Dies ist ein Beitrag zum Thema Aufenthaltsbestimmung / manisch-depressives Krankheitsbild im Unterforum Beiträge zu Rechtsfragen bis 2015 , Teil der Rechtsfragen im Rahmen des Betreuungsrechts
Hallo
habe gestern eine neue Betreute bekommen. Das ist für mich ein neuer Bereich, daher habe ich einige Fragen.
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#1 |
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Berufsbetreuerin / Fachwirtin in der Alten-und Krankenpflege
Registriert seit: 18.07.2008
Ort: Berlin
Beiträge: 131
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Hallo
![]() habe gestern eine neue Betreute bekommen. Das ist für mich ein neuer Bereich, daher habe ich einige Fragen. Die Betreute ist 72 Jahre und leidet seit mehren Jahre unter Bipolare Störungen (Manisch-Depressive Störungen). Die Angehörigen sind mit ihren Nerven am Ende. Der Richter hat (mit Bauchschmerzen) mir die Aufgabenkreise Gesundheitssorge und Aufenthaltsbestimmung zur Zwecke der Heilbehandlung übertragen. Bauchschmerzen aus dem Grund, dass die Betreute mehrmals im Jahr für längere Zeit bei ihrem Freund in Nassau ist. Dort war sie wohl auch schon mehrmals im KH. Hat jemand Erfahrung mit diesem Krankheitsbild? Wie kann ich erkennen das eine Manische Phase ansteht und eine Unterbringung erforderlich ist? Wie kann ich meiner Betreuten helfen und Vertrauen aufbauen? Worauf muss ich achten wenn sie eingewiesen werden muss? Wie seit ihr telefonisch für solche Fälle erreichbar? Oft passiert so etwas wohl Nachts und am Wochenende. Sie soll ja nicht ständig eingewiesen werden. Dachte schon an tgl. Medi-überwachung durch eine Hauskrankenpflege, damit die regelmäßige Einnahme gesichert ist. LG Conny
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Jede Minute die man Lacht, verlängert das Leben um eine Stunde
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Berufsbetreuer / Verfahrenspfleger
Registriert seit: 24.10.2009
Beiträge: 911
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Hallo!
Zitat:
Bei meinen Betreuten bessert sich das für gewöhnlich erheblich nach den Wechseljahren. Zitat:
Du kannst die Betreute ja nicht mal einfach so festbinden... Zitat:
Manche Menschen kaufen in der Manie ein Auto nach dem anderen... Manche glauben, dass sie Superkräfte hätten... Andere stellen sich eine Wanne Wasser auf den Balkon, werfen Fleischabfälle und Düngemittel rein, weil sie eine Biogasanlage daraus bauen wollen... Alles schon erlebt. Das äußert sich eben doch recht individuell - einhergehend mit für gewöhnlich Größenideen, Selbstüberschätzung und mehr oder minder verschwenderisch-unvernünftigem Umgang mit Geld. Bei manchen steigt zunächst einfach auch der Alkoholkonsum, weil sie versuchen, damit die Symptome zu dämpfen. Zitat:
Zitat:
![]() -> Unterbringung ? Betreuungsrecht-Lexikon Zitat:
Da ist ein Betreuer vor Ort zunächst mal nicht zwingend erforderlich. Zitat:
Zitat:
![]() Zitat:
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#3 |
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Stammgast
Registriert seit: 27.04.2009
Ort: leider noch deutschland
Beiträge: 615
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Kriterien für eine manische Episode
A. Eine ausgeprägte Periode abnormer und ständiger gehobener, überschwänglicher oder gereizter Stimmung, die über 1 Woche dauert (oder Krankenhausaufenthalt). B. Während der Periode der Stimmungsstörung halten drei (oder mehr) der folgenden Symptome bis zu einem bedeutsamen Grad beharrlich an (mindestens vier, falls die Stimmung nur gereizt ist):
