Dies ist ein Beitrag zum Thema Zwangsbehandlung wegen schlechter Zähne??? im Unterforum Betreuungsrechtliche Genehmigungen , Teil der Rechtsfragen im Rahmen des Betreuungsrechts
Meine Betreute hat Schizophrenie. Ich bin seit einigen Monaten aufgrund Betreuerwechsels zuständig. Seit Jahren verlässt sie das Haus nicht aus ...
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#1 |
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Forums-Azubi
Registriert seit: 28.09.2023
Ort: Thüringen
Beiträge: 38
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Meine Betreute hat Schizophrenie. Ich bin seit einigen Monaten aufgrund Betreuerwechsels zuständig. Seit Jahren verlässt sie das Haus nicht aus Angst. So hat sie jahrelang auch keinen Allgemeinmediziner persönlich gesehen. Ihre Zähne sind in einem schlimmen Zustand. Nachdem sie vor einigen Monaten eine stark geschwollene Wange hatte, bin ich mit ihr und einer Fachkraft des Pflegedienstes das erste Mal seit langer Zeit zum Zahnarzt gegangen. Das war schon sehr belastend für die Betreute. Aber durch die akuten Schmerzen war sie wohl leichter zu motivieren. Da ich die Betreute noch nicht kannte, hatte ich hier wahrscheinlich wenig Berührungsangst.
Die Schwester, die ursprünglich ihr Betreuerin war, aber auch die Betreuungsbehörde, die auch schon zuständig für die Gesundheitsvorsorge in der Vergangenheit war, haben sich gewundert, dass sie überhaupt das Haus verlassen hat. Der Zahnchirurg mit ambulanter Praxis meinte, die Zähne müssten raus und dafür wäre eine Krankenhausbehandlung notwendig. Ein Grund dafür wäre auch, dass die Betreute in der Praxis nicht geröntgt werden konnte, da es unmöglich ist sie zur Ruhe zu bringen. Daher wäre wahrscheinlich auch eine Narkose notwendig und es müssten einige wenn nicht sogar alle Zähne gezogen werden. Auch muss die Betreute danach eine Weile zur Beobachtung im Krankenhaus bleiben. Die Betreute ist wie gesagt sehr ängstlich und nicht bereit einen Krankenhausaufenthalt freiwillig über sich ergehen zu lassen. Die Schwellung der Wange ist wieder zurück gegangen. Das Problem ist also zumindest für die Betreute nicht mehr akut. Was kann ich jetzt unternehmen? Eigentlich sind die abgestorbenen Zähne und der Zustand ihres Gebisses ein Problem, das andauert. Andererseits lebt die Betreute schon seit Jahren mit diesem Zustand. Ab wann muss ich tätig werden und welche Schritte sollte ich unternehmen? |
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#2 |
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Gehört zum Inventar
Registriert seit: 25.06.2021
Ort: Balkonien
Beiträge: 2,664
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Wie kommt man bei dem Sachverhalt auf die Idee einer Zwangsbehandlung?
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#3 |
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Berufsbetreuer
Registriert seit: 21.02.2008
Ort: Hessen
Beiträge: 1,428
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Vielleicht weil jusa23 Ihre Betreute leidtut und sie für sie etwas Gutes erreichen möchte. Genehmigungsfähig wäre die Zwangsbehandlung nach 1832 BGB sicherlich nicht, wenn der Zahnstatus sich nicht direkt lebensbedrohlich auswirkt. Auch nicht angebracht. Man muss ja ohne Zähne nicht gleich verhungern. Dass man bei dieser Sachlage auf den Gedanken der Zwangsbehandlung indessen schon mal kommen kann, wenn man das Gute für die Kundschft erreichen will, verstehe ich dennoch. Wir arbeiten auf kniffligem Terrain. |
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#4 |
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Forums-Azubi
Registriert seit: 28.09.2023
Ort: Thüringen
Beiträge: 38
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Das war sicher clickbait. Aber nicht desto trotz. Was kann ich unternehmen... Muss ich warten bis eine Sepsis droht?
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#5 |
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"Nervensäge" vom Dienst
Registriert seit: 08.12.2008
Ort: Berlin
Beiträge: 1,068
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Nicht böse gemeint, aber vor der Sepsis steht hoffentlich das Antibiotikum...
Ich sag’ dir was, meine Zahnsanierung hat sage und schreibe 6 Jahre gedauert! Sicherlich ist ein Stück davon Corona gewesen, aber ich hatte auch immer wieder Phasen, wo ich schlicht nicht konnte und schon der Gedanke dran, Panikattacken auslöste. Meine Phobie war so arg, ich habe mir vor zig Jahren sogar mal selber einen Zahn gezogen, der weh tat und zur Hälfte abgebrochen war. Es gibt, je nach Region, auch ambulante Zahnkliniken bzw. Zahnchirurgen, die unter Vollnarkose arbeiten. Wäre vielleicht die Schwester bereit oder jemand sonst aus dem (hoffentlich) vorhandenen Netzwerk bereit, die Tage danach bei deiner Betreuten zu bleiben? Wie schaut es denn mit der Behandlung/Therapie der Schizophrenie aus? |
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Forums-Azubi
Registriert seit: 28.09.2023
Ort: Thüringen
Beiträge: 38
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Zitat:
Zitat:
Inwieweit die Schizophrenie behandelbar ist, wurde bisher gar nicht geklärt. Sie bekommt Medikamente, die ihr der Pflegedienst verabreicht. Eigentlich ist der Pflegedienst der einzige Kontakt zur Außenwelt. Die Betreuungsbehörde hat mir damals bei Übernahme empfohlen, möglichst wenig Änderungen in die bekannten Abläufe zu bringen. Damit nichts durcheinander kommt bzw. Schlimmeres abgewendet werden muss. |
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#7 |
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Gehört zum Inventar
Registriert seit: 25.06.2021
Ort: Balkonien
Beiträge: 2,664
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Grundsätzlich muss ein niedergelassener Arzt in seinem Bezirk Hausbesuche machen, aber auch nur dann, wenn diese aus medizinischer Sicht notwendig sind, was man in dem Fall, der Betroffene scheint gut zu Fuß zu sein, verneinen kann.
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