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Pflegeheim

Dies ist ein Beitrag zum Thema Pflegeheim im Unterforum Situation der Betreuer/innen , Teil der Offenes Forum gesetzliche Betreuung
Hallo an alle! Ich bin neu im Betreuungsbereich, habe die Betreuung für meine 80zig jährige Mutter übernommen. Wir haben sie ...


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Alt 20.05.2011, 22:19   #1
Einsteiger
 
Registriert seit: 17.05.2011
Beiträge: 10
Standard Pflegeheim

Hallo an alle!
Ich bin neu im Betreuungsbereich, habe die Betreuung für meine 80zig jährige Mutter übernommen. Wir haben sie nach häuslicher Gewalt vom Ehemann trennen müssen. Ich habe Vollmacht für Gesundheit, Aufenthalt, Behörden und Ämter, Öffnen von Post, rechtliche Vertretung nach Gewaltschutzgesetz.

Stehe nun vor folgendem Problem: Sie ist in einem Pflegeheim untergebracht. Ich habe dort angewiesen, dass sie 6-8 Wochen nicht raus soll. Zur Eingewöhnung.

Nun kam letzte Woche auch noch eine zusätzliche Stresssituation auf, als mein Vater sich ihr näherte. Sie ist dement und hat starkes PTB, das sich nach meiner Einschätzung verschlimmert. (Nach aussen spielt sie lustig, besonders wenn die Söhne da sind)

Nun spielen meine Brüder nicht mit. Habe gestern über Umwege erfahren, dass der eine sie morgen zum grillen nach Hause holen will. Sie ist erst 4 Wochen da und es ist psychisch alles zu schnell für sie.

Muß das Heim mich als Betreuerin informieren, wenn mein Bruder sie holt? Gar vielleicht über Nacht?

Habe das Gefüh (und kenne meinen Bruder) das er die Pfleger usw. schon eingewickelt hat.

Ich danke für eure Impulse, Ratschläge:-)
SabineM ist offline  
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Alt 21.05.2011, 06:12   #2
Admin
 
Benutzerbild von michaela mohr
 
Registriert seit: 22.08.2005
Ort: Darmstadt
Beiträge: 3,916
Standard

hallo sabine M.

das liest sich erstmal sehr hart....das mit Deiner Anweisung.
Sicher müsen demente Menschen sich an die neue Umgebung gewöhnen aber wichtiger erscheint doch eher, dass sie nicht in ihre alte Wohnung kommt. Es kommt immer auch noch auf die Ausprägung der Demenz an.
Aber- (familiäre) Kontakte sind wichtig- für jeden. Umsomehr wenn es sich um Kinder handelt die sich kümmern wollen.
Welchen konkreten Schaden befürchtest Du für Deine Mutter wenn sie zum Sohn zum Grillen geht?

Mich beschleicht ein seltsames Gefühl wen ich den Rest lese. Wenn Geschwister sich untereinander nicht einigen können was mit der Mutter gemacht werden kann oder nicht, dann wäre ein neutraler und "aussenstehender" Betreuer sicher ein guter Mittelweg.

Zu deiner Kernfrage, in der Regel wird in Heimen alles Wesentliche abgesprochen mit dem Betreuer. Aber persönliche Kontakte zu den eigenen Kindern bedürfen meines Wissens nach keiner "Genehmigungspflcht" durch den Betreuer- ausser es gäbe schwerwiegende Günde dafür.
Wie schätzt das Heim denn das Vorhaben ein?

Gruss Michaela
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michaela mohr ist offline  
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Alt 21.05.2011, 06:34   #3
Stammgast
 
Registriert seit: 14.10.2009
Ort: Region Hannover
Beiträge: 761
Standard

[quote=SabineM;51116]Hallo an alle!

Stehe nun vor folgendem Problem: Sie ist in einem Pflegeheim untergebracht. Ich habe dort angewiesen, dass sie 6-8 Wochen nicht raus soll. Zur Eingewöhnung.

