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Häufigkeit von Kontakten telefonisch sowie persönlich?

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Hallo! Ich frage mich seit Anfang meiner Betreuung wie oft meine Betreuerin Kontakt zu mir aufnehmen sollte bzw. könnte? Ich ...


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Alt 03.05.2017, 19:42   #1
Neuer Gast
 
Registriert seit: 30.04.2017
Beiträge: 2
Unglücklich Häufigkeit von Kontakten telefonisch sowie persönlich?

Hallo!

Ich frage mich seit Anfang meiner Betreuung wie oft meine Betreuerin Kontakt zu mir aufnehmen sollte bzw. könnte?

Ich leide unter einer emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung, Magersucht, Depressionen und weiteren Komorbiditäten. Ich habe mehrere Suizidversuche innerhalb der letzten 5 Jahre unternommen und bin auch aktuell seit Wochen sehr unter Druck. Meine Betreuerin weiß, dass ich kaum meine Wohnung verlasse, das einkaufen schwierig ist (Synkopen), dass meine Körperhygiene leidet, ich tagelang gar nichts esse etc. Vor kurzem hatte ich eine EPU (Art Herzkatheteruntersuchung) weil ich Tachykardien habe. Durch die fehlende Nahrungsaufnahme habe ich natürlich Mangelerscheinungen wie z. B. starken Haarausfall, Atemnot, Anämie etc. Selbstverletzendes Verhalten leider täglich.

Den letzten Kontakt zu meiner Betreuerin hatte ich Ende März! Nicht mal nach der EPU hat sie bzw. die Urlaubsvertretung sich gemeldet bzw. nachgefragt ob alles okay ist und auch zu meinem Geburtstag habe ich nichts gehört! Meine Betreuerin hat u.a. Gesundheitsfürsorge und Aufenthaltsbestimmungsrecht aber ich habe das Gefühl, dass sie sich nur um Anträge und so kümmert und ich persönlich und gesundheitlich vollkommen hinten runter Fälle!

Nun ist die Frage was darf ich erwarten?
Soll ich meine Betreuerin immer informieren wenn ich wegen meist Selbstverletzung en in die Notaufnahme musste oder soll ich wie bisher warten bis /ob sie nachfragt?

Ich bin extrem unsicher, weil ja oft Borderliner als schwierig und manipulativ angesehen werden!
JodyThin ist offline  
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Alt 03.05.2017, 20:14   #2
Forums-Geselle
 
Registriert seit: 21.04.2017
Ort: bei Heidelberg
Beiträge: 155
Standard

Hallo,

ich kann natürlich keine allgemeingültige Antwort geben aber ich kann für meinen Fall antworten.
Ich habe Autismus, Depressionen, eine sporadisch auftretende Psychose und bin Transsexuell. Ich habe neben der rechtlichen Betreuung noch betreuung im Alltag weil ich allein z.B. nicht meine Wohnung halten könnte.
Ich habe alle 1-2 Wochen telefonischen Kontakt zu meiner Betreuerin um mich zu erkundigen wie der Stand bestimmter Prozesse ist. (Oder Papiere anzufordern die der Arbeitegeber will, aber sie bekommen hat...)
Persönlichen Kontakt hingegen habe ich selten. Wenn etwas schief läuft informieren meine Alltagsbetreuer meine Gesetzliche Betreuerin. Über Sachen wie, dass ich in der Klinik bin informiere ich sie meistens.
Meine Betreuerin kümmer sich im Großen und ganzen auch nur um Anträge, auch wenn sie sich ab und an nach meiner Gesundheit erkundigt. Ich sehe es allerdings auch nicht als ihre Aufgabe nach meiner Gesundheit zu schauen (Aber ich habe nur einen Bachelor in Informatik keinen in Jura!) sondern das sehe ich in der Verantwortung meiner alltags Betreuer, sie wird erst gebraucht wenn ich zum Beispiel eingewiesen werden soll.

