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Betreuung meines Opas

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Hallo Ihr Lieben, ich bin neu hier und noch total unerfahren in diesem Bereich. Ich habe in den letzten Tagen ...


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Alt 11.02.2015, 13:04   #1
Einsteiger
 
Registriert seit: 10.02.2015
Beiträge: 12
Standard Betreuung meines Opas

Hallo Ihr Lieben,


ich bin neu hier und noch total unerfahren in diesem Bereich. Ich habe in den letzten Tagen immer wieder versucht im Internet Antworten auf meine Fragen zu bekommen, aber so wirklich gefunden habe ich leider nichts, deshalb wende ich mich an euch!
Ihr seid "vom Fach" und könnt mir bestimmt (hoffentlich) weiterhelfen.
Mein Opa ist stark dement und lebt seit September letzten Jahres im Heim. Meine Oma hat ihn täglich besucht, obwohl ihre Kräfte das kaum noch zu ließen. Vor zehn Tagen ist sie nun leider gestorben.

Nun überlege ich, ob ich die rechtliche Betreuung für meinen Opa übernehmen soll. Ich bin mir unsicher, ob ich das "schaffe", emotional, aber vor allem auch rechtlich, ob ich das alles richtig hinbekomme. Ich stell euch einfach mal meine brennendsten Fragen:

-Der Dispo auf dem Girokonto meiner Großeltern ist hart am Anschlag, bei minus 5000 Euro. Kann ich, als Betreuer oder Enkeltochter irgendwie dafür verantwortlich gemacht werden? Ober bin ich dafür zuständig, dass das Konto wieder saniert wird?

-Muss ich im schlimmsten Fall über lebensverlängernde Maßnahmen entscheiden? Eine Patientenverfügung hat mein Opa nicht.

-Mein Opa ist privat versichert und so wie ich es mitbekommen habe ist es immer ein unheimlicher Aufwand gewesen, das alles korrekt einzureichen, in Vorleistung zu gehen und es dann erstattet zu bekommen. Gibt es für sowas Schulungen?

-Muss ich wirklich über jedes Paar Schuhe, dass ich ihm kaufe, jeden Kuchen, den ich mit ihm essen gehen etc. eine Art Kassenbuch führen? Hatte mal auf der Arbeit Kassenbuch führen und habs gehasst!

Ich hoffe sehr, dass ihr mir weiterhelfen könnt und danke euch schonmal ganz herzlich vorab!
Liebe Grüße
Billliejean
billiejean ist offline  
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Alt 11.02.2015, 14:02   #2
agw
Admin/ Berufsbetreuer
 
Benutzerbild von agw
 
Registriert seit: 15.01.2009
Ort: Mitten in Hessen
Beiträge: 4,995
Standard

Hallo,

zuerst einmal solltest du klären ob derzeit vielleicht schon eine Betreuungsanregung bei Gericht läuft, da dein Opa seine Angelegenheiten nicht mehr selber regeln kann.

Zitat:
Der Dispo auf dem Girokonto meiner Großeltern ist hart am Anschlag, bei minus 5000 Euro. Kann ich, als Betreuer oder Enkeltochter irgendwie dafür verantwortlich gemacht werden?
Du bist für vorhandene Schulden deines Opas als Betreuer nicht verantwortlich zu machen. Ebensowenig haftest du natürlich als Enkelin. Nach dem Tod deines Großvaters gehen die Bankschulden jedoch auf die Erben über.

ich bin jedoch verwundert, warum noch kein Antrag beim Sozialamt auf Hilfe zur Pflege gestellt wurde, wenn offensichtlich kein Geld zur Zahlung der Heimkosten vorhanden ist. Dies sollte wohl mal dringenst geschehen.

