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Rechte für Menschen mit Behinderung

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Hallo, ich bin neu hier und bräuchte einen Rat. Der Sohn meines Mannes ist volljährig und hat das Down Syndrom. ...


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Alt 10.02.2015, 18:05   #1
Ich bin neu hier
 
Registriert seit: 29.07.2014
Beiträge: 4
Standard Rechte für Menschen mit Behinderung

Hallo,
ich bin neu hier und bräuchte einen Rat. Der Sohn meines Mannes ist volljährig und hat das Down Syndrom. Da mein Mann und seine Ex-Frau Kommunikationsschwierigkeiten hatten, wurde für den Sohn ein Betreuer beantragt. Der Sohn wohnt hauptsächlich bei seiner Mutter. Wir hatten eine vertraute, innige Beziehung zu ihm. Die Mutter hat Schwierigkeiten den Sohn zu uns kommen zu lassen, weil wir ihm viele Freiheiten geben haben und ihn unterstützten selbstständig zu werden. Der Sohn ist sehr harmoniebedürftig und beeinflussbar. Vor ca. 1 Jahr hat er gesagt er möchte "alleine, und weiter weg" wohnen. Wir haben ihm die Möglichkeit gegeben, diese Information dem Betreuer mitzuteilen. Die Mutter war damit nicht einverstanden. Seitdem ist es sehr schwierig. Der Betreuer wurde per Gericht ersetzt, die Mutter lässt den Sohn nicht mehr zu uns...er hat per Einschreiben mit seiner Freundin Schluß gemacht....etc. Kurz gesagt: er hat keinerlei Kontakte mehr zu seinen alten Freunden, Bekannte und Verwandten.
Gibt es für solche Situationen keine Rechte für Menschen mit Behinderung? Er kann sich nicht wehren und ist diesem Zustand ausgesetzt. Er schreibt diktierte Briefe ans Gericht und an den Betreuer...Und der Vorschlag dass er doch eine Therapie machen könnte (um ihn zu stärken, damit er sich mal traut seine Meinung zu äußern) wurde abgewiesen. Das traurige an der Sache ist, dass er sich schon mal getraut hat seinen Wunsch zu äußern...und wir konnten es ihm nicht ermöglichen. Hat jemand ein Tip oder einen guten Ratschlag? Ich wäre für jeden konstruktiven Gedanken dankbar.


Liebe Grüße
Zickzack
zickzack ist offline  
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Alt 10.02.2015, 18:29   #2
Routinier
 
Registriert seit: 17.01.2015
Beiträge: 1,882
Standard

Hallo

Blöde Situation für euch.

Leider habt ihr da als Außenstehende kaum Möglichkeiten bzw keine Rechte.

Weiß der Betreuer von seinem Wunsch zu hause auszuziehen? Ohne die näheren Umstände zu kennen würde ich an eurer Stelle mal versuchen, Kontakt mit dem Betreuer aufzunehmen. Vielleicht gibt es gute Gründe warum ein Umzug oder eine Therapie nicht möglich sind. Es könnten gesundheitliche oder finanzielle Gründe dagegen sprechen. Dinge die ihr von außen vielleicht gar nicht wissen könnt. Und die viele Sachen ggf in ein anderes Licht rücken.

Anderseits ist der Betreuer vielleicht auch froh mal eure Sicht der Dinge zu hören.

Ich persönlich bin immer ganz dankbar wenn ich von möglichst vielen Seiten input zu den Wünschen der Betreuten kriege, vor allem wenn sie diese nicht selbst äußern können. Meist hilft es mir, si viele Informationen wie möglich zu bekommen um mir meine Meinung bilden zu können.

