Dies ist ein Beitrag zum Thema Ratlos... im Unterforum Beiträge zu Rechtsfragen bis 2015 , Teil der Rechtsfragen im Rahmen des Betreuungsrechts
Guten Tag,
...ich weiß, ich bewege mich hier in einem Betreuer-Forum und ich hoffe,
nicht von den Anwesenden gleich (virtuell) ...
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Ich bin neu hier
Registriert seit: 08.10.2014
Beiträge: 3
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Guten Tag,
...ich weiß, ich bewege mich hier in einem Betreuer-Forum und ich hoffe, nicht von den Anwesenden gleich (virtuell) in der Luft zerrissen zu werden, aber wie die Überschrift schon sagt, sind wir ratlos, enttäuscht und mit den Nerven am Limit. Lange habe ich überlegt, hier zu schreiben, jetzt versuche ich mal mein Glück. Mehr als gesperrt, kann ich ja nicht werden. Wir leben in einem Fünf-Familien-Haus. Die rechte Haushälfte besteht aus zwei, die Linke aus drei Wohnungen. Die beiden rechten Wohnungen (in einer davon wohnen wir) sind Eigen- tumswohnungen. Die drei Wohnungen in der linken Haushälfte sind ver- mietet. Als vor einigen Jahren die mittlere Mietwohnung frei wurde, haben wir uns für eine ehemalige Nachbarin eingesetzt, damit sie diese Wohnung bekommt. Sie (ich nenne sie mal H.) ist verwittwet und wohnt alleine. Anfangs schien alles in Ordnung zu sein, es fiel lediglich auf, dass H. anscheinend viel und sehr laut telefonierte. Man konnte sie im ganzen Treppenhaus hören. Es stellte sich mit der Zeit jedoch heraus, dass sie nicht telefonierte, sondern in verschiedenen Stimmen mit diversen -nicht vorhandenen- Leuten sprach. Dann begann sie zu 'klopfen'. Sie geht stundenlang hin und her, stampft auf den Boden, oder klopft mit etwas. Dabei schreit sie oft, flucht und schimpft. Das wurde so schlimm, dass Nachbarn die Polizei holten. Unter ihr wohnt eine fünfköpfige Familie mit drei schulpflichtigen Kindern, der Ehemann arbeitet Schicht. Wir erfuhren, dass H. unter Betreuung steht. Weder ihre Eltern, noch ihre Kinder haben noch mehr Kontakt zu ihr, als irgend nötig. Von dem Betreuer haben wir erfahren, dass sie ihre Medikamente nicht regelmäßig nimmt und dann kommt es zu solchen Ausbrüchen. H. leidet (und wir mit ihr) unter Schizophrenie. Zwei Mal waren die Ausbrüche so schwerwiegend, dass sie abgeholt wurde und einige Zeit in der Psychatrie verbrachte. Dabei musste die Mediziner von der Polizei begleitet werden, ein Schlüsseldienst musste die Tür zu ihrer Wohnung aufbrechen. Sie lässt nie jemanden in ihre Wohnung. Auch nicht den Betreuer. Wenn sie wieder zurückkommt, ist es ein paar Tage ruhig, dann geht das Theater wieder los. Sie brüllt Tag und Nacht. Unmenschliche Laute sind das. Dabei ist sie so voller Wut und Zorn und benutzt alle möglichen Schimpfworte. Meistens geht es um ihren (verstorbenen) Mann. Er würde rumhuren... Sie beschimpft dann ihn, oder die Frauen, was auch immer. Sie tobt, man meint es zerreißt sie. Oft ist an Nachtschlaf nicht zu denken. Ihr Betreuer tut nichts. Ihm sein die Hände gebunden. Sie muß erst jemanden angreifen, oder etwas anstellen. Wir werden nur vertröstet, niemand tut etwas. Ob hier vier Familien am Stock gehen und langsam verzweifeln interessiert niemanden. Ihre Tochter -wie kann man so dumm sein?- hat ihr nach dem letzten Klinikaufenthalt einen Kater geschenkt. 'Damit Mama nicht so alleine ist.' Dieses arme Tier hat die Hölle auf Erden. Lt. H. ist er verwünscht. Entsprechend wird er auch behandelt. Als sie inh mal deutlich hörbar verdroschen hat, riefen wir die Polizei. Der Beamte meinte, sie würden nicht kommen. So lange sie den Kater vermopst, stellt sie schon nichts anderes an. Wir waren fassungslos. Auch der Tierschutzverein winkt ab. Der lebende Punching-Ball kann keine Hilfe erwarten. H. ist ja schließlich krank. Inzwischen steigert sich H. Sie dreht nicht nur in der Wohnung durch, sie verlagert ihren Wirkungsbereich auf das ganze Haus. Sie beschimpft und bedroht Anwohner, Handwerker usw. Heute ist sie um ein Haar handgreiflich gegen ihre Nachbarin geworden. (Weil diese es mit ihrem -wohlgemerkt Mausetoten- Ehemann treibt). Wir wissen nicht mehr ein noch aus. Der Betreuer wiegelt ab, kann nichts machen. Der Vermieter winkt ab, er kann nicht kündigen, da der Betreuer nichts macht. Ein Teufelskreis. Vorgestern hat sie den Brandmelder in ihrer Wohnung ausgelöst. Warum und wie auch immer. Sie brüllte dabei 'Wer von Euch hat mir gesagt, dass zu tun?' Beängstigend. Muss sie wirklich erst jemanden angreifen, das Haus anzünden oder die Gasleitung manipulieren, damit man der Frau hilft und damit auch uns? H. ist so voller Hass und Wut, die wird damit nicht fertig. Sie ist ruhelos. Wofür hat sie einen Betreuer, wenn der sie nicht betreut. Nicht kann oder will. Nie da ist, wenn man ihn bräuchte, nicht mal in die Wohnung gelassen wird? Mich würde einfach nur interessieren, was wir tun können. An wen kann ich mich wenden? Wer ist denn der 'Vorgesetzte' eines Betreuers? WIe kann ich diesem an den Karren fahren? Ich unterstelle dem einzig und alleine Unfähigkeit und Desinteresse. Wer hilft uns? Ich sitze hier, schreib und höre sie oben toben... Was tun? Wir können nimmer, haben Angst. Hilfe! Grüße ... Cursed |
