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Betreuer allg.

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Hallo zusammen, ich habe noch nicht einmal das Wort "Betreuer" in meinem Posting verwendet - aber Betreuer scheinen sich angesprochen ...


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Alt 23.04.2008, 21:36   #11
Forums-Geselle
 
Benutzerbild von hundeline
 
Registriert seit: 20.04.2008
Beiträge: 136
Standard

Hallo zusammen,

ich habe noch nicht einmal das Wort "Betreuer" in meinem Posting verwendet - aber Betreuer scheinen sich angesprochen zu fühlen.

Eine derartige Polemisierung liegt mir völlig fern und verfehlt völlig kontraproduktiv meine Absicht.

Die Studie habe ich gelesen, die Adresse des Vereines gebe ich auf Wunsch per PN bekannt.

Ich lese in vielen Threads, dass suchtkranke Menschen betreut werden. Einigen Vorrednern entnehme ich aber (Zitate spare ich mir, auch weil ich nicht weiss, wie ich Zitate einfügen kann!), dass
sie sich über die Motivation zur Sucht überhaupt gar nicht im Klaren sind, sondern Suchtkranken ebenfalls pauschal unterstellen, sie würden generell nur die Schuld bei anderen suchen, obwohl ich gerade mit den Aussagen "Mut antrinken" etc. beabsichtigt habe, auf höchsteigene Problematiken und Defizite bei den Suchtkranken selber hinzuweisen.
Es tut mir leid, dass ich weder Jurist noch Schriftsteller bin.

Ich fühle mich missverstanden und hoffe, ich habe mit diesem Posting zur Klärung beigetragen.


Mir sind Menschenleben und Lebenszeiten zu kostbar, um sie mit irgendwelchen irrationalen und völlig überflüssigen Spielereien und Vorverurteilungen zu vergeuden. Dies gilt für alle Seiten.

Dito angesäuert
Hundeline
hundeline ist offline  
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Alt 23.04.2008, 21:41   #12
Ehrenamtlicher Betreuer
 
Registriert seit: 23.02.2004
Ort: im Norden
Beiträge: 1,812
Standard ohne

Hallo,

schlimm ist, dass die dauernde negative Berichterstattung über Betreuer offenbar Früchte trägt, und zwar negative.

Ihr lieben meckernden Betreuten, die ihr das alles so schlecht findet mit der Betreuung, fragt euch doch mal, wie es dazu kam, dass eine Betreuung notwendig wurde.

Für 20 Euro kann man zu einer öffentlichen Rechtsauskunft gehen und sich erkundigen, was zu tun ist, um aus dem geschilderten Dreckloch heraus zu kommen. Hat nur zwei Nachteile: man muss 20 Euro sparen, und man muss seinen Hintern bewegen. Das ist natürlich viel verlangt.

Gruss

Andreas
AndreasLübeck ist offline  
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Alt 23.04.2008, 23:19   #13
Forums-Geselle
 
Benutzerbild von hundeline
 
Registriert seit: 20.04.2008
Beiträge: 136
Standard

Guten Abend,

wenn ich ein Glioblastom (unheilbarer Hirntumor) hätte, würde mich garantiert kein Mensch fragen, wie es denn durch meine alleinige Schuld dazu gekommen sei und ob ich nicht meinen Allerwertesten bewegen könnte, um dieses Drecksding wieder loszuwerden.
Ich habe nie und zu keiner Zeit einen Vertrag unterschrieben mit dem Inhalt "Ich will Depressionen haben und suchtkrank sein, und ich will unbedingt eine alkoholabhängige Mutter haben", geschweige denn einen derartigen Wunschzettel ans Christkind geschrieben.
Mein grösster Wunsch seit mehr als 12 Jahren ist es, diesen Mist wieder loszuwerden und wieder normale Gefühle zu haben und wieder ohne Zynismus und ohne ohnmächtige Verzweiflung lachen und weinen zu können, arbeits- und entscheidungsfähig zu sein, dass ich meine Meinung sagen, ohne dauernd als Querulant beschimpft zu werden oder überhaupt nicht ernst genommen zu werden - das ist mein Wunsch, nicht nur für mich, sondern auch für alle anderen Menschen auf dieser Welt, und nichts anderes.
hundeline ist offline  
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Alt 24.04.2008, 00:22   #14
Ehrenamtlicher Betreuer
 
