Dies ist ein Beitrag zum Thema Betreuer allg. im Unterforum Forum für Angehörige und betreute Menschen , Teil der Offenes Forum gesetzliche Betreuung
Betreuer wollen, ohne sich irgendwie schmutzig zu machen, schnell viel Geld verdienen. Alleine die Vorstellung der Macht einen anderen Menschen ...
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#1 |
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Gast
Beiträge: n/a
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Betreuer wollen, ohne sich irgendwie schmutzig zu machen, schnell viel Geld verdienen. Alleine die Vorstellung der Macht einen anderen Menschen bevormunden zu können, leitet sie.
Ihr intellektueller Status besteht auf dem Papier, da sie keine Ahnung haben. Wenn dann ein Betreuter mal hopst, dann gibt es vielleicht noch was zu erben. usw. Gruß Unbetreut |
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#2 |
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Gast
Beiträge: n/a
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Hallo Unbetreut,
hast ja schlimme Erfahrungen machen müssen, was mir für dich leid tut. Doch so wie es bei Polizisten und Lehrern und Versicherungskaufleuten und Handwerkern und und und ... Schwarze Schafe gibt, gibt es die natürlich auch unter BetreuerInnen. Oder kommt dein Frust aus Berichten anderer oder wohlmöglich aufgrund von Medien? Aber auch da gilt, was gerade aktuell gefragt ist, wird bedient und effekthascherisch aufgebauscht. Was haben wir nicht schon alles gehört. Daraus könnte man glatt schließen, dass morgen die BetreuerInnen die Weltherrschaft samt Bin Laden übernehmen. Ich habe in den 2 Jahrzehnten, wo ich erst ehrenamtlich und nachher beruflich Rat- und Hilfesuchende betreue, unterschiedlichste Erfahrungen gemacht. Darunter auch, dass Betreute mich noch nach Jahren zu ihrer Geburtstagsfeier einladen und sich freuen, dass sie mit meiner Unterstützung und Begleitung aus dem Sumpf von Alkohol, Schulden und Strafen rausgekommen sind und jetzt ein ganz normales Leben führen, was damals völlig undenkbar war. Solche Erfahrungen sind selten, zugegeben, doch kommen ebenso vor, wie der absolute Frust von Betreuten über BetreuerInnen und umgekehrt. Denn manchmal machen gerade diese massiven Vorbehalte gegen BetreuerInnen es nahezu unmöglich, die Situation der Betreuten nachhaltig und effektiv im Sinne und zum Wohle des Betreuten zu verändern. Und das sollte das gemeinsame Ziel sein. Oder nicht? Gruß Heinz |
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#3 |
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Ehrenamtlicher Betreuer
Registriert seit: 23.02.2004
Ort: im Norden
Beiträge: 1,809
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Hallo,
ich muss sagen, ich bewundere die Antwort von Heinz. Bei mir wäre sie wesentlich deftiger ausgefallen. Nur eine Bemerkung zum dumm-und dusslig-verdienen: ein ehrenamtlicher Betreuer erhält pro Jahr 323 Euro. Also, ich werde davon nicht reich. Berufsbetreuer verdienen mehr, sind aber wie jeder Selbstständige zu happigen Abgaben verpflichtet, da bleibt auch nicht so viel hängen. Also, bei Problemen bitte konkrete Schilderungen, dann kann man auch sachlich antworten. Gruss Andreas |
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#4 |
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Gast
Beiträge: n/a
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Tut mir Leid aber ich war heute ziemlich verärgert. Aus eigener und anderer Erfahrung, weiß ich aber das psychisch Kranke, die betreut werden, sozial absteigen und dann meist im Heim landen oder Suizid begehen.
Natürlich gibt es auch positive Resonanzen. Gruß unbetreut |
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#5 |
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Gast
Beiträge: n/a
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Also, da kannst Du meiner Meinung nach noch so verärgert sein, trotzdem kannst Du Dir solche verallgemeinernden Bemerkungen echt sparen.