Lg
Boomer

Geändert von Boomer (10.02.2015 um 18:32 Uhr)
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Alt 10.02.2015, 18:46   #3
Ich bin neu hier
 
Registriert seit: 29.07.2014
Beiträge: 4
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Hi Boomer,
Ja, das ist wirklich ein blöde Situation. Der erste Betreuer hat versucht den Wunsch um zusetzten und ist gescheitert. Er wurde abgesetzt....(Ewige Gerichtsverfahren...."Der Richter war anscheinend befangen"). Der Betreute hat Briefe ans Gericht geschrieben, weil er mit dem Betreuer "unzufrieden war." Dieser erste Betreuer hat ja eigentlich mitbekommen wie sich alles entwickelt hat. Naja, ich glaube dass es schwierig für den Betreuer ist, weil der Sohn stark von der Mutter beeinflusst wird. Wir haben schon mit dem Betreuer geredet, aber er kann anscheinend nicht machen ( weil der Betreute schon volljährig ist). Vom jüngeren Sohn wissen wir das der Betreute stark "berarbeitet" wird um das "Richtige" zusagen. Ich denke das Ganze zeigt die "Grau-Zone" in diesem Bereich. Wie kann bewiesen werden was ein Betreuter wirklich möchte?
Liebe Grüße Zickzack

Geändert von zickzack (10.02.2015 um 18:52 Uhr)
zickzack ist offline  
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Alt 10.02.2015, 22:10   #4
Routinier
 
Registriert seit: 17.01.2015
Beiträge: 1,882
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Hm. Moment. Jetzt komm ich grad nicht mehr ganz mit.

Als. Es gab schon einmal einen Betreuer, dieser hat die Situation erkannt und wollte helfen aber der Betreute hat sich über ihn bei Gericht beschwert? Weswegen denn?
Und was hatte der Richter und eine eventuelle Befangenheit damit zu tun?

Und der zweite Betreuer sagt er kann nichts machen weil der Betreute volljährig ist? Eine rechtliche Betreuung wird bei Bedarf grundsätzlich nur bei Volljährigen angeordnet. Diese Aussage versteh ich nicht.

Den wirklichen willen "beweisen" kann man nicht, wenn ein Mensch diesen nicht mehr frei äußern kann. Man kann nur versuchen, den mutmaßlichen willen zu erforschen. Entweder vom Betreuten selbst wenn dieser zu irgendeiner Art Kommunikation im Stande ist (dies scheint ja hier der Fall zu sein) oder eben durch Nachforschungen bei Familie, Freunden, Nachbarn etc.

Geändert von Boomer (10.02.2015 um 22:14 Uhr)
Boomer ist offline  
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Alt 10.02.2015, 23:00   #5
Admin/Berufsbetreuer
 
Benutzerbild von Imre Holocher
 
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Ort: Betreuungsbüro Herrlichkeit 6 in 28857 Syke
Beiträge: 9,627
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Moin Boomer

Kleines Missverständnis:
Der Erste Betreuer hat erkannt, was abgelaufen ist und den Betreuten unterstützt.
Die Mutter hat den Betreuten Briefe an das Gericht unterschreiben lassen, in denen sich der Betreute über den ersten Betreuer beschwert.
Deshalb hat das Gericht einen anderen Betreuer bestellt (wer das ist weiß ich nicht - gruselig wäre es, wenn die Mutter die Betreuerin geworden wäre)

Falls es so sein sollte, dann hat die Mutter es geschafft, dem Betreuten eine Welt zu servieren, gegen die Guantanamo ein Erlebniskindergarten ist.
Wenn dann auch noch das Gericht pennt und nach §08/15 arbeitet sieht es richtig mau aus für den Betreuten.

MfG

Imre
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Fehler sind dazu da, um sie zu machen
und daraus zu lernen.
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Imre Holocher ist offline  
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Alt 11.02.2015, 07:57   #6
Routinier
 
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Beiträge: 1,882
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Ach soooooo. Danke Imre.
Joa. Wenn ich den Text nochmal durchlese versteh ich das dann jetzt auch. War wohl zu müde gestern.
Boomer ist offline  
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Alt 11.02.2015, 17:08   #7
Ich bin neu hier
 
