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Kooperation mit einem Krankenhaus

Dies ist ein Beitrag zum Thema Kooperation mit einem Krankenhaus im Unterforum Rechtsfragen im Rahmen des Betreuungsrechts , Teil der Offenes Forum gesetzliche Betreuung
Hallo! Ich bin noch nicht so lange ehrenamtliche Betreuerin und deshalb ziemlich unsicher. Jedenfalls ist die von mir betreute Person ...


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Alt 01.02.2012, 16:16   #1
Ich bin neu hier
 
Registriert seit: 28.01.2012
Beiträge: 5
Standard Kooperation mit einem Krankenhaus

Hallo!

Ich bin noch nicht so lange ehrenamtliche Betreuerin und deshalb ziemlich unsicher. Jedenfalls ist die von mir betreute Person inzwischen schon zum 2 x innerhalb von 7 Tagen ins Krankenhaus eingeliefert worden und ich würde gerne wissen, was ich eigentlich machen soll, wenn mich das Heim anruft und mir von der Einlieferung erzählt. Was wird dann vor mir erwartet? Was darf und muss ich tun, um meiner Aufgabe nachzukommen?
Soll ich aktiv dem Krankenhaus hinterher telefonieren, soll ich persönlich hingehen und dem einem Arzt sprechen? Oder soll ich warten, bis das Krankenhaus sich selbst meldet?

Ich bin nämlich aufgrund der bisherigen Geschehnisse verunsichert:
Bei der ersten Einlieferung (da war ich erst 1 Woche lang Betreuerin!) wurde ich gegen 21 Uhr vom Krankenhaus angerufen und man wollte wissen, ob die Person nur normal oder intensiv reanimiert werden soll. Man warf mir lateinische Begriffe an den Kopf, mit denen ich nichts anfangen konnte. Auf meine Frage, on man das telefonisch oder persönlich besprechen soll, meinte der Arzt, ich solle am nächsten Tag persönlich vorbeikommen. Da mir aber aufgefallen ist, dass man mir keine Uhrzeit genannt hatte und ich nicht wusste, wann der Arzt überhaupt arbeitet, rief ich noch mal im Krankenhaus an und eine Dame am Empfang teilte mir mit, als rechtliche Betreuerin hätte ich zu jeder Zeit das Recht eine Auskunft zu erlangen und könne deshalb kommen, wann ich will. Darauf vertrauend ging ich am Folgetag erst gegen 17 Uhr hin, musste ja vorher selbst arbeiten. Am Vormittag habe ich nur kurz mit einem Arzt telefoniert und auch er meinte, ich solle vorbeikommen, aber ohne eine Uhrzeit zu nennen. Auch war es ein anderer Arzt als am Abend zuvor, sodass ich annahm, nicht auf den einen Arzt angewiesen zu sein. Also unabhängig von den Arbeitszeiten eines bestimmen Arztes Auskunft erlangen zu können. Als ich aber um 17 Uhr ankam, schickte man mich sehr unfreundlich weg. Es war ein ziemlich arroganter Ton, ich hätte halt vor 16 Uhr kommen müssen. Ein Arzt, der gleich Feierabend machen wollte, meinte "Sie stören mich bei meinem Feierabend." Also ging ich wieder heim und kam am Tag, rief morgens wieder an, sprach mit einem Arzt, der wieder sagte, ich solle persönlich kommen, also ging ich erneut ins Krankenhaus. Es war diesmal 15 Uhr. Ich wollte mich ja an die Vorwürfe vom Vortag, ich sei zu spät gekommen, halten. Und was ist passiert? Ich musste 3 Stunden warten, ehe jemand mit mir sprach. Als ich nach 2 Stunden zur Schwester sagt, ich würde gerne nach Hause gehen und man möge mich bitte anrufen. Immerhin kann ich gut verstehen, dass ein Arzt nicht einfach so seine Arbeit liegen lassen kann, um mit mir zu sprechen. Also soll er mich halt anrufen, wenn er mal Zeit hat. Ich fand war ne gute Idee. Aber die Schwester meinte, ich sollte vorher Blanko-Einverständniserklärungen unterschreiben. Nur so für den Fall, da ich ja kein Faxgerät besitze. Das wollte ich nicht. Also sah ich mich genötigt halt noch länger zu warten.
So weit, so schlecht. Ich war sehr froh, als die Person einige Tage später nach Hause konnte. Und dann kam erneut ein Anruf (vom Heim), sie sei wieder in dem Krankenhaus. Eine Stunde später rief ich von selbst im Krankenhaus an und bat die Dame am Empfang, auf der Station auszurichten, er möge mich anrufen, wenn er Zeit habe. Aber die Dame sagte mir, sie könne das nicht ausrichten. Ich solle es später noch mal versuchen.
Da war ich erst mal platt und dann wieder verunsichert.
Verlange ich vielleicht zu viel, wenn ich möchte, dass man mich anruft oder mit mir spricht? Ist so ein Verhalten normal? Muss ich dem Krankenhaus hinterher telefonieren?
Oder soll ich mich nach der Information über eine Einlieferung entspannt zurücklehnen und warten ob sich jemand bei mir meldet?
Ich möchte ja nichts falsch machen. Ich wäre sehr dankbar, wenn mir jemand antworten würde. Vielen Dank!
Paullina ist offline  
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Alt 01.02.2012, 18:36   #2
Berufsbetreuerin
 
