Dies ist ein Beitrag zum Thema Unterbringung eines geistig-behinderten Autisten im Unterforum Aufenthalt - Freiheitsentziehung , Teil der Rechtsfragen im Rahmen des Betreuungsrechts
Brennende Fragen an die Berufsbetreuer.
Ich habe einen geistig-behinderten Autisten als Angehöriger mit ausgeprägteren autistischen Merkmalen. (Veränderungsangst, Bedarf an Routine ...
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Ich bin neu hier
Registriert seit: 27.10.2024
Beiträge: 9
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Brennende Fragen an die Berufsbetreuer.
Ich habe einen geistig-behinderten Autisten als Angehöriger mit ausgeprägteren autistischen Merkmalen. (Veränderungsangst, Bedarf an Routine im Alltag, … Neigung zu Zwangsstörungen / psychisch zwar gesund aber anfällig bei Änderungen) Alter: 46 Jahre Fall-Annahme: Falls mir persönlich mal als ehrenamtlicher Betreuer die Betreuung zu viel werden würde – und ein gesetzlicher Betreuer die Betreuung übernähme …., da auch die Eltern nicht mehr in der Lage wären bzw. tot sind … Welche tatsächlichen realistischen Möglichkeiten hat ein gesetzlicher Betreuer in der heutigen Zeit (mit Pflegekräftemangel, Personalmangel, fehlenden Plätze in Behinderteneinrichtungen, Bürokratiewahnsinn mit dem BTHG) … diesen dauerhaft als Endlösung unterzubringen? In Altenheimen ist dieses Klientel ja leider auch schlecht betreut. Psychiatrie ist keine Endlösung, sondern bestenfalls Zwischenstopp. Gibt es sowas wie einen realistischen Zeitraum, in dem man da eine endgültige „gescheite Unterkunft“ gefunden werden kann? Und wie täte diese dann „realistischerweise“ aussehen? (vor allem in Baden-Württemberg, wo es kaum etwas zu geben scheint?) Mit welchen Zwischenstopps wäre zu rechnen? Haben Berufsbetreuer hier besondere Möglichkeiten der Suche, welche Privatpersonen nicht zur Verfügung stehen? Viele Grüße, Celestine Geändert von Cellestine2024 (17.11.2025 um 01:34 Uhr) |
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Forums-Geselle
Registriert seit: 17.12.2024
Ort: Niedersachsen
Beiträge: 289
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Hallo Cellestine, willkommen im Forum.
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Je nach Fall muss man sich vom Gedanken der örtlich nahen Einrichtung verabschieden. Es gibt Fälle, da suche ich deutschlandweit und bin froh, wenn ich irgendwas habe. Zitat:
Und an der Stelle kurz: Unterbringung in einer Einrichtung bedeutet nicht gleich verschlossene Türen. Auch das ist fallbezogen zu beurteilen, es gibt Eingliederungshilfeeinrichtungen offen und geschlossen, genauso wie es Pflegeheime offen und geschlossen gibt. |
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#3 |
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Ich bin neu hier
Registriert seit: 27.10.2024
Beiträge: 9
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Hallo Suprarenin,
danke für die Antwort. Frage: Wie wahrscheinlich ist es, wenn so ein geistigbehinderter Autist (46) einen gesetzlichen Betreuer bekommen sollte - dass dieser dann im Anschluss in einem Altenheim landen wird? Es ist ja nun wirklich nicht so in Baden-Württemberg, dass es da meiner Meinung nach viele Einrichtungen gäbe. Auf www.freiplatzmeldungen.de findet man da bei "Autismus-Spektrum-Störung" + "Menschen mit geistiger Behinderung" bei Unterbringung nach SGB 9 definitiv in diesem ALtersbereich (46) keine Wohnheime mehr. Bestenfalls noch Einzelwohnen mit 24/7-Stunden- in (1:1)-Betreuung vereinzelt in ganz Deutschland. Auch habe ich mir das Teilhabeverfahren und das Gesamtplanverfahren bei der Eingliederungshilfe angeschaut. Für mich persönlich ist es schwer vorstellbar, dass ein fremder