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Erfahrungen zum Thema Betreuungsrücknahme

Dies ist ein Beitrag zum Thema Erfahrungen zum Thema Betreuungsrücknahme im Unterforum Forum für Angehörige und betreute Menschen , Teil der Offenes Forum gesetzliche Betreuung
Hallo, ich suche Erfahrungen und konkrete Wege die schonmal gegangen wurden. Ich habe vor 10 Jahren eine Betreuung eingerichtet (bekommen) ...


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Alt 17.04.2026, 14:58   #1
Forums-Geselle
 
Registriert seit: 21.04.2017
Ort: bei Heidelberg
Beiträge: 286
Idee Erfahrungen zum Thema Betreuungsrücknahme

Hallo,

ich suche Erfahrungen und konkrete Wege die schonmal gegangen wurden.
Ich habe vor 10 Jahren eine Betreuung eingerichtet (bekommen) als ich am Absoluten Tiefpunkt meines Lebens war. (Ich führ das jetzt nicht weiter aus, das meiste kann man im Forum nachlesen).

Jetzt geht es mir besser und das stabil seit über einem Jahr. - Ja ich habe noch Abstürze die mich in die Klinik bringen aber nicht mehr so heftige.

Ich würde gerne die Bereiche Behördenangelegenheiten und Gesundheitssorge wieder in die eigene Hand nehmen (und auf Dauer auch Geldangelegenheiten, aber das hat Zeit... ich brauch nichts morgen).

Nun ist mir klar dass es den Weg gäbe die Bereiche aus der Betreuung zu nehmen und ich melde mich mit dem Bescheid bei den Leuten mit denen ich Briefverkehr haben müsste (Landratsamt, Krankenkasse, Rentenkasse usw.).
Ich weiß es hört sich ein bisschen blöd an, ich hätte gerne einen sanfteren Übergang, also dass ich mich kümmer, aber meine Betreuerin im absoluten Notfall noch da ist (also auch für die Bereiche).

Hat jemand von euch Erfahrung in solchen Ablösen und kann konkret schreiben wie es geht? Ich habe wenn ich handelnde Person bin gerne einen möglichst Konkreten Plan.

Mit freundlichen Grüßen
Ela
Elara ist offline  
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Alt 17.04.2026, 15:20   #2
Gehört zum Inventar
 
Registriert seit: 25.06.2021
Ort: Balkonien
Beiträge: 2,598
Standard

Zum einen hat der Betreuer zu unterstützen und nur, falls das nicht klappt, selbst zu handeln.

Eine Einschränkung oder Aufhebung der Betreuung ist jederzeit möglich, sei mir aber bitte nicht böse,
Zitat:
Ja ich habe noch Abstürze die mich in die Klinik bringen aber nicht mehr so heftige.
Klingt, als wärst Du noch nicht so weit.
Mächschen ist offline  
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Alt 17.04.2026, 20:36   #3
Berufsbetreuer
 
Registriert seit: 21.02.2008
Ort: Hessen
Beiträge: 1,414
Standard

Dennoch finde ich den Plan einer Übergangsphase mit eigener Besorgung der Angelegenheiten und dem Betreuer als Backup geradezu ideal. So kann herausgefunden werden, ob und wann es wieder alleine klappt, ohne ein zu hohes Risiko einzugehen.
Es sollte so gemacht werden und ich drücke die Daumen für gutes Gelingen.
Flafluff ist offline  
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Alt 17.04.2026, 21:20   #4
Admin/Berufsbetreuer
 
Benutzerbild von Imre Holocher
 
Registriert seit: 16.03.2004
Ort: Betreuungsbüro Herrlichkeit 6 in 28857 Syke
Beiträge: 9,515
Standard

Moin Elara


Die Idee, die Du da hast finde ich gut und freue mich jedes mal, wenn meine Betreuten das auch versuchen wollen. Das geht natürlich nicht mit allen, hat aber auch oft genug schon gut geklappt.


Je nach dem, wie fit Deine Betreuerin ist, hat sie mit der Vermögenssorge immer noch einen guten Überblick über das, was Du schaffst und was Du vielleicht doch nicht schaffst. Mit einer Krise zwischendurch kann es ja auch mal ruckeln.


Wenn Deine Betreuerin professionell arbeiten, dann kann sie Dir genau sagen, wann welche Anträge dran sind oder wann welche Aktionen von Dir nötig sind, wenn du Deine Angelegenheiten in die eigenen Hände nehmen willst.


