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Ist Betreuung so normal??

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Hallo! Ich bin noch ganz neu hier angemeldet. Mitgelesen habe ich schon eine längere Zeit. Mich beschäftigen mehrere Fragen rund ...


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Alt 27.04.2024, 09:01   #1
Ich bin neu hier
 
Registriert seit: 20.04.2024
Ort: Bayern
Beiträge: 3
Böse Ist Betreuung so normal??

Hallo!
Ich bin noch ganz neu hier angemeldet. Mitgelesen habe ich schon eine längere Zeit.
Mich beschäftigen mehrere Fragen rund um die Betreuung, da ich nicht einordnen kann, wie sich so ein:e Betreuer:in sich so um die Klienten kümmert. Hintergrund ist, dass ich schon sehr lange eine gesetzliche Betreuung habe (seit 2015) und sie nun wieder verlängert werden soll, wenn ich das möchte. Grundsätzlich bin ich damit eigentlich einverstanden, weil ich bisher dachte, dass ich so immer eine "Unterstützung" an meiner Seite habe, wenn es für mich schwierig ist.

So, nun zu meinen Fragen:
1. wie häufig hat so ein:e Betreuer:in Kontakt zum Klienten?
2. wie läuft Hilfe in einem Krisenfall?
3. ist es normal, dass ich jedes Jahr zum Beispiel Unterlagen die der Steuerberater benötig mehrmals anfordern muß und dann wirklich Wochen und Monate auf eine Kopie als Mail warte?? Was ist auf meine Frage für eine Antwort bekomme, schreibe ich lieber nicht.

Hintergrund ist, im Jahr 2023 ein Kontakt Anfang Januar stattgefunden hat. Zwischendurch habe ich für eine Erstattung durch die KK Unterlagen an meine Betreuerin weitergereicht. Es hat dann insgesamt über 9 Monate gedauert, bis es zu einer Erstattung kam. Grund: keiner hat sich um den Antrag gekümmert (außer ich irgendwann) und die AOK hat das einfach in die Ablage gepackt und ignoriert.
Der nächste persönliche Kontakt fand am 13.12.2023 statt. Ein Hilferuf, da ich in einer heftigen Krise feststecke (seit 10/2023), meine Therapeutin nicht mehr praktiziert (kurzfristig) und ich auch sonst keine Anlaufstelle habe. Naja, ich mußte feststellen, dass ich offensichtlich KEIN Hilfenetz für solche Situationen habe bzw. dieses nicht mehr existiert. Meine Betreuerin hat mir jedenfalls erklärt, dass sie nichts machen kann, da sie zwar alle Aufgabenkreise der Betreuung hat, aber nicht die "ambulante Betreuung". Daher kann Sie sich weder um Hilfe bei Therapeutensuche, Unterstützung mit dem Pflegedienst oder sonst etwas kümmern. Seit 2015 versucht sie mir ambulantes betreutes Wohnen aufzudrängen. Jetzt habe ic zugestimmt in meiner Not. Jetzt kann sie ab nichts machen, wegen Aufgabenkreis. Die haben sich aber in den Jahren der Betreuung nicht geändert.

