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Betreuung nicht zum Wohle des Betreuten?

Dies ist ein Beitrag zum Thema Betreuung nicht zum Wohle des Betreuten? im Unterforum Beiträge zu Rechtsfragen bis 2015 , Teil der Rechtsfragen im Rahmen des Betreuungsrechts
Guten Tag erst einmal, mein 91jähriger dementer Vater wird von meinem Bruder ( vom Gericht berufen) betreut. Aus gesundheitlichen Gründen ...


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Alt 05.11.2014, 10:18   #1
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Registriert seit: 04.11.2014
Beiträge: 4
Standard Betreuung nicht zum Wohle des Betreuten?

Guten Tag erst einmal,

mein 91jähriger dementer Vater wird von meinem Bruder ( vom Gericht berufen) betreut. Aus gesundheitlichen Gründen konnte ich dies nicht beantragen.
Zur Situation.
Mein Vater wohnt allein mit der Pflegekraft in einem Haus das vor längerer Zeit meinem Bruder überschrieben wurde. Pflege ist durch eine ausländische Kraft geregelt die alle 3 Monate wechselt.
Nun ist mein Vater innerhalb eines Jahres schon zwei mal gefallen, und hat sich dabei jeweils etwas gebrochen. Ich bin der Meinung das die häusliche Pflege durch die nicht wirklich gut ausgebildeten Damen nicht mehr ausreicht.
Mein Bruder möchte aber das unser Vater im Haus bleibt, da es früher sein Wunsch war dort zu bleiben.
Ich empfinde es als zu gefährlich und denke er wäre in einem Heim sicherer aufgehoben.
Muß ich die Entscheidung meines Bruders akzeptieren? Wie oft soll mein Vater noch fallen?
Biber52 ist offline  
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Alt 05.11.2014, 10:30   #2
Held der Arbeit
 
Registriert seit: 31.07.2012
Ort: Sachsen
Beiträge: 424
Standard

Hallo!

Welche Aufgabenkreise der Betreuung hat dein Bruder inne?

Gruß
der_andre
der_andre ist offline  
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Alt 05.11.2014, 10:32   #3
Forums-Azubi-Anwärter
 
Registriert seit: 14.11.2012
Ort: NRW
Beiträge: 29
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Hallo,

ein Heim gibt auch keine Garantie, dass Ihr Vater nicht mehr fällt. Insofern ist es eher geboten zu schauen, ob im häuslichen Bereich Gefahren minimiert werden können bzw. was die Ursache bei den letzten Stürzen war (Teppichläufer, Türschwelle, Kabel, ...)

Alle Dinge, die ein Heim bei erhöhter Sturzgefahr realisiert, können auch zu Hause angewendet werden.

Ihr Vater wäre im Heim vermutlich totunglücklich und würde trotzdem fallen ...

Viele Grüße
Tina
TinaW ist offline  
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Alt 05.11.2014, 11:13   #4
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Registriert seit: 04.11.2014
Beiträge: 4
Standard

Zitat:
Zitat von der_andre Beitrag anzeigen
Hallo!

Welche Aufgabenkreise der Betreuung hat dein Bruder inne?

Gruß
der_andre
Alle. Aufenthalt, Gesundheit, Finanzen.
Biber52 ist offline  
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Alt 05.11.2014, 11:23   #5
Ich bin neu hier
 
Registriert seit: 04.11.2014
Beiträge: 4
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Zitat:
Zitat von TinaW Beitrag anzeigen
Hallo,

ein Heim gibt auch keine Garantie, dass Ihr Vater nicht mehr fällt. Insofern ist es eher geboten zu schauen, ob im häuslichen Bereich Gefahren minimiert werden können bzw. was die Ursache bei den letzten Stürzen war (Teppichläufer, Türschwelle, Kabel, ...)

Alle Dinge, die ein Heim bei erhöhter Sturzgefahr realisiert, können auch zu Hause angewendet werden.

Ihr Vater wäre im Heim vermutlich totunglücklich und würde trotzdem fallen ...

Viele Grüße
Tina
Tja, das mag schon richtig sein dass es im Heim auch keine Garantie gibt. Aber dort sind mehrere Pflegekräfte die sich kümmern könnten, wenn men Vater fallen sollte. So ist die 60kg Pflegkraft auf sich allein gestellt um meinen 70kg Vater wieder auf die Beine zu bekommen. Mein Bruder und ich haben jeweils ca 1,5 Std Anfahrt und können nicht helfen.
Biber52 ist offline  
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Alt 05.11.2014, 11:28   #6
Held der Arbeit
 
Registriert seit: 31.07.2012
Ort: Sachsen
Beiträge: 424
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Hallo!

