Dies ist ein Beitrag zum Thema Unzufrieden mit Betreuerin im Unterforum Betreuung: Bestellung - Abgabe - Wechsel - Ende , Teil der Rechtsfragen im Rahmen des Betreuungsrechts
Hallo,
ich habe mich hier angemeldet, weil ich hoffe, verschiedene Meinungen zum Thema gesetzliche Betreuer und deren Aufgabengebiete zu erhalten.
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#1 |
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Ich bin neu hier
Registriert seit: 10.07.2020
Beiträge: 3
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Hallo,
ich habe mich hier angemeldet, weil ich hoffe, verschiedene Meinungen zum Thema gesetzliche Betreuer und deren Aufgabengebiete zu erhalten. Wir befinden uns im Moment in folgender Situation: Meine Oma hat seit ca. 1,5 Jahren eine vom Gericht eingesetzte gesetzliche Betreuerin. Sie war zu diesem Zeitpunkt 94 Jahre alt und ist nun letzte Woche verstorben. Zu Beginn der Betreuung wohnte meine Oma noch allein in ihrer Mietwohnung, da sie sich strikt weigerte, in ein Heim zu ziehen. Im Dezember letzten Jahres hatte die Betreuerin dann gerichtlich erwirkt, dass sie in eine Psychiatrische Einrichtung kam und von hier aus sofort in ein Heim verlegt wurde. Alles gegen den Willen meiner Oma, aber es war absolut notwendig und auch in unserem Sinne. Der Kontakt zur Betreuerin gestaltete sich von Anfang an schwierig. Man bekam sie sehr schlecht ans Telefon und Bitten um Rückrufe wurden häufig ignoriert. Als meine Oma wegen eines Dekubitus, der operativ behandelt werden musste, ins Krankenhaus kam, wurden wir weder darüber informiert, noch wurde uns gesagt, in welchem Krankenhaus sie sich befand, da das Heim uns keine Auskunft geben durfte und die Betreuerin mal wieder nicht erreichbar war. Nach einer Beschwerde unsererseits bei dem Betreuungsverein, bei dem die Betreuerin angestellt ist, besserte sich dies wohl, d.h. wir wurden über sowas sofort benachrichtigt und bekamen auch Auskunft vom Arzt (bzgl. Reanimation ja/nein?), haben uns aber trotzdem über diese Situation sehr geärgert. Jetzt wo meine Oma verstorben ist, haben wir ungeöffnete Briefe in ihrem Briefkasten gefunden (ihre Mietwohnung war nach fast 8 Monaten im Heim noch nicht gekündigt), die ältesten Briefe waren datiert von Ende März, darunter auch vier noch zu bezahlende Rechnungen und eine Zahlungserinnerung zu einer dieser Rechnungen. Darüber haben wir uns echt aufgeregt, denn die Betreuerin wusste, dass nur sie einen Schlüssel zur Wohnung meiner Oma hatte und auch jetzt hat. Es ist daher für uns immer noch schwierig, in die Wohnung meiner Oma zu kommen, denn wir müssen jedesmal um den Erhalt des Schlüssels betteln, da noch nicht hundertprozentig feststeht, wer Erbe ist und sie den Schlüssel nur ungern raus gibt. Allerdings lagen die vom Bestatter benötigten Papiere in Omas Wohnung, so dass wir hier rein mussten, um sie zu suchen. Das hat sie dann erlaubt, allerdings mussten wir den Schlüssel wieder bei ihr abgeben. Uns ist zwar klar, dass meine Oma nicht die einzige ihrer zu betreuenden Klienten war, aber wir hätten uns das Alles doch anders vorgestellt. Hätte sie sich nicht um die Kündigung der Wohnung schon längst kümmern müssen (Genehmigung dazu vom Gericht einholen) oder ist das normal, dass das so lange dauert? Es war von Anfang an klar, dass sie, nachdem sie einmal aus ihrer Wohnung raus war, nicht mehr zurück kommt. Ist ja auch eine Frage der anfallenden Kosten. Oder regelmäßig die Post zu kontrollieren, die ja immer noch zu Omas alter Adresse geschickt wurde? Haben wir einfach falsche Vorstellungen bzgl. der Aufgabenfelder einer Betreuerin oder hatten wir einfach nur Pech mit unserer? Wie sind da eure Erfahrungen? |
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#2 | |||
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Gesperrt
Registriert seit: 22.08.2005
Ort: Darmstadt
Beiträge: 14,097
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Scheinbar habt ihr wirklich bißchen Pech gehabt mit der Betreuerin.
