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Betreuervergütung 2026

Dies ist ein Beitrag zum Thema Betreuervergütung 2026 im Unterforum Betreuervergütung - Aufwendungsersatz - Mittellosigkeit , Teil der Rechtsfragen im Rahmen des Betreuungsrechts
Zitat: Zitat von HorstD Wie ich schon sagte, evtl sind die Grundannahmen (hier die Mengenverhältnisse laut Evaluation) bereits unrichtig. Bislang ...


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Alt 17.09.2024, 12:02   #21
agw
Admin/ Berufsbetreuer
 
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Beiträge: 4,973
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Zitat:
Zitat von HorstD Beitrag anzeigen
Wie ich schon sagte, evtl sind die Grundannahmen (hier die Mengenverhältnisse laut Evaluation) bereits unrichtig. Bislang melden sich -verständlicherweise - diejenigen, die weniger bekämen. Aber wenn die Annahmen stimmen, müsste es viel mehr Berufsbetreuer geben, die deutlich mehr bekämen. Bei dieser Feststellung gehts noch gar nicht darum, ob Fehlanreize durch das beabsichtigte System entstehen. Die Mengenzahlen stammen - angeblich - aus der großen Befragung aller Berufsbetreuer; was ist da falsch gelaufen?

Moin Horst,
eine der geänderten Mengenverhältnisse könnte der Veränderung durch die besondere Wohnform von Heim in andere Wohnform geschuldet sein. Bei mir betraf das z.B. 30 % meiner Fälle.
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agw ist offline  
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Alt 17.09.2024, 15:08   #22
Moderator
 
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Registriert seit: 24.03.2005
Ort: Duisburg, Ruhrgebiet, NRW
Beiträge: 7,431
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Hallo Andreas, das hatte ich auch schon vermutet. Aber die Umfrage lief im Zeitraum Dezember 2023-Januar 2024. Die BGH-Entscheidung vom Juni 2022, die zu den vielen Änderungsanträgen bei der Vergütung geführt hat, war Ende 2023 doch wohl weitgehend schon rum. Das kann wohl nicht der entscheidende Grund sein.

Und es haben sich fast 10.000 Berufsbetreuer daran beteiligt. Die Zahlen sollten also eigentlich repräsentativ sein.

Was mir noch aufgefallen ist: das BMJ spricht im Entwurf von Mehrausgaben von 113 Mio € (ca. 12,7 %). Nicht ganz klar ist aber, ob das ein Mehr ggü der 2023er Regelung ist oder ob da schon die 100 Mio Mehrkosten durch das Inflationsgesetz eingerechnet sind. Wenn man das nämlich rauslässt, blieben ja nur 13 Mio übrig (also wenig mehr als 1 %).
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Mit vielen Grüßen
Horst Deinert

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Alt 17.09.2024, 15:26   #23
Ich bin neu hier
 
Registriert seit: 13.08.2023
Ort: RLP
Beiträge: 3
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Ich denke (eher hoffe), dass dieser Vorschlag nicht durchgehen wird.

Ich habe im Kreis der Kolleginnen und Kollegen niemanden, bei dem die angenommene Verteilung zwischen Heim- und Nichtheimbewohnern zutreffend wäre.

Ich hoffe die Berufsverbände sorgen in der Expertenanhörung entsprechend dafür, dass die Differenzierung aufrechterhalten bleibt. Es mag mehr Ausgaben geben, aber es kann nicht sein, dass vielen weniger bleibt als vorher, weil sie nicht die passende Betreutenkartei haben. Planbar weniger Einkommen...

Ich habe eine Kollegin, die hat bei mehr als 30 Betreuungen keinen Heimbewohner, die macht dann Minus und überlegt jetzt schon aufzuhören.

Das hat jemand am Computer gerechnet, ohne die tatsächlichen Verhältnisse zu kennen.

Ich hoffe wirklich, dass die Experten da die Lebenswirklichkeit reinbringen können und es sich dann im Regierungsentwurf noch ändert.

Ich werde auf jeden Fall eine Nachricht an das Bundesministerium der Justiz schreiben.

VG
de_be ist offline  
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Alt 17.09.2024, 16:42   #24
Moderator
 
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Registriert seit: 24.03.2005
Ort: Duisburg, Ruhrgebiet, NRW
Beiträge: 7,431
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Hallo de_be: vorab: bitte im Profil dein Bundesland ergänzen (dafür das Feld „Ort“) verwenden.

Und ja, das ist die Frage (oder jedenfalls eine): ist diese Fallverteilung fehlerhaft recherchiert? Dabei gehts ja darum, was im Durchschnitt zu passieren droht. Dass bei jeder Änderung die Vor- und Nachteile nicht jeden identisch treffen, kann man nie (ganz) vermeiden. Aber nach der BMJ-Berechnung dürfte grundsätzlich unterm Strich eben nicht weniger herauskommen. Wenn schon diese Grundannahme nicht stimmen sollte….