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Admin/Berufsbetreuer
Registriert seit: 16.03.2004
Ort: Betreuungsbüro Herrlichkeit 6 in 28857 Syke
Beiträge: 9,604
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Moin Cursed
Nein, Du wirst nicht zerrissen, auch nicht virtuell. Vorneweg: Der Betreuer der Frau H. hat die Aufgabe, sich um Frau H. und deren Interessen (Wünsche und Wohl) zu kümmern. Seine Aufgabe ist es ganz bestimmt nicht, die Nachbarn von ihren Sorgen und Nöten zu befreien. Du kannst deshalb nicht erwarten, dass der Betreuer seine Betreute eintütet und aus der Wohnung bugsiert. Erst wenn Frau H. sich selbst gefährdet, muss der Betreuer eingreifen und für eine Unterbringung nach seinen Spielregeln (§ 1906 BGB) sorgen. Wenn sie andere gefährdet und er bekommt das in der (Zauberwort "akuten" Situation mit, dann kann er die Polizei rufen und die dazu veranlassen, dass zusammen mit dem Sozialpsychiatrischen Dienst eine Unterbringung gem. PsychKG angeleiert wird. Wg. PsychKG kann er sie in dieser Situation nicht selber unterbringen. Er hat in dieser Situation das selbe Recht wie z.B. Du und nicht mehr. Sprich: Wenn der Betreuer in einer akuten Gefahrensituation nicht da ist, dann kannst auch DU die Polizei rufen, die dann den PsychDienst organisiert, der dann die Unterbringung anleiert. Du merkst es vielleicht schon: Weil der Betreuer bei den Problemen mit den Nachbarn nicht gegen seine Betreute arbeiten darf, seid ihr Nachbarn gefordert Eure Interessen selber zu vertreten (es sei denn, ihr habt auch Betreuer...). Was ihr tun könnt und - wenn ihr was ändern wollt - auch tun müßt: - Schreibt immer wieder an den Vermieter von Frau H. und schildert ihm die Probleme. Wenn der Vermieter nicht reagiert, dann droht eine Mietkürzung an. (Das bringt nur was, wenn ein weiterer Mieter des selben Vermieters dies androht.) Weniger Geld weckt Vermieter üblicherweise ganz schnell auf... - Ruft in akuten Situationen immer wieder die Polizei an und stellt ggf. Strafanzeigen. Ordentliches Dokumentieren der Knackpunkte nicht vergessen. - bei Handgreiflichkeiten: sofort Polizei und PsychDienst rufen. Sofort und nicht erst morgen, weil die dann nichts mehr tun können. - wenn Euch die Katze in freier Wildbahn über den Weg läuft: Einsammeln und ins Tierheim bringen. Vielleicht auch noch mal zum Verständnis gegenüber Betreuern, die nie da sind, wenn man sich es wünscht: Woher sollen Betreuer denn den genauen Termin wissen, wann es knirscht und dann auch gerade nichts anderes zu tun haben? Ich vermute mal, dass dem Betreuer von Frau H. auch nicht gerade wohl in seiner Haut ist: Er wird auch nicht glücklich darüber sein, dass seine Betreute so einen Bohai veranstaltet und eigentlich nicht mehr wohnfähig ist. Trotzdem kann er sie nicht einfach aus der Wohnung rausnehmen und in ein Krankenhaus oder ein Heim stecken, wenn sie es nicht möchte. Auch der Betreuer ist darauf angewiesen, dass tatsächlich erst etwas anbrennen muss, bevor er handeln kann. Genau das verstehen diejenigen nicht, die den Betreuern vorwerfen faul zu sein und nichts zu tun - und für das eigene Interesse selber keinen Finger krumm machen, weil sie nicht die Bösen sein wollen Mit dem wie oben beschriebene eigene Handeln der genervten Nachbarn helfen diese dem Betreuer: Z.B. wenn der Vermieter wg. genervter Nachbarn Abmahnungen oder die Kündigung schreibt und der Betreuer sich nach einer neuen und geeigneteren Bleibe für die Betreute umsehen muss. So weit erst mal, MfG Imre
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Fehler sind dazu da, um sie zu machen und daraus zu lernen. Fehler sind nicht dazu da, sie dauernd zu wiederholen. |
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#3 |
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Ich bin neu hier
Registriert seit: 08.10.2014
Beiträge: 3
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Danke für die Antwort.