Zitat:
-Muss ich im schlimmsten Fall über lebensverlängernde Maßnahmen entscheiden? Eine Patientenverfügung hat mein Opa nicht.
Ja, das kann Bestandteil deiner Aufgaben als Betreuer sein

Zitat:
-Mein Opa ist privat versichert und so wie ich es mitbekommen habe ist es immer ein unheimlicher Aufwand gewesen, das alles korrekt einzureichen, in Vorleistung zu gehen und es dann erstattet zu bekommen. Gibt es für sowas Schulungen?
Nein, ich kenne keine Schulungen. je nachdem bei welcher Beihilfestelle die Erstattungen zu welchen Bedingungen abgerechnet werden kann das die Pest sein.
Wenn du Fristen versäumst und es zu Kürzungen der Beihilfe kommt haftest du ggfls. auch persönlich für den Schaden.

Zitat:
-Muss ich wirklich über jedes Paar Schuhe, dass ich ihm kaufe, jeden Kuchen, den ich mit ihm essen gehen etc. eine Art Kassenbuch führen? Hatte mal auf der Arbeit Kassenbuch führen und habs gehasst!
Da sich dein Opa in einer Einrichtung befindet können alle notwendigen Ausgaben ja über das dortige Barbetragskonto abgewickelt werden. Grundsätzlich musst du jedoch den verbleib seiner Gelder auf Konten nachweisen.

Als Enkelin bist du " befreiter Betreuer" und musst keine jährliche Rechnungslegung machen, aber eine Schlussrechnungslegung, wenn dein Opa stirbt.

Zum Thema Betreuung kannst du dich auch allgemein hier informieren:
Betreuungsrecht-Lexikon

Gruß,
Andreas
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agw ist offline  
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Alt 11.02.2015, 21:47   #3
Admin/Berufsbetreuer
 
Benutzerbild von Imre Holocher
 
Registriert seit: 16.03.2004
Ort: Betreuungsbüro Herrlichkeit 6 in 28857 Syke
Beiträge: 9,632
Standard

Moin billiejean

Von Andreas hast Du schon die rein fachliche Erläuterung von dem bekommen, was auf den Betreuer zukommen wird.
Von der Praxis her ist das ein reichlich hoher Arbeitsaufwand - erst recht, wenn man sich in dem Bereich nicht auskennt. Für Dich als Ehrenamtliche und Angehörige wird das sicherlich erst mal ein Fulltimejob, der leider nicht so bezahlt wird.
Unabhängig davon solltest Du Dir überlegen, ob es (nicht nur Dir) besser (und auf jeden Fall nervlich gesünder) geht, wenn Du lieber einfach nur die Enkelin bleibst.

MfG

Imre
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Fehler sind dazu da, um sie zu machen
und daraus zu lernen.
Fehler sind nicht dazu da, sie dauernd zu wiederholen.
Imre Holocher ist offline  
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Alt 12.02.2015, 12:34   #4
Einsteiger
 
Registriert seit: 10.02.2015
Beiträge: 12
Standard

Hallo Andreas, hallo Imre,
lieben Dank für Eure Antworten!


Ich habe mich gestern mit der Dame getroffen, die seit 3 Jahren die ganzen KK und Beihilfe Sachen meiner Großeltern regelt. Das lief bisher absolut problemlos und sie würde das auch weiterhin machen, so dass ich mich um den großen Batzen nicht zu kümmern bräuchte, es sei denn irgendwas akutes fällt an oder muss geändert werden.

Dann wären es für mich also keine Wohnungsangelegenheiten, um die ich mich kümmern müsste, da mein Opa ja im Heim lebt und die KK Sachen würde auch wegfallen.

Wird es trotzdem ein „fulltimejob“, wie du schreibst, Imre?
Vermutlich gehe ich zu naiv an die Sache ran, aber in meiner Vorstellung ist dann eigentlich "nicht mehr viel zu tun“, entschuldigt bitte, dass ich das so schreibe! Ich möchte euch auf keinen Fall zu nahe treten!!
Vermutlich "vergesse" ich einen ganz großen Teil, von dem ich einfach nicht weiß, dass er auf mich zukommt....

Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mich weiter aufklärt und mir meine Unsicherheit ein bißchen nehmen könntet!

Zumindest über die rechtliche Reite, über die "nervliche" muss ich selber noch länger grübeln...


Liebe Grüße

Billiejean
billiejean ist offline  
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Alt 12.02.2015, 17:46   #5
Forums-Geselle
 
Registriert seit: 15.07.2014
Beiträge: 156
Standard Leider kann ich Dir Deine Unsicherheit...

nicht wirklich nehmen, denn Du hast bisher ja nur die Spitze des Eisberges gesehen. Wenn Du beschreibst, dass der Dispo ausgereizt ist, wird dies ja auch seinen Grund haben. Vielleicht gibt es sogar noch weitere Verbindlichkeiten und Du kennst sie noch nicht?
Außerdem habe ich bisher noch keine Betreuung erlebt, die nicht das eine oder ander Abenteuer beinhaltet hätte; aber:
Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben oder - wie mein Bruder immer sagt: Warum heißen denn Probleme Pro-bleme? Weil sie für uns als Wachstumsmöglichkeit bereitstehen....
Z.B.: Wie sieht es denn aus, sind die Heimkosten geregelt, d.h. hat Dein Opa neben der Beihilfe eine Versicherung für den "Rest"? Dann müsste auch der miese Kontostand mittelfristig zu regeln sein...
Da Du aber dieses Forum entdeckt hast, hättest Du immer die Möglichkeit Fragen zu stellen, eine solche Begleitung ist sehr hilfreich und die Probleme die Du jetzt für Deinen Opa löst lassen Dich kälter, wenn sie Dir später einmal im eigenen Leben begegnen...
Bleib wacker!
blindfisch
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der blindfisch ist offline  
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Alt 12.02.2015, 20:27   #6
Admin/Berufsbetreuer
 
Benutzerbild von Imre Holocher
 
Registriert seit: 16.03.2004
Ort: Betreuungsbüro Herrlichkeit 6 in 28857 Syke
Beiträge: 9,632
Standard

Moin Billiejean

Wenn Dir die ganzen Beihilfegeschichten bzgl. der Krankenkasse schon abgenommen werden (da graust es auch hartgesottenen Berufsbetreuern vor) und Opa im Heim lebt, dann ist das schlimmste ja schon geregelt.
Bleiben nur noch die Schulden, die Anträge wg. Heimkosten etc.
und die kleinen Extra-Überraschungen.

Ich finde, Du kannst es probieren. Für Fragen gibt es das Forum, die Betreuungsstelle, das Gericht und ggf. einen Betreuungsverein in Deiner Nähe.
Und wenn es Dir doch zu viel werden sollte, kannst Du auch das Gericht um einen Betreuerwechsel bitten.
Auf jeden Fall wirst Du eine ganz Menge lernen (auch für Dich und Dein eigenes Leben).

MfG

Imre
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Imre Holocher ist offline  
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Alt 17.02.2015, 09:49   #7
Einsteiger
 
Registriert seit: 10.02.2015
Beiträge: 12
Standard

Hallo Ihr Lieben,
ich denke ich die Betreeung angehen! Ich möchte es zumindest gerne versuchen und vielleicht wächst man ja wirklich mit seinen
Aufgaben ;-)
Für die kleinen Fragen zwischendurch fühle ich mich hier gut aufgehoben und sollte ich feststellen, dass ich langfristig wirklich heillos überfordert bin, dann kann ich die Betreuung ja immer noch abgeben.
Ich danke euch erstmal herzlich!
Viele Grüße
Billiejean
billiejean ist offline  
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Alt 17.02.2015, 15:24   #8
Forums-Geselle
 
Registriert seit: 15.07.2014
Beiträge: 156
Standard Find´ich toll...

, dass Du es anpackst!!!
Viel Spaß und Erfolg
blindfisch
__________________
"Nun sieh mal was DU mich hast anrichten lassen"
der blindfisch ist offline  
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