Dies ist ein Beitrag zum Thema Hausverkauf wegen Heimkosten - noch unklar ob Betreuter wieder gesund wird? im Unterforum Rechtsfragen im Rahmen des Betreuungsrechts , Teil der Offenes Forum gesetzliche Betreuung
Hallo,
mein Freund hat mich eben aus die Idee gebracht hier einfach einmal zu posten. Vlt. sieht das ja jemand ...
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Neuer Gast
Registriert seit: 30.05.2011
Beiträge: 1
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Hallo,
mein Freund hat mich eben aus die Idee gebracht hier einfach einmal zu posten. Vlt. sieht das ja jemand aus einer ganz anderen Perspektive oder kann mir so mit Rat zur Seite stehen. Ich habe mehrere Fragen, die mich ziemlich beschäftigen. Mein betreue meinen Vater (52) seit anfang des Jahres wegen mehrerer Gehirnblutungen. Sein Zustand hat sich innerhalb der letzten 8 Monate zum Glück sehr gebessert. Er lag erst im künstlichen Koma und es stand so schlecht um ihn, dass die Ärzte mich mit Äußerdungen wie "Überlegen Sie am besten schon einmal inwieweit er lebenserhaltende Maßnahmen gewollt hätte" schon gar nicht mehr in Ruhe lassen wollte. Als er aufgewacht ist, hatte er einen leichten Neglect und eine leichte Hemiparese rechts. Konnte weder laufen noch seine Familie erkennen etc. Sein körperlicher Zustand hat sich sehr schnell verbessert und nun macht ihm nur noch sein Kopf zu schaffen (Gedächtnis hat gelitten und sein Orientierungsvermögen), der Rest hat sich soweit wieder gefangen ![]() So... Nun zu meinem "Problem". Mein Vater ist wegen der Desorientierung nun in einer geschlossenen Einrichtung untergebracht. Zuvor war er nach der Reha (die wegen einer Thrombose abgebrochen werden musste) erst einmal in einer nicht geschlossenen Einrichtung zur Kurzzeitpflege untergebracht. Dort ist er zum Ende der Kurzzeitpflege jedoch "ausgebüchst". Er wollte spazieren gehen und war der Meinung er würde den Weg wieder zurück finden. Das Pflegeheim hat ihn nach als vermisst gemeldet und er wurde von der Kriminalpolizei, mit Hundestaffel und Hubschrauber gesucht und Gott sei Dank auch gefunden. Er selbst hatte den Vorgang bei Ankuft in dem Heim bereits wieder vergessen. Das ist nun 4 Monate her. Inzwischen hatte er eine zweite Reha, da die erste abgebrochen wurde. Diese erziehlte laut Psychogin zwar Erfolge, jedoch vorallem in Bereichen, die im im alltäglichen Leben nicht so sehr weiter helfen. Am vorletzten Tag stellten die Ärzte fest, dass er einen gesteigerten Hirndruck hat, da vermehrt Gehirnflüssigkeit in die Ventrikel gelaufen und nicht mehr abgeflossen ist, was sie als wahrscheinliche Ursache für die verminderten Therapieerfolge ansahen. So. Nun ist mein Vater wieder zurück, da der MDK einer erneuten Verlängerung widersprochen hat... Soweit ich das Beurteilen kann hat mein Vater in dem letzten Monat sehr große Fortschritte gemacht. Die Orientierung ist leider noch nicht gut genug, um wieder alleine wohnen zu können, doch schon viel, viel besser geworden. Mein Vater war immer ein sehr intelligenter Mensch und musste in seinem Beruf viel mit Geld arbeiten. Tja. Das hat er nicht verlernt. Er fragt mich nun jedes mal, wenn ich ihn besuchen komme (normalerweise 2-3x die Woche, nur in den letzten zwei Wochen bin ich leider wegen Klausurvorbereitungen und Terminen nicht dazu gekommen), was das Heim denn kostet. Wenn ich ihm den Preis sage, antwortet er sofort, dass er sich das doch gar nicht leisten kann und möchte wissen welche Einkünfte er momentan hat. Wenn ich ihm das alles aufzähle & erkläre ist er immer erst geschockt, "da ist mein ganzes Erspartes ja bald weg!!!" und wenn ich ihm dann erkläre, dass das im Moment aber sicherer für ihn ist und ihm erzähle was alles passiert ist, dann sagt er immer, dass es ja noch für ein paar Monate in Ordnung wäre. So... Nun ist es aber langsam so weit, dass wir uns wirklich Gedanken machen müssen. Das Geld reicht nicht mehr sehr lange und das Haus wird