Du kannst dann mit ihr absprechen, welche Sachen du übernimmst und welche Sie erledigen soll.
Ebenso kannst Du mit ihr absprechen, wie weit sie ihre Kontrollfunktion wahrnehmen und Dich bzgl. der Erledigung der Sachen ansprechen soll. Sie hat ja trotz aller Eigenständigkeit deinerseits immer noch ein Stück Haftung an der Backe. Ihre Kontrolle ist daher nicht böse gemeint, sondern als ein Stück Sicherheit für Dich (falls Dich doch mal eine Krise ausbremst).


Und Du mußt nicht alles auf einmal übernhemen, sondern kannst Dich mit Deiner Betreuerin auf ein Tempo verständigen, was zu Dir bzw. Euch paßt.


Ich wünsche Dir Mut und viel Glück dabei,


mit freundlichen Grüßen
Imre
__________________
Fehler sind dazu da, um sie zu machen
und daraus zu lernen.
Fehler sind nicht dazu da, sie dauernd zu wiederholen.
Imre Holocher ist offline  
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Alt 18.04.2026, 20:34   #5
Club 300
 
Registriert seit: 29.07.2019
Ort: Nähe Weißwurstäquator
Beiträge: 360
Standard

Hi Elara,

also, ich finde deine Beiträge schon seit langem sehr ausgewogen und vernünftig - nur mal so nebenbei...

In § 1821 Abs. 1 BGB

("Der Betreuer nimmt alle Tätigkeiten vor, die erforderlich sind, um die Angelegenheiten des Betreuten rechtlich zu besorgen. Er unterstützt den Betreuten dabei, seine Angelegenheiten rechtlich selbst zu besorgen, und macht von seiner Vertretungsmacht nach § 1823 nur Gebrauch, soweit dies erforderlich ist.")

hat man sich das genauso vorgestellt: die betreute Person macht, was sie schafft, und was gerade (noch) nicht geht, macht der/die Betreuer/in. Wenn du also sagst, du möchtest aktiver werden, deine Unterlagen haben und ab jetzt Angelegenheit XY weiterverfolgen, sollte das kein Problem sein.

Bisher haben andere Bestimmungen, nämlich §§ 11 SGB X, 53 ZPO, ein Nebeneinander nicht zugelassen. Hier galt das "Highlander-Prinzip" --> es kann nur einen geben. Wenn die Betreuungsperson ins (Sozial-)Verwaltungsverfahren eingetreten war, galten nur deren Angaben.
Aus Sicht der Verwaltung sinnvoll: kann ja nicht sein, dass da zwei was (u. U. Gegenteiliges) sagen und damit konkurrierende Willenserklärungen abgeben. Macht nur Ärger.
Das hat allerdings dazu geführt, dass auch Geschäftsfähige automatisch aus dem Verwaltungsverfahren "verdrängt" wurden - das ist gemäß UN-BRK unzulässig. Man musste also nachbessern und hat das 2023 auch getan.
Jetzt gilt, dass betreute Person und Betreuer nebeneinander handeln können und der/die Betreuer/in erst die "Oberhand" hat, wenn eine sog. Ausschließlichkeitserklärung abgeben wurde. Das ist nur mit Zurückhaltung anzuwenden, wenn sich jemand sonst selbst schädigen würde.

Lange Rede, kurzer Sinn: sprich an, was du gerne selbst übernehmen möchtest, damit du alle nötigen Informationen und bei Bedarf Beratung und Unterstützung erhältst. Und wenn ihr merkt, dass es läuft, kann man diese Aufgabenbereiche rausnehmen

Ich find´s prima, dass du nicht bequem, sondern wieder selbst aktiv wirst. Das kostet ja Überwindung und erfordert Mut. Ich drück dir die Daumen
Forenfuchs ist offline  
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Alt 21.04.2026, 12:46   #6
Forums-Geselle
 
Registriert seit: 21.04.2017
Ort: bei Heidelberg
Beiträge: 286
Standard

Update:

Ich habe mit meiner Betreuerin geredet. - Lieber mit den Leuten reden die wirklich da und Verantwortlich sind, als weiter Fantasiegespinste zu bauen.

Sie meint sie unterstützt jegliches Rückholen ihrer aufgaben in meinen Verantwortungsbereich.
Es sind wohl nicht viele Sachen bei den Behördenangelegenheiten die sie aktiv im Jahr bearbeitet. 2 Anträge.

In meinem Kopf war das mehr. Und dann kommt noch die Vorbereitung des (ich hab KP wie der aktuelle Begriff ist ich nutze den alten) Hilfeplan Gesprächs hinzu die eh bei mir liegt.

Geld rede ich an wenn sich alles etwas gelegt hat und ich weiß dass ich nicht aus einem Impuls heraus agiere.
Elara ist offline  
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