Dies ist ein Beitrag zum Thema Gesundheitsbetreuung-wer kann helfen? im Unterforum Beiträge zu Rechtsfragen bis 2015 , Teil der Rechtsfragen im Rahmen des Betreuungsrechts
Hallo ninja,
für eine erste Überbrückung noch ein vielleicht praktischer Tipp:
Wenn man viele Medikamente hat, die auch noch zu ...
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#11 |
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"Nervensäge" vom Dienst
Registriert seit: 08.12.2008
Ort: Berlin
Beiträge: 1,047
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Hallo ninja,
für eine erste Überbrückung noch ein vielleicht praktischer Tipp: Wenn man viele Medikamente hat, die auch noch zu unterschiedlichen Zeiten genommen werden müssen, kann man schnell durcheinander kommen. Ich habe mir für mein ganzes "Zeug" eine Tablettenbox mit separater Box für jeden Tag, angeschafft (damals bei Rossmann für 1,99 im Angebot). 1x die Woche fülle ich sie auf und jeden Morgen nehme ich die dann aktuelle Box und weiss so immer, was ich alles schon genommen habe bzw. noch muss. (Gibts unter dem Stichwort "Tablettenbox" zahlreich für kleines Geld bei Ebay oder alternativ, für teures Geld in der Apotheke ;-) ) Wenn dein Vater vernünftig und fit genug ist, wird er die Tabletten auch nehmen und nicht "zum Schein" sonstwie entsorgen und du hättest, bei einem Auffüllen (ich vermute, du siehst deinen Vater jede Woche und könntest die paar Minuten zum Auffüllen aufwenden) eine Kontrollmöglichkeit. Sollte das nicht klappen, wäre wirklich dringend ein Pflegedienst für diese Aufgabe zu bestellen. Eines kann ich mir aber nicht verkneifen (nicht böse sein). Sollte dein Vater zu sehr durch den Wind sein, um eine Tablettenbox regelmässig zu nutzen, würde ich mir Gedanken machen, ob da ein eigenes Auto noch angeraten ist! (Ist nur, weil du vorhin das Auto erwähntest und er ja alleine lebt). Das wäre in meinen Augen für deinen Vater und die anderen Verkehrsteilnehmer ein nicht kalkulierbares Risiko! Gruss, MurphysLaw P.S.: Hast du wegen der Mahlzeiten z.B. schonmal an "Essen auf Räder" gedacht? Dann wärst du die Sorge vielleicht auch los! P.P.S.: Eines noch : Meine Betreuerin hat für mich auch die Gesundheitssorge und glaube mir, die kennt nicht 1 Medikament, dass ich aktuell nehme und das sicher nicht, weil sie schludrig arbeitet, also lass dir von solchen Deppen in Weiss nix sagen! Geändert von MurphysLaw (26.10.2009 um 14:26 Uhr) |
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#12 | |
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Berufsbetreuer / Verfahrenspfleger
Registriert seit: 25.10.2009
Beiträge: 911
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Zitat:
Betreuungsgericht und Betreuungsbehörde sind unterschiedliche Instanzen. Die Behörde ist normalerweise für die Beratung und Unterstützung von ehrenamtlichen Betreuern zuständig. Manchmal übernehmen diese Funktion auch die Betreuungsrichter vordergründig - das ist unterschiedlich. Die Behörde findet sich entweder in der zuständigen Stadtverwaltung oder dem Landratsamt / Kreisamt / oder wie auch immer das im entsprechenden Bundesland heißen mag.
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#13 |
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Gesperrt
Registriert seit: 23.10.2009
Ort: Hessen
Beiträge: 7
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Ok, Betreuungsbehörde konnte ich ausfindig machen. Da werde ich morgen gleich parallel anrufen und mich beraten lassen/Termin vereinbaren.
Das mit dem Auto nehme ich nicht krum, ganz im Gegenteil, ich sehe es genauso- nur um ihn davon anzuhalten, müsste ich ihm den Schlüssel abnehmen. Ich denke da sicherlich falsch, aber ich tue mir schwer meinem Vater Dinge vorweg zu nehmen, vielleicht sollte ich dies. Aber er ist erwachsen und war immer vernünftig. Das er dies nun teilweise nicht mehr immer ist, fällt mir schwer zu akzeptieren,da bin ich ehrlich. Danke noch einmal. ( Auch für das "Die Deppen" *lach* ) Denke, wenn ich etwas Unetrstützung in der Betreuung bekomme, kann ich das auch alles wieder besser stemmen. wenn man sich komplett alleine gelassen fühlt, kann einen das schon erdrücken und ich bin weiß Gott kein Weichei un dkann ein bisschen was ab, aber das hat gelitten. Heute ist viel geschehen- Antrag Pflegestufe wird mir zugesandt, ich weiß, dass ich mich an die Betreuungsbehörde wenden kann, um mich beraten zu lassen und das ich ggfls ( aber für mich der letzte Schritt, da er schließlich mein Vater ist und ich es schon gerne mit Unterstützung versuchen möchte ) eine gesetzl. Betreuung veranlassen kann. Schön dieses Forum gefunden zu haben! |
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#14 |
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Gast
Beiträge: n/a
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Hallo Ninja!
