Dies ist ein Beitrag zum Thema Als Ehefrau eines Betreuten keine Rechte? Berufsbetreuerin klammert an ihrem Job! im Unterforum Forum für Angehörige und betreute Menschen , Teil der Offenes Forum gesetzliche Betreuung
Hallo,
ich fühle mich hilflos und der Willkür des Betreuungsgerichtes ausgeliefert.
Mein Ehemann ist hochgradig dement und zur Zeit in ...
|
Registrieren | Hilfe | Benutzerliste | Kalender | Suchen | Heutige Beiträge | Alle Foren als gelesen markieren |
13.04.2015, 15:53 | #1 |
Ich bin neu hier
Registriert seit: 12.04.2015
Ort: In einer Kleinstadt im Friesischen
Beiträge: 7
|
Als Ehefrau eines Betreuten keine Rechte? Berufsbetreuerin klammert an ihrem Job!
Hallo,
ich fühle mich hilflos und der Willkür des Betreuungsgerichtes ausgeliefert. Mein Ehemann ist hochgradig dement und zur Zeit in einer geschlossenen Geronto-Psychiatrie wegen einer Weglauftendenz. Da er nunmehr nicht mer laufen kann, wollen wir (meine Kinder und ich) ihn gern nach Hause holen und ihn hier pflegen lassen. Um die Situation optimal gestalten zu können, habe ich bereits im November 2014 einen Antrag auf Übertragung der Betreuung auf mich, gestellt. Dieser wurde lediglich mündlich abgelehnt, da wir einfach den Richter aufgesucht haben.Wir heißt meine Tochter und ich. Meine Tochter hat seit einigen Monaten die Gesundheitsfürsorge und so können wir wenigstens diesbezüglich Auskünfte erhalten. Nach Einschaltung eines Fachanwaltes habe ich nochmals einen Antrag auf Betreuung gestellt mit den entsprechenden Argumenten. Meine Tochter durfte zwar eine Stellungnahme schreiben, auf die wurde in der Entscheidung allerdings nicht eingegangen. Wir wurden auch nicht gehört. Als mein Mann befragt wurde, hat er trotz seiner Verwirrtheit den Wunsch geäußert, dass er von mir betreut werden will. Dies wurde mir als Manipulation ausgelegt. Kurz und nicht gut, die Betreuerin bleibt (obwohl finanzielle Unklarheiten) und ich habe offensichtlich keine Möglichkeit mehr zur Beschwerde. Diese kann nur der Betreute, d.h. seine Betreuerin durchführen. Wird sie wohl nicht tun! Warum klammert sie an ihrem Job und warum wird sie offensichtlich vom Gericht gestützt? Hat jemand eine Idee??? Natürlich gibt es noch mehr Einzelheiten aber das würde hier sicher zu umfangreich. Grüße von einer verzweifelten Angehörigen. P.S. Habe ich ganz vergessen: Hatte Vorsorgevollmacht und habe dann Nov. 2013 um eine vorübergehende gesetzliche Betreuung gebeten, da ich völlig erschöpft war von dem ständigen Misstrauen meines Mannes. Es handelt sich um eine Frontotemporaldemenz |
13.04.2015, 19:33 | #2 |
Admin/Berufsbetreuer
Registriert seit: 16.03.2004
Ort: Betreuungsbüro Herrlichkeit 6 in 28857 Syke
Beiträge: 8,892
|
Hallo Aldorelis
Dass Du im November völlig fertig warst wg. der Vorsorgevollmacht und des Mißtrauens Deines Ehemannes, kann ich gut nachvollziehen. Insbesondere, wenn er eine Frontotemporale Demenz hat. Hast du schon mal Kntakt zu der Betreuerin aufgenommen? Das wäre das erste, was ich Dir empfehlen würde. Sie hängt wahrscheinlich an ihrem Job (wie jeder Betreuer), aber sicherlich nicht an jedem einzelnen Betreuten. Versuche mit ihr zusammenzuarbeiten und nicht gegen sie. Gerade vor dem Hintergrund der fürchterlichen Diagnose (versuche mal unter "Morbus Pick" zu googeln) ist es gut, wenn Du nicht auch noch die Betreuung hast. Dein Ehemann wird im Laufe seiner Demenz zu einem ganz anderen Menschen und Du wirst ihn nicht wieder erkennen. Vielmehr wirst Du alle Unterstützung