Forum Betreuung

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Dennis61 09.08.2011 09:38

Immobilienverkauf
 
Neben Sohn bin ich seit fast 11 Jahren Betreuer meiner Eltern - jetzt nur noch meiner Mutter da mein Vater vor 10 Jahren verstorben ist. Mir obliegt die Sorge - Betreuung für alle Bereiche. Neben der Betreuung existiert auch noch eine Vollmacht meines Vaters. Das die Vollmacht vorranging vor einer gerichtlichen Betreuung hat wurde mir erst im Laufe der Jahre klar.

Vor 4 Jahren habe ich einen Kredit auf das Haus meiner Mutter aufgenommender der durch eine Grundschuld abgesichert ist - mit OK des Vormundschaftgerichtes.

Seit 14 Tagen wohnt meine Mutter in einem Heim. Da das Barvermögen während der 11 Jahre für die Pflege und für die Versorgung meiner Muter in ihrem "Zu Hause" ihrem Haus komplett aufgebraucht ist, wird der Eigenanteil bis zum Zeitpunkt an dem das Haus verkauft ist vom zuständigen Sozialamt auf Darlehensbasis übernommen werden.

Die "BetreuungsAkte" wandert jetzt von der Offenbach nach Frankfurt. Bis dann alles bürokratisch wieder im Lot ist - neuer Betreuerausweis etc wird es ne ganze Weile dauern.

Meine Frage. Wenn ich einen Käufer für das Haus meiner Mutter in der Zwischenzeit finde, kann ich das Haus verkaufen ohne das ganze Vormundschaftsgerichtliche Bohai?

Mir obliegt u.a auch die Vermögenssorge zudem ist in der Vollmacht festgelegt das das Haus wenn es notwendig sein sollte zur Pflege der Resteltern - Mutter ;) verwendet werden soll.
Da der Verkauf wie auch eine Ablösung der Grundschuld - Rückzahlung des Kredites ja sowieso über einen Notar geht - sehe ich im Grunde genommen keinen Grund warum ich es nicht machen könnte.

heiner 09.08.2011 10:51

Hallo,
ich kenne den Fall zwar nicht genau, aber so wie ich Dich verstehe, hat Dein Vater die Vollmacht erteilt. Da Dein Vater verstorben ist, gibt es auch keine rechtsgültige Vollmacht mehr. Also greift meines Erachtens nur das Betreuungsrecht. Demnach brauchst Du zum Verkauf eine betreuungsrechtliche Genehmigung. Diese wird aber erst eingeholt, wenn es zu einem Kaufvertrag gekommen ist. Den Kaufvertrag dem Gericht zur Genehmigung vorlegen.
Aber Achtung!
Wenn noch andere Erben vorhanden sind, muss aufgepasst werden, dass das Anwesen nicht "unter Wert" verkauft wird. Ansonsten können die Resterben, auch bei betreuungsrechtlicher Genehmigung des Verkaufs, den Betreuer(-in) im Nachhinein auf Regressforderungen verklagen. Am Besten, vorher ein Wertgutachten erstellen lassen. Geht am Billigsten über die Gutachterausschüsse der Gemeinden oder Städte. Diese Gutachten werden auch vom Gericht anerkannt.

Gruß
Heiner

agw 09.08.2011 11:04

Zitat:

Zitat von Dennis61 (Beitrag 53430)
Neben der Betreuung existiert auch noch eine Vollmacht meines Vaters.

HAllo Dennis61,

also die Vollmacht deines Vaters dürfte sich ja wohl erledigt haben wenn er bereits vor 10 Jahren verstorben ist.

Zitat:

Wenn ich einen Käufer für das Haus meiner Mutter in der Zwischenzeit finde, kann ich das Haus verkaufen ohne das ganze Vormundschaftsgerichtliche Bohai?
Es gibt keine Zeit dazwischen denn du bleibst weiterhin Betreuer, egal welches Gericht gerade zuständig ist.

Falls deine Mutter nicht mehr selber handeln kann musst du für den Verkauf das "Vormundschaftsgerichtliche Bohai" beachten.
Wenn du bereits eine Genehmigung für einen Kredit auf das Haus deiner Mutter erhalten hast dann weißt du ja was du beachten musst.