gesetzlicher Betreuer mit meines Erachtens nach vielen Fällen auch noch die Zeit und die Nerven hat, sich meines Erachtens nach mit soetwas auseinanderzusetzen und eine völlig neue Diagnostik zu beschaffen. Das ganze fällt natürlich in einem Altenheim weg, ist günstiger und gibts auch deutlich mehr davon. Meine persönliche Befürchtung aber - sollte derjenige in ein Altenheim kommen, das dauert kein Jahr, ist er wahrscheinlich schon psychisch am Ende. Geistigbehinderte Autisten haben ja auch erhöhtes Suizid-Risiko und in einem Altenheim wird ja auch quasi nichts mit denen gemacht wo er irgendwie Interesse dran haben könnte. Hinzu kommt noch das Problem mit den ganzen vielen Pflegern und wechselnden Kontaktpersonen und dem ganz anderen Klientel. Als Verwandter kann man auch schwer durch ganz Deutschland fahren und den da besuchen oder wieder raus holen und zum Therapeuten bringen. Ich will nicht böse sein, aber ich habe den Eindruck, dass die Kommunen bei uns es darauf angelegt haben auch solche Menschen in einem Altenheim unterzubringen - rein nur aufgrund der Kosten. Geändert von Cellestine2024 (18.11.2025 um 00:00 Uhr) |
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#4 |
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Forums-Geselle
Registriert seit: 16.09.2025
Beiträge: 87
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Hallo Cellestine,
ich antworte dir jetzt einfach mal ganz ehrlich und unabhängig von dem was langjährig tätige Berufsbetreuer empfehlen. Die können dir sagen, was sie können, und was nicht. Aber nicht was sein wird. Und ich glaube das ist dein Thema. Meinem Verständnis nach möchtest du für dich selbst eine Sicherheit haben, dass der von dir geschilderte Fall auch ja richtig gut bei einem Berufsbetreuer untergebracht wird (indem er garantiert einen absolut guten Platz für eben den Fall findet). Klar würdest du in Kauf nehmen, dass der Weg lang ist, aber er soll bitte sicher sein. Und bloß nicht "der Anfang vom Ende sein". Da kann ich dir nur sagen: Je nach dem was für eine Einrichtung langfristig wirklich Sinn macht: Es ist schon so, dass solche Einrichtungen selten selber und öffentlich einsehbar "inserieren". Theoretisch haben Berufsbetreuer eher Kontakte. Was die Bemerkung in Richtung "Aber die haben doch mit 50-70 Betreuungen gar keine Zeit" betrifft... Sagen wir so: Es sind wirklich Berufsbetreuer, die im Zweifelsfall nicht unbedingt alles für "den einen Fall" geben, weil selbst wenn die topmotiviert sind, sehen die eben noch ganz oft woanders "den einen Fall". Wenn du also eine Sicherheit haben möchtest, dann fasse dir das wie folgt zusammen: Theoretisch sind die Möglichkeiten die ein Berufsbetreuer hat, besser. Praktisch weiß man nicht, wie sich das entwickelt. Natürlich kann man auch einen Berufsbetreuer haben, der Himmel und Hölle in Bewegung setzt. Aber die Sicherheit hat man nie. Auch nicht bei den "ganz ganz netten", weil die ganz ganz netten, auch mal mehr und mal weniger intensiv an einem Fall arbeiten. Die dauerhafte Motivation für den "einen Fall" hat man natürlich nur, wenn man eine richtig enge Bindung zu dem jenigen hat. Oder wie auch immer. Von daher ist eine gute Bindung zu jemandem nach außen die einzige langwährende Sicherheit. Was man auch nicht vergessen darf (und sorry, hier bin ich ganz ehrlich): Richtig gute invidualisierte Einrichtungen, die eher rar sind (und viel Zulauf haben), nehmen sich meistens auch die Möglichkeit heraus für sie selber passende Fälle heraus zu suchen. Das wird so natürlich nicht prominent nach außen getragen. Ist aber das was hinter den Kulissen passiert. Und was die als "der passt hier rein" empfinden geht dann doch sehr über "Wir