Meine Betreuerin hat sich seit dem Termin Anfang Dezember letzten Jahres nicht mehr bei mir gemeldet. Einen Termin vom Gericht habe ich zugeschickt bekommen, der ist kommende Wochen. Sie weiß, dass ich wegen meiner Angst und Panikstörung und Sozial Phobie, kaum oder nur mit Begleitung das Haus verlassen kann. Dass ich nicht Auto fahren kann/darf (Medikamente) und dass ich nicht oder nur sehr eingeschränkt in der Lage bin mit ÖPNV zu fahren. Finanzielle Mittel für Taxi etc. habe ich nicht. Ich brauche aber nicht darauf zu warten, dass Sie bei mir nachfrägt, ob ich überhaupt zum Gericht kommen kann. Ein Termin bei mir zuhause wäre ja auch eine Option, aber das müßte man beantragen.
Auch würde ich in solchen Krisensituationen erwarten, dass sie sich mit meiner Psychiaterin abspricht/abstimmt. Diese hatte mich in die Klinik eingewiesen (da bin/war ich bis Corona Dauergast). Meine Betreuerin hat dann gemeint, das Klinik etwas für Kranke sei. Das brauche ich nicht.
Ich habe Pflegegrad 2. Seit fast 6 Jahren. Auf meine Veranlassung hin wurde der Antrag damals gestellt und sofort unbefristet und ohne Nachprüfung genehmigt. Hier kam auch schon keinerlei Impuls oder Interesse von Seiten meiner Betreuerin.
So, nun habe ich Schwierigkeiten in verschieden Bereichen des tägl. Lebens. Ich brauche Hilfe im Haushalt, ich brauche Hilfe bei allen Aktivitäten des tgl. Lebens besonders äußerhalb der Wohnung, ich brauche Hilfe bei der Körperpflege, ich benötige Pflegehilfsmittel (Inkontinenzprodukte) weil ich nachts bei Albträumen manchmal einnässe, meine Pflegeperson ist nicht immer verfügbar, weil auch sie mal eine Pause braucht. Ich bezahle Haushaltshilfe und Pflegepersonersatz aus eigenen Mitteln, weil ich nicht die Kraft und das Wissen habe, mich an die PK zu wenden, wegen Verhinderungspflege etc. Dass ich die Pflegehilfsmittel bezahlt bekomme habe ich zufällig im Internet festgestellt und so eine Pflegebox bestellt. Findet sie auch doof und als ich wechseln mußte, weil der Anbieter unzuverlässig wurde, konnte ich natürlich nicht auch Hilfe hoffen.

Keine Frage, keine Aufmerksamkeit, nichts. Meine Betreuerin hat mich auf meine Bitte hin, mir dabei zu helfen einen neuen Pflegedienst zu finden, der auch berät und hilft, bekam ich zur Antwort, dass sie das wegen der Aufgabenkreise nicht machen kann. Außerdem wollte ich den Pflegegrad doch soweiso nur um das Pflegegeld einzustreichen.

Die Ermäßigung für Kontoführungsgebühren werden auch nicht in Anspruch genommen, denn wegen 5 Euro pro Monat ist der Aufwand zu hoch ... häää??

Und so geht das weiter. Ich weiß nicht mehr, ob mir das eigentlich irgendeinen Vorteil bringt, diese Betreuung. So wie sich das im letzten halben Jahr darstellt, sehe ich das nicht. Das war jetzt das erste Mal mit einer wirklichen "Notsituation" und ich war und bin absolut alleine....

Und nun soll ich zu Gericht und die Betreuung mit dieser Betreuerin verlängern und auch noch um einen weitern Aufgabenkreis zu erweitern. Soll ich das? Soll ich sie einfach auflaufen lassen und die Betreuung am Gerichtstermin canceln oder eine neue Betreuerin beantragen??

Gehört das alles so? Habe ich zu hohe Erwartungen bzw. falsche Vorstellungen??

Der Text ist sehr lange, daher entschuldige ich mich dafür und bedanke mit fürs lesen und zahlreiche Meinungen.
Schnecki ist offline  
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Alt 27.04.2024, 17:02   #2
Admin/Berufsbetreuer
 
Benutzerbild von Imre Holocher
 
Registriert seit: 16.03.2004
Ort: Betreuungsbüro Herrlichkeit 6 in 28857 Syke
Beiträge: 9,515
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Moin moin


Wenn ich so Deinen Beitrag lese habe ich den Eindruck, dass Du ziemlich fit bist. Das Gericht hat spätestens nach sieben Jahren zu prüfen, ob die Betreuung auch weiterhin noch notwendig ist.