Zitat:

Da der Verkauf wie auch eine Ablösung der Grundschuld - Rückzahlung des Kredites ja sowieso über einen Notar geht - sehe ich im Grunde genommen keinen Grund warum ich es nicht machen könnte.
Also ich glaube du hast die Sache mit der gerichtlichen Betreuung nicht so ganz verstanden. Das Gericht prüft ob die Interessen der Betreuten auch gewahrt werden wenn sie dies nicht mehr selber kann.
Ob ein Notar bei dem Hausverkauf involviert ist spielt doch gar keine Rolle. Der schreibt nur den Vertrag und überwacht die Kaufabwicklung, aber dem ist es völlig egal zu welchem Preis das Haus an wen geht.

Ein Verkauf hinter dem Rücken des Gerichtes dürfte wohl am ehesten dazu führen das deine Geeignetheit als Betreuer geprüft wird und du dich mit diversen weiteren rechtlichen Folgen auseinandersetzen kannst.

Gruß,
Andreas

agw 09.08.2011 11:08

Zitat:

Zitat von heiner (Beitrag 53431)
Wenn noch andere Erben vorhanden sind, muss aufgepasst werden, dass das Anwesen nicht "unter Wert" verkauft wird.

Hallo,

also der Verkauf unter Wert wird sicherlich auch nicht genehmigt wenn keine weiteren Erben vorhanden sind.
Unterhalb der Schätzung eine Objekt zu verkaufen ist generell sehr schwierig.

Gruß,
Andreas

Wittgenstein 09.08.2011 11:15

Ja, aber was ist wenn ich das Eigentum nicht verkauft bekomme und dann ja nichts übrig bleibt, wie unter Wert zuverkaufen?

agw 09.08.2011 11:20

Zitat:

Zitat von Wittgenstein (Beitrag 53435)
Ja, aber was ist wenn ich das Eigentum nicht verkauft bekomme und dann ja nichts übrig bleibt, wie unter Wert zuverkaufen?

Das wird ein Fall sein in dem ich dem Rechtspfleger gegenüber schon sehr gut argumentieren- und nachweisen- müsste, warum ein Eigentum unter Wert verkauft werden soll.
Letztendlich dient die Genehmigung ja dem Schutz des Betreutenvermögens welcher es ja nicht mehr selber verwalten kann.


Gruß,
Andreas

michaela mohr 09.08.2011 13:37

Zitat:

Zitat von Wittgenstein (Beitrag 53435)
Ja, aber was ist wenn ich das Eigentum nicht verkauft bekomme und dann ja nichts übrig bleibt, wie unter Wert zuverkaufen?

das hatte ich mal, mein Gott war das ein Gerümpelhaufen, das Haus gerade so la la- aber fast alle Räume bis obenhin voll mit Unrat und leeren Flaschen, ohne Geld zu räumen. Dem Verfall konnte man regelrecht zusehen.

Es wurde eine zeitlang versucht zu einem bestimmten Preis zu verkaufen und als das nicht ging wurde seriös der "weniger" Wert ermittelt- und dafür gabs dann auch die gerichtliche Genehmigung da alle Bemühungen gut dokumentiert waren.

Gruss Michaela

heiner 09.08.2011 14:12

Nur zur Info.

Beim Verkauf von Immobilien durch den Betreuer ist es ratsam, immer alles genauestens durchzuführen.

Es gab tatsächlich schon Fälle, wo Erben vor Gericht nachweisen konnten, dass ein höherer Verkaufswert durch den Betreuer hätte erzielt werden könnten. Die Gerichte haben, trotz betreuungsrechtlicher Genehmigung, nur den Betreuer zur Haftung und Regresszahlung herangezogen. Nie den Betreuungsrichter oder Rechtspfleger, der die Genehmigung erteilt hat.