Benutzerbild von Kohlenklau
 
Registriert seit: 28.03.2008
Ort: NRW
Beiträge: 2,086
Standard

Hallo,

Zitat:
Zitat von hundeline Beitrag anzeigen
Ich habe nie und zu keiner Zeit einen Vertrag unterschrieben mit dem Inhalt "Ich will Depressionen haben und suchtkrank sein, und ich will unbedingt eine alkoholabhängige Mutter haben", geschweige denn einen derartigen Wunschzettel ans Christkind geschrieben.
Mein grösster Wunsch seit mehr als 12 Jahren ist es, diesen Mist wieder loszuwerden und wieder normale Gefühle zu haben und wieder ohne Zynismus und ohne ohnmächtige Verzweiflung lachen und weinen zu können, arbeits- und entscheidungsfähig zu sein, dass ich meine Meinung sagen, ohne dauernd als Querulant beschimpft zu werden oder überhaupt nicht ernst genommen zu werden
Dein Wunsch ist legitim und nachvollziehbar. Der Zusammenhang mit rechtlicher Betreuung ist aber nicht klar.

Die von Dir angegebene Studie wird wohl von

Handeln statt Mißhandeln, Bonner Initiative gegen Gewalt im Alter e.V.

vertrieben und ist auch über den Mabuse-Verlag erhältlich.

Anspruch und Realität der rechtlichen Betreuung
- Problemdarstellung und Berichte von Betroffenen
(Hrsg.: Hrisch, R. D.; Halfen, M.)
Kern des Betreuungsrechtes ist, daß das Wohl des Betreuten im Mittelpunkt steht und daß die Wünsche des Betreuten zu beachten sind und den Auffassungen des Betreuers vorgehen. Die Vielzahl der geschilderten Betroffenenberichte zeigt leider, daß die Realität häufig anders aussieht. Das Betreuungsrecht ist in seiner Komplexität in der breiten Öffentlichkeit noch weitgehend unbekannt. Daher führen einleitende Texte von ausgewiesenen Experten den Leser in das Thema ein.

439 Seiten, Tab. & Abb.

Gruß
Kohlenklau
__________________
Ich trinke nur an Tagen, die auf 'g' enden,
und mittwochs

They tried to make me go to rehab, but I say no - no - no (Amy Winehouse)
Kohlenklau ist offline  
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Alt 24.04.2008, 12:32   #15
Forums-Geselle
 
Benutzerbild von hundeline
 
Registriert seit: 20.04.2008
Beiträge: 136
Standard

Hallo Kohlenklau,

genau diese Studie habe ich gemeint.

Sie ist wohltuend sachlich geschrieben - und eigentlich ein Vorläufer dessen, was hier im Forum aktuell passiert.

Zu der Frage nach dem Zusammenhang mit der rechtlichen Betreuung muss ich offenbar ein wenig weiter ausholen, hoffentlich geht es, ohne zu sehr abzuschweifen.
Die psychosomatische Klinik, die ich kenne, und deren Therapeuten bringen ihre Patienten dahin, das simple Wort "Ich" zu verstehen. Wer bin ich jetzt, was hat mich dazu gemacht, was fühle und was denke ich, und sich und andere so zu akzeptieren, wie man nun einmal ist. Das sind 5 Monate sinnvollen, intensiven Lernens.

Wenn mir meine Defizite bekannt sind, wollte ich bei einem erneuten Auftreten nicht mehr genauso lange und genauso schwer krank werden wie beim ersten Mal. Deswegen habe ich bei den ersten Anzeichen um Betreuung gebeten, um meine berufliche Reha nicht zu gefährden. Der Abschluss nützt mir gar nichts, wenn meine Betreuerin mir nur so wenig Bargeld aushändigt, dass ich mich anschliessend nicht bewerben kann und sich nicht darum kümmert, dass Forderungen gegen meine Mieterinnen, die am Anfang der Betreuung erst bei ca. 6000 DM lagen, am Ende ihrer Amtsperiode aber auf ca. 68000 DM angewachsen sind. Als Betreuung schief ging, bin ich von 1999 bis Anfang 2008 aus x Psychotherapeuten- und Arztpraxen geflogen, weil meine Klagen über s a c h l i c h e Auswirkungen der Betreuung nicht ernst genommen wurden. Ich wurde an die Psychiatrie verwiesen und dort gilt meiner Erfahrung nach die Fremdanamnese der Betreuer mehr als die Beschwerden der Patienten selber. Im Thread "Diagnostik" habe ich meine gesamten Diagnosen einmal aufgelistet - und wenn ich mir die Arztberichte und die "Gespräche" dort genauer ansehe, geht es ausschliesslich darum, mir beizubringen, der Betreuer sei doch so ein netter Mensch. Ist er auch - bloss nicht dann, wenn er z.B.
unkommentiert lässt, dass Frau P. sich bedauerlicherweise weigert, in einer Werkstatt für geistig Behinderte zu arbeiten. Hoffentlich kennt ihr mich mittlerweile gut genug, um mein Entsetzen darüber halbwegs nachvollziehen zu können.
Mein Betreuer wird keinesfalls von der Staatskasse bezahlt ...

