Dies ist ein Beitrag zum Thema Vermögenssorge entzogen, ändert das die Bankvollmacht? im Unterforum Beiträge zu Rechtsfragen bis 2015 , Teil der Rechtsfragen im Rahmen des Betreuungsrechts
Hallo,
ich möchte auch mal wieder meinen Senf dazugeben
Als ehrenamtlicher Betreuer im zehnten Jahr habe ich festgestellt, dass dieser ...
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#11 |
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Ehrenamtlicher Betreuer
Registriert seit: 23.02.2004
Ort: im Norden
Beiträge: 1,807
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Hallo,
ich möchte auch mal wieder meinen Senf dazugeben Als ehrenamtlicher Betreuer im zehnten Jahr habe ich festgestellt, dass dieser Satz in einem Brief an Banken, aber auch an alle möglichen anderen Stellen viel bewirkt: "Sollten Sie die Tatsache, dass ich der gerichtlich bestellte Betreuer für YX bin, weiterhin ignorieren, werde ich Sie für alle finanziellen Schäden haftbar machen." Es wirkt nicht immer, und eigentlich ist es die (leere) Drohung mit dem großen Holzhammer. Aber das weiss der Empfänger dieses Schreibens sehr selten, und meist klappt es dann. Es ist eigentlich nur eine psychologische "Masche", aber wie hier schon vom Moderator geschrieben, rein rechtlich ist oft nichts zu machen. Gruss Andreas |
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#12 |
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Gesperrt
Registriert seit: 19.08.2005
Ort: im Baumhaus
Beiträge: 624
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Heinz und Andreas, danke Euch. Bei der Bank wurde die Betreuungsvollmacht/Urkunde hinterlegt. Der Vermieter hat letztmals im Jahre 2003 an die Betreuerin geschrieben wegen bestimmter Vorkommnisse. Also war auch ihm das bekannt. Es ist was zu holen, um die 350 € mtl. von dem, was sie hat, also mal locker. Sollte die RK durchgehen, Titel, o.K. sie ist dann bestimmt schon irgendwo untergetaucht, aber wo sie die regelmässigen Zahlungen herbekommt, kann eine Pfändung durchgezogen werden. Auch nicht mein Problem.
Zwangsvollstreckung 12 x Jahresmiete + Rückstand, RA und GK, div. Sachbeschädigungen in der Whg., evtl. Renovierung, Mietzinsausfall. Tja, sie will erst mal ausgiebig Urlaub machen. Die letzten 10 Jahre ist sie immer irgendwo abgehauen und hat Mietschulden und Chaos hinterlassen. Dass sie hier kein Bein auf dem Wohnungsmarkt mehr runterkriegt mit nem Titel am Hals und schlechter Schufa, ist ja klar. Ich nehme sie auf keinen Fall auf. Wie kann man für paar Wochen Urlaub so ein Risiko eingehen? Wohnen wird sie da und dort, Chaos und Typen, die selber solche Looser sind, ist sie ja gewohnt. Sie ist echt asozial und nicht ganz dichte. Niemals werde ich für sie freiwillig unterhaltspflichtig werden. Da bin ich eher über alle Berge irgendwo in der Wüste, soll sie in der Gosse liegen! Gruss mary |
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#13 |
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Gast
Beiträge: n/a
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Hallo Mary,
ok - es gibt viel `Ungerechtigkeit´ in der Welt. Hat es immer gegeben und wird es auch immer geben. Ich sage, wir mit unseren 3 max. 4 Dimensionen verstehen eh nur die Hälfte, wenn nicht noch weniger. Ein Betreuter war schwerer Alki. Ehe kaput, Familie kaputt. Kinder hatten keinen Vater und und und. Nach Jahr und Tag stellte sich rein zufällig heraus, da war er schon wieder trocken und im Heimbeirat aktiv und sehr sozial und hilfsbereit, dass er einen Herzaussetzer hatte von mehreren Minuten und seid dem nicht mehr `normal´ war, Arbeit verlor, für bekoppt gehalten wurde, sich selbst nicht mehr verstand und die anderen ihn erst recht nicht. Der Absturz war vorgezeichnet. Glückliche Umstände brachten ihm wieder Frieden. Viele haben aber diese Umstände nicht und bleiben in der Gosse. Eine Psychologin in der Klinik sagte mir mal, und das fand ich ganz bezeichnend, bevor wir jemanden als hoffnungslosen Fall abtun, sollten wir uns fragen, ob wir