Das erschreckende bei diesen Geschäften ist dann aber, dass in solch einem Fall, die Vermögenshaftpflichtversicherung der Berufsbetreuer nicht zahlt. Solche Geschäfte sind in den allgemeinen Versicherungsbedingungen ausgeschlossen. (übrigens bei allen Versicherungsagenturen)

Ich will hier im Forum nicht über den Sinn und den Hintergrund dieser Gerichtsentscheide diskutieren, sondern nur alle Betreuer(innen) auf die Gefahren und Fallstricke aufmerksam machen.

Gruß
Heiner

Dennis61 09.08.2011 16:23

Wie ich sehe habe ich mich in Unkenntnis der Sachlage nicht genau ausgedrückt.

@ Heiner

ich bin das einzigste Kind

Die Vollmacht betrifft meine Eltern. D.h. zum einen haben die Eltern ein Berliner Tesatment aufgesetzt, zum anderen haben meine Mutter und mein Vater dieses Vollmacht - die Verfügung zusammen aufgesetezt, unterschrieben und durch einen Notar beglaubigen lassen. D.h. beide Elterteile waren mit dem Inhalt in Übereinstimmung - dr Inhalt der Verfüung - Vollmacht gilt für beide. Sie erstreckt sich u.a. auch ncoh auf bestimmte Situationen in einem Krankheitsfall wie "keine lebensverlängernden maschienellen Maßnahmen wenn es offensichtlich ist das man nur durch sie am Leben gehalten wird, keine Op´s wenn es nicht notwendig ist, Schmerztherepie zur Schmerlinderung . . .

@agw

Es ist klar das ich das Haus nicht unter Wert verkaufen werde, da es ja sonst nicht zum Wohl meiner Mutter wäre bzw das ihre Interessen sonst nicht gewahrt wären.

Ich weiß das ich ggf ein Gutachten eines Ortsgerichtes einholen muß falls das Gericht der Meinung ist das der VK Preis unter wert liegen könnte. Aus diesem grund findet der Verkauf auch über einen Makler statt.

Meine Frage zielte darauf ab das wenn es Wochen dauert bis mich das neue Gericht bestätigt hat ob ich warten muß BIS das neue Gericht mich bestätigt hat. Sollte der Makler bis zu diesem Zeitpunkt einen Käufer gefunden haben, so dachte ich würde ncihts dagegen sprechen den Verkauf abzuschließen und dann das Gericht entsprechend zu informieren, den Verkauf mit der entsprechenden GeldAnlage zu belegen.


Und das ich entsprechende Vorgaben des Vormundschaftgerichtes zu beachten habe, das is klar. Nur als man mir die Betreuung ausgesprochen hat, durfte ich mir alles selbst erfragen bzw mich selbst darum kümmern. Da war nix von ner Betreuer Einweisung durch das Vormundschaftsgericht wie es rechtens ist.

Daher dacht ich so bei mir . . .Fragste mal die Profis vom Forum hier . . . ;)


lg dennis





.

agw 09.08.2011 16:59

Zitat:

Zitat von Dennis61 (Beitrag 53442)
Meine Frage zielte darauf ab das wenn es Wochen dauert bis mich das neue Gericht bestätigt hat ob ich warten muß BIS das neue Gericht mich bestätigt hat.

Hallo Dennis61,

das neue Gericht "bestätigt" dich nicht sondern du bleibst ohne Unterbrechung Betreuer.
Lediglich die Akte wechselt und alle zukünftigen Entscheidungen werden beim neuen Gericht getroffen.

Zitat:

Sollte der Makler bis zu diesem Zeitpunkt einen Käufer gefunden haben, so dachte ich würde ncihts dagegen sprechen den Verkauf abzuschließen und dann das Gericht entsprechend zu informieren, den Verkauf mit der entsprechenden GeldAnlage zu belegen.
Wenn du als Betreuer deiner Mutter verkaufst kannst du nicht rechtskräftig ohne Genehmigung des Betreuungsgerichtes verkaufen!!! :winke:
Das wird dir vermutlich auch der Notar mitteilen. Die Genehmigung ist idR. Bestandteil des Notarvertrages. Es ist deshalb vor dem Notartermin sinnvoll mit dem zuständigen Rechtspfleger zu besprechen ob es Hinderungsgründe zum geplanten Vertrag gibt.

