Dies ist ein Beitrag zum Thema Du oder Sie? im Unterforum Situation der Betreuer/innen , Teil der Offenes Forum gesetzliche Betreuung
Hallo,
wie handhabt ihr das folgende eigentlich? Duzt ihr eure Betreuten? Mir fällt die Frage deshalb ein, weil ich, glaube ...
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#1 |
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"Nervensäge" vom Dienst
Registriert seit: 08.12.2008
Beiträge: 441
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Hallo,
wie handhabt ihr das folgende eigentlich? Duzt ihr eure Betreuten? Mir fällt die Frage deshalb ein, weil ich, glaube ich, fast die einzige Betreute bin, die sich mit meiner B siezt. Irgendwie duzen alle anderen Betreuten meine B. Ist mir schon viele Male aufgefallen. Ich bleibe schon alleine aus Respekt und Distanzgründen (trotz des Vertrauens) beim Sie. Viele Grüße MurphysLaw |
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#2 | |
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Berufsbetreuer / Verfahrenspfleger
Registriert seit: 24.10.2009
Beiträge: 911
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Zitat:
Ich persönliche halte das für wichtig, um deutlich zu machen, dass man zwar eng zusammenarbeitet (im Optimalfall), sich gerne auch gut versteht, aber letztlich dennoch eine professionelle Distanz wahrt. Alles andere würde ich als arg befremdlich und übergriffig (von beiden Seiten aus!) empfinden. Gibt allerdings Kollegen, die das ganz anders sehen.
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#3 |
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Admin
Registriert seit: 22.08.2005
Ort: Darmstadt
Beiträge: 3,916
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Guten morgen zusammen,
und zuerst mal ein grosses Danke von mir an MurphysLaw ![]() Meine Betreuten zu duzen käme mir nicht in den Sinn. Mich duzen zu lassen ebenso wenig, was für eine Idee? ![]() Ich brauche das Stück Abstand auch um das Elend ertragen zu können. Damit meine ich, dass ich im grossen Überblick oft feststelle: wenn man da früher schon aktiv gewesen wäre, wenn das Hilfesystem wirklich funktioniern würde- dann wärs wohl gar nicht so weit nach unten gegangen. Mit Abstand machts mich gesund wütend, ohne Abstand würde ich mich hilflos fühlen. Gruss Michaela
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diese kommunikation wurde im rahmen der überwachungsgesetze auf ihre kosten dauerhaft gespeichert und wird jederzeit weltweit gegen sie verwendet werden. |
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#4 |
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Berufsbetreuerin / Rechtsanwältin
Registriert seit: 01.04.2009
Beiträge: 529
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Ich duze meine Betreuten normalerweise nicht. Wenn sie das tun, ignoriere ich das. Eine hat mich darum gebeten, aber ich habe ihr erklärt, dass ich das nicht möchte. Es gibt eine Ausnahme, und zwar den Sohn einer Betreuten, den ich vorübergehend auch betreut habe, nachdem er aus der "Obhut" des Jugendamts entlassen worden war. Den habe ich mit 14 oder 15 kennen gelernt, kurz bevor er bis zur Volljährigkeit in ein entferntes Jugendheim verfrachtet wurde, und er hat mich darum gebeten, ihn weiter zu duzen. Der ruft von Zeit zu Zeit noch an. Ich sieze ihn inzwischen zwar meist, aber das kommt ihm eher komisch vor. Er selbst meldet sich immer mit dem Vornamen.
Ich kann nicht ausschließen, dass es auch anders sein könnte. Ich habe früher für den Rundfunk gearbeitet und unter anderem ein Manuskript über "Scheu vor Behinderten" geschrieben. Dabei habe ich auch Tonbandinterviews gemacht und eine Gruppe von Behinderten und Nichtbehinderten besucht, die ich teilweise interviewt habe. Eine der Nichtbehinderten sagte mir nach dem Interview, ihr sei aufgefallen, dass ich die meisten gesiezt, zwei der Behinderten aber geduzt hätte. Das habe sie gewundert, aber dann sei ihr klar geworden, dass dies genau so richtig war. Ich bin mir dessen gar nicht bewusst gewesen. Ich war vor dem Interview eine Zeitlang in der Gruppe gewesen und hatte die Interaktion beobachtet. Das waren Personen, die selbst zwischen Du und Sie nicht differenzieren konnten und jeden duzten, aber ich traf nicht die bewusste Entscheidung, die jetzt zu duzen. Das war im Moment des Gesprächs einfach spontan und irgendwie "richtig".