Ein bisschen abgeschweift bin ich doch, sorry.

Vielleicht ist es aber doch einmal an der Zeit, die Haupterwartungen an Betreuer als Ersatzelternteil einmal zu formulieren: Ich möchte, dass mein Betreuer stolz auf mich ist, was ich bin und ich tue.
Und er sollte sich bewusst sein, dass ich ein Produkt
seiner Handlungen bin.
Und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Betreuer auch nur wirklich wollen, dass sie von ihren "Kindern" anerkannt sein wollen, oder irre ich mich da?

Ich war EDV-Organisatorin für Kostenrechnung, Mitglieder- und Beitragsverwaltung und gewohnt zu sagen: die Zahlen müssen stimmen, die Programme müssen stimmen - die Eingaben aber auch.

Alles Gute - und Anerkennung der nächtlichen Internet-Recherche
hundeline ist offline  
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Alt 26.04.2008, 12:36   #16
"Betreuerschreck"
 
Benutzerbild von Momo
 
Registriert seit: 24.09.2004
Beiträge: 3,058
Standard

HUndeline schrieb:

Vielleicht ist es aber doch einmal an der Zeit, die Haupterwartungen an Betreuer als Ersatzelternteil einmal zu formulieren: Ich möchte, dass mein Betreuer stolz auf mich ist, was ich bin und ich tue.
Und er sollte sich bewusst sein, dass ich ein Produkt
seiner Handlungen bin.
Und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Betreuer auch nur wirklich wollen, dass sie von ihren "Kindern" anerkannt sein wollen, oder irre ich mich da?

also diesen satz find ich klasse:O))))
OBwohl es darübe rsicher noch einiges zu diskutieren gäbe:O)))

lg MOMO
Momo ist offline  
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Alt 28.04.2008, 18:26   #17
Forums-Geselle
 
Benutzerbild von hundeline
 
Registriert seit: 20.04.2008
Beiträge: 136
Standard

Hallo Momo,

danke für deine Reaktion und das Lob.

Selbstverständlich sollte es eine Diskussion geben.
Man kann doch sowieso nur denjenigen helfen, die reden oder sich sonstwie bemerkbar machen.

Wenn ich an den von kohlenklau recherchierten Bericht "Anspruch und Wirklichkeit der rechtlichen Betreuung" denke, scheint mir eine Diskussion über das Thema "Wie erkenne ich eigentlich einen Willen und wie kann man darauf reagieren?" und ähnliche Fragen sehr angebracht und notwendig.

Hier in meiner Wohnung kann ich mich zurückziehen und z.B. in Ruhe überlegen, wie ich schriftlich vor ein paar Tagen auf den Beitrag von AndreasLübeck angemessen reagiere.
Im realen, persönlichen Gespräch hätte ich absolut null Chance so zu antworten, wie ich es eigentlich kann. Entweder sitze ich verblüfft da und hoffe, dass mein Betreuer irgendwann einmal lernt, etwas anders mit mir umzugehen, oder aber ich versuche die Situation später zu bereinigen. Aber später ist nun einmal zu spät - zum einen für mich, meine Gesundheit und meinen Besitz - und führt sehr leicht dazu, dass aus relativ einfachen Rückfallgefahren tatsächliche Rückfälle und somit Langzeitfälle werden.

Ich habe am Samstag beim Hirntumor-Kongress einen Patienten gehört, dem die Ärzte die Diagnose seines Tumors so beigebracht haben, als sei er bereits schon tot. Juristisch ist dies ein Behandlungsfehler - und Anlass, die Psychoonkologie zu erweitern, um weitere Hilfen für Patienten mit posttraumatischen Belastungstörungen
anbieten zu können.
So vielschichtig, lebendig, human und interessant, trotz vieler Tragik, wünsche ich mir eigentlich auch Betreuungen

Liebe Grüsse
hundeline ist offline  
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