Zitat:

zum anderen haben meine Mutter und mein Vater dieses Vollmacht - die Verfügung zusammen aufgesetezt, unterschrieben und durch einen Notar beglaubigen lassen. D.h. beide Elterteile waren mit dem Inhalt in Übereinstimmung - dr Inhalt der Verfüung - Vollmacht gilt für beide.
Also hier wird es für mich ein bißchen schwammig. Wenn du eine Vollmacht hast warum wurde denn dann eine Betreuung eingerichtet?
Hast du diese Vollmacht dem Gericht mitgeteilt?
Oder handelt es sich nur um eine Patientenverfügung mit der Anweisung für den Krankheitsfall?

Falls du eine notarielle Vollmacht hast dann solltest du diese schnellstens dem Gericht vorlegen zur Prüfung ob überhaupt noch ein Betreuungsverfahren notwendig ist.

Gruß,
Andreas

Dennis61 09.08.2011 18:56

Zitat:

Zitat von agw (Beitrag 53443)
Also hier wird es für mich ein bißchen schwammig. Wenn du eine Vollmacht hast warum wurde denn dann eine Betreuung eingerichtet?
Hast du diese Vollmacht dem Gericht mitgeteilt?
Oder handelt es sich nur um eine Patientenverfügung mit der Anweisung für den Krankheitsfall?

Falls du eine notarielle Vollmacht hast dann solltest du diese schnellstens dem Gericht vorlegen zur Prüfung ob überhaupt noch ein Betreuungsverfahren notwendig ist.

Gruß,
Andreas

Hallo Andreas


ne es war eine vollmacht plus patientenverfügung . . .


zum zeitpunkt als die Betreuung ausgesprochen wurde, wurde ich nicht vom gericht gefragt ob eine vollmacht vorliegt. ich wurde auch nicht vom vorundschaftsgericht im rahmen einer 1 oder 2 tage veranstaltung auf rechte und pflichten eines betreuers unterichtet.

somit wußte ich zu diesem zeitpunkt auch nicht das eine vollmacht vorrang hat

und das stellte sich erst im laufe der zeit heraus enthielt die vollmacht wie es sich herausstellte einige unklalheiten. in der betreuung wurde nicht eindeutig angegeben für welchen aufgabenbereich die betreuung wie z.b. im betreuerausweis klargestellt wurde.

erst während eines gespräches nach 5 jahren als ich sagte das ich auch eine vollmacht habe, fragte mich der rechtspfleger warum ich das nicht von anfang gesagt habe: daruaf ich: woher sollte ich wissen das ich dies hätte mitteilen müssen? sie haben mich weder informiert noch danach gefragt.

Bis 2009 war die Rechtslage im Zusammenhang mit Patientenverfügungen mangels gesetzlicher Regelung in vieler Hinsicht unklar und unsicher und von der Rechtsprechung der Gerichte geprägt.

Imre Holocher 09.08.2011 21:39

Hallo Dennis

Ich bin ja mal gespannt, was das Gericht mit der Betreuung macht, ob es sie aufhebt oder eben weiterlaufen läßt.
Wenn ich richtig gelesen habe, dann wurde die Vollmacht von einem Notar aufgesetzt? Wenn ja, dann ist es OK, wenn nein, dann solltest Du bei der Betreuung bleiben, weil Du sonst das Haus nicht verkaufen dürftest. Hierfür sind notarielle Vollmachten notwendig, eine einfach von irgendwem beglaubigte Vollmacht reicht da üblicherweise nicht aus.

Viel Glück
wünscht

Imre

Dennis61 09.08.2011 23:29

hallo imre

ich denke auch das ich bei der betreung vom gericht weiterhin bleibe. sie ist einfach detaiilierter. ich warte einfach mal ab was pasiert.


lg dennis

Dennis61 31.10.2011 08:43

ich melde mich mal wieder.

mitte september fiel es dem gericht ein: wir müssen ein gutachten vom ortsgericht einholen. klasse dachte ich. jetzt muß man - der makler - alle aktivitäten erst mal auf s eis legen. mittlerweile haben sich zu diesem zeitpunkt schon ca 20 interessenten das haus angeschaut.