Diese Prüfung scheint jetzt anzustehen.

Das ist die Gelegenheit für Dich, dem Gericht mitzuteilen, dass Du die Betreuung nicht mehr benötigst, weil Du doch sowieso alles selber gemacht hast. Oder zumindest das meiste. Oder, das Du die Betreuung nicht mehr willst.
Wenn Dir der Weg zum Gericht zu spooky ist, dann kannst Du um eine Anhörung bei Dir vor Ort bitten.



Auf jeden Fall ist das Betreuungsgericht der richtige Ort an den Du Dich wenden kannst, wenn Dir etwas an Deiner Betreuung nicht (mehr) gefällt.



MfG
Imre
__________________
Fehler sind dazu da, um sie zu machen
und daraus zu lernen.
Fehler sind nicht dazu da, sie dauernd zu wiederholen.
Imre Holocher ist offline  
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Alt 28.04.2024, 09:20   #3
Gehört zum Inventar
 
Registriert seit: 25.06.2021
Ort: Balkonien
Beiträge: 2,598
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Was Du möchtest, musst Du dem Gericht schon mitteilen, in Frage kommen eine Aufhebung der Betreuung, ein Betreuerwechsel oder eine Verlängerung.

Du solltest deinen Wunsch aber auch sinnvoll begründen können.
Mächschen ist offline  
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Alt 29.04.2024, 14:10   #4
Stammgastanwärter
 
Registriert seit: 03.07.2013
Ort: Bürostandort Oldenburg/Niedersachsen
Beiträge: 487
Standard

Da gibt es mehrere sinnvolle Antworten dazu.

1 Kontakt in einem Jahr ist wenig. Das mag OK sein bei einer "laufenden" Heimbetreuung oder wenn der Betroffene selbst keinen Kontakt will, ansonsten erscheint mir das aber zu wenig.

Wenn die Betreuerin die passenden Aufgabenkreise hat, dann muss sie sich um Steuern und Befreiungen kümmern, sofern Du dazu nicht in der Lage bist. Der Hilfebedarf ist zu prüfen und zu vereinbaren und diese Vereinbarung muss bei Bedarf immer wieder angepasst werden.
Monate sollen solche Vorgänge nicht dauern.

Tatsächlich ist ein rechtlicher Betreuer regelhaft NICHT Bestandteil der Rettungskette und kann in einer akuten Krise auch gar nicht so viel machen. Aufgabe (Aufgabenbereich vorausgesetzt) ist es eher, vorher/hinterher mit dir zusammen ein passendes Netzwerk aufzubauen. Dazu gehören ggf. auch Pflegedienst und/oder Wohnassistenz. Wenn das nicht gewünscht ist (wie anscheinend bei Dir in der Vergangenheit) oder einfach keine Dienste zu finden sind, ist das aber schwierig und (für beide) unbefriedigend.

Wenn Du unzufrieden mit dem Verlauf bist, dann ist die Anhörung der beste Ansatzpunkt für Veränderung:
Du kannst telefonisch oder per Brief wegen eines Termins bei dir in der Wohnung anfragen.
Du kannst dir vorher selbstkritisch Gedanken machen, an welchen Stellen Du tatsächlich auf Hilfe angewiesen bist und was Du besser alleine machst.
Du kannst um einen Betreuerwechsel bitten, wenn euer "Arbeitsverhältnis" verbraucht ist.
Das Gericht muss deine Ideen dazu ernstnehmen und prüfen, aber natürlich kann das Gericht dann (begründet!) auch anders entscheiden.
__________________
--> Das Leben bleibt spannend
K.Wagner ist offline  
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Alt 29.04.2024, 15:54   #5
Ich bin neu hier
 
Registriert seit: 20.04.2024
Ort: Bayern
Beiträge: 3
Standard

Hallo!
Vielen Dank für die nützlichen Hinweise und Infos. Wir werden sehen wie es weitergeht.
Schnecki ist offline  
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Alt 30.04.2024, 10:34   #6
Routinier
 
Benutzerbild von Leuchtturm-H
 
Registriert seit: 29.11.2009
Ort: Niedersachsen
Beiträge: 1,306
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Zitat:
Zitat von K.Wagner Beitrag anzeigen
Da gibt es mehrere sinnvolle Antworten dazu.