nehmen Autisten, da is' einer" hinaus. Also frag dich nicht, was der Berufsbetreuer besser kann. (Theoretisch fachlich und vernetzungsmäßig alles), sondern ob du auch damit leben kannst, wenn die Chance nachher doch keine ist. Das wäre das Wort-Case-Szenario. Und ich sage immer: Lieber damit rechnen, als anders herum. Denn damit das Best-Case-Szenario eintreten kann müsste man auch über alle darauf einflussnehmende Faktoren die volle Kontrolle haben. Und die hat man nie. Sorry, dass ich dir da nichts "cooleres" sagen kann. Aber ich bin der Meinung das ist ziemlich ehrlich und unverblümt. Auch wenn das nicht das ist, worüber man wirklich ernsthaft nachdenken möchte.... Und was Altersheim betrifft: Es gibt auch sogenannte "Junge Stationen, für Leute um die 50". Das ist wirklich ein bisschen was anderes als ein Altersheim. Aber ganz ehrlich: Wenn das nicht in Frage kommt, hilft im Zweifelsfall nur selber adoptieren. =) (Überspitzt ausgedrückt) |
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#5 |
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Ich bin neu hier
Registriert seit: 27.10.2024
Beiträge: 9
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Hallo Jungbrunhilde,
ich danke dir wirklich tausendfach auch über solche Schilderungen. Ohne da jetzt jemandem irgendwelche bösartigen Dinge unterstellen zu wollen - meine persönliche Befürchtung geht tatsächlich in diese Richtung, dass diese Dinge eben in den meisten Fällen auch schlecht ausgehen - einfach mangels potentiell angebotener Möglichkeiten und dem wirklich extrem hohen notwendigen Einsatz, der dazu wohl notwendig ist. Und dann eben tatsächlich auch die Gefahr, wie man am Ende selbst damit leben kann, falls der Negativ-Fall hinterher eingetreten ist. Es ist schon irgendwie ein arger Tobak. Bei Schwangerschaftsabbrüchen muss man sich einer Beratung unterziehen, die jedoch immer darauf hinauslaufen muss, dass man sich fürs Leben entscheidet. Bei erwachsenen Personen bekommste eingeredet, das sei zu deren und deinem eigenen Wohle. Wirst zum Teil sogar noch unter Druck gesetzt von außen und sollst hinterher dankbar sein wenn er am Ende sediert irgendwo untergekommen ist und den Weg "in die Selbständigkeit/Freiheit" nach selbstbestimmten Regeln gefunden hätte. Ich finde das alles so schräg. Aber zurück kriegste ihn nicht mehr wenn er erst einmal weg ist und das schief gegangen ist. |
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#6 |
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Forums-Geselle
Registriert seit: 16.09.2025
Beiträge: 87
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Und was mir noch einfällt:
Also womit du deinen Beschreibungen nach auch rechnen müsstest, ist dass ein Berufsbetreuer die Gesamtsituation vollkommen anders bewertet. Der erarbeitet immer seine eigenen Ziele und übernimmt (normalerweise) nie ungefragt die anderer. Es gibt übrigens schon auch Stationen oder Heime, die das gängige Klischee (alles was hier ist, hängt nur rum und wartet sich selbst überlassen auf seinen Tod) überhaupt nicht erfüllen. Ich weiß jetzt natürlich nicht, welche Interessen der gute Mann so hätte, aber es gibt schon auch Heime, wo es wahlweise schon ordentlich Beschäftigung gibt (wenn man nicht von der Erlangung des nächsten Dokotortitels) spricht. Dem gegenüber kann manch ein Heim für Behinderte ernsthaft weniger erstrebenswert sein. Das kommt wirklich immer ganz darauf an.... |
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#7 |
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Ich bin neu hier
Registriert seit: 27.10.2024
Beiträge: 9
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Ja stimmt, es ist auch fallabhängig.