ende sept hatte ich das das gutachten - traumtänzerpreis. also bin ich zum gericht gefahren und habe mit meinem rechtspfleger gesprochen. er meinte nur dazu das letztendlich der tagespreis entscheident ist.

in der ersteon oktober hat es sich abgezeichnet das es einen ernsthaften interessenten gibt was sich auch in den letzten wochen bestätgit hat.

der verkauf der immobilie könnte über die bühne gehen. finanzierungszusage der bank des käufers liegt vor, ein entwurf des kaufvertrages ist vorhanden und ein schreiben das sich der makler um den besten preis - kaufangebote aus ca 30 interessenten bemüht hat. die meisten käufer wollten zwischen 10 und 13 % weniger bezahlen als der käufer

was den vkpreis der immobilie betrifft, vor ca 3 wochen hatte der käufer mit einem seinem unabhängigen sachverständigen (architekt) und einem banksachverständigen sich das haus noch mal angeschaut. insgesamt haben wir der makler und ich uns 4 mal mit dem käufer getroffen. ihm ist es ernst mit dem kauf. der preis ist durchaus realistisch da es grundsaniert werden muß.das haus ist baujahr 1960 und es muß einiges gemacht werden wie dachisolierung, abwasser - installation, stromleitungen nach neuem standard.


vor 2 wochen fiel es dem gericht ein einen verfahrenspfleger in erwägung zu ziehen. na da war ich etwas sauer. nicht weil ein verfahrenspfleger bestellt werden sollte, sondern weil das gericht dies schon anfang august hätte in die wege leiten können. dann würde der abschluß des kaufvertrages jetzt nicht mehr hinausgezögert werden müssen. also hab ich n bischen druck gemacht. am freitag hat man mir mitgeteilt das man mir nur für den verkauf des hauses einen verfahrenspfleger zur seite gestellt hat.

das das haus schnell verkauft werden muß ist u.a. auch eine bedingung des sozialamtes da meine mutter den eigenanteil zu den heimkosten vom sozialamt auf die dauer für 6 monate auf darlehensbasis erhält. vorläufig erst mal

morgen habe ich einen termin mit dem verfahrenspfleger. auf meine frage ob er die sachlage kennt: nein er hat keine ahnung. ich solle mal alle unterlagen zum hausverkauf mitbringen. da habe ich ihn erst mal mit einigen pdf dateien - dokumente wie gutachten ortsgericht, kaufvertragsentwurf, etc zugemailed.

ich bin mal gespannt wie/was sich bei dem termin mit dem pfleger morgen so ergibt. ich bin echt froh wenn das haus verkauft ist. dieser hickhack vor allen dingen die schnarchnasigkeit des vormundschaftsgerichtes geht mir gehörig auf die nüsse.

Imre Holocher 31.10.2011 21:25

Moin Dennis

Bei einem Hausverkauf für einen Betreuten kann man eines mit Sicherheit niemals gebrauche: Eile.
Gerichte sagen sich da üblicheweise "festina lente" (eile mit Weile).
Natürlich hätte der Verfahrenspfleger schon früher bestellt werden können, aber nun denn.

Wenn Dein Rechtspfleger gesagt hat, dass bei einem Hausverkauf der Tagespreis eine wichtige Rolle spielt und damit die Wertigkeit des Gutachtens senkt, dann ist er schon reichlich entgegenkommend.
Ärgerlicher ist es, wenn der Rechtspfleger mit dem Preis nicht einverstanden ist, weil das Gutachten höher liegt, und dann mit viel Verzögerung und Wasserschaden zu einem Preis verkauft werden muss, der noch mal einige zigtausend unter dem letzten Angebot liegt.
alles schon da gewesen...

MfG

Imre

Dennis61 01.11.2011 00:37

hallo imre

im prinzip stimme ich dir zu was das eile mit weile betrifft. nur ist es wie in den meisten fälle immer einzelfall verschieden.

es ist eine hypothek - grundschuld = kredit auf dem haus. mit sicherheit kann es nicht im interesse des gerichts liegen das die bank ihr vertragliches außerordentliches kündigungsrecht in anspruch nimmt und dann das haus zwecks deckung des kredites zwangsversteigert werden muß. dies würde dann weit unter dem liegen was der käufer jetzt bezahlen würde. zudem wäre das nicht zum wohl der betreuten. im gegenteil.

na ja mal schaun. morgen weiß ich mehr . . .