Gut das mit den Rechnungen von Ende März kann passieren, das war der Beginn der Corona Zeit in der kaum einer in fremde Wohnungen ging ud jeder sich doch sehr bedeckt gehalten hatte. Um welche Rechnungen handelt es sich dabei? Üblicherweise leiten Betreuer die wichtige Post auf sich um damit so etwas nicht passieren kann. War das irgendetwas wo die Anschrift und Zuständigkeit der Betreuerin gar nicht bekannt war? Zitat:
Zitat:
Zitat:
aushändigen. Ich sage es wirklich nicht gerne, du schreibst ungefähr ab Januar/Februar kam die Oma ins Heim und ab dem 15 März hat die Corona Krise begonnen bei der anfänglich alle, auch wir als Betreuer, regelrecht gelähmt waren wegen der Verbote, Einschränkungen und Unsicherheiten. Mag sein dass das als Angehöriger schon vergessen ist aber es war wirklich für alle eine sehr schwere Zeit mit extrem schwierigen und vor allem unklaren Verhältnissen. |
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#3 |
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Ich bin neu hier
Registriert seit: 10.07.2020
Beiträge: 3
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Danke für deine Antwort.
Es ist gut, auch mal die andere Seite zu hören. Das es Beeinträchtigungen wegen Corona gab und immer noch gibt, ist uns schon bewusst, aber dass der Briefkasten, der von draußen geöffnet werden kann, über 3 Monate nicht mehr von ihr kontrolliert wurde, finden wir doch schon ärgerlich. Allerdings haben wir nicht gewusst, dass sich die Betreuer die Post in der Regel zu sich umleiten lassen. Da ist dann vielleicht ja einfach was schief gelaufen. Es handelte sich bei den Rechnungen um Rechnungen für die Fahrten im Krankenwagen in die Krankenhäuser, in denen sie die letzten Monate mehrmals gebracht wurde. Mit der Betreuerin persönlich zu sprechen gestaltet sich wiederum sehr schwer, weil sie irgendwie nie zu erreichen ist. Auch den Schlüssel haben wir von einem ihrer Kollegen bekommen und bei einem ihrer anderen Kollegen wieder abgegeben. Mal sehen, vielleicht gelingt uns das ja noch in den nächsten Tagen. Aber gut, mal deine Sicht zu lesen. An viele Dinge denkt man selber einfach nicht, die aber in manchen Dingen Einfluss genommen haben könnten. LG Leila777 |
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#4 |
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Routinier
Registriert seit: 29.10.2018
Beiträge: 1,508
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War die Oma denn überhaupt krankenversichert? Solche Rechnungen sollten eigentlich gar nicht anfallen. Oder hat es sich das Heim hier einfach gemacht und ohne medizinische Indikation jedes Mal den Krankenwagen bestellt, weil dann müsste man dem Heim mal auf die Finger klopfen. Naja, dadurch dass die Betreuerin hier nichts gemacht hat bleibt die Arbeit jetzt (leider) an euch hängen.