Und zur Differenzierung: in der Sachverständigenanhörung vom Februar, bei der ich auch dabei war, haben sich alle gegen unterschiedliche Tabellenwerte für vermögend/mittellos ausgesprochen (und für den Wegfall der Tabelle A). Der Unterschied Heim/Nichtheim sollte nicht unbedingt wegfallen, aber die Abgrenzung praktikabler werden. Kann man in dem Evaluationspapier nachlesen (ab Seite 37). Der Entwurf macht es genau anders herum.
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Horst Deinert

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Alt 17.09.2024, 16:43   #25
Berufsbetreuerin
 
Registriert seit: 29.03.2010
Beiträge: 1,577
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Wir haben ja bis 2022 stets Mitteilungen an die Betreuungsstelle schicken müssen, in denen aufgegliedert war, wie viele Betreuungen wir im Vorjahr jeweils im Heim und außerhalb von Heimen geführt haben. Die habe ich mir heute angesehen.

Dabei habe ich festgestellt: Bis 2014 hatte ich mehr Betreute in Heimen. Ab 2015 stieg der Anteil der Betreuten zu Hause rasch an, 2017 betrug er bereits ein Drittel. 2019 lebte nur noch ein Drittel im Heim, 2024, bevor ich meine Fälle um die Hälfte reduziert habe, nur noch 16,13 %. Die absolute Anzahl an Fällen blieb über 12 Jahre ziemlich konstant.
Garfield ist offline  
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Alt 17.09.2024, 17:00   #26
Forums-Geselle
 
Registriert seit: 06.02.2009
Ort: Thüringen
Beiträge: 276
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Es ist natürlich klar, dass sich hier bevorzugt jene Betreuer melden, die die Umsetzung des Referentenentwurfes wirtschaftlich benachteiligen würde. Ich geselle mich dazu. Als qualifizierter Berufsbetreuer mit akademischem Abschluss, eigenem Büro, 15 Jahren Berufserfahrung usw. werde ich bevorzugt für eher jüngere, mobile Betreute mit eigenem Wohnraum angefragt. Entsprechend gleicht der Klientenstamm einerseits phasenweise einem Sack Flöhe, andererseits sehe ich meine "Berufung" als Betreuer vornehmlich in der Rehabilitation, und weniger in der "Verwaltung" von stationär wohnenden Klienten.
Und entsprechend befindet sich unter den von mir betreuten 50 Menschen genau einer im Heim und einer in einer "besonderen Wohnform".

Finanziell komme ich derzeit über die Runden, ans Rentenalter denke ich lediglich im Zusammenhang mit dem Umstand, dass ich auch dann noch werde weiterarbeiten müssen, da es bereits mit der derzeitigen Einkommenssituation einfach nicht möglich ist, ausreichend Rücklagen für eine auskömmliche Altersvorsorge zu bilden.

Insofern gibt mir der Referentenentwurf sehr zu denken und trübt meine Stimmung. Und lässt mich vermehrt über berufliche Alternativen nachdenken.

Geändert von volki (17.09.2024 um 17:59 Uhr)
volki ist offline  
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Alt 18.09.2024, 11:12   #27
KKS
Forums-Geselle
 
Registriert seit: 18.09.2023
Ort: Hessen
Beiträge: 124
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Zum Zeitpunkt des Treffens der Justizminister im Sommer in Hannover - um diesen Entwurf zu besprechen - sah der Entwurf eher positiv aus. So die Aussage einzelner Personen die bereits Einblick hatten.

Was soll denn das jetzt sein, bei bestehendem Nachwuchsproblem, einer Betreuungsrechtsreform die auf Sand gebaut ist und Berufskollegen, die keine angemessene Altersvorsorge aufbauen können.

Bei der letzten Erhöhung der Vergütung wurden die einzelnen Stufen unterschiedlich stark angehoben. Die Stufe der Menschen die länger als zwei Jahre betreut werden wurde prozentual am niedrigsten angehoben. Genau dort hätte es überdurchschnittlich angehoben werden müssen. Der Schnitt wurde insgesamt runtergezogen. Augenwischerei war das. Soll das jetzt wiederholt werden?
KKS ist offline  
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Alt 18.09.2024, 11:33   #28
Gehört zum Inventar
 
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Ort: Balkonien
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Zitat:
Zitat von HorstD Beitrag anzeigen
Was mir noch aufgefallen ist: das BMJ spricht im Entwurf von Mehrausgaben von 113 Mio € (ca. 12,7 %). Nicht ganz klar ist aber, ob das ein Mehr ggü der 2023er Regelung ist oder ob da schon die 100 Mio Mehrkosten durch das Inflationsgesetz eingerechnet sind. Wenn man das nämlich rauslässt, blieben ja nur 13 Mio übrig (also wenig mehr als 1 %).
Ich gehe davon aus, dass das mehr gegenüber der derzeitigen Regelung ab 2026 gemeint ist, also = Gesetzesstand bis 2023
Mächschen ist offline  
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Alt 18.09.2024, 12:15   #29
Routinier
 
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Beiträge: 1,173
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Zitat:
Zitat von KKS Beitrag anzeigen
Augenwischerei war das. Soll das jetzt wiederholt werden?

Schlicht: JA!