benötigen, um seine - aber auch Deine - Situation auszuhalten. In so einer Situation auch noch die Betreuung führen zu müssen, schafft so gut wie niemand. Jedenfalls dürfte Deine nervliche Situation vom November nur ein kleiner Vorgeschmack von dem sein, was noch kommen würde. Bei dieser Form der Demenz verliert ein Mensch als erstes seine angelernten sozialen Fähigkeiten. D.h. die Erziehung, das soziale Verhalten, Werte und Normen, die einen Menschen zu dem gemacht haben, was er ist - all das geht zuerst flöten. Der Wortteil "temporal" bedeutet, dass nicht alles auf einmal weg ist, sondern dass diese Fähigkeiten anfangs weniger, aber dann immer häufiger und zum Schluss ganz aussetzen. Stell Dir vor, ihr geht auf eine Hochzeitsfeier. Plötzlich steht Dein Ehemann auf und pinkelt am Nebentisch in die Suppenterrine. Er setzt sich wieder hin und weiß von nichts. Nicht nur das, er ist auch noch sauer, weil ihn alle so böse ansehen und ihm vorwerfen, dass er so etwas gemacht hat. Derartige Klopfer sind bei dieser Erkrankung durchaus möglich. Die Erkrankten ziehen sich immermehr zurück, werden immer mißtrauischer (kein Wunder, weil sie keiner mehr versteht, ziehen sich die anderen auch zurück), immer einsamer und immer unberechenbarer. Auch deshalb ist Deine Idee, ihn wieder zu Hause aufzunehmen lieb und hilfsbereit gedacht, aber mit sehr hohen Risiken verbunden, weil Dein Mann auch hochaggressiv und gewalttätig werden kann - und hinterher nichts mehr davon weiß. Ich hätte lieber etwas schöneres geschrieben, aber die Erfahrungen mit Betreuten die diese Diagnose haben, machen es mir leider nicht möglich. MfG Imre
__________________
Fehler sind dazu da, um sie zu machen und daraus zu lernen. Fehler sind nicht dazu da, sie dauernd zu wiederholen. |
14.04.2015, 11:40 | #3 |
Ich bin neu hier
Registriert seit: 12.04.2015
Ort: In einer Kleinstadt im Friesischen
Beiträge: 7
|
Hallo Imre Holocher,
herzlichen Dank für Deinen ausführlichen Beitrag. Die von Dir beschriebene Form der Erkrankung habe ich schon lange erlebt. Bereits 2010 hat er während eines Dänemarkaufenthaltes sämtliche Dänen beschimpft! Auf einer Geburtstagsfeier hat er dort lautstark von sich gegeben, dass alle Dänen verfressen seien usw. Meine dortigen Verwandten haben damals jeden Kontakt mit ihm abgebrochen. Ich bin nie wieder mit ihm in einen Urlaub gefahren. Bis Anfang 2013 haben wir noch zusammen gelebt. Im Heim hat er zwei Frauen gestoßen und beide sind mit einem Oberschenkelhals Bruch in die Klinik gekommen. Darauf erfolgte eine Einweisung in die geschlossene Psychiatrie. Im Zusammenhang mit dieser Zwangseinweisung war die Betreuerin wieder einmal nicht erreichbar. Aus der Psychiatrie kam mein Mann dann in die Geronto-Psychiatrie. Dort ist er sehr ruhig geworden und läßt auch Körperpflege zu. Er ist offensichtlich medikamentös gut eingestellt und es macht sich bemerkbar, dass es sich um gut ausgebildete Psychiatriepfleger handelt. Sein allgemeiner körperlicher Zustand hat sich inzwischen sehr verschlechtert aber seine Aggressionen sind deutlich zurück gegangen. Bei jedem Besuch bettelt er darum, in sein Haus zurückkehren zu können. Die Betreuerin arbeitet aber nicht mit uns zusammen und hat seit Monaten angeblich die Rollstuhlanschaffung in "Arbeit" aber es gibt keinen Rollstuhl. Jedesmal wenn wir ihn abholen, müssen wir einen vom Heim ausleihen. Beim vorherigen Heim hatte sie über mehr als ein halbes Jahr Schulden angehäuft in Höhe von ca 7.000 €. Vor einigen Wochen hat sie meiner Anwältin mitgeteilt, dass mein Mann mittellos sei und sie ihr Honorar von der Staatskasse bekommt. Im gleichen Zeitraum hat sie die gesamten Schulden beim Heim aber bezahlt. Wie passt das alles zusammen? In ihren Stellungnahmen beim Gericht bezichtigt sie mich der finanziellen Veruntreuung vor ihrer Betreuungszeit und konstruiert einen Interessenkonflikt aus meinem Begehren, einen Familienunterhalt an mich zu zahlen. Geschickt hat sie die vereinbarten Unterhaltszahlungen eingestellt als das Verfahren zum Betreuerwechsel anstand. Sie selbst hatte den Unterhalt von ihrer Anwältin berechnen lassen und ich habe mich verpflichtet davon das Haus meines Ehemannes zu renovieren, zu bewohnen und für alle damit zusammenhängenden Kosten einzustehen. Wenn dann solch eklatante Zahlungen nicht mehr erfolgen, könnte es zur Katastrophe führen. Vielleicht sollte ich noch mitteilen, dass mein Ehemann Professor an einer Hochschule war und es für uns schwer vorstellbar ist, dass er mittellos sein soll. Ich kenne seine bzw. meine finanziellen Hintergründe und habe in einer Excelltabelle ermittelt, dass in den ersten 15 Monaten der Berufsbetreuung mindestens ca. 10.000 € verschwunden sind. Um alle persönlichen Belange meines Mannes habe ich mich immer gekümmert und bin auch für alle Kosten von seinen Umzügen aufgekommen. Die Kosten für Wohnungsreinigung im betreuten Wohnen, die Textilpflege, Brillenanschaffungen (3 in einem Jahr), Rasierer, Armbanduhren (3 in einem Jahr) usw. wurden auch von mir getragen. Die Betreuerin musste lediglich mit Pflege- und Krankenversicherung abrechnen. Da ich das vorher jahrelang gemacht habe, weiss ich auch welcher Aufwand das sein kann. Mit Vorwürfen gegen diese Frau habe ich gewartet, weil ich das Betreuerwechsel Verfahren nicht damit belasten wollte. Ich kenne ja die Grundeinstellung der Richter. Gegen Betreuer darf man sich nicht aussprechen. Trotzdem habe ich sehr viele Nachweise gegen diese Dame und kann auf keinen Fall mehr mit ihr zusammen arbeiten. Meiner Tochter geht es auch nicht anders. Auch auf deren e-mails antwortet die Betreuerin nicht. Da mein Mann inzwischen sehr "in sich versunken" ist, aber jedes Mal bei einem Zusammensein mit seiner Familie halbwegs ansprechbar ist, habe ich erkannt, wie wichtig die Präsenz der Angehörigen ist. Wenn wir die Station im Heim verlassen, weint er jedesmal, weil er mit will. Nun gibt es Pflegeberichte, die beinhalten, dass er nach meinem Besuch immer aufgewühlt und unruhig ist. Dies wird so ausgelegt, dass ich ihn mit finanziellen und betreuungs relevanten Themen beunruhigen würde. Es ist einfach unverschämt! Wenn ein Mensch unglücklich ist an einem Ort und mit nach Hause will, dies aber nicht geht, ist er dann wohl aufgewühlt?? Der Beitrag ist jetzt doch länger und detaillierter geworden aber ich weiß nicht, wie ich die Problematik sonst beschreiben soll. Gestern habe ich in dem ehemaligen Heim seine Dokumente abgeholt -Perso-Versichertenkarte-Behindertenausweis- das Fehlen hat seine Betreuerin seit Januar noch nicht bemerkt. Die Pflegedienstleitung dort hat sich nochmal geäußert über die schwere Erreichbarkeit der Betreuerin. Der Heimleiter hatte schon im November 2014 einen Beschwerdebrief an das Gericht geschrieben. Inhaltlich bezog er sich auf die aufgelaufenen Schulden (damals ca. 8.000€) und die Unerreichbarkeit der Betreuerin. Vor Absendung seines Briefes hat er mit einer Rechtspflegerin gesprochen und diese muss