D. Die Stimmungsstörung ist hinlänglich schwer, um eine ausgeprägte Beeinträchtigung in beruflichen Aufgabengebieten oder unübliche soziale Aktivitäten oder Beziehungen mit anderen zu bewirken oder sie erfordern einen Krankenhausaufenthalt, um Selbst- oder Fremdschädigung zu verhindern, oder es gibt andere psychotische Merkmale. E. Die Symptome sind nicht durch direkte physiologische Effekte einer Substanz (z. B. Drogenmissbrauch, Medikamente oder andere Behandlungen) oder eine generelle medizinische Verfassung verursacht. Kriterien für eine majore depressive Episode A. Fünf (oder mehr) der folgenden Symptome sind während der gleichen 2-Wochen-Periode vorhanden und bedeuten eine Änderung des bisherigen Verhaltens, Gefühlslebens oder Leistungsfähigkeit, wobei mindestens eines der Symptome eine Depressive Verstimmung oder der Verlust von Interesse und Freude ist:
C. Die Symptome verursachen klinisch bedeutsames Leiden oder eine Beeinträchtigung in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Aufgabengebieten. D. Die Symptome beruhen nicht auf einem direkten physiologischen Effekt einer Substanz (z. B. einem Drogenmissbrauch, einer Medikation) oder einer generellen medizinischen Verfassung (z. B. Überfunktion der Schilddrüse). E. Die Symptome werden nicht besser durch Trauer erklärt, z. B. über den Verlust einer geliebten Person. Oder: Die Symptome dauern länger als 2 Monate an oder sind gekennzeichnet durch eine ausgeprägte funktionale Beeinträchtigung, krankhafte Beschäftigung mit Wertlosigkeit, Suizidgedanken, psychotische Symptome oder psychomotorische Verlangsamung. wenn es dich weiter interessiert.....hier ein erster überblick (o.a. ein extrakt aus dem artikel).... Bipolare Störung ? Wikipedia das krankheitsbild ist so verschieden wie die menschen in der ausprägung..... ich kenne bipolare, die "völlig normal" wirken (wohl weil sie mittlerweile gut mit sich umgehen können......man skaliert die phasen wenn man krankheitseinsichtig ist....und handelt selbst wenn man in einen vorkritischen bereich kommt....).... und auch bipolare.....die wirklich extrem nervig sind in manischen phasen...früher nannte man es auch das cäsaren-syndrom....eine art größenwahn.....wobei allerdings auch teilweise großartiges zustandegekommen ist.....cäsar litt allerdings an epilepsie (morbus divinus...göttliche krankheit) (da können wirklich mordgedanken auflodern....) komischer weise ist keiner von den bipolaren, die mir bekannt sind unter betreuung.......fällt mir gerade so auf....... hoffe ich konnte dir etwas helfen.......wobei mir allerdings unerklärlich ist, wie man mit der vergütung nach dem VBVG und sich der damit ergebenen stundenzahl einen kontakt gewährleisten kann, der es einem ermöglicht sich ein bild über die phasen zu machen.......es sei denn, man betrachtet den zusätzlichen zeitaufwand als ehrenamt....oder? lg nam
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Der Barbar, erkennen wir, hat es leicht gesund zu sein, für den Kulturmenschen ist es eine schwere Aufgabe. Sigmund Freud Geändert von nam (16.01.2010 um 14:50 Uhr) |
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#4 |
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Berufsbetreuerin / Fachwirtin in der Alten-und Krankenpflege
Registriert seit: 18.07.2008
Ort: Berlin
Beiträge: 131
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Vielen Dank für die super ausführlichen Antworten.
zu Chesterfield: Gott sei dank ist es das deutsche Naussau. Trotzdem weit weg. ![]() zu Nam: vielen Dank für deine ausführliche Auflistung. Gibt mir erstmal einen Überblick. Wie das mit dem zeitlichen Aufwand ist, weiß ich noch nicht. Werde es sehen. Wichtig ist doch das die Betreute merkt das man sie ernst nimmt und ihr helfen möchte und nicht über sie bestimmen will. Da denke ich kann ich nicht auf die Minuten schauen. Vielen Dank nochmal euch beiden. ![]() LG Conny
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Jede Minute die man Lacht, verlängert das Leben um eine Stunde
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| aufenthaltsbestimmung, betreueraufgaben, betreuerpflichten, depression, manie, manisch-depressiv, psychische erkrankungen |
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