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#5 | ||
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Gesperrt
Registriert seit: 22.08.2005
Ort: Darmstadt
Beiträge: 14,097
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Zitat:
Die jeweiligen Krankentransporte wissen nichts von evtl. bestehenden Betreuungen und schicken die Rechnungen dann an den Betroffenen. Postumleitung ist vielleicht nicht das richtige Wort, jeder Betreuer (fast jeder) meldet sich bei den jeweils wichtigen Stellen so dass eingenhende Post danach schier automatisch beim Betreuer landet. Das hat den Vorteil, dass die private Post weiterhin beim Betreuten ankommt. Bei einem Nachsendeantrag würde genau das nicht gehen. Pichilemus Anmerkung trifft es auch. Wenn ohne "Grund" einfach ein Krankenwagen bestellt wird, wenn also keine ärztliche Verordnung für diese Fahrt vorliegt dann muss selbst gezahlt werden. Ein solch unprffesionelles (aber bequemes) Vorgehen bei einem Heim würde ich im Grunde nicht füpr möglich halten, aber scheint es auch noch zu geben. Unabhängig von Corona hätte das Betreuerin aber eigentlich auch auffallen müssen, allzuviel Erfahrung schien sie wirklich nicht zu haben. Zitat:
Andererseits sollte die Arbeit und auch die Erreichbarkeit gewährlesitet sein, unabhängig von der jeweiligen Stundenzahl des einzelnen Mitarbeiters. Tut mir leid dass es für euch leider etwas suboptimal gelaufen ist. Einige Dinge die du monierst sind vom Gesetz her so gewollt wie z.B. die Nicht-Schlüsselherausgabe, andere hätten evtl. etwas besser laufen bzw. organisiert werden können. |
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#6 | |
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Routinier
Registriert seit: 17.07.2015
Ort: RLP
Beiträge: 1,072
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Zitat:
Unabhängig von nicht bezahlten Rechnungen etc, was es natürlich nicht geben sollte, erlebe ich es gehäuft in letzter Zeit, - bitte nicht persönlich nehmen - , dass Angehörige, die vorher oder überhaupt leider keine Zeit hatten, sich zu kümmern, irrtümlicherweise glauben, der berufliche Betreuer (der dann bestellt werden muss, wenn sich niemand der Angehörigen dazu bereit erklärt) sei quasi ihr "Zuarbeiter" und "Informant" und der sie "ständig auf dem Laufenden Haltende". Nein, das sind wir nicht. Es war auch nicht "eure" Betreuerin, sondern die der Großmutter. Besonders irritiert bin ich dann, wenn als Begründung für ausgedehnten Auskunfts- und Mitbestimmungsanspruch von Angehörigen dann das Argiment kommt: Aber wir sind doch die Erben. |
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#7 |
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Ich bin neu hier
Registriert seit: 10.07.2020
Beiträge: 3
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Hallo,
Danke für eure Antworten. Die Rechnungen hatten ihre Berechtigung, die habe ich bereits bezahlt. Vielleicht war dem Unternehmen, welches diese Fahrten durchgeführt hat, wirklich nur nicht die neue Adresse bekannt. Was die Betreuung meiner Oma vor der gesetzlichen Betreuung betrifft, war es folgendermaßen. Mein Cousin hat sich um meine Oma gekümmert, seit mein Opa verstorben ist und ich habe mich um meine kranke Mutter gekümmert, nachdem mein Vater verstorben ist. Dabei hat er alles übernommen, ging für sie einkaufen, hat den Papierkram erledigt, hat mit ihr Arztbesuche wahrgenommen etc. Wir hatten eher wenig Kontakt zu ihr. Dann gab es offensichtlich Streit und von heute auf morgen hat er meine Oma sitzen gelassen, ohne sich darum zu kümmern, dass sie anderweitig versorgt wird. Wir haben dann versucht, uns zu kümmern, aber da ich selber krank bin und wir auch noch nach meiner Mutter schauen müssen, haben wir schnell bemerkt, dass wir vollkommen überfordert waren. Ob ich nun Erbin bin oder nicht ist mir ziemlich egal. Ich hatte halt nie einen guten Kontakt zu meiner Oma, aber soviel Verantwortungsgefühl, dass es mir schon wichtig war, wenigsten informiert zu werden, wenn meine Oma wegen etwas Schwerwiegendem ins Krankenhaus kommt. |
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#8 |
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Routinier
Registriert seit: 17.07.2015
Ort: RLP
Beiträge: 1,072
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Der offensichtlich nicht gute Kontakt zur Großmutter kommt erschwerend hinzu. Es ist nicht nur so, dass der Betreuer zur Erfüllung der genannten Wünsche nicht verpflichtet ist und dafür wenig Zeit hat. Hinzu kommt natürlich der Datenschutz. Er ist gar nicht befugt, sensible Informationen an Dritte zu geben. Wenn dann die Betreute evtl selbst noch die Information an gibt, dass kein oder kein guter Kontakt zu ihren Angehörigen besteht, wird er noch vorsichtiger agieren.
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