Also ich hatte mal eine toxische Beziehung, da war ich blind .... aber ich stelle mir die ernsthafte Frage, wie blind sind jetzt eigentlich die Berufsbetreuer wirklich, als dass man nicht erkennen kann: wir sind ein ungeliebtes Kind, wir sind nicht erwünscht, wir gehören weg. Und genau das ist das Ziel bei den ganzen leidigen "Reformen". Wir werden wegreformiert, stellt euch drauf ein.


Der Inflationsausgleich war doch ebenso wie die vorherige "Anhebung" der Vergütung schlichtweg ein Hohn!


Ich hatte ja Mathe LK, aber ich denke da reicht auch weniger Mathe, um zu erkennen, dass es bei den wilden Umrechnungen eher darum geht den stinkenden Fisch schmackhaft zu machen. Oder eigentlich noch schlimmer "wie schaffen wir es Rechtliche Betreuung los zu werden, ohne zu sagen, dass wir sie loswerden wollen?"


Eigentlich ist es langsam offensichtlich: die selbständigen Betreuer, Betreuungsvereine werden Geschichte sein. Behördenbetreuungen für die paar Extremfälle und fertig ist die Laube. Warum? Ist wie mit ALG I und ALG II, irgendwie zahlt ja alles die Allgemeinheit, aber doch verschiebt man sich gerne die Zuständigkeiten, hält das eigene Budget rein. Verschiebt nun das Justizministerium die Ausgaben für Betreuungen an die Kommunen. PERFEKT, bleibt mehr Geld für die Justiz ....



Denkt doch bitte mal nach und werdet wach! Um nichts anderes geht es hier. Wäre der Wunsch nach vernünftigen Berufsbetreuern und zukünftiger Nachwuchs tatsächlich gegeben, würde ohne mit der Wimper zu zucken der Anreiz über den Verdienst ganz anders ausgefallen. Schon lange vor der letzten Reform, achwas "Reform". Schließlich haben wir ja Fachkräftemangel! Handwerksbetriebe betteln förmlich um Auszubildene und locken mit kostenlosen Handy, Firmenwagen (ja tatsächlich), um an Nachwuchs zu kommen.

(OK, sollten die Betreuungsbehörden Pager an die Betreuer verteilen ..... ich wäre da jetzt vorsichtig .... )


Wenn jetzt wieder eine "Erhöhung" mit wilden % Rechnereien daher kommt, geht es doch letztendlich wirklich nur darum, zu verschleiern, dass es gar nichts "mehr" gibt oder noch besser am Ende noch ein bissle gespart wird und keiner merkt es, bzw. was wollen die armen Tröpfe den machen und schlucken den Drops.


Und wenn jetzt hier von "Mehrausgaben" von 110 Mio gesprochen wird, bitteschön das sind kleine Krümmel von Peanuts, nichtmal Peanuts. Einfach Lächerlich. Ein Mensch in NRW hat den Jackpot zu 120 Mio geknackt, liegt er schon drüber ... als Einzelperson. Leute nochmals 110 Mio, das ist einfach lächerlich. Da werden solche Summen in einzelnen Bauprojekten versenkt, mehrfach, zigfach ....
10 Mrd für Intel .... das sind 10.000 Mio. für die Schaffung von 3000-4000 Arbeitsplätzen! 2,5 Mio pro Arbeitsplatz. Würde man den Leuten 60.000 € pro Jahr einfach so auszahlen, könnte man das 42 Jahre lang machen. Einfach Zuhause lassen die Leute. Nochmals 10 Mrd. für 4000 Arbeitspläte. 110 Mio für ca. 17.000 Berufsbetreuer .... da könnte man dann den Berufsbetreuern 154 € mehr pro Jahr zukommen lassen, 42 Jahre lang .... 0,2 % von dem was die "arbeitslosen" Nicht-Intelmitarbeiter bekommen ....



Also wer glaubt jetzt wirklich noch, es geht um eine Verbesserung der Situation der Rechtlichen Betreuer, der Rechtlichen Betreuung? Um eine angemessene Vergütung?


Bereits die 7,50 € waren schon eine Demütigung, ein Schlag ins Gesicht.



Wir sind unerwünscht ....
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Auslaufmodell Rechtliche Betreuung!
ufzeer ist offline  
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Alt 18.09.2024, 12:32   #30
Berufsbetreuer
 
Registriert seit: 30.07.2007
Ort: Baden-Württemberg
Beiträge: 2,810
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Hallo,

ich denke nicht, dass wir Berufsbetreuer unerwünscht sind (im Gegenteil) oder dass Behördenbetreuungen das politische Ziel sind. Dazu bedürfte es vielen Neueinstellungen, was unterm Strich Vater Staat wohl sehr viel teurer käme - und für die Betreuten m.E. auch schlechtere bzw. reduziertere Unterstützung mit sich bringen würde.

Nein, es wird hier einfach versucht zu sparen während man in anderen Politikfeldern anscheinend unbegrenzt Mittel zur Verfügung hat. Ein Armutszeugnis.

mfg
__________________
Optimismus ist nur ein Mangel an Information
(Heiner Müller)
carlos ist offline  
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