die Betreuerin schon am selben Tag über den Inhalt informiert haben. Am gleichen Abend, also bevor das Schreiben im Gericht ankam, hat die Betreuerin schon geantwortet und sich für die schlechte Erreichbarkeit entschuldigt. Was ist eigentlich in diesem Gericht los? Mein größtest Problem ist die offensichtliche Rechtlosigkeit und die Ungerechtigkeit. Ich kann die einseitige Haltung der Richter und die offensichtliche "enge Zusammenarbeit" mit und für die Betreuer nicht verstehen. Eigentlich hatte ich auf Objektivität gesetzt. Jetzt muss ich aufhören, sonst setze ich noch mehr Emotionen frei. Wer kann mir helfen? Ich drehe mich im Kreis und meine Gedanken lassen mir Tag und Nacht keine Ruhe. Liebe Grüße Aldorelis |
14.04.2015, 21:29 | #4 | |||||||||
Admin/Berufsbetreuer
Registriert seit: 16.03.2004
Ort: Betreuungsbüro Herrlichkeit 6 in 28857 Syke
Beiträge: 8,892
|
Moin Aldorelis
Zitat:
Diese Bitte tragen so gut wie alle dementen Menschen vor. Zum Teil, weil die gerade "wach" bzw. "da" sind und es sich wirklich wünschen - zum anderen Teil einfach, weil sie das alte zu Hause gewohnt sind und sich die (vielleicht schon gar nicht mehr so neue) Umgebung im Heim nicht mehr gewöhnen können. In den allermeisten Fällen würden sie aber auch zu Hause nicht mehr zurechtkommen - und die Angehörigen mit ihnen auch nicht - so sehr sich das alle auch wünschen. Ich bin da zumindest schon froh, wenn Du schreibst, dass man sich in der Einrichtung kompetent und gut um ihn kümmert. Zitat:
Zitat:
Ich kenne Deine/Eure Vermögens- bzw. Einkommenssituation nicht. Deshalb kann ich nicht einschätzen, ob das alles formaljuristisch korrekt gelaufen ist. Dir und Deinem Ehemann gegenüber war es zumindest sehr nett mit dem Vergütungsantrag so lange zu warten, bis er gegen die Staatskasse gestellt werden konnte. Es wäre sonst Euer Geld gewesen. Zitat:
... und so genau aufgedröselt gehört das auch nicht in ein öffentliches Forum hinein. Zitat:
10.000,00 € innerhalb von 15 Monaten sind da eigentlich nix. Aber wenn Du eine ordentliche Auflistung von Einnahmen, Ausgaben und eventuellen Differenzen hast, dann gib Deiner Anwältin die Informationen. Die kann was damit anfangen, wenn sie einen Betreuerwechsel o.ä. bewerkstelligen soll. Zitat:
Richter oder Rechtspfleger bearbeiten ihre Sachen ebenfalls ziemlich emotionsbefreit (sofern sie nicht selbst persönlich betroffen sind). Deren Spielregeln sind Gesetze bzw. gesetzliche Vorgaben, was sie völlig anders denken läßt als Otto-Normal-Bürger. Das ist manchmal schwer nachvollziehbar, aber wenn man einige Zeit Einblick in deren Spielregen bekommt, wird es manchmal nicht nur verständlich, sonden man kann auch einen Sinn erkennen (auch wenn man selber anderer Meinung ist). Zitat:
Die Auslegung davon ist eher Blödsinn und interessengeleitet. Zitat:
Zitat:
Die Zusammenarbeit ist nicht so einseitig, wie Du Dir das denkst. Siehe auch weiter oben. Wenn ein Betreuer Mist baut, dann bekommt er kräftig was auf die Finger und das Auge, welches der Richter zudrückt, ist dann üblicherweise das vom Betreuer. Kein Richter wird einen Betreuer decken, wenn der grobe Fehler macht. Andererseits braucht das Gericht auch Betreuer, die sich für ihre Betreuten stark machen und deshalb auch notfalls Ärger mit Angehörigen, Vermietern Behörden etc. riskieren. Dass es dann zu Beschwerden beim Gericht kommt, ist kein Wunder. So lange dem Betreuer keine Fehler nachgewiesen werden, steht er in guten Schuhen da. Deshalb habe ich weiter oben auch geshrieben, dass Du nicht mit Emotionen sondern Zahlen, Daten und Fakten agumentieren mußt, wenn Du was erreichen willst. Ich hoffe, Dir hat der lange Beitrag auch was gebracht. MfG Imre
