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Geld gestohlen im Pflegeheim !?

Dies ist ein Beitrag zum Thema Geld gestohlen im Pflegeheim !? im Unterforum Beiträge zu Rechtsfragen bis 2015 , Teil der Rechtsfragen im Rahmen des Betreuungsrechts
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Alt 27.09.2012, 15:40   #1
Forums-Geselle
 
Registriert seit: 22.03.2011
Beiträge: 63
Standard Geld gestohlen im Pflegeheim !?

Liebes Forum,

- wer hier öfters mitliest hat wohl die letzten dramatischen Ergeignisse bezüglich meiner Betreuten (ich sollte entscheiden, ob sie "noch" an Maschinen angeschlossen wird) mitbekommen. Denen kann ich hier kurz mitteilen, sie hat sich auf wundersame Weise gut erholt. Nach meinem Urlaub ist sie ins Pflegeheim zurück gekehrt und es geht ihr - den Umständen entsprechend - sehr gut!....Gott sei dank .....und dafür die ganze Aufregung...

Nun kurz zu meinem Problem. Ich bringe der ehrenamtlich Betreuten ihr Handgeld einmal monatlich ins Pflegeheim. Nun sind 70 Euro davon weg. Keiner weiß was. Das Geld kommt in ein Portemonnaie, das liegt in der Nachtschrankschublade- offen. Ob sich eventuell die (manchmal recht klamme) Tochter zwischenzeitlich bedient hat. Ob die Betreute der Tochter einfach Geld gegeben hat und das (anfängliche Demenz) nicht mehr weiß. Ob sich (übler Gedanke) das Pflege- und Renigungspersonal daran bedient hat? Für zwei Flaschen Wasser braucht man definitiv keine 70 Euro. Sie war ja nun lange drüben im Krankenhaus und gar nicht in ihrem Zimmer.

Jetzt meine Frage. Wie würdet Ihr hier vorgehen? Bzw was mache ich mit dem nächsten Geld?

Gruss
campina
campina ist offline  
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Alt 27.09.2012, 16:42   #2
Stammgastanwärter
 
Registriert seit: 28.02.2010
Ort: Bayern
Beiträge: 469
Standard

Hallo Campina,

ich habe es bei meinen Betreuten so gemacht, dass ich das TG nur im Heim per Quittung einzahle /respektive online darauf überweise. Dann bekomme ich jeden Monat eine Abrechnung über die Verwendung des Geldes.

Wenn meine Betreute Geld bei sich haben wollte, dann maximal 5-10 € in der Geldbörse, damit es nicht so weh tut, wenn man es verlegt oder es weg kommt.

Ich würde jetzt aus dieser Geschichte lernen und es zukünftig anders machen.

Vg
bt-nrw2010
bt-nrw2010 ist offline  
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Alt 27.09.2012, 20:05   #3
Forums-Azubi
 
Registriert seit: 31.07.2012
Beiträge: 38
Standard

Hallo Campina,
ich habe es mal erlebt, daß eine demente ältere Dame im Heim laufend Geld loswurde. Sie legte aber großen Wert darauf, wenigstens einen kleinen Betrag im Portemonnaie zu haben. Also gaben ihr die Angehörigen immer wieder kleinere Scheine.
Irgendwann waren sie dann doch genervt von dem ständigen Versickern der Kohle. Die alte Dame bekam einen gefälschten zehn-Euro-Schein vom Farbkopierer ausgehändigt, und der kam NICHT weg.
Ein Schelm, wer Böses dabei denkt...
Allerdings gehört es zum Krankheitsbild Demenz, daß geklaut wird. Es kann auch ein anderer Bewohner das Geld genommen haben.
Auch nicht auszuschließen: die Betreffende hat es selber versteckt, verräumt oder verschenkt.
Ein unverschlossener Nachttisch in einem Heim mit vielen Verwirrten und offenem Zutritt von Beschäftigten und Besuch ist halt kein sicherer Ort für Bargeld.
wurstbrot ist offline  
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Alt 28.09.2012, 11:28   #4
Angehörige mit Vorsorgevollmacht
 
Registriert seit: 12.11.2008
Beiträge: 327
Standard

Hallo Campina,

oh - das kenne ich von meinem Vater. Natürlich haben die Pfleger das Geld immer geklaut

Und wenn bei Deiner Betreuten auch noch eine Tochter ein - und ausgeht ...

Na da sind der Phanatsie ja keine Grenzen gestezt.

Also, ich würde ein Person mit beginnender Demenz nicht so viel Geld in die Geldbörse legen. Unabhängig davon an wen sie was schenkt, oder wer sich bedienen kann.

