Dies ist ein Beitrag zum Thema Probleme mit Betreuer im Unterforum Forum für Angehörige und betreute Menschen , Teil der Offenes Forum gesetzliche Betreuung
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Zitat von regenbogin
Gibt es eigentlich noch andere Berufsgruppen, die sich und ihre Arbeit ständig rechtfertigen müssen?
Hm, die ...
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Forums-Geselle
Registriert seit: 12.09.2010
Beiträge: 105
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wenn sie Verantwortung für das Wohl und Wehe andere Menschen übernehmen. Und das geschieht dann auch nicht so umfassend.... ein Arzt hat nur "Zugriff" auf bestimmte Bereiche, der Bankangestellte sieht nur das Konto, die Fußpflege nur die Füße, der Optiker die Augen usw.... Der Betreuer hat nicht nur Zugriff auf alle möglichen Daten, er greift auch in die Persönlichkeitsrechte seiner Betreuten ein. Er kennt ihre Privatspähre, liest ihre Post (falls er dafür zuständig ist) - das ist kein Pillepalle sondern das sind richtig schwerwiegende Kompetenzen und Befugnisse. Auch wenn nicht alle während der Betreuung zum Einsatz kommen. Da sollte es selbstverständlich sein, dass genau hinterfragt wird, wer solche verantwortungsvollen Tätigkeiten ausüben darf und dazu in der Lage ist. Es gibt sogar noch viel zu wenig Kontrolle. Die Arbeit eines Betreuers, ich meine jetzt speziell sein Umgang mit den Betreuten, überprüft doch kein Mensch. Ich hätte mir gewünscht, dass nicht nur der Betreuer einen Jahresbericht abliefern muss sondern auch ich. Auch um zu überprüfen, was mir die Betreuung bringt. Wo es gut läuft, wo nicht. Meine Seite wurde komplett außen vor gelassen, auch am Ende der Betreuung. Das gleiche gilt auch für die ambulante Betreuung. Dabei kostet das alles den Staat ja richtig Geld. Qualitätskontrolle (schönes Wort ) ist doch nur möglich, wenn man die Betreuten einbezieht. Das geschieht aber nullkommnull, zumindest bei mir war das so.Vielleicht muss man sich das auch mal konkret vorstellen, wie es ist, wenn ein Mensch einen Betreuer hat.... da ist jemand, der hat jederzeit Zugriff auf dein Konto, kennt haarklein deine gesamten Vermögensverhältnisse, deine Krankheiten und oft auch Teile deiner Lebensgeschichte, deine Wohnung, kennt den Inhalt deiner Post vor dir (private ausgenommen), verhandelt mit Dritten über dich, kann möglicherweise sogar deinen Aufenthaltsort bestimmen. Mir fällt kein Beruf ein mit solchen Befugnissen und Eingriffen ins Persönlichkeitsrecht. Nicht mal im Knast muss man sich einer einzelnen Person so umfassend "offenlegen". Eigentlich unverständlich, weshalb der Betreuerberuf nicht seine eigene Ausbildung bzw Studium hat. Geändert von Naschkatze (02.11.2012 um 19:16 Uhr) |
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#62 | |
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Admin/Berufsbetreuer
Registriert seit: 16.03.2004
Ort: Betreuungsbüro Herrlichkeit 6 in 28857 Syke
Beiträge: 9,609
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MfG Imre
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Fehler sind dazu da, um sie zu machen und daraus zu lernen. Fehler sind nicht dazu da, sie dauernd zu wiederholen. |
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#63 | |||
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Gesperrt
Registriert seit: 22.08.2005
Ort: Darmstadt
Beiträge: 14,097
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#64 |
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Berufsbetreuerin - Dipl. Sozialpädagogin
Registriert seit: 15.10.2012
Ort: In der Toskana Deutschlands
Beiträge: 171
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Ja, richtig, die Betreuung eines Menschen/für einen Menschen ist eine äußerst komplexe, verantwortungsvolle, wahnsinnig viel Fachwissen fordernde (berufsübergreifende) Arbeit, die teilweise unmenschlich viel Feingefühl, Engagement, Gesprächsführungskenntnisse, Loyalität, Seriösität.... (höre hier auf, will/muss gleich noch arbeiten) erfordert.