Nun ist es tatsächlich so, dass ich mich da auch schon etwas umgeschaut habe, was Heime da so anbieten könnten im Idealfall. Und die haben sich auch tatsächlich gute Programme zur Teilhabe aller Art ausgedacht - mit Sportverein, Basteln, ..... (Wie für einen normalen psychisch gesunden Menschen, der eben nicht in seiner eigenen Welt lebt. Eben alles worauf man Lust haben könnte und sich dabei mit Leuten umgibt) Das Problem bei so einem "Schweregrad" und bei der Interessenslage - der wird an solchen Dingen von sich aus nicht eher nicht teilnehmen, wenn man denjenigen da nicht aktiv mitzieht und dem das "aufoktruiert" - wenngleich dem das auch gut tut. Aber das tut und traut sich ja keiner. (Solche "relativ normalen Dinge" ziehen aber noch mehr als jetzt beispielsweise Angebote in einem Altenheim für kognitive Fitness im Alter.) Der wird überall - wenn es wirklich gut verlaufen sollte - tatsächlich nur dazwischen hocken und babbeln - wenngleich ihm sowas tatsächlich auch Spaß macht. (Und auch irgendwann wirklich allen auf den Keks gehen und die Leute nerven und seine Marotten entwickeln, die er jetzt noch nicht hat.), wenn man das nicht selbst als Angehöriger ergänzt. Und irgendwann wird er dann auch in dem Zustand sein, wo ihn die Eltern, wenn sie denn noch leben täten - auch selbst wieder nach Hause holen würden oder müssten. Und dann gibt es ja leider noch so medizinische Spezialsachen bzw. alles was die medizinische Versorgung anbelangt. So ein Autist ist nicht gerade einfach zu lesen und der gibt auch keine gescheiten wirklich verwertbaren Antworten was sein tatsächliches Befinden anbelangt. Und was leider auch noch hinzu kommt - gängige Medikamente helfen da leider in den meisten Fällen nur wenig bzw. wirken erst gar nicht oder anders. Das ist theoretisch wie praktisch auch einiges mehr an Tobak mit den Ärzten, wenngleich die da sicherlich auch ihr bestes tun. Das sollte man vielleicht nicht glauben, dass sowas im Erwachsenenalter noch vorkommen kann bei Autisten, aber fallabhängig in Verbindung mit geistiger Behinderung ... Und dann natürlich noch das Problem - wenn sowas bei einer Person im Alter von 50 Jahren eintreten sollte - der Betroffene hat dann ja immer noch eine natürliche Lebenserwartung von ca. 15-30 Jahren. Theoretisch. Es ist ja nicht so, dass man da sagen könnte "das würde auch so nicht mehr lange dauern". Und dann ist noch die Frage - angenommen es tritt tatsächlich der Worst-Case ein und man müsse denjenigen mangels Platzangebote tatsächlich in einem Altenheim unterbringen. Autisten können da wirklich sehr empfindlich sein von wem sie sich da überhaupt anfassen lassen und zu wem sie eine Beziehung herstellen können. Und wenn die Pfleger dort alle quasi "gleich aussehen" und "chemisch riechen" und derjenige selbst sensorisch empfindlich ist und sich nicht gerne anfassen lässt - schwer vorstellbar, dass sich so einer dort "integrieren" und im schlimmsten Falle auch nur "versorgen lässt". Da fragt man sich tatsächlich, ob es da als Angehöriger nicht besser ist, denjenigen bei sich selbst aufzunehmen. Selbst dann wenn das bedeuten würde, man müsse jede Arbeit dafür aufgeben. Die Frage ist natürlich auch, ob sowas im Extremfall in Deutschland tatsächlich auch erlaubt bzw. legitim ist. Geändert von Cellestine2024 (18.11.2025 um 14:07 Uhr) |
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Ich bin neu hier
Registriert seit: 27.10.2024
Beiträge: 9
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Kann mir vielleicht jemand verraten,
mit welchem Zeitraum ein beruflicher Betreuer rechnen würde/müsste, der so einen Fall hätte, wenn er denn so jemanden endgütig unterzubringen hätte? (realistischerweise?) Ähnliche Fälle scheint es ja tatsächlich zu geben. Schwererer Autismus mit schwererer geistiger Einschränkung im mittleren Erwachsenenalter. Mir persönlich ist auch klar, dass man als Privatperson da noch weitaus länger brauchen täte. Ich habe da mal einen Video-Ausschnitt gesehen von einem ähnlichen Fall, nur eben einen Tick schlimmer. Im Prinzip könnte man das wohl aber in dieselbe Schublade einordnen. Vom Prinzip her ähnlich, wenngleich auch nicht ganz so schlimm. Einfach so geworden auch wenn es nie Misshandlungen oder Verwahrlosung gab - durch "blöde" sich gegenseitig ausschließende Doppeldiagnose trotz Förderung und mit dem Ergebnis kann man dennoch tatsächlich zufrieden sein. Kann mir aber durchaus vorstellen, dass der bei längerer "Zwischenlagerung" im falschen Umfeld auch solche Sachen entwickeln täte wie der da im Video. Der war ein Jahr lang in der Psychiatrie