Gibt es nicht eine andere Möglichkeit? Bei meinem Vater habe ich mit dem Heim besprochen, das er sich jeden Tag bei Bedarf 5€ abhollen kann. Fußpflege, Friseur u.s.w. wurden natürlich extra vom TG gezahlt.

Wie hoch die tägl. oder wöchentliche Auszahlung ist hängt natürlich vom Vermögen der Betreuten ab. Und ob das Heim mitmacht.

Aber ein Versuch ist es doch wert, oder?

Ansonsten - bei dem nun fehlenden Geld wirst Du wohl nichts mehr machen können.

Liebe Grüße
Lisa
Lisa ist offline  
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Alt 28.09.2012, 13:21   #5
Forums-Geselle
 
Benutzerbild von inne-huhn
 
Registriert seit: 31.08.2009
Ort: Neustadt (in einem von vielen)
Beiträge: 199
Standard

Hallo,

habe auch einige Betreute in einer Einrichtung, die keine Taschengeldkonten führt. So gebe ich (zähneknirschend) jeden Monat zwischen € 60 und € 80 meinen Betreuten in die Hand, bzw. ins Portemonaie.

Im Rahmen von Verbraucherfreundlichkeit und zum Schutz der Betreuten sollte es hier ein abschließbares Fach (im Kleiderschrank) oder eine abschließbare Schublade geben.
(Dieses wurde bisher erst zum Teil umgesetzt.)

Einen Diebstahl habe ich bei der Polizei angezeigt, zwar wurde das Verfahren dann eingestellt, es ist aber das einzige Vorkommen dieser Art gewesen.

Gruß aus dem Norden
inne-huhn
inne-huhn ist offline  
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Alt 29.09.2012, 12:13   #6
Admin/Berufsbetreuer
 
Benutzerbild von Imre Holocher
 
Registriert seit: 16.03.2004
Ort: Betreuungsbüro Herrlichkeit 6 in 28857 Syke
Beiträge: 9,609
Standard

Hallo Campina

Es kommt natürlich auf den betreuten Mensch selber an, und wie es mit der Fähigkeit mit Geld umzugehen aussieht. (... und natürlich auch darauf, ob genug Geld da ist.)

Viele verschiedene Möglichkeiten der Geldversorgung /-Bestückung wurden ja schon geschildert. Die von Wurstbrot fand ich schon originell, aber auch gut, weil Diebe, die noch wissen was sie klauen, gründlich ausgebremst werden.

Grundsätzlich ist es aber schon so, dass Betreute gerne Geld im Portemonnaie haben wollen, weil es ein beruhigendes Gefühl ist, nicht arm zu sein. Sie wollen es nicht unbedingt ausgeben, sondern nur einen Notgroschen für den Bedarfsfall haben. Das reicht schon.
Das sollen sie auch haben dürfen, solange
a) Geld da ist und
b) es nicht aufgrund einer Demenz und/oder gieriger Dritter dauernd verschwindet. (Hier ist der Tipp von Wurstbrot richtig gut)

Für den Betreuer muss es eigentlich egal sein, wofür der oder die Betreute sein/ihr Geld verwendet.
Ich konnte als Kind mit meinem Taschengeld auch tun und lassen, was ich wollte, es mußte aber immer für die Sachen ausreichen, die auch unbedingt angeschafft werden mußten (z.B. Tintenpatronen, Hefte).

MfG

Imre
__________________
Fehler sind dazu da, um sie zu machen
und daraus zu lernen.
Fehler sind nicht dazu da, sie dauernd zu wiederholen.
Imre Holocher ist offline  
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Alt 29.09.2012, 12:52   #7
Forums-Geselle
 
Registriert seit: 12.09.2010
Beiträge: 105
Standard

Zitat:
Zitat von wurstbrot Beitrag anzeigen
Ein unverschlossener Nachttisch in einem Heim mit vielen Verwirrten und offenem Zutritt von Beschäftigten und Besuch ist halt kein sicherer Ort für Bargeld.
wäre es da nicht sinnvoll, wenn solche Heime ihre eigene Währung hätten? Marken ja vielleicht nicht, das erinnert die alten Leute zu sehr an schlechte Zeiten.... aber irgendwas anderes, mit dem sie bezahlen können (in der Einrichtung) und mit dem Außenstehende nichts anfangen können.