Registriert seit: 16.12.2008
Ort: Berlin
Beiträge: 383
Standard

Guten Abend Paullina!

Erstmal ganz tief durchatmen und lass Dich nicht von "den Göttern in Weiß" verunsichern!

Du hast Dich bisher sehr engagiert gezeigt und das Bestmögliche gemacht. Wenn ich die Gesundheitssorge habe (ich gehe einfach davon aus, dass Du sie hast) und ich von einer Krankenhauseinweisung erfahre, dann melde ich mich immer von mir aus im Krankenhaus. Erkundige mich nochmal nach dem genauen Grund der Einweisung und dem bisherigen Stand und vergewissere mich, dass meine Daten dort richtig mit überbracht worden sind (bsp. von der Pflegestation od. Heim). Ggf. bei akuten Situationen hinterlasse ich auch meine Handynummer. Persönlich vorbeigehen tue ich nicht immer sofort, es kommt wirklich auf den Einzelfall drauf an, sprich auf den Zustand des betreuten Menschen. Auch muss man abwägen, inwieweit sich der betreute Mensch selbst verständigen und verstehen kann. Wir schreiten nur ein, wenn der betreute Mensch die Art und Umfang der geplanten Massnahmen nicht erfassen und verstehen kann.
Wenn Eingriffe geplant sind und ich eine Einwilligung geben muss, kommt es auch wieder auf die Größe des Eingriffes an, ob ich persönlich vorbei gehe. Ich sage mal bei einer geplanten Magenspiegelung telefoniere ich gern vorab und lass mir dann die Unterlagen per Fax senden. Bei gr. Eingriffen gehe ich natürlich möglichst persönlich vorbei, um mit dem Arzt zu reden. Hierzu kläre ich vorab telefonisch die beste Zeit ab und wenn ich dann erscheine, dann erwarte ich auch relativ zeitnah zum Gespräch zu kommen. Du hast da seehhhrrr viel Geduld bewiesen und hast es völlig richtig gemacht, dass Du kein Blankoformular unterschrieben hast. Trete also ruhig selbstbewußter auf. Das Fehlverhalten liegt hier wohl auf der Seite der Ärzte. Anfangs war ich auch sehr verunsichert bei Krankenhausaufenthalten, da kann ich Dich gut verstehen. Mit den Jahren sehe ich dies jedoch gelassener und habe bemerkt, wenn man den Ärzten entschiedener gegenüber tritt, dann lässt sich auch vieles telefonisch und zeiteffektiver klären.
Also viel Mut. Gruß Christine
BetrKl ist offline  
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Alt 02.02.2012, 18:11   #3
Ich bin neu hier
 
Registriert seit: 28.01.2012
Beiträge: 5
Standard

Danke für die Antwort! Sie hat mir echt weitergeholfen.

Könntest du mir auch sagen, ob ich überhaupt irgendwelche Rechte habe und Auskunft verlangen kann?