nicht versagt haben, ihm oder ihr diesen glücklichen Umstand zu verschaffen, um aus der Gosse zu kommen. Das betraf einen Betreuten, der dauerhaft geschlossen untergebracht ist. Er ist der reinste Todeskandidat. Und auch jetzt warte ich bei einer anderen Betreuten täglich, dass die Polizei mich benachrichtigt, dass eine Betreute sich in ihrer Wohnung kaputgesoffen hat. Vielleicht findet sie ja doch noch rechtzeitig der Hausmeister, doch die Krankenwagenfahrer sind vor wenigen Tagen unverrichteter Dinge wieder weggefahren. Die Betreute wollte sich nicht behandeln lassen. Ich kenne aber ihre Lebensgeschichte und weiß, weshalb sie so auf die schiefe Bahn gekommen ist. Ich bin vorsichtig geworden, irgendwen als Looser zu betrachten. Im Gegenteil habe ich erlebt, dass mancher dieser gescheiterten Existenzen sehr viel Schicksal, Ungerechtigkeit und Gemeinheit von anderen erfahren hat und trotzdem noch für sich und auch für andere sehr viel Lebensmut und Freude bewahrt hat. Deine Verärgerung kann ich gut verstehen. Sie hilft nur nicht, weder deiner Betreuten noch dir selbst. Schaff dir doch ein wenig Distanz zu deiner Betreuten und zu den Geschehnissen. Das Alles ist zwar recht nervig, doch ist das doch ein gutes Zeichen, wenn sie in Urlaub fährt. Wer kann das heut noch? Und wenn sie in Mallorka oder sonst wo bleibt, wen juckt es. Es ist doch ihr Leben. Und sie kann mit ihrem Leben machen, wie es ihr beliebt. Wünsch ihr doch gute Reise und freu dich, dass du dich eine Zeitlang nicht um sie Gedanken machen musst. Und das Geld und den Schaden - na und, verschüttetes Wasser fängt man/frau nicht wieder ein. Und was ist dem von deiner Betreuten angerichteten Schaden im Vergleich zu den Milliarden, den die Politiker und Manager vernichten, ob in der Industrie oder Parteispenden oder Kriege mit zig tausend unschuldigen Toten. Wo ist den da Gerechtigkeit? Da kräht doch kein Hahn nach und kein Henne legt mehr ein Ei. Und dann regst du dich wegen par schlappen Tausender an Gerichtskosten oder Vollstreckungskosten auf? So nervig gewiss die Arbeit mit Betreuten auch manchmal ist, wir wollen doch die Kirche im Dorf lassen. Mitunter ist dieses völlig unkonventionelle und normlose und auch asoziale Verhalten auch ganz witzig. Jedenfalls zeugt es mehr von der Unberechenbarkeit und Unsicherheit des Lebens, als wenn alle nach 08/15 maschieren. Und schauen wir mal genau hin, die jetzigen Einschnitte in die soziale Absicherung sind angesichts der Pensionen der Politiker so was von asozial..... Dann doch lieber eine völlig bekloppte Betreute. Da wissen wir doch wenigsten, wo wir dran sind. Besten Gruß Heinz |
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#14 |
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Gast
Beiträge: n/a
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Heinz,
du sprichst mir aus der Seele! Nur so gut und umfassend hätte ich es nicht schreiben können. Danke für deine ehrliche Stellungnahme. Ursula |
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#15 |
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Gesperrt
Registriert seit: 19.08.2005
Ort: im Baumhaus
Beiträge: 624
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Heinz, ich war gestern sowas von enttäuscht und stinkesauer. Habe aber mit ihr heute kurz sprechen können und ihr den Vorschlag gemacht, die rückständige Miete zu überweisen. Das geschieht morgen früh und die Kopie des Überweisungsträgers wird an den Vermieter geschickt. Ich habe wirklich sehr viel Geduld bei dem Gespräch aufbringen müssen. Ich sagte ihr, sie wolle doch in Ruhe nach über 6 Jahren mal in Urlaub fahren, nicht gestreßt sein, Freude haben. Sie ist nicht dumm, ganz im Gegenteil, aber das "normale" Leben scheint sie nicht zu interessieren. Immer muss seit Jahren Chaos herrschen. Vielleicht finden das andere kreativ, ich nicht. Ich habe Herzschmerzen, kann seit Tagen kaum was essen und krankmelden kann ich mich auch so schnell nicht. Das mit den Lebensgeschichten, Schicksal, da gebe ich Dir völlig recht. Sie ist Überlebende des MB schon als Kind, und daher habe ich dann auch immer wieder Mitgefühl. Aber sie scheint auch ihren Status und die Krankheit ganz schön auszunutzen. Immer nur Schuldige suchen, bei jedem, was ihr böses widerfährt, nicht raus aus der Opferrolle, abgebrochene Therapien auch in dieser Richtung seit 18 Jahren! Gruss mary