Ziemlich daneben Deine postings! Gruß betreut |
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#6 |
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Gast
Beiträge: n/a
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Als Angehörige einer Betreuten sehe ich doch nach Jahren von Suchtverhalten einige Vorteile: als Verwandter muss man im Notfall keine Beschlüsse mehr erwirken nach PSychKG. Das trübt das Verhältnis sehr. Irgendwie scheints nen Freibrief zu geben. Alleine der Hinweis auf Betreuung und Schwerbehinderung hat schon etliche abgehalten, Verfahren gegen sie anzustreben. Natürlich habe ich als Verwandte die Kuh vom Eis gekriegt. Für Dinge, die außerhalb von Beschlüssen liegen, ist der Betreuer nicht so fit
) Mängel der Betreuung sah ich darin, dass nicht schnell genug auf wirklich sehr schlimme psychische Situationen ragiert wurde. Letztendlich waren die Verwandten diejenigen, die den Notruf beim Betreuer loslassen mussten. Dann war der Betreuer nicht erreichbar oder der VormR nicht erreichbar usw. Es war oft hart an der Grenze zum Suizid bzw. selbstzerstörerischen Verhalten. Keiner tat was. Die Polizei nix. Abgesehen davon gab es auch schon eine einmalige Situation mit der Polizei, bei der ich zugegen war, wo diese derartige Gewalt angwendet hatte, weil die Betreute sich sträubte (ist ja klar), in die Magengrube geboxt, Würgemale am Hals. Also das wünsche ich keinem Betreuten. Die Betreute hat nachweislich zwar Ausraster wegen Alk, ist Opfer von Missbrauch, Traumatisierung, und dann das. Also mich hat das Verhalten damals sehr geschockt. Seit 1 1/2 J. ist bekannt, dass die Betreute ein Alk- und Drogenproblem hat, weil sie sich outete. Alle Hinweise der Verwandschaft wurden abgetan mit einfach Schizophrenie. Vorher wurde dies in der Psychiatrie völlig ignoriert, "Alk-Kosnum ab und an, aber kein Problem damit". Seither kam es nie mehr zu Zwangseinweisungen, wenn's ihr schlecht geht, hat sie inzwischen ein anderes Krankenhaus (Psychiatrie), wo man auf ihr Alk-Problem eingeht. Damit ist sie gut gefahren die letzten Monate. Aber leider hört sie nicht auf zu trinken und Unmengen von Klamotten zu ordern, die sie auch bezahlt (bei Versandhäusern nicht gesperrt). Einwilligungvorbehalt wurde (noch) nicht beantragt. Dann wäre der Teufel los. Gruss von mary |
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#7 |
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Ehrenamtlicher Betreuer
Registriert seit: 23.02.2004
Ort: im Norden
Beiträge: 1,809
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Hallo,
natürlich ist es derb, wenn die Polizei einschreitet und dann mit körperlicher Gewalt vorgeht. Aber wer hat sie geholt und warum ? Wenn der Betreuer sich nicht anders zu helfen weiss, dann ist das seine Entscheidung. Wenn der arme Traumatisierte ausrastete, dann ist das in Ordnung ? Aber wenn so ein paar blöde Polizisten verletzt werden, dann ist das eben Berufsrisiko ? Also, als Polizist würde ich auch erst an meine Sicherheit denken, man weiss doch nie, was so einem alles einfällt. Der Gesetzgeber hat sehr hohe Hürden gesetzt, ehe jemand zwangseingewiesen und/oder gegen seinen Willen behandelt wird. Es ist Tatsache und Gesetz in Deutschland, dass jeder im schlimmsten Dreckloch wohnen kann. So lange keine Eigen- oder Fremdgefährdung vorliegt, kann jeder machen, was er will. Dies führt zu absurden Situationen und sollte schnellstens geändert werden. Man soll versuchen, die Betroffenen zu verstehen, aber bitte beide Seiten. Gruss Andreas |
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#8 |
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Forums-Geselle
Registriert seit: 20.04.2008
Beiträge: 136
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Hallo zusammen,