Mit freundlichen Grüßen
Ela

Geändert von Elara (03.05.2017 um 20:19 Uhr) Grund: Infos ergänzt
Elara ist offline  
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Alt 03.05.2017, 23:04   #3
Stammgast
 
Registriert seit: 25.04.2015
Ort: Nordost-Thüringen
Beiträge: 986
Standard

Gesetzlich geregelt ist es nicht, wie oft der Betreuer Kontakt mit seiner betreuten Person aufnehmen muss. Es ist auch nicht geregelt, wie dieser Kontakt auszusehen hat. Es gibt hier kein muss, nur ein kann. Festgelegt ist nur, dass der Betreuer die Betreuung am Betreutenwillen auszurichten hat. Logische Schlussfolgerung ist, dass es hierzu irgendeine Form der Verständigung geben muss.

So vielfältig die Krankheitsbilder sind, so vielfältig sind auch die Kontakte. Einem Betreuten, der krankheitsbedingt nur schwer persönliche Begegnungen tollerieren kann (z.B. manche Formen des Autismus), hilft man wenig, wenn man ihm die Anwesenheit aufzwingt. Bei anderen sieht das eben anders aus. Einigen meiner Betreuten muss ich das Bargeld wöchentlich zuteilen, weil sie sonst nicht hinkämen. Andere wiederum sehe ich nur alle 2 Wochen und Heimbewohner sogar nur alle 4-6 Wochen. Telefon und E-Mail stehen natürlich immer zur Verfügung.

Wie du siehst, kann man hier keine feste Regel definieren. Rede mit deinem Betreuer und finde deinen Weg, der für euch beide der Beste ist.
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Die deutsche Sprache ist zwar Freeware, aber nicht open-source!
Betreuerwichtel ist offline  
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Alt 04.05.2017, 05:15   #4
Admin/ Berufsbetreuerin
 
Benutzerbild von michaela mohr
 
Registriert seit: 22.08.2005
Ort: Darmstadt
Beiträge: 11,829
Standard

Wie Betreuerwichtel richtig sagt gibt es keine festen Regeln.
Allerdings besprechen die meisten Betreuer zu Beginn der Betreuung wie das mit den persönlichen Kontakten gehandhabt werden soll.

Dass eine Betreuerin mit dem Aufgabenkreis Gesundheitssorge nicht weiss dass du im KH bist halte ich für schlecht. Woher bekommt sie denn Infos über deinen Gesundheitszustand?
Als Betreuer muss ich nicht zwingend etwas von Bagatelldingen wie Husten, Schnupfen und Heiserkeit etwas wissen aber bei deinen Problemen halte ich das schon für wichtig.

Vielleicht nutztdu den nächsten Termin um das direkt mit ihr selbst zu besprechen und eine Regelung zu finden.

PS: zum Geburtstag hören meine Kunden auch nichts von mir. Das ist zum Einen erst mal ein Arbeitszeitproblem, allzuviel haben wir davon nicht wenn alle wichtigen Dinge erledigt werden sollen. Andererseits denke ich aber auch darüber nach ob ich das nicht doch ändern sollte.
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michaela mohr ist offline  
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Alt 04.05.2017, 08:13   #5
Routinier
 
Registriert seit: 17.01.2015
Beiträge: 1,883
Standard

Das ist tatsächlich sehr unterschiedlich. Von wöchentlich wegen Geldauszahlung bis einmal im Quartal ist alles dabei. Ich hab eine, die mich aufgrund des Krankheitsbildes nicht akzeptiert. Die treffe ich nach Absprachen mit dem Sohn immer "zufällig beim einkaufen ".

Und auch in jedem Betreuungsfall kann das variieren. Einen Betroffenen hab ich von Dezember bis Anfang April gar nicht gesehen, nur telefoniert. Es lief alles und war so gewünscht. Seit Anfang April bis jetzt war ich dann schon 5 mal dort, eben weil es jetzt notwendig ist.

feste Regeln gibt es nicht.