Das Problem ist, dass der Betreuer (er kann natürlich nicht wissen, wann der Baum brennt) niemals reagiert, wenn man ihn akut informiert. H. reisst ihre Bude ab, wir rufen an... 'ja, und bla und blubb.' Dabei sind das gerade mal fünf Minuten Fahrstrecke um nach dem Rechten zu sehen. Und selbst wenn. Was soll dieser Betreuer. H. lehnt ihn ab. Lässt ihn niemals in ihre Wohnung, schickt ihn weg. Woher soll er wissen, was Wünsche und Wohl von H. sind? Fakt ist, dass H. innerlich kurz vorm Platzen steht. Sie schimpft und brüllt Tag und Nacht. Sie kommt gar nicht mehr zur Ruhe, lebt immer mehr in dieser nicht existenten Welt mit ihrem schon 30 Jahre toten Mann. Woher wir das wissen? Weil wir es hören Tag um Tag, Stund um Stund. Und niemanden kümmert das. H. entgleitet völlig der realen Welt und der Betreuer sieht nicht die Gefahr für die betroffene Person, noch die für uns. Hier im Haus gehen alle arbeiten. Es kann doch nicht sein, dass alle müde und kaputt zum Job kriechen, nur damit Madame ihren Irrsinn ausleben kann. Uns alle zermürbt das. Nur, es interessiert keinen. Ich selbst war schon krank geschrieben wegen H. Vier Tage Arbeit und vier Nächte ohne Schlaf, das hält niemand aus. Ich schlafe sehr schlecht und wenn ich gestört werde, ist die Nacht für mich rum. Ganz ehrlich, ich werde so langsam sehr aggressiv und ich kann für nichts garantieren, wenn H. mir mal dumm in die Quere kommt. Wir sind sehr aktiv im Tierschutz und wer weiss, wie sensibel eine Katze reagiert, der weiss, was das arme Vieh da oben erleidet. Der Kater ist eine reine Wohnungskatze. Kaserniert, verhaftet, verloren. Das ist aber alles egal, wenn H. nur geschützt ist. Das Leid von dreizehn Personen und einem armen Katzenvieh sind uninteressant, der Irrsinn eines Menschen hingegen schützenswert. Wer soll das verstehen? Das ganze geht jetzt schon Jahre! Wir rufen bei jeder Gelegenheit bei dem Betreuer an und schicken mails. Reicht alles nicht. Nochmal die Frage: Wer ist die, dem Betreuer übergeordnete Stelle? Wohin können wir uns wenden? Und... wer darf sich anmaßen darüber zu urteilen, ob H. fähig ist alleine zu wohnen, ohne jemals hier gewesen zu sein, ohne unsere Misere zu kennen, ohne den Leidensdruck dieser Person mitzuerleben? Die letzte gerichtliche Prüfung ergab nämlich genau das. H. kann sich selbst versorgen, H. ist tragbar für die Gesellschaft. Wer kann dies guten Gewissens unterschreiben, ohne sich jemals ein Bild von der Lage vor Ort gemacht zu haben? Wer? Gruß ... cursed (der eine schlaflose Nacht vor sich hat) |
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#4 |
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Stammgast
Registriert seit: 17.05.2011
Ort: NRW
Beiträge: 662
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Ich kann Dich gut verstehen, aber wie Imre sagt, liegt der Hebel bei Beschwerden und Mietkürzungen beim Vermieter, so dass dieser eine Kündigung ausspricht.