zum "Zwischenlagern" https://www.n-tv.de/mediathek/videos...e25786067.html (Das Video dauert 3:40 min, falls das jemand sehen will.) Das Video ist vom Mai 2025, das Ganze muss 3./4. Quartal 2024 passiert sein. Unqualifiziertes/falsch qualifiziertes Personal scheint ja das eine Problem zu sein, aber eigentlich scheint es sich hierbei ja auch um eine qualifizierte Einrichtung zu handeln, die auch Kontaktadressen zu anderen Einrichtungen hat. Und die haben in dem Video eher "gescheltet" über den Mangel an Plätzen und dass der hier auch falsch ist. Untergekommen ist er zuletzt bei einer "Familie". (Trotz fortgeschrittenem Erwachsenenalter) Mir fraglich, wie man sowas findet, die Eingliederungshilfe selbst ist dafür ja nicht mehr zuständig in dem Bereich und die geben bestimmt keine Pflegefamilien für "sowas" raus, wenn die schon für Kinder und Jugendliche Probleme haben etwas zu finden. Pflegefamilie gibts bis 21 Jahre erweitert im SGB9, wenn die vorher nach SGB8 in einer Pflegefamilie gewesen sind. Kann natürlich sein, dass man da eher was findet, wenn da ein Reporter-Team dabei ist. Frage: Ist damit eher zu rechnen, dass sich die Unterbringungssituation für solche Menschen in Zukunft noch weiter verschärfen wird? Oder kann man eher davon ausgehen, dass sie sich verbessert und neue Plätze für dieses Klientel geschaffen/genehmigt werden? (Im jetzigen BTHG scheinen die ja eher die "Systembrecher" zu sein, die man eher nicht mehr einordnen kann - was tatsächlichen Bedarf und Verselbständigung anbelangt. Und Hilfemöglichkeiten, die tatsächlich ziehen) Geändert von Cellestine2024 (19.11.2025 um 01:25 Uhr) |
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#9 |
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"Nervensäge" vom Dienst
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Hallo Cellestine2024,
zunächst einmal: ich bin keine Betreuerin, sondern werde u.a. aufgrund von psychischen Einschränkungen betreut. Ich erwähne es nur der Fairness halber, damit dir eine (naive?) Einschätzung meinerseits besser gelingt. Mir ist nicht ganz klar, was du für Vorstellungen hast, was ein Berufsbetreuer eigentlich macht bzw. welche Art von Ziel-Einrichtung du erwartest. Ich habe keinerlei Einschränkungen aus dem autistischen Spektrum und es ist garantiert ein riesiger Unterschied, in welchem Bundesland du suchst (hier BaWü), aber manchmal kann schon "1 Dorf weiter" eine Spezial-Versorgung vorhanden sein, von der die restlichen Landkreise nur so träumen. Hast du BaWü weit schon nach Elterninitiativen von Autisten geschaut? Welche bisherigen Versorgungsmöglichkeiten gibt es aktuell und wie sähe auf lange Sicht die finanzielle Absicherung der Unterbringung aus? So bitter dies auch ist und wir kennen es schon viele Jahrzehnte aus Arzt-Praxen & Krankenhäuser: Die 2-Klassen-Medizin (wenn es nicht sogar schon 3 Klassen sind). Je mehr finanzieller Background vorhanden ist, umso mehr Möglichkeiten grundsätzlicher Art gibt es heute und wird es zukünftig geben. Was aber niemand erkaufen kann, ist Schicksal! Dies meine ich bezogen auf deine Beschreibung "Veränderungsangst, Bedarf an Routine im Alltag". Du kannst die allerbeste rechtliche Betreuerin mit im Boot haben, die in kürzester Zeit das Herz deines Angehörigen (im sachlichen Sinne) erobert und Schicksal schlägt zu, in Form von Krankheit/Unfall und sie kann nicht mehr arbeiten. Womöglich dann sogar ohne Übergangszeit von heute auf morgen. Ich möchte nicht allzu schwarz malen (ok, vielleicht ich schon dabei.... ), aber mein Eindruck ist, du versuchst hier unbedingt die "Eier legende Wollmilchsau" zu finden und ich befürchte, es gibt diese nicht. Was ich aus deinen Zeilen heraus lese, ist große Sorge und das Ziel nicht nur die bestmögliche, sondern die ideale Versorgung(sform) für deinen Angehörigen zu finden. Auch mit geistiger Behinderung, ist er in der Lage zu kommunizieren, was er sich wünscht, was er vielleicht verändern möchte oder gar (mit therapeutischer Hilfe) üben wollen würde? MurphysLaw P.S.: Falls du noch nicht dort bist, würde ich an deiner Stelle neben den super-seriösen Foren wie hier auch z.B. auf Facebook nach Pflegeberater suchen, die sich auf Autismus und deren Versorgungen spezialisiert haben, nach Pflege-WGs mit und ohne Autismus-Schwerpunkt, nach erwähnten Elterninitiativen, Selbsthilfe-Gruppen für Betroffene und/oder Angehörige u.s.w. um ein möglichst breit gefächertes Info-Bild, was aktuell in D zu welchen Bedingungen möglich ist, zu bekommen und hoffentlich so möglichen "Unwägbarkeiten" frühzeitig zu entgehen, auf dem Weg zum Ziel.