wohl bald verkauft werden müssen. Meinem Vater geht es immer besser. Die letzte Zeit hat er nur noch kleine Fortschritte gemacht und auch nur sehr langsam. Aber er macht noch Fortschritte und sagt auch selber, er merkt dass es besser wird, sehr, sehr langsam. Aber eben besser. In letzter Zeit fragt mein Vater immer öfter, wann er endlich wieder nach Hause kann und auch öfters, dass er gerne wieder nach Hause möchte. Ich habe mit ihm darüber gesprochen und mich auch ausführlich mit der Psychologin in der Reha darüber unterhalten, die jedoch auch der Ansicht ist, dass das noch nicht gefahrlos möglich ist. Ich habe den Verkauf des Hauses schon einmal angesprochen, allerdings ist mein Vater total dagegen und möchte das Haus auf keinen Fall verkaufen. Aber wie bereits gesagt, ist sein Geld fast aufgebraucht. Es wird nun, wie mir heute mitgeteilt worden ist, wegen Steuerzahlungen, die er noch Leisten muss, noch voraussichtlich 4 Monate halten. Gibt es evtl. noch andere Möglichkeiten, als das Haus zu verkaufen? Vermieten, um die Kosten, die zur Heimunterbringung vom Ersparten aufgebracht und dann noch zur Deckung des Hauses aufgebracht werden müssen, zu decken wird wohl nicht klappen. (Weil wohl kaum jemand für so ein kleines Haus 1200€ zahlen würde.) Die Ärzte haben zu uns gesagt, nach einer Gehirnblutung dauert es mind. 1 Jahr, bis man sagen kann "so wird der Zustand jetzt wohl bleiben" und selbst darüber hinaus, könnte es sich noch bessern. Vorallem bei einem so jungen Patienten. So.., Nun ist das ja "erst" fast 8 Monate her. Dh. nach Ärzteprognose hätte er noch mindestens 4 Monate, damit sich sein Zustand verbessert. Bei der Genesung, die er bisher gezeigt hat, wäre es also sogar möglich, dass sich sein Zustand insoweit bessert, dass er wenigstens mit Unterstützung eines Pflegedienstes oder eines Fahrbaren Mittagstisches wieder Zuhause wohnen könnte. Um ehrlich zu sein... Habe ich ziemlich viel Angst davor, das Haus zu verkaufen und in ein paar Monaten steht er dann hier fit auf der Matte und ich habe sein geliebtes Haus verkauft. Natürlich wird das alles vorher vom Gericht geprüft... Angst davor habe ich trotzdem. Gibt es irgendwelche anderen Möglichkeiten, als das Haus zu verkaufen? Ich habe da noch so etwas im Kopf von wegen, dass das Sozialamt das belastet? Was passiert dann, wenn er es nicht zurück zahlen kann? Eine einfache Zwangsversteigerung? Und wenn diese nicht den Wert der Belastung deckt? Hm.. Schließlich kann es auch sein, dass er dort nun noch den Rest seines Lebens verbringen muss... Und wird so ein Antrag beim Sozialamt dann gestellt, wenn kein Geld mehr da ist? Denn dann ist es ja eigentlich schon zu spät, um die Kosten des Heimes zu zahlen. Oder bereits wenn in Aussicht ist, das wie jetzt in 4 Monaten das Geld weg sein wird? Und hat irgendjemand Ideen, wie ich das Thema Hauskauf bei meinem Vater am besten ansprechen könnte? Ich habe wirklich ein riesen Problem damit, mich mit ihm hinzusetzen und ihm zu erklären, dass er wohl den Rest seines Lebens dort verbringen muss und falls er doch wieder dort raus kann, sein ganzes "Leben" weg ist. Hinzu kommt, dass mein Vater vorher sein halbes Leben an Depressionen litt und ich befürchte dass ihn das, sowie der Hausverkauf sehr runterziehen wird. Ein weiteres Problem ist, dass ich bisher noch in dem Haus lebe. Ich zahle die Kosten, die ich versuche an ihn. Sogar noch etwas mehr. Das lehnt er ebenfalls vehemennt ab. Zahlen tu ich es trotzdem weiterhin, weil ich mich sonst wie ein Schmarotzer fühle... Ab wann muss ich aus dem Haus heraus? Ich suche schon seit längerem nach einer Wohnung, bin jedoch noch in der Ausbildung und finde hier nur sehr schwer etwas, das ich mir leisten kann. Beihilfe bekomme ich keine, da ich zusammen mit meiner Halbwaisenrente knapp über dem Satz liege... Für den ultimativen Rundumschlag-Tipp wäre ich sehr dankbar ![]() Aber auch "Teillösungen" und Ideen nehme ich gerne entgegen.