Moin SabineM,
man kann nicht einen Menschen "zum Eingewöhnen" einfach wegschließen lassen. Dazu bedarf es ein Gutachten und eine richterliche Genehmigung.
morgendlicher Gruß,
thomzim
thomzim ist offline  
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Alt 21.05.2011, 07:17   #4
Einsteiger
 
Registriert seit: 17.05.2011
Beiträge: 10
Standard zu ihrem Wohl

Hallo und lieben Dank für die Tips und Meinungen, die mich zum nachdenken bringen. "Einsperren" will ich sie um Gottes Willen nicht. Ich habe ihre Gesundheit im Sinn. Und ich glaube an eine dauerhafte Stabilisierung. Wohingegen meine Brüder davon sprechen, ihr "noch" ein paar schöne Tage zu ermöglichen. Ich war bei allen Arztgesprächen in der Psychatrie anwesend und habe mit dem Arzt dort in Richtung Langfristigkeit gesprochen.

Meine Sorge ist, dass es einfach "zu viel" für sie ist. Sie hat 60 Jahre mit dem Mann gelebt, dann mit Polizei in Psychatrie, dann seit 4 Wochen im Heim. Sie ist sehr schwankend und spicht manchmal davon, dass es ihr gefallt - dann wieder dass sie nach Hause will. Ich habe die Befürchtung, dass sie, nachdem sie in einer privaten Wohnung war, wieder zurückfällt.

Aus meiner Sicht, (und mit therapeutischer Brille) ist es zu viel für sie. Emotional. Sie hatte letztes Wochennede solche Todesängste. Die Pfleger sehen es, denke ich, nicht so. Aber sie haben auch einen anderen Blick auf sie. Sie hat laut Gutachten eine starke Posttraumatische Belastungsstörung mit einer starken "Fassade". D.h. sie spielt auch was vor. Es wurde dringend Psychotherapie empfohlen, wovon meine Brüder sowieso nix halten. Sie denken "ach die Mama ist halt so".

Obendrein ist es genau der Bruder, der ihr z.B. Alkohol mitbringt, obwohl sie normalerweise keinen trinkt; und das trotz Psychopharmaka. Er spricht mit ihr als Demente in seiner ironischen Art, die sie zwar in dem Moment lustig findet (alte Fassade, überspielen, Folge Co-Alkoholiker); doch ich habe sie öfters sehr verzweifelt danach angetroffen.


Ich hab einfach Angst, dass es sie aus der Bahn wirft.

Ich hatte die Situation (Zeitraum 6-8 Wo ) gestern mit einer Betreuerin vom Betreuungsverein besprochen, weil ich wissen wollte, ob ich eventuell zu hart bin, es falsch sehe. Sie erklärte mir, sie hätte es genauso entschieden.

Ausserdem läuft das anwaltliche Gefecht zwischen meinem Anwalt (im Namen von mama) und dem Anwalt meines Vaters, der sie zurück will.

Es sind einfach so viele Unsicherheitsfaktoren. Kann ich haftbar gemacht werden, wenn tatsächlich was passiert, und ich dem nicht zugestimmt, aber geduldet habe?

Und ja, es ist schwer die Situation und die Möglichkeit eines neutralen, gerichtlichen Betreuers habe ich auch schon im Kopf. Doch genau darum kämpft mein Vater; er denkt, den kann er beeinflussen.

Herzliche, müde Grüße
Sabine

Geändert von SabineM (21.05.2011 um 07:36 Uhr) Grund: ergänzung
SabineM ist offline  
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Alt 21.05.2011, 08:00   #5
Admin
 
Benutzerbild von michaela mohr
 
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Ort: Darmstadt
Beiträge: 3,916
Standard

Hallo Sabine,

Zitat:
Es sind einfach so viele Unsicherheitsfaktoren. Kann ich haftbar gemacht werden, wenn tatsächlich was passiert, und ich dem nicht zugestimmt, aber geduldet habe?
Klar und auch vollkommen verständlich hättest Du gerne einen Rat gehabt der sagt: das oder das ist unverrückbar jetzt das Richtige.
Leider gibt es das nicht bei (psychischen oder altersbedingten) Erkrankungen. Man kann immer nur Wissen zusammentragen, Arzt, Pflege und Familie und dann versuchen die bestmögliche Entscheidung zu treffen. Ob sie das dann auch war- dafür gibts leider keinen Garantie.
Und dann muss man sich nach dem Zusammentragen auch auf sein Gefühl verlassen können. deshalb hatte ich den neutralen Betreuer von "aussen" angesprochen. Unter Geschwistern oder Ehepaaren gibts so viel trügerisches, alte Verletzungen, Befürchtungen und was noch alles. Das verstellt manchmal den halbwegs objetiven Blick.
Die Hoffnung Deines Vaters einen Berufsbetreuer beeinflussen zu können nachdem ein Annnäherungsverbot ausgesprochen wurde ist vollkommen illusorisch, deswegen solltest Du in Deiner weiteren Entscheidung zu diesem Punkt keine Ängeste haben.