Dennis61 03.11.2011 12:31

der termin mit der verfahrenspflegerin hat mich völlig überrascht. wir haben uns ca 1 stunde während dessen sie sich auch das haus angesehen hat, unterhalten. das gespräch fand in einer entspannten atmospäre statt wie ich es mir nicht vorgestellt habe. sie hat sich in die akten - mittlerweile eine berg von akten da die betreuung seit 2001 besteht - eingearbeitet und wußte alles.

das feedback was die betreuung betrifft, das ich von ihr bekam war einfach nur gut - und hat mir gut getan. was und wie ich die eltern, jetzt meine mutter betreut habe, hat ihr imponiert.

sie sagte mir das sie dem verkauf zustimmen wird. damit hat sich auch ihre aufgabe als verfahrenspflegerin - eingesetzt für den verkauf des hauses - erledigt.

in den nächsten tagen werde ich das ok vom gericht bekommen (schon tel abgeklärt) das der verkauf zu dem preis über die bühne geht. nächste woche wird der kaufvertrag bei einem notar unterschrieben - die abwicklung erfolgt dann zug um zug immer mit einer info an das gericht und dem entsprechenden ok vom gericht.

im dezember werde ich dann das haus - bzw die wohnung, keller ausräumen. bis mitte januar wird dann die finanzielle transaktion die der notar in die wege leitet bzw auslöst abgewickelt sein. das geld wird mündelsicher angelegt - was mir eh klar war.

das es so "unkompliziert" über die bühne geht hätte ich nicht erwartet. aber vielleicht liegt es auch daran das es in den 10 jahren der betreuung zwischen dem gericht/rechtspfleger und mir nie ein problem gegeben hat. zwar waren wir mal verschiedener meinung, aber das hat dem verhältnis nicht geschadet.

Dennis61 11.12.2011 12:16

nach ner weile melde ich mich mal wieder und berichte mal wie s zur zeit aussieht.

wenn ein hausverkauf ansteht d.h. ein betreuerIn beabsichtigt das haus einer zu betreuenden person zu verkaufen gibt es ein paar dinge die man unbedingt wissen sollte. wie Imre Holocher schon sagte - mit eile geht mal gar nix einfach weil der amtsschimmel das tempo vorgibt. dies heißt jetzt nicht das es per se langsam geht sondern einfach nur das es bei einem immobilienverkauf vorgaben/bedingungen des gerichtes gibt die a) erfüllt werden müssen und b) somit zusätzlich zeit brauchen. dies ist insofern wichtig für den makler und den zukünftigen käufer/besitzer.

wenn ein betreuunsgericht erst mal grundsätzlich einem verkauf einer immobilie zustimmt dann sollte man das gericht - den rechtspflegerIn auf folgendes ansprechen:

gutachten ortsgericht:
Zeitfaktor ca 3-4 wochen, termin ausmachen, vor ort begutachtung durch ortsgericht, erstellung des gutachtens

verfahrenspflegerIn für die wertermittlung (überprüfung ob der vorgeschlagene preis des makler ok - angemessen ist) der immobilie:zeitfaktor 1 - 2 wochen

verfahrenspflegerIn zur prüfung des unterzeichneten kaufvertrages: zeitfaktor max 3 wochen


bevor man einem makler einen auftrag gibt einen käufer für eine immobilie zu sichen ist es ratsam ein unabhängiges gutachten von dem ortsgericht der stadt/gemeinde/kommune einzuholen wo die immobilie sich befindet. gleiches gilt auch wenn man eine immobilie nicht über einen makler verkaufen will.

ein makler wird mit einem sachverständigen - oder er ist selbst in der lage dies einzuschätzen - die immobilie bewerten.um von vornherein einen interessenkonflikt zu vermeiden bzw diesen aspekt auszuschließen wird als nächster schritt ein neutraler rechtsanwalt - verfahrenspflegerIn der/die nur für den verkauf der immobilie dazugeschaltet wird vom betreuungsgericht bestellt. der verfahrenspflegerIn wird dann feststellen ob der preis zu dem der makler die immobilie zu verkaufen/anzubieten beabsichtigt dem gegenwärtigen tagespreis - marktwert entspricht.

