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Wer zahlt?

Dies ist ein Beitrag zum Thema Wer zahlt? im Unterforum Rechtsfragen im Rahmen des Betreuungsrechts , Teil der Offenes Forum gesetzliche Betreuung
Der Sohn meiner Betreuten ist so gar nicht mit der Betreuung einverstanden und hat mir heute erklärt, dass er mich ...


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Alt 25.10.2011, 17:54   #1
EFB
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Registriert seit: 17.05.2011
Beiträge: 135
Standard Wer zahlt?

Der Sohn meiner Betreuten ist so gar nicht mit der Betreuung einverstanden und hat mir heute erklärt, dass er mich unterlaufen wolle, d.h. neben anderen Dingen den bestehenden Pflegedienst ignorieren und einen anderen bestellen.

Hintergrund: Sohn und Mutter waren zerstritten, hatten keinen Kontakt für ca. 1 Jahr, in dieser Zeit kam Mu in KKH, da offensichtlich ohne Angehörige, und fortgeschr. dement und gebrechlich, wurde Betreuung eingerichtet ( vor 3 Wochen).

Den Pflegedienst, den er morgen kontaktieren will, habe ich per Mail über Betreuung informiert.

Was passiert, wenn der Sohn seine Mutter bequatscht, und diese einfach einen neuen Pflegevertrag unterschreibt, und ich krieg das nicht mit... Wer zahlt dann?

Ich habe ihn darauf hingewiesen, dass er das Recht habe, selbst die Betreuung zu beantragen. Aber vernünftigen Argumenten ist er nicht zugänglich, vermutet hinter meinem Auftauchen irgendeine kriminelle Abzockmafia....(seine Mutter ist mittellos!!)

Mein Versuch, die Familie mit einzubeziehen, ist schwer nach hinten los gegangen....

Geändert von EFB (25.10.2011 um 17:59 Uhr)
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Alt 25.10.2011, 18:22   #2
Admin
 
Benutzerbild von Imre Holocher
 
Registriert seit: 16.03.2004
Ort: Betreuungsbüro Herrlichkeit 6 in 28857 Syke
Beiträge: 1,590
Standard

Moin EFB

Wenn der Sohn die Musik bestellt, dann darf er sie auch bezahlen.
Die Pflegedienste stehen üblicherweise gut in Kontakt, weshalb solche Informationen über solche Angehörigen sich schnell ausbreiten.

Falls der Sohn allerdings hartnäckiger werden sollte kann ein Einwilligungsvorbehalt (und sei es auch nur in Vertragsangelegenheiten) helfen. Da die Betreute dement ist, bestehen recht gute Chancen.

MfG

Imre
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Alt 25.10.2011, 18:35   #3
EFB
Forums-Geselle
 
Registriert seit: 17.05.2011
Beiträge: 135
Standard

Danke, Imre.
Gruß
efb
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Alt 26.10.2011, 15:41   #4
EFB
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Registriert seit: 17.05.2011
Beiträge: 135
Standard Rundumboykott

Nachdem ich den Pflegedienst vorgewarnt hatte, ist diese Kuh vom Eis. Und beinahe hätte die Krankenkasse seinen Antrag auf Rücknahme der Pflegeleistungen zugunsten einer höheren Auszahlung des Pflegegeldes durchgewinkt, weil sie übersehen hatten, dass ich als Betreuer eingetragen bin.

Jetzt erklärt er, (auch ALG II) seine Mama jeden Tag zu sich zu seiner Familie zu holen und das Essen auf Rädern könne ich auch knicken, sie würde ja von seiner Frau täglich bekocht, und man wirft das Geld zusammen in einen Topf, weil Familie. Auf meinen Hinweis, dass die warmen Mahlzeiten nun wirklich täglich gewährleistet sein müssen, hieß es, naja, manchmal gibt es halt schonmal nur Brot.

Abgesehen davon, dass die alte Dame auch noch Diabetikerin ist, das geht so nicht.

Alle Leistungen, die ich zu Beginn der Betreuung angedacht hatte aus dem Bereich niedrigschwellige Betreuung sind nun nicht mehr möglich, da die alte Dame von morgens bis abends in der kleinen Wohnung des Sohnes mit dessen Familie ist. Weder kann ich mit dem Schlüsseldienst das Schloss in ein Notfall-schloss ändern, noch komme ich direkt an Unterlagen.

Die alte Dame ist glücklich, nach so langer Sendepause wieder in der Familie zu sein, und ich steh vor dem Dilemma: die Dinge, die sie letzte Woche noch wollte, will sie unter dem Druck des Sohnes nicht mehr.. Ich bin sicher, wenn der Geldhahn zu wäre, wäre der Sohn wieder weg, aber sie wäre dann wieder einsam...
Zum Wohle des Betreuten?
Schwierig. Brauche Rat!
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Alt 26.10.2011, 15:43   #5
EFB
Forums-Geselle
 
Registriert seit: 17.05.2011
Beiträge: 135
Standard

... und wenn man ihn zu sehr nerven würde, dann würde er mit seiner Mama für immer nach (Herkunftsland) fahren, und dann würden wir alle mal doof gucken....
EFB ist offline  
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Alt 27.10.2011, 19:45   #6
Admin
 
Benutzerbild von Imre Holocher
 
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Ort: Betreuungsbüro Herrlichkeit 6 in 28857 Syke
Beiträge: 1,590
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Moin EFB

Wenn sohnemann eine dement Mama an den Hacken hat, dann wird das mit der Zeit ganz schön schwierig - schon allein wg. der Demenz. Wenn er droht mit ihr ins Ausland ausbüxen will: dann hat er sie im Ausland an den Hacken. Wird auch kein Spaß.

Wenn die Betreute dement ist und bei ihrem Sohn bleiben will, ist das so eine Sache. Ich kann es wirklich nicht beurteilen, wie es mit Wohl vs. Willen aussieht. Kann sein, dass sie die Weihnachtsgans ist, die gerupft wird, kann aber auch gut sein, dass sie selbst das einfach vergißt und es ihr gut geht, weil sie sich "in Familie" fühlt.
Dass der Sohn wg. der Demenz seiner Mutter früher oder später auf dem Zahnfleisch kriecht, ist sein Problem.

So was ähnliches hatte ich auch ganz zu Anfang als Betreuer - und mußte die Betreuung sogar abgeben (Die Tochter hat dann ihre Mutter betreut und ausgequetscht - aber auch ganz schnell Sch... gebrüllt, weil die Betreute ebendiese zu Hause u.a. auch an die Wände verteilt hatte...).
Ich fand es schwierig auszuhalten. Die Betreute hatte durch ihre Demenz damit nicht so ein Problem. Das hat mir zu Denken gegeben.


MfG

Imre
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Alt 27.10.2011, 21:20   #7
EFB
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Beiträge: 135
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Genau das ist auch mein Problem. Ich sehe das, wie die Wahl zwischen Pest und Cholera:

Wenn die Betreute die "optimale" gesundheitsförderliche Betreuung bekommt: bis zum Anschlag ausgeschöpfte niederschwellige Hilfen, Pflegedienst, Diabetikergerechtes Essen, genug Geld auf dem Konto, aber Sohn weg, wegen nicht mehr rupfen können, ist sie einsam und unglücklich.

Jetzt ist sie in Familie, nicht optimal betreut, wird finanziell auf den letzten Cent ausgebeutet, aber glücklich..

Mal schauen, wie die Richterin das sieht.
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