Heute früh rief ich im Krankenhaus an, um Auskunft zu erlangen. Mir wurde wieder gesagt, der Arzt habe grad keine Zeit. Ich solle meine Nummer hinterlassen. Man würde mich zurückrufen. Das habe ich gemacht und stundenlang gewartet. Als gegen 18 Uhr immer noch niemand anrief, hab ich selbst angerufen und narürlich war kein Arzt mehr zu sprechen. Es sei auch nicht bekannt, dass ich angerufen und nach einem RÜckruf verlangt hätte. Ich solle einfach am nächsten Tag zwischen 14 und 16 Uhr persönlich vorbeikommen. Am Telefon sei es ohnehin nicht machbar, da man ja nicht wisse mit wem man telefoniere. Könnte ja jeder anrufen. Dabei war ich letzte Woche persönlich dort, habe meinen Auswei kopieren lassen und mich vorgestellt und ein Arzt hat mir ja auch gesagt, damit ich eben nicht wieder 3 Stunden warten müsse, solle ich anrufen. Das sei eh der übliche Weg bei rechtlichen BEtreuern. Und nun soll ich meine normale Arbeit vernachlässigen und zwischen 14 und 16 Uhr vorbeikommen?
Darf ein Krankenhaus das verlangen? MAche ich mich haftbar, wenn ich dort nicht persönlich erscheine? Habe ich ein Recht auf Information? Egal ob per Telefon oder persönlich? Und wenn mir Auskunft verweigert wird, was soll ich machen? Kann ich mit irgendwas drohen? Ich bin es leid, mich von diesem Krankenhaus wie eine Bittstellein behandeln zu lassen, die in der Bringschuld ist und wenn man möchte, redet man halt mit ihr.

Und: ja, ich bin für die Gesundheitsvorsorge zuständig und die PErson ist überhaupt nicht in der Lage, sich zu äußern. Sie kann nicht mal alleine trinken oder den Alarmknopf drücken oder sich verständlich machen. Umso wichtiger wäre eine Kommunikation mit mir.

Geändert von Paullina (02.02.2012 um 18:16 Uhr)
Paullina ist offline  
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Alt 02.02.2012, 21:31   #4
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Benutzerbild von Imre Holocher
 
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Ort: Betreuungsbüro Herrlichkeit 6 in 28857 Syke
Beiträge: 1,590
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Hallo Paulina

Als Betreuerin mit dem Bereich der Gesundheitssorge hast Du eine ganze Menge Rechte:
- Alle Ärzte müssen Dir gegenüber Auskunft geben über die gesundheitliche Situation der betreuten Person. Sie sind Dir gegenüber zur Information verpflichtet!
- Sofern die betreute Person nicht mehr in der Lage ist zu begreifen, um was es bei der Erkrankung geht und welche medizinische Maßnahme ergriffen werden soll, dann hast Du das Recht anstelle der betreuten in die med. Maßnahme einzuwilligen oder die Einwilligung zu verweigern. (Wenn die Betreuten noch begreifen worum es geht, dann sollten sie selber einwilligen oder auch nicht)
- Du hast das Recht einen Arzt fürchterlich auf den Topf zu setzen, wenn er medizinische Maßnahmen ergreift, die der Patient nicht wünscht und in die Du auch nicht eingewilligt hast.
Das ist insbesondere bei dem Verschreiben von Medikamenten spannend. Die Gabe von einer ganzen Reihe von Medikamenten ist sogar genehmigungspflichtig: Sprich selbst wenn Du in die Medikamentengabe einwilligen wolltest, müßtest Du Deine Einwilligung vom Gericht genehmigen lassen. (Beispiel: Leponex, wenn die regelmäßige Blutkontrolle nicht gewährleistet ist - da würde ich bei einem Betreuten, der sich gegen die Blutkontrollen wehrt niemals einwilligen wollen).

Du merkst schon:
Als Betreuerin bist Du wer. Da es um Haftungsfragen geht, und Dein Kopf da auch leicht mit in der Schlinge steckt, ist es sinnvoll eine gute Portion Rückgrat aufzubauen und gerade den Ärzten auf die Füße zu treten, die glauben sie wären Gott.
Und das gute daran ist: Du kannst Ihnen notfalls auch mit schmackes auf die Füße treten, weil Du in der Position dafür bist.
Also nur Mut und lass Dich nicht klein machen.

MfG

Imre
__________________
Fehler sind dazu da, um sie zu machen
und daraus zu lernen.
Fehler sind nicht dazu da, sie dauernd zu wiederholen.
Imre Holocher ist offline  
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