so, ich glaube, da muss ich auch mal ein klein wenig meinen Senf dazugeben: a) wer gegen seinen Willen in einem Dreckloch hausen muss, weil er weder Geld für Heizung, Renovierung oder Putzmittel hat, der hats zwar trocken, aber im Winter frieren trotzdem beim Sitzen die Füsse und Hände bis zur Raynaudschen Erkrankung u.a. Für einen Handwerker (Glasmaler, Goldschmied z.B.) ist das eine Gefährdung, weil er dadurch berufsunfähig wird. Ob Eigen- oder Fremdgefährdung, geht aus diesem Thread nicht hervor. Ich finde es nur haarsträubend, in einem Sozialstaat mit Mitmenschen zu leben, die so mit Menschen umgehen. b) Vom Verein HsM in Bonn, Landgrabenweg (Internetadresse nicht bekannt) wurde unter Beteiligung von Prof. Dr. Hirsch eine Studie durchgeführt, wonach 20% aller Betreuungen gründlichst schieflaufen. Bei der hohen Anzahl ist die Anzahl der Betreuten, die sich öffentlich äussern und wehren, erschreckend niedrig. Es kann durchaus sein, dass darunter viele sind, die sich erst einmal Mut antrinken oder, wie in meinem Fall, auf Flohmärkten Optmismus und Durchhaltevermögen kaufen. c) Ein Ausspruch eines Gerichtsmediziners besagt, wenn auf allen Gräbern von Ermordeten ein Licht brennen würde, wäre es auf Deutschlands Friedhöfen ziemlich hell. Alles Gute |
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#9 | |
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Ehrenamtlicher Betreuer
Registriert seit: 28.03.2008
Ort: NRW
Beiträge: 2,086
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Hallo,
mit dem Senf schmeckt mir aber das Würstchen nicht mehr. Zitat:
Was soll dieser Bezug auf eine nicht näher erklärte Bonner Studie. Der Leiter der Studie wollte wohl ausdrücken, dass 20% der zu Betreuenden nicht kooperationsfähig sind und deshalb Probleme während der Betreuung auftauchen. Diese Schlußfolgerung ist genauso substanzlos wie die suggerierte Folgerung aus dem posting: Schuld sind die Betreuer. "Es kann durchaus sein, dass darunter viele sind, die sich erst einmal Mut antrinken oder, wie in meinem Fall, auf Flohmärkten Optmismus und Durchhaltevermögen kaufen." Muss man nicht verstehen, oder. Soll das eine Rechtfertigung für übermäßigen Alkoholkonsum sein. Schuld sind immer die anderen? Der Zusammenhang zwischen Flohmarkt, kaufen und Optimismus/Durchhaltevermögen erschließt sich mir nicht. c) ist dann doch der Höhepunkt. Soll das in Zusammenhang mit den vorherigen Aussagen andeuten, dass Betreuer Mörder sind? Fehlt nur noch eine Tirade gegen Hartz 4 oder die integrationsunwilligen Moslems und das Stammtischniveau ist erfolgreich unterschritten. Vorm posten mal 1/4 Stunde nachdenken. Schaffst du schon. In diesem Sinne gar nicht so freundliche grüße Kohlenklau
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Ich trinke nur an Tagen, die auf 'g' enden, und mittwochs They tried to make me go to rehab, but I say no - no - no (Amy Winehouse) |
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#10 |
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Gast
Beiträge: n/a
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Hallo Kohlenklau,
vielen Dank für deinen engagierten und doch sachlichen Beitrag. Ich bin immer wieder verwirrt und unschlüssig, wie auf einen solches Pamphlet wie von Hundeline zu antworten ist oder überhaupt. Nicht zu bestreiten ist, dass es immer wieder traurige, missglückte Fälle gibt und auch Missbrauch an Macht. Gleichwohl ist pauschale Kritik, wie ich ja schon mehrfach geschrieben habe, ebenso unangemessen, wie zu meinen, alle korrupten Politiker müssten vom Himmel fallen oder in der Badewanne ertrinken. Wir haben in unserer Stadt den Fall Tabea. Oh wie verärgert ist die Familie des verstorbenen Mädchens auf das Jugendamt und die Verwaltung. Alle korrupt. Wir haben nahezu eine Lynchjustiz. Und da derartige Vorkommnisse sich bereits landesweit häufen, kann man wohl behaupten, in allen Jugendämtern arbeiten MachtmissbraucherInnen. Letztlich verhält es sich wie mit den Flugzeugen, wieviele heil landen wird nicht berichtet, nur die, die abstürzen, doch gefühlt stürzt nahezu jede zweite Maschine ab, wenn nicht sogar noch mehr. Ob Stammtischgeschwätz oder Paranoia, der Übergang ist wohl fließend. In diesem Sinn Heinz |
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| Übergaberegelung von Betreuer zu Betreuer | olli | Situation der Betreuer/innen | 3 | 20.09.2006 21:30 |