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Beiträge: 4
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Hi ihr Zwei,
ja, es war so. Der erste Betreuer wollte den Betreuten unterstützen und hat erstmal ein Betreutes Wohnen vorgeschlagen. Der Betreute darf je nach Selbstständigkeitsgrad immer mehr "unbetreuter" wohnen. Naja, und die Mutter wollte das nicht. Der Betreute (eigentlich die Mutter) hat sich beim Gericht schriftlich beschwert, dass der Betreuer sich nicht ausreichend um ihn kümmert. Es ist nie zu einer Verhandlung gekommen. Der Betreute hat nie eine persönliche,"live" Aussage machen müssen. Die Verhandlungen wurden jedes mal 1 Tag vorher abgesagt weil angeblich der Richter " befangen" sei. Und das ging einige Male so. Der Betreuer konnte sich nicht mehr um den Betreuten kümmern ( hatte keinen Zugang zu ihm). So wurde der erste Betreuer ersetzt durch den zweiten Betreuer. Der kannte natürlich noch nicht die Situation. Bis dieser Betreuer eingesetzt wurde und auch Kontakt zu uns hatte, ist einige Zeit vergangen. Jetzt haben wir gar keinen Kontakt zum Sohn meines Mannes...nicht einmal zu Weihnachten oder Geburtstagen. Ich kann es einfach nicht glauben, dass es gerichtlich keinen Schutz für den Sohn gibt. Eigentlich ist er der Mutter total ausgeliefert. Er wird bestraft dafür, dass er eine Behinderung hat und sich nicht ausreichend wehren kann. Habt Ihr mit solchen Situationen Erfahrung? Oder ist es eher ungewöhnlich?
LG
ZickZack
zickzack ist offline  
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Alt 11.02.2015, 21:41   #8
Admin/Berufsbetreuer
 
Benutzerbild von Imre Holocher
 
Registriert seit: 16.03.2004
Ort: Betreuungsbüro Herrlichkeit 6 in 28857 Syke
Beiträge: 9,627
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Moin Zickzack

So was kenne ich durchaus, da ich gelegentlich auch Betreute habe, bei denen die Mutter (oder sonst ein Angehöriger) versucht die absolute Macht über die Betreuten zu ergreifen. Das ist mit reichlich Stress verbunden und man arbeitet mehr, um die Mutter (Angehörigen) abzuwehren, als für den Betreuten selber.
Allerdings ist die Situation so, dass vom Gericht schon verstanden wurde, was da abläuft und deshalb ein Berufsbetreuer bestellt wurde.

So was kommt aber auch ohne Betreuung in den besten Familien vor. Sofern die Medienberichte zutreffen gibt es einen senilen Politiker (früher in höchsten Ämtern), der sich auf die alten Tage eine viel jüngere Frau geangelt hat. Dass er selber am Haken war bzw. ist merkt er möglicherweise kaum noch. Zumindest hält die Ehefrau den Mann so sehr unter Verschluss, dass selbst die eigenen Kinder nicht mehr an ihn drankommen.
Auch wenn man den Betroffenen in aktiven Zeiten nicht mochte:
das hat er auch nicht verdient.

MfG

Imre
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Imre Holocher ist offline  
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Alt 12.02.2015, 07:53   #9
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Ich denke, Mütter die nicht loslassen können sind sehr schwierig bis gar nicht zu händeln. Nur schlimm, dass diese nicht erkennt, was sie ihrem Sohn antut.

Ich würde euch einfach nochmal raten, dss Gespräch mit dem Betreuer zu suchen. Zeigt dass ihr present seid und euch das wohl des Mannes am Herzen liegt. Vielleicht hilft auch ein offener Brief ans Gericht etwas. Einfach versuchen. Zu verlieren habt ihr nichts.

Stimmt Imre sowas kommt leider sehr oft vor. Wir haben in der Nachbarschaft auch nen jungen Autisten, der von seiner mama immer noch wie ein Kleinkind behandelt wird obwohl er schon ungefähr 16 ist.

Und besagter Politiker scheint auch nicht mehr klar zu sehen. Diese story versteh ich eh nicht. Wie man sich von einem Partner so gegen die eigenen Kinder aufstacheln lassen kann .... für mich als Mutter undenkbar. Da könne kommen wer will.
Boomer ist offline  
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Alt 12.02.2015, 16:32   #10
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Servus,
danke für Eure Ratschläge. Wir werden's versuchen...
Liebe Grüße Zickzack
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behinderung, downsyndrom, rechte, volljährig

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