Michaela, mir ist es kürzlich auch passiert, dass ich trotz Gesundheitssorge nichts von einem KH Aufenthalt wusste. B. war gestürzt, Hand gebrochen. Aber weder sie, noch Pflegedienst oder Krankenhaus informierten mich. Ich erfuhr erst nach Entlassung davon. Na gut, hellsehen kann ich nicht. Sie ist aber voll einwilligungsfähig, von daher ging das alles .
Boomer ist offline  
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Alt 04.05.2017, 08:38   #6
Admin/ Berufsbetreuerin
 
Benutzerbild von michaela mohr
 
Registriert seit: 22.08.2005
Ort: Darmstadt
Beiträge: 11,829
Standard

Zitat:
mir ist es kürzlich auch passiert, dass ich trotz Gesundheitssorge nichts von einem KH Aufenthalt wusste.
Klar @boomer kann das immer mal so sein. Keiner weiss von der Betreuung und der Betreute sagt nix im KH. Schon haben wir es.

Für mich hat sich in dem Fall aber anders angehört.
Diagnose scheint klar und mehrmaliges Vorstellen in immer derselben Klinik auch. Da hätte ich mich als Betreuer schon mal gemeldet, geade auch wegen der Diagnosen die ja nicht von Pappe sind.
Wen Selbstverletzungen überhand nehmen oder gar schief gehen, was dann? Hier halte ich kontinuierliche Präsenz (auch beim Betreuten) für gefragt
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michaela mohr ist offline  
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Alt 04.05.2017, 13:37   #7
Forums-Geselle
 
Registriert seit: 18.09.2014
Ort: nördliches RLP
Beiträge: 65
Standard

Hallo JodyThin,

wie die anderen schon erklärt haben, ist es eine persönliche Absprache zwischen dem Betreuer und Betreuten.

Ich selbst betreue u.a. 3 junge Frauen mit ähnlicher Diagnose wie bei dir.

Die eine hat ein gutes soziales Umfeld (Freund, Geschwister) die sich um sie kümmern und auch ins Krankenhaus fahren würden. Hier haben wir verabredet, dass diese mich informieren, wenn es etwas wichtiges gibt. Die Betreute möchte so selbständig wie möglich sein, daher habe ich auch nur persönlichen Kontakt, wenn etwas wichtiges zu Besprechen ist.

Die beiden anderen sind jedoch alleine, haben kein soziales Umfeld. Mit beiden habe ich vereinbart, dass sie sich bei mir melden, wenn es Ihnen nicht gut geht. Sie würden mir auch beide mitteilen, wenn sie im KH wären. Ich lasse sie mir per whatsapp schreiben, weil sie das so wollten. Ich habe natürlich auch abgeklärt, dass ich nicht dauernd erreichbar bin und auch noch ein Privatleben habe. Das funktioniert sehr gut.

Du siehst also, es ist eine ganz individuelle Absprache zwischen Betreuer und Betreutem. Du sollstest also beim nächsten Kontakt dieses Problem ansprechen und auch sagen, wie du dir den Kontakt wünschen würdest.

Das Borderliner als manipulativ gelten (und es auch teilweise sind) ist einem guten Betreuer durchaus bewußt und er sollte damit umgehen können. Ich weiß bei meinen Betreuten ziemlich genau, wann sie wirklich Hilfe brauchen oder nur mal ihre Grenzen testen wollen...

Letztlich liegt es natürlich auch daran, wie viel Zeit der Betreuer hat. Ich habe noch wenige Fälle und kann mich daher um jeden einzelnen recht intensiv kümmern. Aber es gibt leider auch Betreuer, die m.E. unverantwortlich viele Fälle haben. Ich habe mal einen anderen Berufsbetreuer kennen gelernt, der über 100 (!) Betreute hat...

Und wenn du zu wenig Hilfe hast, ist es wie einer meiner Vorredner bereits gesagt hat: Es gibt Möglichkeiten, dass du Hilfe neben deinem gesetzlichen Betreuer hast. Dies müsstest du dann auch mit ihm abklären und sagen, dass du mehr Hilfe brauchst, er könnte dann entsprechende Anträge stellen...

Liebe Grüsse, Alexandra
__________________
Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein.
(Albert Einstein)
AlexW ist offline  
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