Wenn das Haus nicht barrierefrei ist solltest Du das mit deinem Bruder besprechen. Als Betreuer ist er verpflichtet zum Wohle des Betreuten zu agieren. In diesem fall lag der Wunsch vor zu hause zu verbleiben im Alter, somit ist da nichts falsches dran, außer wenn sich abzeichnet das eine unzureichende Pflege gegeben ist.

Auch im Heim, wie TinaW schreibt können Stürze nicht verhindert werden, da ab einer Gewissen physischen Verfassung nicht die Schwelle oder Treppe die "Stolperfallen" sind, sondern der eigene Körper. Vondaher bleibt hier wirklich nur das Gespräch mit dem Bruder.

Gruß
der_andre
der_andre ist offline  
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Alt 05.11.2014, 17:34   #7
Admin/Berufsbetreuer
 
Benutzerbild von Imre Holocher
 
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Ort: Betreuungsbüro Herrlichkeit 6 in 28857 Syke
Beiträge: 9,604
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Moin moin zusammen

Erst mal vorab: Was ist den der Wille des Vaters?
Nach diesem hat sich der Bruder erst einmal zu richten. Das ist zumindest sein gesetzlicher Auftrag.
Natürlich hat er sich auch nach dem Wohl des Vaters zu richten, was manchmal etwas ganz anderes ist. Wenn der Vater aber seine Sinne noch einigermaßen beieinander hat und lieber zu Hause leben will (Vater sind die (Sturz-)Risiken etc. bekannt und trotzdem...), dann soll er es auch dürfen.

In diesem Fall ist es für die Angehörigen (egal ob Betreuer oder nicht) natürlich schwer auszuhalten, wenn man Vater stürzt und sich die Knochen bricht - aber es ist sein (freier) Wille und von daher in Ordnung.

Es dürfte auch hilfreich sein, eine Pflegefachkraft zu Rate zu ziehen und die Möglichkeiten der Sturzvermeidung durchzugehen. Nicht nur bauliche Sachen, sondern auch entsprechende Möbel, Gestaltung der Räume, sogar besondere Bekleidung (Sturzhosen) sind hilfreich und Senken die Gefahren.

MfG

Imre
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Fehler sind dazu da, um sie zu machen
und daraus zu lernen.
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Alt 06.11.2014, 11:50   #8
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Beiträge: 4
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Wie schon geschrieben ist mein Vater dement. Explizite Wünsche kann er seit ca 5 Jahren nicht mehr äussern. Eine Unterhaltung ist nicht möglich. Evtl kann er auf Fragen mit ja oder nein Antworten.
Zum fortbewegen braucht er einen Rollator. Mit diesem schafft er in 1 Min. eine Strecke von etwa 4 Metern. Soviel zum Gesundheitszustand.
Ein Gespräch mit meinem Bruder ist leider nicht möglich, da er auf den Wunsch meines Vaters "Zuhause zubleiben" von vor 10 Jahren besteht.
Ich sehe auch einen bessere medizinische Versorgung in einem Heim.
Dort wird ein Arzt gerufen oder ein Krankentransport organisiert.
Im Moment wird er von der Pflegekraft zu jedem Arztbesuch mit dem eigenen Auto gefahren. Hier ist schon das Ein- und Aussteigen eine Qual.

Geändert von Biber52 (06.11.2014 um 11:54 Uhr)
Biber52 ist offline  
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Alt 06.11.2014, 12:28   #9
Held der Arbeit
 
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Hallo!

Aufgrund der Schilderung ist es bedenklich, ich sehe aber keine Veranlassung gegen den Wunsch des Vaters zu entscheiden.

Die Unterbringung im Heim ist auch nicht das Non Plus Ultra, denn hier liegt/sitzt/ steht er in seinem Zimmer. Da ist die Betreuung zu Hause, also rein das menschliche, sicher besser.

Auch hier muss erst etwas passieren, (leider) um eine Unterbringung woanders zu rechtfertigen.

MfG
der_andre
der_andre ist offline  
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Alt 06.11.2014, 12:37   #10
Forums-Geselle
 
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Beiträge: 164
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Im Grunde ist die Wohnsituation des Vaters ideal, da er rund um die Uhr eine Betreuung hat, die nur für ihn da ist. Das ist in keinem Heim so gegeben.

Wenn im Heim ein Bewohner stürzt und sich dabei verletzt, muss auch auf die Ankunft des Notarztes/Krankenwagens gewartet werde. Wenn das Einsteigen ins Auto so mühsam für den alten Mann ist, muss ein Krankentransport bestellt (und bezahlt) werden.

Ich habe alte demente Betreute im Heim und in der eigenen Wohnung mit ambulanter Pflege. Stürze mit Verletzungen kommen in jeder Wohnform leider häufig vor. Ich sehe in dem hier geschilderten Fall keine Fehler in der Betreuung.

Gruß
Hanne
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