Ohje, das ist eine wirklich schlimme Situation für Dich und Deinen Vater. Wegen der Pflegestufe: Man kann unter bestimmten Bedingungen auch eine vorläufige Einstufung bekommen. Die Krankenkasse zahlt dann schon auf Basis der vorläufigen Einstufung, bis die reguläre durch ist. Das kann finanziell sehr helfen. Die meisten Krankenhäuser haben übrigens so etwas wie einen sozialen Dienst, mit dem man solche Sachen gegebenenfalls besprechen kann. In manchen Krebszentren gibt es auch Psychologen, an die man sich als Patient oder Anghöriger wenden kann. Ich würde mir übrigens sehr gut überlegen, die Betreuung meiner Eltern in fremde Hände zu legen. Man kann Glück haben, man kann aber hinterher auch vor einem noch viel größeren Schrebenhaufen stehen (ist uns passiert mit meiner Großmutter). (Außerdem liegt es später am Richter, Dir gegebenenfalls die Betreuung wieder zurück zu geben oder auch nicht!!) Hat Dein Vater eine Vorsorgevollmacht oder Betreuungsverfügung? Wenn nicht, solltet Ihr spätestens jetzt darüber nachdenken. Auch von solchen kannst Du als Betreuender wieder zurücktreten, falls Du es doch nicht schaffen solltest. Zu Deinem Zeitproblem: Ich denke, Du solltest in Deiner Firma (ich hoffe, es ist eine gute) mit offenen Karten spielen. Vielleicht kannst Du ja zur Überbrückung Gleitzeittage nehmen. (Ohne Gleitzeittage hätte auch ich ernsthaftes zeitliches Problem...) Dein Chef hat hoffentlich Verständnis für Deine Situation. Vielleicht ist ja auch ab und an Heimarbeit drin. Außerdem kann man, wenn ein Pflegefall eintritt und man sich um nahe Angehörige kümmern muss, bis zu zehn Tage (unbezahlt) frei nehmen, um z.B. eine Betreuung zu organisieren. Soweit ich informiert bin, kann man diese zehn Tage auch bei jedem Krankheitsfall neu nehmen. Noch ein Rat: Nimm Dir definiert Auszeit für Dich selbst. Auch wenn es nicht viel ist und dafür etwas anderes liegenbleibt. Das muss manchmal einfach sein, sonst ist die Batterie wirklich irgendwann leer. Ich drücke Euch die Daumen! Viele Grüße Elinor |
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#15 | ||
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Berufsbetreuer / Verfahrenspfleger
Registriert seit: 25.10.2009
Beiträge: 911
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Hallo Elinor,
Ich kann jeden Angehörigen, der mit Berufsbetreuern schlechte Erfahrungen gemacht hat und deshalb wütend ist gut verstehen. Gerade in unserem Job sind schwarze Schafe einfach fatal - aber lassen sich offenbar nicht vermeiden. Allerdings sollte man dennoch vorsichtig sein mit Pauschalurteilen - man kann auch an einen schlechten Arzt gelangen, aber deswegen ist nicht gleich das ganze Gesundheitssystem kaputt oder verdammenswert. Zitat:
Gem. § 1897 Abs. 6 BGB ist (kurz gefasst) eine geeignete Person als ehrenamtlicher Betreuer einem Berufsbetreuer vorzuziehen. Dass Ninja geeignet ist, wurde durch ihre bereits erfolgte Bestellung schon festgestellt. Eine inhaltlich bedingte und nicht in der Person des ehrenamtlichen Betreuers liegende zeitweilige Überforderung ist nicht als Beweis für mangelnde Eignung auszulegen. Zudem ist auf Abs. 4 zu verweisen: Der Vater kann durchaus auch zu gegebenem Zeitpunkt wieder darauf bestehen, dass die Tochter die Betreuung weiter führt. Selbst wenn der Richter am Amtsgericht trotzdem die neuerliche Betreuungsübernahme durch Ninja ablehnen würde - das Landgericht kassiert diese Entscheidung voraussichtlich. Zitat:
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#16 |
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Gesperrt
Registriert seit: 23.10.2009
Ort: Hessen
Beiträge: 7
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Guten Morgen. Ich sehe schon, es handelt sich um ein sehr, sehr vielschichtiges Thema und man steigt nur Stück für Stück durch-oder stellt fest das man von vorne anfangen muss
