Forum Betreuung

Forum Betreuung (https://www.forum-betreuung.de/)
-   Forum für Angehörige und betreute Menschen (https://www.forum-betreuung.de/forum-angehoerige-betreute-menschen/)
-   -   Kann sich in Betreuungen nichts ändern im Leben? (https://www.forum-betreuung.de/forum-angehoerige-betreute-menschen/21742-betreuungen-nichts-aendern-leben.html)

Dominik Escape 17.12.2021 17:28

Kann sich in Betreuungen nichts ändern im Leben?
 
Hallo!

Ich lebe seit 2,5 J. in einer Betreuung.
Ich habe 3 Betreuer, einen gesetzlichen Betreuer.
Ich sehe immer nur meine Betreuer, nie andere Menschen .
Meine Wahrnehmung versteift sich zunehmends auf Wut und Aggression, weil immer nur das Betreute Wohnen mich besucht.
Ich wünsche mir auch mal Besuch von "LIEBEN" Menschen.
Ich brauche Nähe, und kann doch nicht andauernd nur zum Betreuten Termin verkommen. Lachhaft ist das. Ich finde, wenn man reduziert wird auf die Tablettenwirkung, dann verlangsamt man alle Prozesse .

Ich laufe meiner eigenen Form hinter her.
Die Zeit verrät sich selbst. Der Wahn vermanifestiert die Falsche Welt.
Die Reale Welt ist eine Andere als die Betreute Welt.
Der Betreute ist der Schausteller der eigenen Wünsche.
Die Wünsche werden vernachlässigt, weil man immer nur betreut wird. Betreut Zu werden, ist für mich blanker Ernst. Immer machen sich die Betreuer Sorgen um einen. Ich will doch nur freier leben. Und auch mal normale Menschen treffen in der Gesellschaft.
Ich habe meine Probleme, aber die hat doch jeder.

Die Realität ist kein Kompromiss, sie ist Kontrolle.
Und wenn man einem eine Kontrollierte Welt vorspielt, wird man wie die Kontrolle. Man hinterfragt das System, was hier eigentlich schief läuft, weil man dauernd nur um sich selbst dreht.
Ich verstehe das Weltbild nicht mehr. Keine Ahnung, was das Heim aus mir für einen Kontrollfreak gemacht hat. Damals musste ich mehr Tabletten nehmen als heute. Heute nehme ich nur 1 Noch. Zum Glück. Ich hasse das Pharmazeugs. Das verstopft den Darm und macht die Ausstrahlung kaputt.

Läuft das Leben in den Betreuungen immer an einem Vorbei?

Mfg
Dominik Escape

Susi K 17.12.2021 19:03

Hallo,

es liegt an jedem selbst, die Initiative zu ergreifen und etwas zu ändern.

michaela mohr 17.12.2021 19:16

Zitat:

Meine Wahrnehmung versteift sich zunehmends auf Wut und Aggression, weil immer nur das Betreute Wohnen mich besucht.
Ich wünsche mir auch mal Besuch von "LIEBEN" Menschen.
MAg sein, das er eine seinen gestzlichen Betreuer für lieb befindt, anere nicht.


Du scheinst irritiert durch das Wort "Betreuer". Eigenlich heissen wir rechtliche Betreuer und das zeigt gleichzeitig auch unser Arbeitsfeld auf.
Wir sind nun mal zuständig für die rechtlichen Angelegenheiten!


Zitat:

Ich brauche Nähe, und kann doch nicht andauernd nur zum Betreuten Termin verkommen.
Nein das ginge wirklich nicht.
Hast du eigentlich an deinen Arzt, den Briefträger usw. ähnliche Erwartungen?


Wir arbeiten täglich hart an den Problemen einiger Menschen. Sich mit diesen regelrecht anzufreunden gehört nicht dazu bei allem Verständnis für deine Bedürfinisse.