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Forums-Azubi
Registriert seit: 04.02.2011
Beiträge: 41
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Habe ein ähnliches Problem, nur wir werden das Haus nicht los! Bis jetzt lässt sich trotz Makler kein Käufer finden, das liegt zum größten Teil an den "Einwohnerschwund" in der Stadt wo meine Eltern vorher gelebt haben...
> Und wird so ein Antrag beim Sozialamt dann gestellt, wenn kein Geld mehr da ist? Denn dann ist es ja eigentlich schon zu spät, um die Kosten des Heimes zu zahlen. Oder bereits wenn in Aussicht ist, das wie jetzt in 4 Monaten das Geld weg sein wird?< Denk daran! 2600 Euro Schonvermögen darf deinen Vater bleiben! Den Antrag kannst du sicher schon vorsorglich stellen. Es dauert ja eine Weile bis so ein Verkauf möglich ist, das Sozialamt gibt dann ein Darlehn welches als dingliche Sicherheit ins Grundbuch eingetragen wird, das kann nur ein Notar machen, was auch wieder Geld kostet. Am besten, schalte einen Makler ein, der kann zugleich eine Wertschätzung über das Eigentum erstellen. Den Verkauf musst du dir vom zuständigen Amtsgericht genehmigen lassen, das machst du am besten mit einer Vorabanfrage, das heißt wenn ein Notar ( Nur darüber lässt sich ein Haus verkauf realisieren) ein vorläufigen Verkaufsvertrag erstellt hat. Das dem Angehörigen "beibringen" ist eine schwierige Sache. Mein Vater hat eine Demenz und vergisst seine Sitation ständig. Ich hatte beide Eltern im Heim, innerhalb weniger Monate, Mutter ist inzwischen verstorben. Ich weiß zugut, was das an Probleme machen kann. Aber irgendwie bekommst Du das schon hin! |
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#3 |
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Angehörige mit Vorsorgevollmacht
Registriert seit: 12.11.2008
Beiträge: 285
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Hallo Suada,
Ja - Du bist in einer wirklich schwierigen Situation. Wirklich helfen kann ich Dir nicht. Ein paar Denkanstöße: - Wie wahrscheinlich ist es, dass er wieder ganz alleine für sich sorgen kann? - Kann er eventuell schon jetzt mit einer sorgfältigen Pflegeorganisation nach Hause (Pflegedienst, Haushaltshilfe u.s.w.)? Eventuell kann Dir der Sozialdienst der Stadt oder eine entsprechende Organisation weiterhelfen. Ein ganzes Haus macht auf Dauer viel Arbeit. Wird er dies je alleine bewältigen können? Vielleicht können Dir die Berufsbetreuer hier im Forum noch ein paar hilfreiche Tipps geben. Auf jeden Fall wünsche ich Dir viel Kraft für die aktuelle Situation und alles Liebe für Dich und Deinen Vater Lisa |
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