SO: JETZT stellen wir das mal fröhlich ins Verhältnis zu der Vergütung der Berufsbetreuer. Sorry, aber ICH SEHE DA ZUMEIST KEINE VERHÄLTNISMÄSSIGKEIT!!! D.h.: Wer als Berufsbetreuer auch noch ein Privatleben haben will, welches ev. aus mehr als aus schlafen und essen besteht (also nur den existentiellsten Teilen), der kommt zwangsläufig an den Punkt sein Engagement und Einfühlungsvermögen (auch Beziehungsaufbau ist eine enorme Zeitfrage) zurückfahren zu müssen oder selber in die Knie zu gehen! Leute: Warum hacken sich hier Betreute und Betreuer? Das Problem liegt ganz woanders. Klar, der Beruf des Betreuers sollte, bzw. muss aufgewertet werden. Es kann nicht sein, dass fast jede/r sich Betreuer nennen kann. Eine pädagogische Ausbildung sollte die Grundvoraussetzung sein, am besten in Kombi mit einer kaufmännischen Ausbildung. Ach ja, Jura brauchen wir ja auch noch. Uuups, habe die Pflegekenntnisse ganz vergessen. By the way: Körperliche Fitness ist in manchen Situationen durchaus lebensnotwendig. Okay, dann sage ich mal: Wie wäre es mit einem Stundenlohn in Höhe von mindestens 150,- Euro. Denn das bekommen wahrhaft qualifizierte immer mal gerne. Dann -oh, ich sehe schon die grüne Wiese- ja, dann, dann wären so gemütliche 10 Betreuungen doch locker ausreichend. DANN und zwar NUR DANN kämen wir eventuell dahin die hier so zahlreich dargelegten völlig überzogenene Erwartungshaltungen befriedigen zu können, es gäbe -fast- keine schwarzen Schafe mehr, der Berufsstand der Betreuer wäre so aufgewertet, wie er es verdient, Berufsbetreuer können auch mindestens 24 Tage Urlaub im Jahr machen, dürfen sogar mal krank sein und haben eine 40h Woche. SCHÖNE HEILE WELT!!! ![]() P.S. An Imre: HÄH?????? Verstehe ich nicht. Geändert von regenbogin (03.11.2012 um 09:44 Uhr) |
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Forums-Azubi
Registriert seit: 04.08.2010
Ort: Deutschland
Beiträge: 52
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Zitat von regenbogin
Gibt es eigentlich noch andere Berufsgruppen, die sich und ihre Arbeit ständig rechtfertigen müssen? war das wirklich von Dir jetzt ernst gemeint , ich meine - diese Fragestellung???? Schlimm - wenn so deine Einstellung ist. Der Platz und würde hier nicht reichen um die alle aufzuzählen.... ICH z.B.in meiner Position als medizinische Fachangestellte, MEIN Lebensgefährte in seiner Position als Polizeibeamter, MEINE Schwester als Leiterin eines MVZ in einer Uniklinik .................................................. .................................... .................................ect.............. ..................................
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Betreuerin mit ♥ |
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#66 |
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Admin/Berufsbetreuer
Registriert seit: 16.03.2004
Ort: Betreuungsbüro Herrlichkeit 6 in 28857 Syke
Beiträge: 9,609
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Hallo Regenbogin
Tinta hat schon mal angefangen Berufsgruppen aufzuzählen, die unter Rechfertigungsdruck stehen und diesen wenigstens auch mal sehen. Die Berufsgruppen, die ich meinte sind z.B. Broker, CEOS, TOP-Manager - deren Einkommenshöhe durchaus zu hinterfragen ist. Sie scheren sich jedoch einen feuchten Dreck ums Rechtfertigen. Hohe Politiker (Legislative) und Verwaltungschefs (im Bereich der Exekutive), deren Einkommen vielleicht nicht mit dem von CEOs zu vergleichen ist, die aber trotzdem in einer Parallelgesellschaft leben und glauben ihr Status sei Rechtfertigung genug. Verständlicher? MfG Imre
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Fehler sind dazu da, um sie zu machen und daraus zu lernen. Fehler sind nicht dazu da, sie dauernd zu wiederholen. |
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Forums-Azubi
Registriert seit: 04.08.2010
Ort: Deutschland
Beiträge: 52
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ZITAT: Michaela Mohr;
Das entscheidet der Rettungsdienst je nachdem wo freie Betten sind. Wenn Betreute bevorzugt in einem bestimmten KH behandelt werden sollen dann hinterlege ich das im Heim. Dazu muss mich niemand am abend telefonisch erreichen. Ich schrieb ja auch von akuten, leichteren med. Beschwerden: Und falsch, der Rettungsdienst entscheidet nicht über das jeweilige KH sondern der behandelte Arzt...im schlimmeren Notfall der Notarzt. Bei - wie bei unserem Fall - Atherom am Damm - war der Herr RA als Berufsbetreuer um 20.00 h nicht mehr erreichbar, und wir Angehörigen haben spontan entschieden die Betroffene selbst ins KH zu fahren und haben dort ca 3,5 Std mit Warten verbracht....um hinterher uns vom Herrn Berufsbetreuer anmachen zu lassen, wer uns die Vollmacht gab dies zu veranlassen..... OMG !!!