Bei mir haben sich die Mieter über das Verhalten meiner sehr dementen Betreuten derart beschwert, dass der Vermieter zunächst eine Abmahnung geschickt und Wohnungskündigung angedroht hat. Dazu muss man als Mitmieter nicht jahrelang warten. Bei mir hat sich das glücklicherweise von selbst gelöst, dadurch, dass die Dame ins KKH musste und anschließend zur Pflege in eine geeignete Einrichtung umgezogen ist. Durchaus freiwillig dann. Viel Erfolg! gruß efb |
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#5 |
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"Nervensäge" vom Dienst
Registriert seit: 08.12.2008
Ort: Berlin
Beiträge: 1,068
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Hallo cursed,
zunächst möchte ich dir versichern, dass du mein Mitgefühl für diese schlimme Situation hast! Ich selbst bin psychisch krank und quasi "von der anderen Seite" dieser Situation. Wo man zunächst ansetzen könnte und müsste wäre, dass die Frau so schnell wie möglich anfängt, ihre Medikamente REGELMÄSSIG zu nehmen. Dafür könnte der Betreuer einen entsprechenden Pflegedienst beauftragen, der auch einen Schlüssel für die Wohnung erhält, da anzunehmen ist, dass die Mitarbeiter zunächst als "Teufel" angesehen werden. Dies wäre besonders günstig, nach einem KH-Aufenthalt zu beginnen, weil sie dann ja ruhig und zugänglich ist. Alles weitere wie Vermieter auf den Plan rufen etc. haben ja schon meine Vorschreiber genannt. Viele Grüsse, MurphysLaw |
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Admin/ Berufsbetreuer
Registriert seit: 15.01.2009
Ort: Mitten in Hessen
Beiträge: 4,992
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Zitat:
das kann der Betreuer eben nicht gegen den Wiederstand der Betreuten, ohne das er einen entsprechenden Gerichtsbeschluss hat. Die Zulässigkeit einer ambulanten Zwangsbehandlung hat der BGH bereits vor Jahren verneint. Zitat:
Gruß, Andreas
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#7 | |
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"Nervensäge" vom Dienst
Registriert seit: 08.12.2008
Ort: Berlin
Beiträge: 1,068
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Zitat:
Dann frage ich mal ganz blöd, wo fängt Zwangsbehandlung an? Ist die überwachte Einnahme von Medikamente mithilfe eines Pflegedienstes schon Zwangseinnahme? Gruss, MurphysLaw |
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#8 |
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Admin/ Berufsbetreuer
Registriert seit: 15.01.2009
Ort: Mitten in Hessen
Beiträge: 4,992
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HAllo,
das erste Problem sehe ich bereits im Zutritt zur Wohnung gegen den Willen der Betreuten. Eine "kontrollierte" Einnahme der Medikamente kann ja nur stattfinden wenn die Betreute diese auch tatsächlich selber nimmt. Wenn sie die Medikation verweigert kann sie ihr natürlich nicht zwangsweise verabreicht werden. Gruß, Andreas
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#9 |
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Einsteiger
Registriert seit: 13.09.2014
Beiträge: 16
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Für den Pflegedienst bedarf es der Zustimmung der Betreuten. Kein Pflegedienst würde ohne Zustimmung eine Wohnung betreten oder Medikamente verabreichen. Diese müssen freiwillig geschluckt werden. Wie sollte das auch zwangsweise vor Ort gehen? Mal rein technisch gesehen kann ich ja niemandem dazu zwingen seine Tabletten zu nehmen.
Ich kennen Arrangements, in denen sich gerade psychsich Erkrankte sich darauf einlassen, weil sie damit annähernd selbstbestimmt zuhause leben können. Sie nehmen es quasi als Preis in Kauf nicht in einer Klinik sein zu müssen. Ich habe dies als Krankenschwester schon oft miterlebt. Da beschweren sich Angehörige, dass die Tabletten nicht gegeben wurden. Ja, das passiert, wird dokumentiert und bleibt auch so. |
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#10 |
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"Nervensäge" vom Dienst
Registriert seit: 08.12.2008
Ort: Berlin
Beiträge: 1,068
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Okay, dann wären wir beim freien Willen.
Nach den Beschreibungen von cursed bezweifel ich diesen bei der Frau. Wie sähe es dann aus mit Pflegedienst und Medikamente? Sollte der Betreuer einen Einwilligungsvorbehalt im Bezug auf Wohnung, Gesundheit und Vermögen erwirken? Eben um angemessen tätig zu werden? Ich hoffe, wir sind uns einig, dass der Handlungsbedarf bei der Schilderung gegeben wäre? Recht auf Krankheit mag ja sein, aber es hat eben alles seine Grenzen, finde ich. Wenn andere darunter derart massiv leiden und auch die Erkrankte selbst so fertig ist, muss was passieren! Gruss, MurphysLaw |
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