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Die gefährlichsten Unwahrheiten sind die Wahrheiten, mäßig entstellt. (Georg Christoph Lichtenberg) |
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#5 |
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Gibt einen aus
Registriert seit: 07.06.2010
Ort: Bamberg
Beiträge: 111
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Ich Sieze meine Betreuten wie auch meine Mandanten grundsätzlich,. weil erst diese Distanz mir die nötige professionelle Freiheit gibt. Auch wenn es Moment in diesen Beziehungen geben mag, in denen man sich menschlich sehr nah ist, so scheint es mir doch wesentlich zu sein, dass ich eben nicht der mitleidende (aber nicht: mitleidige) Freund bin, sondern dass ich aus meiner Profession heraus (und nur daraus) Hilfe leisten kann.
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#6 | |
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Gesperrt
Registriert seit: 04.04.2004
Ort: NRW
Beiträge: 2,302
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Hallo,
Zitat:
Grundsätzlich sieze ich meine Klienten und sie mich, eben bis auf geistig behinderte Menschen, die diesen Unterschied gar nicht erkennen. |
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#7 |
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Admin
Registriert seit: 16.03.2004
Ort: Betreuungsbüro Herrlichkeit 6 in 28857 Syke
Beiträge: 1,590
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Dear DuSie
Das mit dem Siezen oder Duzen halte ich durchaus unterschiedlich, aber nach klaren Regeln. Grundsätzlich werden alle Betreuten erst mal gesiezt. Sollte sich das Verhältnis zu dem oder der Betreuten so entwickeln, das man sich gegenseitig ernst nimmt und respektiert kann ggf. - aber nur in gegenseitigem Einvernehmen - auch zum Du gewechelt werden. Das Du muß aber grundsätzlich von beiden Seiten angenommen werden. Da ich in verschiedenen Arbeitsbereichen beide Formen (also ein grundsätzliches Siezen wie auch ein grundsätzliches Duzen) schon als Träger von Nicht-Respekt und Arroganz erlebt habe, fällt es mir schwer, mich grundsätzlich nur für die eine oder die andere Form für alle Betreute zu entscheiden. MfG Imre
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Fehler sind dazu da, um sie zu machen und daraus zu lernen. Fehler sind nicht dazu da, sie dauernd zu wiederholen. |
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#8 |
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Berufsbetreuer
Registriert seit: 30.07.2007
Beiträge: 1,091
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Grundsätzlich "Sie". Gelegentliche Ausnahmen bei jungen Volljährigen und/oder behinderten Menschen; nicht wegen Respektlosigkeit meinerseits, sondern weil diese ausdrücklich mit "Du" angesprochen werden wollen und - da habe ich das Gefühl - dass "Sie" eher befremdlich und mit Unsicherheit aufgefasst wird. Manche Betreute duzen auch - mit einer Selbstberständlichkeit - mich; vorwiegend junge Männer. Worauf ich hier und da auch schon mal erklärte, dass ich gerne beim Sie bleiben würde (Manche sollten auch lernen, dass die Welt nicht nur aus Kumpels besteht; z.B auf Ämtern oder gegenüber evt. Arbeitsgebern müssen sie sich auch angemessen verhalten).
Kommt auf den Einzelfall an, muss man irgendwie intuitiv entscheiden. mfg |
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#9 |
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Forums-Geselle
Registriert seit: 31.08.2009
Ort: Neustadt (in einem von vielen)
Beiträge: 123
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Ja, dann klinke ich mich gleich in den großen Konsens ein. Ohne Ausnahme wird bei mir gesiezt. Einige Betreute (Schwerstbehinderte) frage ich, ob sie mit Vornamen angesprochen werden möchten, da hier oft keinerlei Beziehung zum Nachnamen besteht. Aber gesiezt wird immer.
Danke für die Anregung, noch einmal darüber nach zu denken. Gruß inne-huhn |
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#10 |
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Berufsbetreuerin
Registriert seit: 16.12.2008
Ort: Berlin
Beiträge: 383
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Hallo,
ich sieze grundsätzlich auch. Habe aber auch einige wenige Betreute, hier vor allem geistig Behinderte, die schnell ins Du übergehen und generell nur mit Vornamen angesprochen werden wollen. Einige sagen Du zu mir, benennen mich aber mit den Nachnamen. Es gibt also verschiedene Varianten. Meist sind sie es auch ihren Einrichtungen gewöhnt und ich hatte das Gefühl, dass sie beim Du schneller Vertrauen fassen können. Für mich habe ich zum Prinzip gemacht, wenn sie unbedingt geduzt werden wollen, dann dürfen auch sie mich duzen. Gleiches Recht für beide Seiten! Wobei ich hier, wie andere von Euch auch, genau schau, ob trotzdem genug Respekt und Distanz besteht. Lg Christine |
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