Ich finds nicht so toll, dass das Geklaue einfach mehr oder weniger hingenommen wird... weils halt zum Krankheitsbild gehört (dann wohl auch zum Krankheitsbild des Umfeldes, das auch mal zulangt).
Naschkatze ist offline  
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Alt 29.09.2012, 14:46   #8
Forums-Azubi
 
Registriert seit: 31.07.2012
Beiträge: 38
Standard

Die Idee mit der eigenen Hauswährung ist sicher prinzipiell gut, Naschkatze. Aber es macht zusätzliche Arbeit... Und die meisten Bewohner in Heimen sind nun mal mental schon mehr oder weniger beeinträchtigt. Die würden es auch mit den Heim-Talern nicht mehr so ganz hinkriegen, bzw. den Überblick total verlieren, wieviel Geld ist das jetzt überhaupt und wie viel ist es wert.
Die wenigen geistig noch fitten Leute kämen sich möglicherweise degradiert vor, mit Spielgeld und Gutscheinen hantieren zu müssen.
Und: jede Art von Zahlungsmittel kann geklaut werden, auch eine weniger gut konvertierbare :-)

In einem Krankenhaus käme auch niemand auf die Idee, das Portemonnaie im unverschlossenen Nachttisch aufzubewahren.
War das bei der Bundeswehr... irgendwo gabs den Grundsatz, daß nachlässig aufbewahrte Wertsachen sogar als quasi Anstiftung / Verführung zum Klauen gewertet wurden.

Daß man die an Demenz erkrankten Menschen in ihrem veränderten Wesen akzeptiert, wo es irgend geht, finde ich sehr zu begrüßen! Sie stehlen ja nicht aus böser Absicht.
Eine Zurechtweisung würde gar nicht verstanden werden, aber sehr kränken.
Es ist für Außenstehende befremdlich, wenn sich die Heimbewohner so frei bewegen, daß sie z.B. aus fremden Gläsern trinken, in fremde Zimmer gehen und von dort auch Dinge mitnehmen. Meist zirkuliert das "Diebesgut" dann irgendwann wieder zurück und gut.
Das hat nichts mit Lotterleben zu tun, sondern mit dem möglichst streßfreien Umgang mit einer fiesen Krankheit. Verbote und Vorhaltungen würden sowieso nichts ändern, also lebt man damit, so gut wie es eben geht.
Die Lösung dafür ist noch nicht gefunden, in Ansätzen heißt sie: abschließbare Schrankfächer (s. einer der vorigen Beiträge), Namensschilder an Brillen, Kleidung, etc., Toleranz, Geduld und einfach nix Wertvolles rumliegen lassen.

P.S.: ich habe mir sagen lassen, daß die modernen Farbkopierer mittlerweile Geldscheine erkennen und nicht kopieren, stattdessen wird nur ein dunkler Streifen ausgedruckt...

Geändert von wurstbrot (29.09.2012 um 14:52 Uhr)
wurstbrot ist offline  
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Alt 29.09.2012, 16:05   #9
Forums-Geselle
 
Registriert seit: 12.09.2010
Beiträge: 105
Standard

Ja, die ideale Lösung gibt es da wohl nicht.

Mich würde interessieren, ob die dementen Leute noch zählen können und Beträge begreifen? Oder lassen sie das beim Bezahlen den Verkäufer machen, wie man es manchmal im supermarkt sieht?

danke für deine Beschreibungen - ich hatte bisher noch nicht mit dementen Menschen zu tun und denke dabei auch erstmal nur an Gedächtnislücken bis -Verlust, aber nicht daran, was das im Alltag genau bedeutet.

Da kann man ja im Grunde überall und immer betrogen werden.... (wenn man noch in freier Wildbahn lebt) grauenvolle Vorstellung.
Ich hoffe, dass sich bis zu meiner Vergreisung das Problem Demenzerkrankungen gelöst hat.
Ich las vor einiger Zeit, dass sich der Verdacht verdichtet, bei Morbus Alzheimer handelt es sich um eine Diabetes-Form, Insulinresistenz im Gehirn. Gut, dass ich meine Ernährung schon in jungen Jahren auf low-carb umgestellt hab, wenn auch eher deshalb, weil ich zu den nicht kohlenhydratadaptierten Pechvögeln zu gehören scheine, die Zucker schon beim Anschauen auf den Hüften haben

interessant finde ich übrigens, dass eine Zurechtweisung nicht verstanden wird, Kränkung aber sehr wohl.
Die Angst vor Diebstahl erkläre ich mir so, dass das eine instinktive Angst vor Verlust ist. Die Menschen spüren sicher irgendwie, dass sie nicht mehr so begreifen wie früher und dadurch auch verletzbar werden.
Man hört ja oft, dass sie sehr unleidlich bis hin zu aggressiv werden... vielleicht ein Selbstschutzmechanismus?
Naschkatze ist offline  
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