Freunde oder liebe Menschen muss sich jeder auf der Welt selbst suchen, die werden nicht "geliefert"- Betreuung vor oder zurück.

Flafluff 17.12.2021 19:33

Zitat:

Zitat von Dominik Escape (Beitrag 138238)
Die Reale Welt ist eine Andere als die Betreute Welt.
Der Betreute ist der Schausteller der eigenen Wünsche.
Die Wünsche werden vernachlässigt, weil man immer nur betreut wird. Betreut Zu werden, ist für mich blanker Ernst. Immer machen sich die Betreuer Sorgen um einen. Ich will doch nur freier leben. Und auch mal normale Menschen treffen in der Gesellschaft.
Ich habe meine Probleme, aber die hat doch jeder.


Hallo,


wenn man eine Betreuung bekommt, ist immer eine Krankheit (oder Behinderung) mit im Spiel. Die Betreuung ist da, um zu dabei zu helfen, trotz der Krankheit/Behinderung einigermaßen gut durchs Leben zu kommen. Die Betreuung ist daher nicht das Problem, sondern repräsentiert dieses nur. Das Problem ist die Krankeit.


Betreuung kommt, wenn eine Krankheit einen so sehr beutelt, dass man gewisse Dinge nicht mehr gut alleine regeln kann. Dass man eine Betreuung hat, zeigt einem genau das wohl immer wieder und ich kann mir vorstellen, dass das auch sehr frustrierend sein kann.



Was auch bei einer Betreuung nicht passieren sollte, ist, wenn ein Betreuer oder eine Betreuerin zu weit in das Leben des Betreuten hineinregelt. Wo es nötig ist, muss er es tun, wo es aber nicht nötig ist, muss er es auch lassen, wenn der Betreute es so will. Der betreute Mensch soll größtmögliche persönliche Freiheit haben und soviele Sachen selbst regeln dürfen, wie es möglich ist.



In diesem Spannungsfeld bewegt sich das Ganze.


Vielleicht ist es bei dir manchmal schwankend, sodass da Phasen sind, in denen es dir schlechter geht und der Betreuer sehr viel regelt und auch manches bestimmt, und dann auch wieder Phasen, in denen es dir besser geht und du eigentlich Vieles selbst in die Hand nehmen könntest, aber der Betreuer bemerkt es nicht gleich, oder will noch vorsichtig bleiben.


Sprichst du mit deinem Betreuer darüber? Wenn nicht, solltest du das unbedingt tun. Immer wieder. Soviel Zeit und Ohr muss der Betreuer haben.




Dass du gerne mehr "normale" Kontakte zu Leuten außerhalb des Helferspektrums hättest, kann ich übrigens sehr gut verstehen und drücke dir die Daumen, dass sich da bald etwas Gutes für dich ergeben wird. Die Zeiten sind hierfür zwar gerade nicht ideal, Corona kann schon ganz schön einsam machen. Irgendwann wird es aber auch wieder besser.


Bei meinen Klienten bin ich derzeit regelrecht froh, dass wenigstens das Betreute Wohnen/die Tagestätten/die Alltagsbegleiter etc. noch da sind und den Kontakt halten. Das ist zwar auch "nur" das helfende Umfeld, aber es sind jedenfalls reale menschliche Kontakte für meine Betreuten (und ich bin ja auch noch da :d010:).

Dominik Escape 02.01.2022 14:08

Ich bin mental enttäuscht
 
Hallo!

Heute ist wieder so ein verzweifelter Sonntag.
Ich hänge mal wieder in der Wohnung rum, und räume ANDAUERND auf. Meine Betreuer und der Leiter der Wohnungsstiftung stellen mir dauernd die AUfgabe, aufzuräumen. MIR hängt das langsam zum Hals raus. JEDEN Tag räume ich in der Wohnung meinen Krempel um, in der Hoffnung, dass es wieder ordentlicher aussieht.