zwischen dem festgestellten wert des gutachten des ortsgerichtes, und dem preis - tages/marktwert den der makler für das haus festlegt können schon mal welten liegen.

wenn der preis den der makler vorgeschlagen hat von der verfahrenspflegerin wie auch des gericht bestätigt wurde, dann kann der makler seinen job machen, bwz dann kann man einen käufer suchen.

hat man schließlich einen käufer gefunden, dann wird ein kaufvertrag von einem notar aufgesetzt - und in gegenwart beider parteien besprochen, erklärt und von beiden parteien - betreuer und käufer unterzeichnet. der notar wird diesen kaufvertrag beim betreuungsgericht einreichen. dieser kaufvertrag wird dem verfahrenspflegerIn vorgelegt. der verfahrenspfleger wird den kaufvertrag inhaltlich prüfen und - wenn er/sie einen rechtsmittelverzicht erklärt, bekommt man idr in der 3. woche nach einreichung des kaufvertrages durch den notar vom betreuunsgericht einen beschluß das die verfahrenspflegerIn rechtsmittelverzicht erklärt hat und dieser beschluß <-> verkauf der immobilie gemäß kaufvertrag mit der rechtskraft §40 Abs 2 FamFG wirksam ist.

dann steht der abwicklung wie im kaufvertrag beschrieben nichts mehr im wege.

ich habe das glück gehabt das der rechtspflegerin daran gelegen war den verkauf des hauses noch im zuständigkeitsbereicht des amtsgerichtes des alten wohnortes meiner mutter abzuwicklen.

es waren stressige 4 monate aber ich bin froh wenn der verkauf ende januar abgeschlossen ist.

Dennis61 11.12.2011 17:26

nachtrag zu meinem obigem posting

ich habe diese reihenfolge - den ablauf deshalb eingestellt weil ich keinerlei info/ahnung hatte bzw nicht über die notwendigkeit ein gutachten vom ortsgericht, einbeziehung einer verfahrenspflegerin informiert wurde.


alles was man mir anfang august sagte war" nö, wir (das gericht) haben nichts dagegen das sie das haus verkaufen. auf grund dieser infos schlatet der makler dann in div portalen eine anzeige. in den ersten 6 wochen kamen interessenten zu hauf. dann mitte september - mittlerweile hatten wir schon einen käufer - ja aber wir brauchen ein gutachten vom ortsgericht. also wurde erst mal alles auf eis gelegt, da wir nict wußten wie das gutachtan ausfallen würde und wie das gericht dieses bewerten würde.

dann als diese hürde genommen war sagte das gericht 4 wochen später: na ja wir wollen ein verfahrenspfleger einschalten. da waren wir dabei den kaufvertrag zu besprechen. also wurde wieder alles auf s eis gelegt.

als es bzgl des vk preises seitens der verfahrenspflegerin keinen einwand gab wurde der kaufvertrag abgeschlossen und unterschrieben. als dieser beim gericht eniging erfuhr ich dann: na ja wir werden den kaufvertrag der verfahrenspflegerin zwecks überprüfung einreichen. wenn diese rechtsmittelverzicht einlegt dann werden sie einen beschluß bekommen. also hieß es noch einmal 3 wochen warten.

da es idr bei einem kauf eines hauses um eine finanzierung geht, wird ein finazierungsvertrag zwischen der bankund dem käufer erst dann unterzeichnet wenn alle bedingungen seitens des gerichtes erfüllt worden sind. ein kreditangebot ist - was die unterschrift betrifft idr nur für einen begrenzten zeitraum gültig. wenn es heißt: sorry wir müssen noch auf dieses und jenes warten (was man vorher hätte erledigen können) und da zinsen sich verändern können . . . besteht die gefahr das eine bank zum käufer sagen kann, das das angebot wie es vor xxx wochen einem käufer unterbreitet wurde heute nicht mehr gültig ist . . . . .


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