Dies ist ein Beitrag zum Thema Der Wille des Betreuten im Unterforum Beiträge zu Rechtsfragen bis 2015 , Teil der Rechtsfragen im Rahmen des Betreuungsrechts
Hallo,
der Wille eines Betreuten ist ja immer zu beachten. Bisher war das für mich ein Thema, wo es nicht ...
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#1 |
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Ehrenamtlicher Betreuer
Registriert seit: 23.02.2004
Ort: im Norden
Beiträge: 1,835
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Hallo,
der Wille eines Betreuten ist ja immer zu beachten. Bisher war das für mich ein Thema, wo es nicht so viele Probleme gab, aber jetzt stehe ich etwas auf dem Schlauch. Mein Betreuter, mit Einwilligungsvorbehalt, hat sein vorhandenes Guthaben immer weiter reduziert, um es mal nett auszudrücken. Das lief dann so ab: Anruf bei mir, Handy kaputt, Reparatur kostet 80 Euro. Also Überweisung auf sein Bürgerkonto. Oder Anruf, fährt am Wochenende zur Mutter, braucht nochmal 50 Euro. Also wieder Geld überwiesen. Es waren alles glaubhafte Sachen, da habe ich überhaupt keinen Zweifel. Einerseits ist dadurch sein Guthaben jetzt Richtung Null, andererseits gab es keinen vernünftigen Grund, die Zahlungen zu verweigern. Wie handhabt ihr das ? Gruss Andreas |
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#2 |
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Stammgast
Registriert seit: 02.02.2011
Ort: NRW
Beiträge: 887
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Lieber Andreas,
das habe ich auch schon oft erlebt. Ich bespreche mit den Betreuten regelmäßig, wie viel Geld für was monatlich zur Verfügung steht und erkläre, dass in meinem Keller leider kein Geldesel steht, der das verfügbare Budget mal eben anpassen könnte. Wenn dann das Handy kaputt ist, dann gibt es eben kein neues und eine Wochenendfahrt ist auch nicht drin. Einen EV in Vermögensfragen gibt es ja nur, wenn der Betreute sich durch sein eigenes Ausgabeverhalten schädigt. Die von Dir geschilderten Wünsche des Betreuten bestätigen ja, dass dies hier so ist. Ich denke, es ist unser Job das Geld einzuteilen, und wenn Erklärungen und Besprechungen nicht helfen, sind wir gehalten die Notbremse zu ziehen. Wir sind ja auch schuld, wenn ultimo das Geld schon alle ist und der Kühlschrank leer bleibt - da hilft nur Konsequenz... Herzliche Grüße, Marsupilami |
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#3 |
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Admin/Berufsbetreuer
Registriert seit: 16.03.2004
Ort: Betreuungsbüro Herrlichkeit 6 in 28857 Syke
Beiträge: 9,606
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Moin Andreas
Das sehe ich so wie Marsupilami: Wenn ein EiWi besteht, ist es meine Aufgabe, das Geld einzuteilen und dafür zu sorgen, dass auch Reserven da sind, um Engpässe zu überstehen oder für besondere Bedarfe anzusparen. Die Abteilung: das Handy ist im Eimer oder jetzt brauche ich mal dieses oder jenes, ist ein gerne genommener Vorwand, um Geld abzuasseln. Natürlich kann es auch tatsächlich so sein, aber wie schön ist es ein Handy für 80,00 € (die man sonst nicht bekommen würde) zu kaufen, um es dann für 50,00 € zu verkaufen, die man dann tatsächlich als Geld zur Verfügung zu haben. Das alte Handy funtioniert natürlich noch wunderbar.... ![]() Du mußt natürlich schon den Betreuten mitteilen, warum Du jetzt kein Geld mehr übrig hast oder zumindest nicht rausgeben willst. Klamotteneinkäufe werden auch gerne vorgeschoben. Da will ich aber auch gerne die Klamotten und die Quittungen sehen. Bei ganz Hartgesottenen wird der Barbetrag herausgegeben, davon sollen sie die Klamotten kaufen und erst die Quittungen für die Klamotten einreichen, bevor dann das dafür ausgegebene Geld nachträglich nachgeschossen wird. Das wirkt zumindest bei denen Wunder, die eigentlich das Geld für was anderes ausgeben wollten... Bei Betreuten ohne Eiwi versuche ich schon über Vereinbarungen den Geldverbrauch in Grenzen zu halten. Aber auch da kommt es vor, dass sie ihr Geld einfordern und Du es ihnen nicht verweigern darfst. Wenn die so langsam die Grenze zur Pleite erreichen (besser rechtzeitig davor), ist es Zeit für ein Gespräch: Wenn sie auch dann partout nicht die Kurve kriegen und trotzdem weiter fordern, verdeutliche ich ihnen schon, dass sie sich Pleite machen und ich eine gute Begründungfür den Antrag auf einen EiWi habe und das für sie überhaupt kein Vergnügen werden wird. Das wirkt manchmal auch schon. Und wenn nicht, dann gibt es den EiWi und der Drops ist gelutscht. MfG Imre
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Fehler sind dazu da, um sie zu machen und daraus zu lernen. Fehler sind nicht dazu da, sie dauernd zu wiederholen. |
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