__________________
Fehler sind dazu da, um sie zu machen und daraus zu lernen. Fehler sind nicht dazu da, sie dauernd zu wiederholen. |
|||||||||
15.04.2015, 12:04 | #5 |
Ich bin neu hier
Registriert seit: 12.04.2015
Ort: In einer Kleinstadt im Friesischen
Beiträge: 7
|
Hallo Imre,
vielen Dank für Deine ausführlichen Kommentare. Es tut mir leid, dass ich Emotionen gezeigt habe. Das dies vor einem Gericht nicht angebracht ist, ist mir selbstverständlich klar. Leider dachte ich, dass ich in solch einem Forum auch einmal meine emotionale Seite zeigen dürfte, zumal ich mich sehr verletzt fühle durch ungerechte Behandlung etc. Das Gericht darf sich erlauben, mir Manipulation eines schwerstdementen Menschen zu unterstellen. Es darf auch unterstellen, dass alle Aussagen der Betreuerin der Wahrheit entsprechen und meine Tochter und ich lügen! "Es darf uns nicht einmal Anhören!" Bezüglich des Rollstuhles muss ich leider korrigieren, dieser war schon im letzten Jahr genehmigt. Tut mir leid, wenn ich von Finanzen geschrieben habe, aber in fast allen Fällen von Betreuung spielen diese nun einmal eine wichtige Rolle. Da dieses Forum anonym ist, habe ich mir darüber keine Gedanken gemacht. Rechtlich bin ich keinen Schritt weiter und selbst mein Anwalt benötigt Zeit um zu prüfen, ob wir zur Beschwerde berechtigt sind. Darum habe ich inzwischen zu einem Landespolitiker Kontakt aufgenommen und mit der Redaktion eines kritischen Fernsehformats. Dies ist noch nicht das Ende der "Fahnenstange". Wenn ich es kräftemäßig schaffe, werde ich den langen Weg durch die Instanzen gehen. Damit ist nicht unbedingt das Gericht gemeint. Ich habe schon einmal vor ca. 30 Jahren Kindergartenkinder von schlagenden Erzieherinnen befreit. Um dem nächsten Verdacht vorzubeugen. Ich habe kein Helfersyndrom sondern einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Wenn relativ hilflose Menschen von anderen nicht ernst genommen werden oder gar bedroht oder ausgenutzt, halte ich es für selbstverständlich Zivilcourage zu beweisen. O.K. dann sind wir wieder bei meiner Urfrage: Sind wir nahen Angehörigen im rechtsfreien Raum wenn eine Berufsbetreuerin eingesetzt ist. Darauf gibt es offensichtlich keine Antwort und ich werde versuchen, diese Frage an anderen Orten zu klären. Vielen Dank für Deine Bemühungen aber ich glaube, ich bin hier nicht richtig und möchte das Forum wieder verlassen. MfG. |
15.04.2015, 12:10 | #6 | |
Admin/ Berufsbetreuer
Registriert seit: 15.01.2009
Ort: Mitten in Hessen
Beiträge: 4,880
|
Zitat:
Seid ihr bereits als Verfahrensbeteiligte im Beschluss des Gerichts genannt? Wenn nicht siehe § 274 FamFG, das sollte eurem Anwalt aber bekannt sein. Gruß, Andreas
__________________
---------------- |
|
16.04.2015, 09:27 | #7 |
Ich bin neu hier
Registriert seit: 12.04.2015
Ort: In einer Kleinstadt im Friesischen
Beiträge: 7
|
Hallo Andreas,
