen, Beleidigungen oder gar körperliche Angriffe rechtfertigen es m.E., eine Betreuung abzugeben. Das muss man sich - auch als Berufsbetreuer - (dauerhaft) nicht antun; schließlich ist man als Helfer arrangiert und nicht als Sandsack. Genauso übel - und für mich ein erster Grund eine Betreuung evt. abzugeben - ist der, wenn ein Betreuter (dem ich durchaus auch mal verbale Entgleisungen zustehe - jeder hat mal einen schlechten Tag) ständig meine zeitintensiven Aktivitäten torpediert. Beispiel: Ich kümmere mich um eine angemessene Therapie in einer guten Einrichtung oder eine andere Wohnform oder einen Ausbildungs- bzw. Arbeitsplatz, und der Betreute schmeißt dann - ohne nachvollziehbaren Grund - wiederholt hin, wobei er dann sogar überraschend beachtliche Eigeninitiative und Energie aufbringt. Hinsichtlich dessen sollte man dann einfach auch mal hinnehmen, dass manche Menschen eben nicht betreubar sind. Nach meinen bisherigen Erfahrungen bzw. meinem Gefühl, akzeptieren- besonders suchtkranke oder (leicht) aggressive Betreute - am ehesten noch BetreuerInnen, die (nicht unfreundlich) direkt und offen ihre Meinung sagen; z.B. dass einem die ständige Sauferei oder der Dreck in der Wohnung enorm auf den Keks geht. mfg Geändert von carlos (02.06.2011 um 11:13 Uhr) |
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#10 |
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Einsteiger
Registriert seit: 19.01.2011
Beiträge: 24
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hallo! also, ich toleriere körperliche gewalt oder deren androhung weder in privaten noch beruflichen zusammenhängen. ich bin bisher erst einmal von einer betreuten geschlagen worden (war nicht schnell genug beim ausweichen
. ich habe diese körperverletzung angezeigt (aus prinzip, mir war schon klar, dass das verfahren eingestellt werden würde) und meine entlassung als betreuerin beantragt. das würde ich auch jederzeit wieder so machen.lg berufsbetreuerin |
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