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#10 |
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Ich bin neu hier
Registriert seit: 27.10.2024
Beiträge: 9
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Hallo Murphy,
ich bin sozusagen hier, um abzuschätzen, ob Fremdbetreuung oder ehrenamtliche Betreung durch mich persönlich das bessere wäre. (Und um auszuloten, was tatsächlich realistische Erwartungen sind, die man da reinsetzen kann, wenn das ein anderer macht.) Irgendwo geht man dabei ja auch selber drauf, allerdings leider wohl - wenn ich es selber machen sollte und nix finde bzw. ans Umfeld gebunden bin - nicht viel anders als wenn ich das jemandem anderen übergeben täte und es geht schief. Ja, Schicksal kann man leider nicht erkaufen. Wenn ich das selber machen täte, dann kann ich mir zumindest noch recht gut ausmalen, wie das dann tatsächlich abläufen wird - damit kann ich noch leben, auch wenn mir das sicherlich nicht ganz so gut gefällt und es wird mir auch sicherlich keiner dazu raten. Mir persönlich geht das Thema schon seit zig Jahren durch den Kopf. Damals schien aber die Situation da draußen noch besser, was die Unterbringungsmöglichkeiten anbelangt. Jetzt wäre ich natürlich eher bereit das auch selber zu machen, aber jetzt gibt es wohl trotz "Vielfalt" und "Wohnen nach Maß" deutlich weniger Unterbringungsmöglichkeiten. Die "sicherste" wäre wohl, denjenigen selbst aufzunehmen, aber danach wird wohl nimmer viel weiter passieren. Schon alleine mangels tatsächlich attraktiver "Angebote" da draußen im sinnvollen wie im räumlichen Zeitrahmen. Jemand mit mehr Abstand und Berufserfahrung hat da vielleicht noch wirklich das bessere Händchen. Ich kenne da auch Geschichten von anderen Betroffenen, die mit solchen Aktionen jahrelang rumziehen, bis die mal wieder was gefunden haben. Die Krönung gab es noch als ich dann plötzlich mal im Internet Empfehlungen darüber gelesen habe, wie man sowas "zu Hause" im privaten Umfeld halten kann. Sowas hätte es früher gar nicht gegeben, da galten noch andere Prämissen. Auch andere haben wohl solche Probleme und mit dem zunehmenden Wegfall von stationären Wohnformen und Komplexeinrichtungen wird das ja wohl kaum besser werden. Ja, die Elterninitiativen habe ich auch schon gefunden. Bis hin zu solchen Versuchen wie "ich baue mir mein eigenes Wohnheim" und "wir versuchen jetzt eine eigene WG" - letzteres geht sicherlich auch bei Autismus mit weniger kognitiven Einschränkungen. Reine Pflege-WGs sind wohl aber gar nicht erlaubt laut BTHG, und wenn doch nur dort wo akuter Wohnungsmangel herrscht, da sie nicht der Verselbständigung dienen. Es gibt auch kaum welche, die müsste man wohl auch privat gründen für den Einzelfall. Für andere Formen der WGs als Steigerung von "Wohnheim" - definitiv zu unselbständig und tatsächlich auch nicht fähig sich dazu zu äußern. Das bekäme man da auch gar nicht rein. Da steht zum Teil schon draußen am Türschild "geistige Behinderung ausgeschlossen". Facebook habe ich mir tatsächlich noch nicht angeschaut bezüglich des Themas. Vielleicht findet man da tatsächlich auch weitere Betroffene. Werde ich auf jeden Fall machen. Die eierlegende Wollmilchsau wird man mit einem fremden Berufsbetreuer wohl sicherlich auch nicht bekommen. Das würde ich da auch gar nicht verlangen, ich habe da durchaus auch Verständnis für Arbeitspensum usw. Ich muss mich aber irgendwann entscheiden, und zwar bald. Selber machen, dann aber wohl alles oder an einen Fremden übergeben. |
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