vielen Dank für Deine Hinweise. Momentan warte ich auf neue Erkenntnisse meines Anwaltes. Ich möchte ihn auch nicht mit täglichen Nachfragen "nerven". Den, von Dir benannten, Paragraphen werde ich geich einmal googlen. Zur Rechtsposition folgendes: Ich bin die Ehefrau des Betreuten und meine Tochter auch seine Tochter. Meine Tochter hat zur Zeit einen Teil der Betreuung, nämlich die Gesundheitsfürsorge. Natürlich arbeiten wir vertrauensvoll zusammen. November 2014 stellte ich Betreuungswechsel anheim. Als wir hörten, in welcher Form eine Befragung meines Mannes innerhalb der Psychiatrie stattgefunden hat, suchten wir kurzerhand den zuständigen Richter in seinem Amtszimmer auf. Dieser kanzelte uns ab und verwies uns seines Zimmers. Trotzdem sagte er zu uns beiden: "Sie beide bekommen die Betreuung niemals". Die Betreuerin xyz hat bis jetzt noch jede Betreuung ausgeglichen abgegeben. (Betraf Verschuldung, die er nicht glauben wollte). Daraufhin passierte nichts, auch keine schriftliche Ablehnung. Kurzerhand haben wir einen Fachanwalt in der nächstgrößeren Stadt aufgesucht und dieser hat erneut den Antrag gestellt, dass die Betreuung doch auf mich übertragen werden solle. Besonders im Hinblick auf die entstehenden Kosten durch eine Berufsbetreuerin. Dieser Antrag bzw. Vorschlag durch uns wurde dann wieder abgelehnt und es bleibt bei der bisherigen Betreuerin. Eine fünfseitige Stellungnahme durch meine Tochter wurde in der Begründung des Richters nicht berücksichtigt und die Wünsche meines dementen Ehemannes nach Betreuung durch mich, wurden als Manipulation meinerseits ausgelegt. Finanziell würde uns die Betreuerin nicht zur Last fallen, da diese Kosten ja jetzt von der Staatskasse übernommen würden. Es gibt eine Beschwerdefrist, es ist aber fraglich, ob wir zur Beschwerde berechtigt sind. Nur der Betreute selbst kann einen Antrag auf Betreuerwechsel stellen und zwar durch seine Betreuerin. Angehörige können lediglich Vorschläge unterbreiten. Da beißt sich die Katze in den Schwanz und ich empfinde diesen Zustand schlicht als rechtsfreien Raum für Angehörige. In den Medien gibt es immer wieder Beiträge, in denen ähnliche Problematiken aufgenommen werden, es werden auch immer wieder diese Lücken diskutiert aber eine Änderung hat es bis heute nicht gegeben. Wie in allen anderen Menschengruppen gibt es auch unter den Betreuern "schwarze Schafe". Diese Berufgruppe müsste doch auch daran interessiert sein, dass es eine Verbesserung und stärkere Überwachung bzw. Anhörung von Betroffenen geben sollte. Ich suche jedenfalls verzweifelt nach Lösungen, auch für die Zukunft und für andere Fälle. Wahrscheinlich wird mein Ehemann nicht mehr in den Genuß solcher Verbesserungen kommen. Vielen Dank für Dein "Zuhören" Aldorelis |
28.04.2015, 14:33 | #9 | |
Forums-Geselle
Registriert seit: 27.11.2012
Ort: Delmenhorst bei Bremen
Beiträge: 64
|
Zitat:
d e j u r e . o r g |
|
28.04.2015, 23:26 | #10 |
Stammgast
Registriert seit: 25.04.2015
Ort: Nordost-Thüringen
Beiträge: 992
|
Die Seite ist gut und ich benutze sie auch. Hier sind alle wichtigen deutschen Bundesgesetze (also keine länderspezifischen Gesetze) enthalten. Ich benutze die Seite auch, denn die Gesetze sind immer in der aktuell gültigen Fassung eingestellt. Jetzt kommt jedoch ein großes ABER. Wenn man nicht weiß, wonach man suchen soll, nützt einem die beste Homapage nichts. Und das ist hier genau der Fall. Aldorelis ist am besten damit beraten, wenn sie sich die Gesetzmäßigkeiten von ihrem Anwalt erklären lässt, denn der reine Gesetzestext ist in vielen Fällen nicht ausreichend. Hier muss auch noch in Urteilen und Kommentaren nachgelesen werden, damit man versteht, wie die Juristen die Gesetze auslegen und werten.
|
Lesezeichen |
Stichworte |
berufsbetreuermacht, beschwerdemöglichkeit, betreuerwechsel, betreuungsgericht, willkür |
Themen-Optionen | Thema durchsuchen |
Ansicht | |
|
|