Ich bin es Leid, nur für die Betreuer dauernd Aufräumen zu müssen. Ich meine, dass kein Müll offen rum liegen darf geschweige denn Biomüll und so das habe ich verstanden. Aber muss es immer so perfekt aussehen? Ich meine es wohnt weder mein Betreuer selbst noch mein gesetzlicher Betreuer in der Wohnung. Seit knapp 3 Jahren stecke ich meine Energie in das Aufräumthema. Zum Leidwesen als wäre das alles nix Wert kommt jetzt auch noch eine Putztante vorbei jeden Freitag bestellt von meinem gesetzl. Betreuer.

WANN Endet dieses sensible Thema physisch und psychisch mal ? Ich meine AUFRÄUMEN, das gehört zur Selbstständigkeit dazu. Aber ich habe mehr den Verdacht, dass sie NICHT wollen, selbstständig zu werden, sonst würden sie mir nicht dauernd ansagen, DAUERND nur aufräumen zu müssen. Ich bin doch nicht im Betreuten Wohnen wie im Gefängnis zu hocken. Das LEBEN ist MEHR als nur aufzuräumen. Aber mein GB meint, ich bräuchte das als Unterstützung. Ich gebe tagtäglich alles in der Wohnung, damit ICH mich wohlfühlen kann, und dann kommt dauernd jeden FREITAG jemand, der alles wieder neu strukturiert. Mein Betreuerstab meint, ich bräuchte das. WARUM hört mir nur keiner mal an, wie es mir dabei ergeht? SCHLIMM diese Bürokratie in Deutschland, und der AUfwand, der damit verbunden ist.

EIgentlich ist die WOHNUNG ein Ort der Privatsphäre und des Rückzugs nicht des verbalen Angriffs. Mich stört das unwahrscheinlich, dass da jedes Mal jemand in meinen privaten Dingen rumwühlt. Aber meine Betreuer sagen, ich hätte das "MIT IHNEN zusammen besprochen": Ja, weil ich nicht anders konnte- sie lagen es mir nahe , das zu machen. Das ist eine bodenlose Unverschämtheit. Manchmal platzt mir sehr die Hutschnur, wenn ich sehe, mit welcher Willkürlichkeit und Demoralisierung gearbeitet wird. Ich arbeite gerne mit, mache auch gerne sauber, aber irgendwann grenzt das alles an eine Art Alptraum, wo man selbst überfordert ist.

Ich meine ich MACHE IMMER mein Bestes, gebe immer Volle Energie, aber meine Betreuer sehen immer das Gleiche Ergebnis. WARUM?? Ich verstehe mein eignes Leben kaum noch. Dass die Realität da ist, merke ich ja noch. Aber wo bleibt den meine Lebensqualität vor lauter Armutisierung des Klienten?

Mfg
Dominik Escape

michaela mohr 02.01.2022 16:11

Du verwechselst bzw. verwendest den Begriff "Betreuer" hier im Forum nicht richtig.
Wir reden hier hauptsächlich über die/eine rechtliche Betreuung.


Probleme mit deinen Bezugsbetreuern in der Einrichtung musst du mit diesen selbst klären- vielleicht zuerst im Rahmen eines Gesprächs mit deinem rechtlichen Betreuer.

mimi91 02.01.2022 16:39

Du solltest das Thema "Aufräumen" vielleicht gemeinsam mit deinen Bezugsbetreuern mal konkret definieren. Selbstverständlich sollte Dir der Raum für deine Strukturen gegeben werden. Wenn allerdings jeden Freitag eine "Putztante" kommen "muss", legt das doch die Vermutung von Verschmutzungen nahe, die die Einrichtung nicht hinnehmen muss, da es hygienische Grundstandards gibt, die nun mal einzuhalten sind.


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 15:01 Uhr.

Powered by vBulletin® Version 3.8.11 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2022, vBulletin Solutions, Inc.


SEO by vBSEO 3.2.0

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38