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#16 |
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Gast
Beiträge: n/a
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Liebe mary,
ich habe dich falsch eingeschätzt. Du mußt dich völlig unverstanden gefühlt haben. Unter deiner "harten Schale" hast du einen ganz weichen Kern. Aber wenn man so viel durchgemacht hat wie du, passiert es einfach. Man ist durch den Kampf nach außen hin anders, weil man ja nicht immer zeigen will, wie verwundet und verwundbar man eigentlich ist. ich kann dir das gut nachvollziehen. Aber manchmal ist es auch wichtig die Schwäche einzugestehen. Und das ist oft viel schwerer, zumindest anfangs. Nur, man kommt nicht drumrum sich des eigenen Schicksals bewußt zu werden und es in sich zu spüren. Und dann ist man oft überrascht wieviel Kraft aus dem Innern wachsen kann. Wenn das eigene Kind krank wird und leidet, ist es besonders schlimm. Und wenn man wie du hilflos zusehen muß, ohne daß man wie bei einem kleinen Kind eingreifen und regeln kann, sondern den Willen des erwachsen geworden Kindes akzeptieren muß, selbst wenn es schlimme Folgen haben könnte, fühlt man sich ohnmächtig und ausgeliefert. Man bekommt leicht das Gefühl gegen Windmühlenflügel zu kämpfen. Vielleicht wäre es hilfreich für dich mal mit einem Therapeuten oder Seelsorger zu sprechen, dem du all deine Sorgen und Ängste einfach erzählen kannst. Ich nehm dich in Gedanken in den Arm und wünsche dir viel Kraft bei deinen schweren Aufgaben. Und vergiß nicht dich selbst! Du bist wichtig und wertvoll! Und wenn du "auftanken" konntest, wirst du dich selbst auch wieder mehr wahrnehmen. Zu dir und deinen inneren Schätzen vordringen, die dir ein neues und besseres Lebensgefühl erwachsen lassen. Ganz liebe und herzliche Grüße! Ursula |
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#17 |
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Gesperrt
Registriert seit: 19.08.2005
Ort: im Baumhaus
Beiträge: 624
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Danke Ursula, für Dein Mitgefühl. Ich habe alles überwiesen, damit sie in Ruhe weiter dort wohnen darf. Das war meine vorletzte Reserve. Die Betreuerin meinte, weil sie ausser der Kopie der Kündigung nicht von der Betreuten informiert wurde, sie wisse von sonst nix. Gegen die Küdigung hätte sie Widerspruch erhoben. Erst mal mein Anruf bei der Wohnungsgesellschaft machte den Bock fett. Am Mo. wäre die RK eingereicht worden. Die Betreuerin denkt jetzt auch über einen EV nach. Ich sagte, sie solle mit ihr die Konsequenzen durchsprechen. Ob sie es gemacht hat, weiß ich nicht. Ich gebe immer Anregungen, wenn mal wieder der Bock fett ist, aber vom Ausgang werde ich nie informiert. Ich komme mir vor wie ein hinterhältiger Informant, was womöglich mal gegen mich verwendet werden könnte
) Es läuft alles zweigleisig. Ich bekomme keine Rückmeldungen, was sie macht, obwohl ich ihr erst mal Informationen gebe über den derzeitigen Stand der Sache. Dabei bekomme ich alles immer nur über paar Ecken mit, nie von der Betreuten selber. Betreuerin meinte, ich solle die Miete nicht bezahlen, denn sonst würde ihr Antrag auf EV gefährdet. Ich bin letzten Endes auch unterhaltspflichtig. Natürlich habe ich zum Vermieter kein Vertragsverhältnis und zu anderen auch nicht, wenn was schief läuft. Das ganze war nur eine reine Schadensbegrenzung. Ich kann nervlich nix mehr aushalten derzeit, ja in SH-Gruppe bin ich im net, aber nicht im richtigen Leben, weil zu viel Arbeit, keine Zeit. Bin meist erst ab 19.30 Uhr zu Hause, liebe Grüsse von mary |
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