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Betreuerin mit ♥ |
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Berufsbetreuerin - Dipl. Sozialpädagogin
Registriert seit: 15.10.2012
Ort: In der Toskana Deutschlands
Beiträge: 171
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Yep, verstanden. Dann gebe ich Dir so richtig Recht, liebe Imre.
Zu Dir, Tinta, bitte nicht "sich rechtfertigen müssen" mit "beruflich bedingt dokumentieren" verwechseln. Dokumentieren gehört auch zu meiner täglichen Arbeit und DAMIT habe ich in keinster Weise ein Problem, im Gegenteil, das ist sehr hilfreich und schützt auch vor so Einigem. Das -wie auch alles Andere- darf dann auch "jeder" gerne lesen. Genauer gesagt: Die Betreuten. Mal was zum Rechtfertigen für die Med. Fachangestellten unter uns: Ich will nicht mehr, dass mir beim Blut abnehmen so weh getan wird und ich dabei bluten muss und überhaupt wenn ich am Ostersonntag unbedingt schon gepiekst werden muss, dann aber btte nur von meiner persönlichen LIEBLINGSMEDIZINISCHEN FACHANGESTELLTEN. Der Arzt und die Krankenschwestern können das nämlich nicht so gut! ![]() Wünsch Euch was! |
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#69 | ||
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Gesperrt
Registriert seit: 22.08.2005
Ort: Darmstadt
Beiträge: 14,097
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Zitat:
der Arzt entscheidet über das Fachgebiet, meinethalben Urologie, Chirugie usw. Dort weist er ein. Je nachdem wo dann Betten frei sind, natürlich dann in der Urologie oder Chirurgie, wird der Patient hinverlegt. Ausnahmen wie bei Privatpatienten bestehen natürlich. Zitat:
Es gibt in den Heimen medizinisch geschultes Personal, wenn wirklich was sehr unklar ist oder die Schmerzen gross sind, wird der Notarzt zur Abklärung geholt. Bei wirklicher Gefahr wird natürlich auch abends ins KH eingewiesen und dazu der nötige Transport bestellt. Aber nur weil jemand nicht bis zum nächsten Morgen warten möchte? Ganz ehrlich, dafür muss ich am abend nicht raus. Vor allem dann nicht wenn ich schon gut 8 Stunden hinter mir habe. Wenn irgendjemand das von mir erwarten würde wäre ich so sauer wie Du Tinta, weil du fahren und anscheinend sinnlos rumwarten musstest.Nix für ungut ![]() Gruss Michaela PS: ich sag das jetzt mal für alle ohne Imre zu sein. Der Gute ist ein Mann
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#70 |
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Forums-Geselle
Registriert seit: 30.10.2012
Ort: NRW
Beiträge: 73
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Hallo zusammen,
eine schöne Diskussion. Jeder, dessen Beruf es ist, mit Menschen und deren Problemen umzugehen, muss sich abgrenzen können. Egal ob Arzt, Polizist, Betreuer, Pädagoge, u.s.w. Und zum Abgrenzen gehört u.a. ein : Dienstende Alle anderen Erwartungen haben nichts mit der Professionalität eines in diesem Bereich Berufstätigen zu tun, sondern orientieren sich an den Vorstellungen eines ehrenamtlich (heißt: EHREN Amt) Tätigen. Nur ein Abgrenzen macht gute Arbeit überhaupt möglich, denn nur so kann auch eine professionelle Distanz zu Klienten gewahrt werden. Und nur mit dieser kann man Entscheidungen fällen, die (hoffentlich) möglichst objektiv sind. Und das wollen doch alle: das der Betreuer nicht je nach seinem persönlichen Bezug zum Betreuten Entscheidungen trifft. Ich schreibe das aus jahrelanger Erfahrung in der Arbeit mit Menschen, ebenso wie aus meiner Erfahrung als Angehöriger von 'unter Betreuung stehender' Menschen. Ich bin nie auf die Idee gekommen, dass der Betreuer meiner Eltern ständig erreichbar sein müsste...wahrscheinlich weil ich mich über Anrufe meiner Klienten nach Feierabend auch ziemlich wundern würde und ich im Laufe der Zeit einfach gelernt habe, dass es für alle Notfälle (wenn es denn wirklich welche sind) auch ohne direkten Ansprechpartner (Betreuer etc.) eine Lösung gibt...denn dann sind die Professionen am Ball, deren Aufgabe es ist, genau solche Probleme zu händeln.petra |
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