Verantwortlich machen im Sinn Deiner Frage kann Dich niemand weil keiner eine Garantie dafür abgeben kann: wenn wir das und das machen kommt das und jenes dabei raus.

Aber das:
Zitat:
Obendrein ist es genau der Bruder, der ihr z.B. Alkohol mitbringt, obwohl sie normalerweise keinen trinkt; und das trotz Psychopharmaka.
ist ein klares Fehlverhalten. (Auser deine Mutter wäre langjährige Alkoholikerin) Davon würde ich schriftlich und mündlich das Heim informieren und darum bitten dass hier ein Riegel, notfalls mit Taschenkontrollen, vorgeschoben wird. Den Hausarzt bzw. Neurologen würde ich hier ebenfalls um Intervention bitten, so bleibt nicht alles an Dir "kleben".

Alles Gute, Gruss.
Michaela
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michaela mohr ist offline  
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Alt 22.05.2011, 02:16   #6
Einsteiger
 
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Beiträge: 10
Standard Frage zu Gesundheitssorge

Liebe Michaela,
vielen Dank für deine Antwort. Hat mir sehr weitergeholfen. ich sehe das mit dem gesetzlichen Betreuer auch. Werde nächste Woche nochmals mit betreuungsbehörde sprechen und Richter.

Habe noch eine Frage: Gehört es zum Verantwortungsbereich Gesundheitssorge, dass ich z.B. über Umgang mit Demenz, Kommunikation aufkläre? Gerade wenn ich merke, es beeinflusst die Mutter negativ. Demente verstehen keine Ironie und sie ist oft anschließend sehr verwirrt. Meine Brüder ignorieren die Demenz. Selbst wenn ich von psychatrischem Gutachten spreche. 'Sie kennen die Mutter besser'.

Ausserdem sehe ich es als meine Aufgabe für den Kontakt, Auswahl des bestmöglichen Arzt verantwortlich zu sein. Habe dem Heim gesagt, dass diese Entscheidungen über mich gehen. Ebenso dass ich Heimpersonal informiere / anweise, darauf zu achten dass sie wirklich ihre Medikamente nimmt (darauf hatte mich Arzt in der Psychatrie hingewiesen).

Ich danke euch!
Liebe Grüße
Sabine
SabineM ist offline  
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Alt 22.05.2011, 07:42   #7
Admin
 
Benutzerbild von michaela mohr
 
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Ort: Darmstadt
Beiträge: 3,916
Standard

Hallo Sabine,

Du fragst.
Zitat:
Gehört es zum Verantwortungsbereich Gesundheitssorge, dass ich z.B. über Umgang mit Demenz, Kommunikation aufkläre?
Wen meinst Du den aufklären zu müssen oder zu wollen? Das Heim hoffentlich nicht, die sollten in dem Berech annähernd fit sein. Wahrscheinlich meinst Du deinen Bruder..... vermute ich. Das könntest Du, müssen ist nicht, aber die Frage ist kann er diese Aufklärung von Dir auch anehmen?

Das ist oft ein Problem von Berufsbetreuern gegenüber Angehörigen, man versucht (objektives) Wissen zu vermitteln und scheitert an der persönlichen Wahrnehmungsfähigkeit des Gegegnüber aus persönlichen und/oder emotionale Gründen. Ich befürchte fast Dir wird das ähnlich ergehen.
Ob Du das jetzt noch versuchen solltest kann Dir keiner sagen, das musst Du alleine entscheiden, verpflichtet bist Du nicht dazu.

Gruss Michaela
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Alt 24.05.2011, 19:04   #8
Ich bin neu hier
 
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Beiträge: 3
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Hallo Sabine, lebt Ihre Mutter in einem beschützenden Bereich des Pflegeheims? Dann wissen die Pflegekräfte in der Regel sehr gut, ob eine Beurlaubung für Stunden oder Tage vertretbar ist. Ich habe eine Betreute, die regelmäßg von ihrem Sohn abgeholt wird und der der Besuch sehr gut tut. In einem anderen Fall ist die Rückkehr jedesmal ein Drame, weshalb wir (Tochter, Pfleger und ich) übereingekommen sind, vorläufig kein Besuche außerhalb des Heims zu verabreden.
sedinus ist offline  
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