![]() Mein AG war in der Zeit, als meine Mutter im Koma lag und verstarb schon sehr kulant, dass möchte ich mit Sicherheit nicht überreizen! Da wir das Haus samt Kreditverpflichtungen übernommen haben, wäre eine unbezahlte Auszeit auch nicht so prickelnd, wir haben ein kleines Team, ich möchte nicht auch noch hier eine weitere Baustelle eröffnen, davon hab ich bereits genügend.. Ich habe große Probleme damit, den Zustand meines Vaters zu beaurteilen. Er erzählt teils sehr flüssig, nur stimmt da nicht immer alles, da ist mit Sicherheit auch nicht unbedingt der Wille etwas zu verdrehen die treibende Kraft.Dann klappt das wieder einmal sehr gut, es ist aber nicht wie vorher. Wollte das einmal als er noch in der Klinik war von einem Psychiater beurteilen lassen, ging voll in die Hose, weil mein Vater draußen unterwegs war-wie die ganze Zeit, da ihm langweilig war und das eh keinen dort interessiert hatte. Unterstützung in der Klinik habe ich bislang nicht bekommen. Tenor- Sozialer Dienst, den haben wir. Helfen können wir Ihnen aber nicht, ihr Vater ist ja nicht mehr stationär, sondern nur ambulant aufgenommen. Von daher halte ich mich lieber an die guten Ratschläge hier! |
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#17 |
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Angehörige mit Vorsorgevollmacht
Registriert seit: 12.11.2008
Beiträge: 327
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Hallo liebe Ninja,
oh wie gut kenne ich die Situation. Auch bei mir war es der Vater. er rutschte ganz langsam in die Demenz und wir haben es sehr spät realisiert. Allerdings hatte ich das "Glück", das er bei uns wohnte. Viel Hilfe habe ich im Seniorenbüro bekommen. Dort konnte man mir praktische Tipps und Theoretische Hilfen an die Hand geben. Sollte es in jeder Stadt geben. Aber das Problem mit dem Zeitmanagment kenne ich nur zu gut. Mein Vater war immer wieder im Krankenhaus und dadurch hatte ich auch viele Wege nach Feierabend. Und die ganzen Papiere und Regularien. Hier im Forum habe ich viel Hilfe bekommen. Damals hat der Hausarzt auch ohne Pflegestufe einen Pflegedienst "aufgeschrieben". Er musste gespritzt werden und bekam von diesem seine Tabletten. Er liess uns da nicht ran. Zusätzlich kannst Du Dich ja mal über einen Dienst mit Essen auf Rädern informieren. Es ist wirklich sehr viel. Aber wenn es erst mal im Fluß ist, schaffst Du es. Obwohl es immer wieder schwierige und auch zeitraubende Zeiten geben wird. Übrigends ich kenne die Medikamente meines Vaters auch nicht auf Anhieb. Laß Dir kein schlechtes Gewissen einreden. Für mich war nicht ganz klar, wie die Prognose Deines Vaters ist. Liegt seine eventuelle Anfangsdemenz vielleicht an der Krankheit oder den Tabletten? Kann er wieder ganz fit und gesund werden? Bei meinem Vater wurde es immer schlimmer und wir konnten die Pflege nicht mehr stemmen. Mit schlechtem Gewissen (Bericht hier im Forum) haben wir ihn notgedrungen in ein Pflegeheim gegeben. Und "Surprise"!! Es geht ihm dort besser als zu Hause. Er ist eigentlich ein Eigenbrödler, aber dort kümmert man sich rührend um ihn. Durch die Angebote und den strukturierten Tagesablauf wurde er immer "klarer". Jetzt kann man so gar teilweise über das Tagesgeschehen mit ihm sprechen und er liest wieder seine Express. Sobald er wieder einmal im Krankenhaus liegt kommt seine Demenz zum Vorschein. Darum glaube ich, war die Entscheidung zum Pflegeheim für ihn die Richtige. Obwohl ich prinzipiell nichts gegen Berufsbetreuer habe und denke sie machen einen guten Job, habe ich zu oft von Problemen mit Angehörigen gelesen. Auch das die Richter die Betreuung einfach dem Angehörigen zurück geben stimmt so nicht mit meinen Erfahrungen überein. DU musst Dich meiner Meinung nach folgendes fragen: Möchte ich nur die Tochter sein, kann ich ihm nichts wegnehmen und bin ich auch schon mal bereit über seinen Kopf und gegen seinen Willen zu entscheiden? Fehlt mir die Zeit und die Kraft um noch eine gutue Tochter zu sein? - Dann entscheide Dich für einen Berufsbetreuer. Bist Du in der Lage Dich auch als Tochter bei durchzusetzen? Magst Du auch Entscheidungen treffen, die ihm zwar helfen aber nicht passen? Schaffst Du es trotz aller Emotionen die Sachlichkeit zu bewahren? Hast Du die Zeit und die Kraft die Betreuung für Deinen Vater zu übernehmen? - Dann übernehme die Betreuung selber. Egal wie Du Dich entscheidest, ich wünsche Dir viel Kraft und alles Liebe für die Zukunft. Liebe Grüße Lisa |
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