1 Kontakt in einem Jahr ist wenig. Das mag OK sein bei einer "laufenden" Heimbetreuung oder wenn der Betroffene selbst keinen Kontakt will, ansonsten erscheint mir das aber zu wenig.
Das sehe ich auch so, wobei man das auf den Einzelfall betrachten sollte.

Ich habe einige Betreuungen, da rennt man buchstäblich hinterher bis ein Termin mal eingehalten wird. Überwiegend bei den Betreuungen, wo der Dealer zur Vertrauensperson wird.

Ein Betreuter wünscht nur einmal im Jahr ein Kontakt, aber die Kommunikation per Mail und Telefon klappt reibungslos.

Wenn ich aufgrund akuter Angelegenheiten mehrmals im Monat persönlichen Kontakt gesucht habe, darf es danach auch mal vier bis sechs Monate ruhig sein.

Der Leuchtturm
Leuchtturm-H ist offline  
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Alt 30.04.2024, 11:50   #7
Forums-Geselle
 
Registriert seit: 21.04.2017
Ort: bei Heidelberg
Beiträge: 286
Standard

Hallo,

ich wollte nur kurz berichten, ich habe persönlichen Kontakt zu meiner Betreuerin einmal im Jahr, bei dieser wie auch der davor. Dann noch 5-6 Mal WhatsApp/Anrufe der Rest per Mail. Find ich super, persönliche Termine und Anrufe sind große stressoren.

Liebe Grüße
Corbinian
Elara ist offline  
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Alt 02.05.2024, 23:10   #8
Forums-Geselle
 
Registriert seit: 18.05.2020
Ort: Großraum Bad Dürkheim
Beiträge: 122
Standard Schlechte Betreuung

Hallo Schnecki!


Auch ich habe leider schon die Schattenseiten des Betreuungswesens kennenlernen müssen. Es ist wirklich nicht schön, wenn man an den Falschen/die Falsche gerät. Meine erste Betreuerin war einfach nur faul und inaktiv. Aufgrund ihrer Passivität bin ich damals Gefahr gelaufen, physisch, psychisch und auch materiell großen Schaden zu nehmen. Erst, als ich auf einen Betreuerwechsel gedrängt habe und dieser dann auch vollzogen worde, ging es wieder bergauf.


Man möge mich korrigieren, wenn ich hier falsch liege. Aber ist es nicht so, dass man die besten Aussichten auf Erfolg beim Thema "Aufhebung einer rechtlichen Betreuung" eher dann hat, wenn man an einer körperlichen Erkrankung leidet und deshalb behindert ist? Im hier vorliegenden Fall scheint es ja so zu sein, dass die Person, um die es geht, durchaus auch Beispiele anführt, die den Eindruck erwecken, dass es sich um eine seelische bzw. psychische Erkrankung handeln könnte!?


Da meine Betreuung vor einem Jahr aufgehoben wurde und ich mich seitdem kaum mehr mit der Materie befasse, kann ich die Erfolgsaussichten in diesem Fall kaum abschätzen.


Ich melde mich die Tage mal bei dir, Schnecki, wenn´s Recht ist!? Ich habe Pflegegrad 3 und benötige leider ebenfalls Inkontinenz-Hilfsmittel. Jetzt muss ich aber erstmal dringend etwas Schlaf nachholen. Sonst kannst du mich morgen Früh nämlich wegschmeißen.




Viele Grüße und alles erdenklich Gute für dich,
Ralle82
Ralle82 ist offline  
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